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Kasusmarkierung im Polnischen

mit Schwerpunkt auf Substantiv- und Adjektivmarkierung

Hausarbeit 2012 11 Seiten

Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.0 Zielsetzung

2.0 Allgemeines

3.0 Kasusmarkierung im Polnischen
3.1 Allgemeine Regeln
3.2 Der Nominativ
3.2.1 Singular
3.2.2 Plural
3.3 Der Genitiv
3.3.1 Singular
3.3.2 Plural
3.4 Der Dativ
3.4.1 Singular
3.4.2 Plural
3.5 Der Akkusativ
3.5.1 Singular
3.5.2 Plural
3.6 Der Instrumental
3.6.1 Singular
3.6.2 Plural
3.7 Der Lokativ
3.7.1 Singular
3.7.2 Plural
3.8 Der Vokativ
3.8.1 Singular
3.8.2 Plural

4.0 Zusammenfassung

5.0 Literaturverzeichnis
5.1 Primärliteratur
5.2 Sekundärliteratur

1.0 Zielsetzung

Ziel dieser Hausarbeit ist es, das Kasussystem des Polnischen zu erläutern und anhand von passenden Beispielen zu illustrieren. Dabei soll das Hauptaugenmerk auf der Kasusmarkierung von Substantiven und Adjektiven liegen, außerdem sollen einige Ausnahmen, bzw. Unregelmäßigkeiten der verschiedenen Flexionsparadigmen aufgeführt und näher betrachtet werden.

2.0 Allgemeines

Das Polnische ist eine westslavische Sprache mit über 46 Millionen Sprechern, die größtenteils in Polen leben. Der Akzent liegt in der Regel auf der vorletzten Silbe und die heutige Orthographie umfasst das lateinische Alphabet, erweitert durch einige Diakritika.

Neben den kurzen Vokalen, die auch im Deutschen bekannt sind, verfügt das Polnische über die Nasale <ᶒ> (entspricht dem /ɛ/ im französischen Wort „ teint “ ) und <ᶏ> (entspricht dem /ã/ im französischen Wort „ on “). Die Vokale a und i exis- tieren außerdem als lange Vokale. Die Grapheme <u> und <ó> repräsentieren beide das Phonem /ʊ/, das <c> wird [ts] ausgesprochen und das polnische <y> entspricht dem mittleren Zentralvokal /ə/, wie er im Deutschen in Worten zu fin- den ist, die auf <e> auslauten.

Die Liste der polnischen Konsonanten umfasst sämtliche auch im Deutschen be- kannten Konsonanten. Darüber hinaus gibt es das <ń> (= /ɲ/) und das <ł>, wel- ches dem /w/ im englischen Wort „way“ entspricht. Außerdem verfügt das Polni- sche über eine Vielzahl verschiedener Frikative, die unter Punk 3.1 aufgezählt werden.

3.0 Kasusmarkierung im Polnischen

Das Polnische verfügt über 7 Kasus, die in erster Linie durch Suffigierung realisiert werden. Dekliniert werden Nomina, Adjektive, Pronomina und Numeralia. Neben den typischen Kasusendungen gilt es noch einige Dinge zu beachten, die im Folgenden kurz zusammengefasst werden sollen.

3.1 Allgemeine Regeln

Steht einer der Buchstaben e, ie, o, ó , a oder vor dem letzten Konsonanten des Wortes im Nominativ Singular (sowohl Substantiv als auch Adjektiv), so verhalten sich die Vokale wie folgt: e und i werden in den anderen Kasus (auch im Nomina- tiv Plural) nicht realisiert. Dies ist zum Beispiel bei den Wörtern Niemiec (‚Deut- scher’) und pies (‚Hund’) der Fall, die im Genitiv Singular die Form Niemca und psa haben. Das o wird zum e , das ó zum o , das a zum e und das wird zum . Dieser Vokalwechsel gilt in allen Kasus, der Vokalschwund bleibt aber bei man- chen Wörtern aus: So bleiben die Vokale zum Beispiel bei piec (‚Ofen’) und chleb (‚Brot’) erhalten.

Das Polnische kennt zwei unterschiedliche Einteilungsprinzipien für den Genus- der Substantive, wovon folglich auch die Kasusmarkierungen der kongruierenden Adjektive abhängen. Im Singular erfolgt die Einteilung wie auch im Deutschen in Maskulina, Feminina und Neutra. Das nat ü rliche Geschlecht erkennt man an dem jeweiligen Nominativ Singular-Marker des Substantivs (mehr dazu unter Punkt 3.2). Im Plural ist wiederum des grammatische Geschlecht von Bedeutung: Hier unterscheidet man zwischen der Personalform - Gruppen mit mindestens einem Mann - und der Sachform - Gruppen bestehend aus Frauen, Tieren und/oder Dingen. Demzufolge ist die Anwesenheit eines Mannes in einer Gruppe von Frauen Grund genug dafür, die Personalform (im Folgenden: PF) zu ver- wenden. Hingegen gibt es eine Vielzahl von Maskulina, die im Plural der Sach- form (im Folgenden: SF) zugeordnet werden, wie zum Beispiel „ptak“ (‚der Vo- gel’). Dieses Einteilungsprinzip gilt übrigens nicht nur für die Kasusmarkierung, sondern auch bei der Konjugation von Verben im Präteritum.

Bei der Kasusmarkierung gibt es neben dem Genus noch einige andere Kriterien, die für die Zuordnung der jeweiligen Kasusendungen relevant sind. So spielt ne- ben der Kategorie belebt vs. unbelebt auch der letzte Konsonant des substantivi- schen Wortstammes eine wichtige Rolle: Unterschieden wird entweder zwischen hart und weich oder zwischen hart, palatal und funktional-palatal. Als palatale Konsonanten gelten ś , ź , ć , d ź , j, l, ń und sämtliche durch ein <i> palatalisierte Konsonanten: So wird zum Beispiel das <c>, was in der Regel [ts] ausgespro- chen wird durch ein darauffolgendes i zum [tʃi], etc. Neben den palatalen Konso- nanten gibt es noch die funktional-palatalen Konsonanten sz, ż /rz, cz, dz, c, dz . Dabei handelt es sich um Konsonanten, die ihre Palatalität im Laufe der Zeit ein- gebüßt haben.

Da die Kasusmarkierung des Polnischen im Folgenden anhand einiger Nomin- alphrasen illustriert werden soll, ist es an dieser Stelle sinnvoll zu erwähnen, dass Adjektive mit dem Substantiv sowohl in Numerus als auch in Genus kongru- ieren.

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Details

Seiten
11
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656464624
ISBN (Buch)
9783656466512
Dateigröße
397 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v230375
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,3
Schlagworte
Linguistik Polnisch Polen Kasus Kasusmarkierung Morphologie Syntax Morphosyntax Suffix Affix Präfix Fremdsprache Grammatik Adjektiv Substantiv Nomen Flexion

Autor

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