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Die Unipolare Depression

Hausarbeit 2013 19 Seiten

Psychologie - Allgemeine Psychologie

Leseprobe

Inhaltsangabe

1 Einleitung

2 Fallbeschreibung „Anna“, ihrer Problematik und Ziele
2.1 Familiärer und sozialer Hintergrund
2.2 Erweiterte Anamnese
2.3 Aktuelle Beschwerden
2.4 Systemische Einbettung
2.5 Zeitlicher Verlauf und mögliche „Auslöser“ der Symptomatik
2.6 Erwartungen, Einstellungen und Ziele der Patientin

3 Auseinandersetzung mit dem Fall
3.1 Perspektive der Betroffenen
3.2 Perspektive der Angehörigen, Familie, Freunde
3.3 Perspektive der Arbeitsstelle, Kollegen

4 Perspektive medizinisch, biologisch, psychiatrisch

5 Perspektive (klinisch) psychologisch

6 Perspektive der Sozialen Arbeit

7 Fazit

8 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In dieser Hausarbeit soll ein/e PatientIn, seine/ ihre Problematik und seine/ ihre Ziele beschrieben und aus verschiedenen Perspektiven analysiert werden. Hierfür wird zunächst der Fall „Anna“ ausführlich vorgestellt, der dann mit Bezug auf unterschiedliche Disziplinen aus dem Modul vertieft wird.

Anschließend wird das Fallbeispiel aus der Perspektive unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen und Professionen sowie aus der Perspektive der Betroffenen und Angehörigen dargestellt. Im abschließenden Fazit folgen eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse, eine Schlussbetrachtung und ein Ausblick.

Den Fall der depressiven Anna habe ich aus einem persönlichen Interesse gewählt, da eine Verwandte von mir ebenfalls an einer Depression erkrankt ist und mich der Fall „Anna“ an die Zeit erinnerte, als meine Verwandte nicht mehr imstande war, ihre täglichen Aufgaben zu bewältigen, obwohl sie früher ähnlich wie Anna, den Haushalt ihrer Familie strukturiert und geregelt hatte.

Für das Thema Depression habe ich mich außerdem entschieden, um mich mit einer in der Gesellschaft weitverbreiteten Krankheit zu befassen, die oftmals verschwiegen oder tabuisiert wird. Auch durch zunehmende Aufklärung, was es bedeutet, an Depression erkrankt zu sein, wird dieser Krankheit, welche einen tödlichen Verlauf nehmen kann, das Stigma genommen, welches sie begleitet. So werden Depressive leichtfertig verdächtigt, kein Interesse zu haben und weniger die Problematik erkannt, dass es den Erkrankten nicht möglich ist. In der Sozialen Arbeit hat dieses Thema einen hohen Stellenwert und spielt oft eine Rolle, wenn Menschen sich in schwierigen Lebenslagen befinden. Wenn Menschen depressiv sind, wird ihnen von ihren Mitmenschen leichtfertig unterstellt, sie wären faul, dumm oder zu nichts zu gebrauchen, weil man ihnen ihre Krankheit nicht unbedingt abnimmt.

Mit der Themenbearbeitung verfolge ich das Ziel, diese Krankheit verständlich darzustellen. Durch Kenntnisse über die Depression können Angehörige und professionelles Personal, wie Personal der Sozialen Arbeit, früher dafür Sorge tragen, den Betroffenen zur Seite zu stehen durch Früherkennung und die Einleitung passender Maßnahmen, um den Fortschritt der Erkrankung einzudämmen.

Die zentralen Fragen dieser Hausarbeit sind: Ab wann hat eine Verstimmung die Größenordnung einer Depression und welche Möglichkeiten gibt es, mit dieser Krankheit umzugehen? Welche Möglichkeiten der Behandlung bieten sich und wie kann der/ die, Betroffene aus eigener Kraft, mit vorhandenem Wissen und erlernten Strategien, mit dieser Krankheit zu leben, so dass er/ sie in der Lage ist, seinen/ ihren Alltag zu bewältigen?

Bei der Bearbeitung des Themas konzentriere ich mich auf die unipolare Depression. Diese wird zu den affektiven Störungen gezählt. „Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit, Interessenverlust, Hoffnungslosigkeit, Antriebsmangel, häufig begleitet von Ängstlichkeit und erhöhter Ermüdbarkeit gelten als zentrale Symptome des depressiven Symptoms“ (Hautzinger 1998, S.89). Was der Autor beschreibt, sind Gefühls- und Stimmungszustände, welche in ganz unterschiedlicher Ausprägung bei jedem Menschen auftreten. Auch der Zeitraum der beschriebenen Zustände kann ganz unterschiedlich ausgeprägt sein. Wo aber liegt der Unterschied zwischen Stimmungsschwankungen und einer Depression? Darum geht es unter anderen in dieser Arbeit.

