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Soziale Arbeit im Kinderhospiz

Hausarbeit 2011 10 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hospiz und Palliativ Care – Klärung der Begrifflichkeiten

3. Begleitung des sterbenden Kindes und seiner Familie.
3.1) In wie weit unterscheidet sich die Soziale Arbeit im Kinderhospiz zu der im Hospiz für Erwachsene?
3.2) Aufgaben des Sozialarbeiters im Hospiz
3.3) Welche Rolle nimmt der Ehrenamtliche in der Hospizarbeit ein?

4. Fazit

Literatur- und Quellenverzeichnis.

1) Einleitung

Das Menschen, die im Sterben liegen begleitet und unterstützt werden, ist nicht erst seit einigen Jahren so. Den Ursprung findet man bereits in den Anfängen des Christentums. Hospize wurden im Sinne der Gastfreundlichkeit zur Beherbergung von Reisenden und Pilgern, hauptsächlich entlang der Pilgerwege errichtet. Diese Art „Raststätten“ boten Zuflucht und Verpflegung für die Pilger, aber auch Kranke und Sterbende fanden hier Pflege und Beistand. Gerade im Mittelalter, als die Menschen sich zwangsläufig, bedingt durch Seuchen, Hungersnöte und Kriege, mit dem Tod auseinandersetzen mussten wurden viele solcher Orte errichtet (vgl. Blau, 2001, S.11). Durch medizinische Fortschritte und dem Wandel der Zeit wurde auch die Lebenserwartung der Menschen höher, das Thema Sterben schien nicht mehr aktuell genug, um sich damit auseinandersetzen zu wollen. Die Beherbergungen nahmen ab.

Durch Cicily Saunders (Krankenschwester, Sozialarbeiterin und Ärztin), die 1967 das erste Hospiz in London gründete und sich für die Gründung weiterer einsetzte, wurde das Thema Sterben wieder präsent. Ihre Hospizidee, die weltweite Anerkennung und Nachahmung gewann, ist Ausgangspunkt für die heutige Hospizbewegung. Der Name Hospiz (in Anlehnung an die Anfänge des Christentums und Mittelalter) steht für eine weltweite Bewegung, die sich die Begleitung Schwerkranker, Sterbender und deren Angehörigen zur Aufgabe gemacht hat (vgl. ebd., S.13).

Mittlerweile gibt es neben den ursprünglich stationären Einrichtungen, ambulante Hospizdienste und auch Palliativstationen, die in Krankenhäusern entstanden sind. Aber auch Unterstützung für die Angehörigen, wie z.B. Trauerarbeit, ist mittlerweile fester Bestandteil der Hospizarbeit. Die Hospizbewegung hat bewirkt, dass immer mehr Spezialisierungen in diesem Bereich Platz finden. So gibt es u.a. inzwischen Tageshospize, Hospize für AIDS-Kranke, aber auch Kinderhospize. In der vorliegenden Hausarbeit soll es schwerpunktmäßig um die Hospize für Kinder gehen. Da die wenigsten Kinder in Deutschland an chronischen Erkrankungen sterben, sah man lange Zeit nicht den Bedarf, bis schließlich 1997 in Olpe (Nordrhein-Westfalen) das erste Kinderhospiz „Haus Balthasar“ gegründet wurde. Bis dahin war aber ein langer Weg. 1990 wurde von sieben Familien, deren Kinder unheilbar erkrankt waren, der Kinderhospizverein in Deutschland gegründet. Diese Gründung brachte letztlich den Anstoß für die Einrichtung eines Kinderhospizes (vgl. ebd., S.28). Inzwischen gibt es 18 fest etablierte Kinderhospize in Deutschland, wobei weitere in Planung sind (siehe Anhang). Wie man in der Abbildung im Anhang sehen kann sind in den meisten Bundesländern nur ein bzw. in manchen auch gar kein stationäres Kinderhospiz eingerichtet, was sicherlich daran liegt, dass die Entwicklung der Kinderhospize noch sehr jung ist und sich seit 1997 noch im Aufbau befindet. Ambulante Dienste sind dagegen mittlerweile weit verbreitet und an den Diensten für Erwachsene angebunden (vgl. Anhang).

Bevor ich mich aber mit dem Thema der Sozialen Arbeit im Kinderhospiz beschäftige möchte ich zu allererst die Begriffe Hospiz und Palliative Care kurz klären, die in der Literatur und Praxis immer wieder auftauchen und in Verbindung stehen. Anschließend werde ich zu dem Hauptteil meiner Arbeit kommen: Die Wichtigkeit der Begleitung des sterbenden Kindes und seiner Familie. Dabei werde ich die Aufgaben, die der Sozialarbeiter hierbei im Kinderhospiz hat und im Zuge dessen auch den Unterschied zum Erwachsenenhospiz erläutern. In der Hospizarbeit trifft man nicht nur auf den ausgebildeten Sozialarbeiter, sondern auch auf eine Reihe ehrenamtlicher Helfer, die aus den unterschiedlichsten Berufen stammen. Bevor ich zum Fazit und somit zum Abschluss dieser Ausarbeitung komme, möchte ich noch die Rolle des Ehrenamtlichen bei der Hospizarbeit/Kinderhospizarbeit darstellen. Denn gerade in so einem brisanten und traurig besetzten Arbeitsfeld trifft man auf viele freiwillige Helfer und da stellt sich die Frage, welche Rolle diese Helfer einnehmen und was sie auch dazu bewegt diese freiwillige Arbeit zu leisten.

2) Hospiz und Palliativ Care – Klärung der Begrifflichkeiten

Wie in der Einleitung bereits erwähnt, prägte Cicely Saunders den Hospizbegriff. Bei der Namensgebung vermied sie allem Anschein nach bewusst den Begriff Krankenhaus bzw. die Assoziation mit Krankenhaus oder Tod, sondern lehnte sich dabei lieber an den Ursprung des lateinischen Wortes hospitum (Herberge) und die Gastfreundlichkeit aus der christlichen Tradition und der mittelalterlichen Zeit an (vgl. Student, 2004, S.136).

„Hospize sind Einrichtungen, die auf die letzte Lebensphase schwerkranker Menschen ausgerichtet sind“ (Döring, 2002, S.18). Dabei hat das Hospiz das Ziel eine Herberge für sterbenskranke Menschen zu bilden und ihre Leiden zu lindern, zudem soll ein Verbleiben in der vertrauten Umgebung ermöglicht und den Angehörigen Beistand und Unterstützung gegeben werden (vgl. Student, 2004, S.136).

Palliativ lässt sich von dem Begriff „Pallium“ (lat.), was Mantel bedeutet, ableiten. Nach Burgheim wird der Mantel sorgend um den Patienten gelegt, so dass dieser von seinen Sorgen befreit und die letzte Phase seines Lebens in Geborgenheit verbringt und versorgt wird (vgl. Burgheim, 2005, S.9). Somit sollen dem Patienten, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist, zumindest die Beschwerden gelindert werden.

Der englische Begriff „Care“ lässt sich mit pflegen, versorgen, kümmern, aufpassen oder hüten übersetzen (vgl. ebd.). Burgheim sieht den Begriff Palliativ Care als „ein integratives Konzept, in dem der Körper (Medizin und Pflege) versorgt, die Seele, also die psychosozialen Probleme bearbeitet und der Geist, die spirituellen Aspekte und die transzendentalen Fragen bedacht werden“ (ebd.). Zusammenfassend lässt sich somit sagen, dass mit Palliativ Care eine ganzheitliche Versorgung, für ein beschwerdefreies und bestmögliches Leben bis zum Tod, angestrebt wird.

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Details

Seiten
10
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656465805
ISBN (Buch)
9783656466499
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v230548
Institution / Hochschule
Ernst-Abbe-Hochschule Jena, ehem. Fachhochschule Jena
Note
1,0
Schlagworte
Kinderhospiz Hospizarbeit Tod Kinder Trauerarbeit

Autor

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Titel: Soziale Arbeit im Kinderhospiz