„Das Erscheinungsbild der manisch-depressiven Störungen wurde Ende der 1950er, Anfang der 1960er Jahre von Kleist und Leonhard als unipolare und bipolare affektive Störungen eingeführt“ (Meyer, Hautzinger 2004, S.3). In der wissenschaftlichen Auseinandersetzung hat sich der Begriff der unipolaren Störung, um welche es in dieser Hausarbeit geht, durchgesetzt, wenn die Rede davon ist, dass ein Mensch, der an einer Depression erkrankt ist, keine andere als die depressive Phase hat.

2 Fallbeschreibung: „Anna“, ihrer Problematik und Ziele

2.1 Familiärer und sozialer Hintergrund

Anna, 61 Jahre alt, lebt mit ihrem Ehemann in einem Mehrfamilienhaus, das ihnen gehört. Die zwei Söhne, beide berufstätig, leben nicht mehr in dem Haus, jedoch eine junge Familie, welche eine Wohnung gemietet hat. Bis vor kurzem arbeitete Anna noch als Erzieherhelferin in einer Kindertagesstätte. Ihr alkoholabhängiger Mann arbeitet seit Jahrzehnten in einem Industriebetrieb. Die erwachsenen Kinder wohnen in Freiburg und Bremen. Anna ist in Neuhausen aufgewachsen und kennt die Nachbarschaft in einem gutbürgerlichen Wohngebiet und den Ort, der im ländlichen Raum, in der Nähe von Esslingen, umgeben von Wiesen und Waldgebiet, liegt, seit ihrer Kindheit.

Die NachbarInnen kennen sich und achten aufeinander, es ist eine positive Form von Kontrolle vorhanden. Die älteren BewohnerInnen besuchen sich gegenseitig und treffen sich in der Kirchengemeinde, die eine Seniorenarbeit leistet. Beim Kaffeekränzchen, gemeinsamen Spaziergängen und Tagesausflügen werden Beziehungen gepflegt. Die Großfamilie von Anna und ihrem Mann kommt regelmäßig zu Geburtstagen, kirchlichen Festtagen und auch ohne besonderen Anlass zusammen, um sich auszutauschen und den neuesten Dorfklatsch zu erfahren. Zudem haben Anna und ihr Mann einen großen Freundeskreis im örtlichen Sportverein, in dem sie seit Jahrzehnten aktive Mitglieder sind.

An den Wochenenden kümmert Annas Mann sich um die Instandhaltung des Hauses. Er ist ein ruhiger, zurückhaltender Mann. In ihrer Ehe gibt Anna den Ton an, ihr Partner vertraut ihr und akzeptiert Annas Entscheidungen meistens, auch wenn er nicht unbedingt immer gleicher Meinung mit ihr ist. Streitereien vermeiden die beiden und lassen immer wieder Angelegenheiten, die sie untereinander zu besprechen hätten, einfach unter den Tisch fallen.

Die Bezeichnung „Co-abhängig“ beschreibt den Ehemann treffend. Es liegt an Anna, die auffallend eifersüchtig ist, wenn andere Frauen sich mit ihrem Mann unterhalten, sich um den Haushalt, einschließlich der Finanzen, zu kümmern. Sie sorgt dafür, dass die Wohnung für BesucherInnen gut aussieht. Was dabei für Außenstehende nicht auffällt, ist, dass sie oftmals kein Ordnungssystem hat, sondern Gegenstände, Kleidungsstücke oder Schriftstücke scheinbar willkürlich in eine beliebige Schublade, in ein Regal oder einen Schrank. Dies führt regelmäßig dazu, dass sie mit dem hektischen Suchen von Dingen innerhalb der Wohnung beschäftigt ist, einschließlich der Suche nach Auto- und Wohnungsschlüsseln. Lebensmitteleinkäufe erledigt sie eher spontan als geplant. Wenn sie vom Einkaufen zurückkommt, erleidet sie Essattacken, wobei sie Teile der frisch eingekauften Waren verschlingt. Zum Abendessen kommen, obwohl Anna eigentlich gut kochen kann, des Öfteren Mahlzeiten zustande, die sehr provisorisch angerichtet wurden. Wenn das Gericht nicht zu erkennen ist, fragt ihr Mann nur zaghaft, wie das heißt. Mit dem Haushaltsgeld geht sie recht locker um, so kauft sie eher ungeplant Haushaltsgegenstände und Kleidung für ihren Mann und sich, ohne vorherige Absprache und ohne dass sie sich Gedanken darüber gemacht hätte.

[...]

Details

Seiten
19
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656465317
ISBN (Buch)
9783656468639
Dateigröße
454 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v230448
Institution / Hochschule
Fachhochschule Esslingen Hochschule für Technik Esslingen – Soziale Arbeit
Schlagworte
Depression

Autor

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Titel: Die Unipolare Depression