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Bewahren oder gestalten? Naturschutz im Nationalsozialismus zwischen den ‚eroberten Ostgebieten‘ und dem ‚Altreich‘

Hausarbeit (Hauptseminar) 2013 25 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg

Leseprobe

Gliederung

Einleitung

1 Euphorie und Ernüchterung – Das Reichsnaturschutzgesetz und seine Umsetzung

2 Ein Paradigmenwechsel? – Naturschutz und Ostexpansion

3 Rückwirkungen – Landschaftsgestaltung um „Altreich“

Fazit und Ausblick

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

Tags umsonst die Knechte lärmten,
Hack’ und Schaufel, Schlag um Schlag;
Wo die Flämmchen nächtig schwärmten,
Stand ein Damm den andern Tag.
Menschenopfer mussten bluten,
Nachts erscholl des Jammers Qual;
Meerab flossen Feuergluten,
Morgens war es ein Kanal.
Gottlos ist er, ihn gelüstet
Unsre Hütte, unser Hain;
Wie er sich als Nachbar brüstet,
Soll man untertänig sein.[1]

Diese Worte spricht Baucis in Gegenwart ihres Mannes Philemon und eines Wanderers in Johann Wolfgang von Goethes Drama Faust. Der Tragödie zweiter Teil. Hintergrund dieser Episode ist folgender: Philemon und Baucis lebten in ihrer Hütte einst direkt am Meer. Diesen Küstenstreifen allerdings erhielt Faust als Belohnung für die Unterstützung des Kaisers gegen einen ‚Gegenkaiser‘ und machte sich sofort daran, durch Meliorationsmaßnahmen dem Meer weiteres Land abzugewinnen. Damit entfernte sich für das greise Ehepaar das einst so nahe Gewässer, welches nun nur noch in der Ferne zu erahnen ist. Im weiteren Verlauf der Geschichte erfährt der Leser außerdem, dass es Faust auch auf die Hütte und das Grundstück von Philemon und Baucis abgesehen hat, welche Aufgrund ihrer Weigerung zur Umsiedlung den Tod finden.

Natürlich soll an dieser Stelle nicht behauptet werden, dass Goethe ein Vordenker nationalsozialistischer Siedlungspolitik war, aber dennoch lassen sich einige Parallelen in dieser Episode finden, nicht zuletzt die Vernichtung der einheimischen Bevölkerung im Interesse der neuen Machthaber. Allerdings mussten Philemon und Baucis nicht weichen, um Platz für neue Siedler zu schaffen, sie wurden im Interesse einer Landschaftsumgestaltung geopfert. Und auch in diesem Punkt gibt es eine Schnittmenge mit nationalsozialistischer Ostpolitik, um die es unter anderem in der vorliegenden Arbeit gehen soll.

Der traditionelle, d.h. der bewahrende Naturschutz, wie er um 1900 entstand und auch in der Weimarer Republik stellenweise praktisch umgesetzt wurde, sah in der Machtübernahme der NSDAP 1933 eine Chance gekommen, ihre Forderungen nun auch reichsweit und reichseinheitlich umzusetzen. Doch selbst das Reichsnaturschutzgesetz von 1935 vermochte es nicht, eine zunehmende Resignation des Naturschutzes im Anbetracht ihrer immer noch marginalen Rolle aufzuhalten. Zeitgleich entwickelte sich aber in der wissenschaftlichen Welt eine neue Disziplin der Raumplanung, die zunehmend ihren Führungsanspruch für sich geltend machte. Dies ist vor allem im Zuge der Ostexpansion zu verstehen, deren Landschaft von den Folgen der „polnischen Wirtschaft“ ‚gesundet‘ werden musste und dementsprechend auch den Naturschutz betraf. Die Leitprinzipien, die dabei entwickelt wurden, erfuhren zunehmend auch eine Rezeption im „Altreich“, so dass der bewahrende Naturschutz nun vollends von der Landschaftsgestaltung abgelöst wurde. Diese Entwicklungen verliefen aber mitnichten so gradlinig, wie es hier den Anschein haben mag. Das teilweise komplizierte Geflecht von Institutionen, Personen und Leitvorstellungen zu entwirren, ist die Aufgabe der vorliegenden Arbeit. Dabei lautet die Hauptfrage: Wie versuchte sich der Naturschutz – trotz einiger Rückschläge – mit dem Regime zu arrangieren? Wie ist es zu verstehen, wenn Heinrich Wiepking-Jürgensmann 1942 verkündet: „In diesem faustischen [sic!] Drange schufen wir unsere Großtaten […]“?[2]

In den letzten zehn Jahren zog das Thema der Umweltgeschichte in Deutschland das Interesse der Fachwelt auf sich, was in zahlreichen Publikationen sichtbar wird. Gerade die entsprechenden Veröffentlichungen über den Nationalsozialismus bearbeiten dabei sowohl den traditionellen Naturschutz im „Altreich“ und die Landesgestaltung im Osten, betonen dabei aber recht selten die Zusammenhänge dieser beiden Ansätze oder die Rückwirkung der östlichen Landesplanung auf den Westen. Neben einigen Sammelbänden[3] zum Thema, gibt es auch grundlegende Monographien, wobei jene von Frank Uekötter, Thomas Lekan und der schon etwas ältere dritte Band aus Die Liebe zur Landschaft von Gert Gröning und Joachim Wolschke-Bulmahn von Bedeutung sind.[4] Einen umfassenden Literaturbericht zu diesem Themenkomplex liefert ebenfalls Frank Uekötter.[5]

Als Quellenbasis wurden für die vorliegende Arbeit einschlägige Äußerungen der Hauptverantwortlichen herangezogen, wie sie in Zeitschriften (z.B. Neues Bauerntum) oder Sammelbänden zugänglich sind. Eine bedeutende Quelle sei an dieser Stelle gesondert genannt: Es handelt sich hierbei um die von Erhard Mäding verfassten Regeln für die Gestaltung der Landschaft, die auch die allgemeine Anordnung 20/VI/42 enthält und damit wesentliche Aussagen über die Landschaftsplanung in den Ostgebieten trifft.[6]

1 Euphorie und Ernüchterung – Das Reichsnaturschutzgesetz und seine Umsetzung

Es gehört inzwischen zum Allgemeingut in der Forschung zur Geschichte des deutschen Naturschutzes, dass sich bei den Naturschützern nach anfänglicher Begeisterung für die Weimarer Verfassung – immerhin wurde in ihr nach § 150 der Schutz der Natur, der Tiere und der Pflanzen verankert – zunehmend Ernüchterung einstellte.[7] In den ihren Augen waren vor allem das schwerfällige parlamentarische System und zu stark ausgeprägte föderale Strukturen dafür verantwortlich.[8] Hinzu traten allerdings auch zunehmend xenophobische und antisemitische Affekte, die mit dem Heimatbegriff verbunden wurden. So stieg die Attraktivität eines zentralistisch geführten Deutschlands durch die NSDAP für den Naturschutz im erheblich Maße und veranlasste einem ihrer prominentesten Vertreter, Walter Schoenichen, seit 1922 Leiter der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege,[9] schon im November 1932 zu einem Parteibeitritt. Nicht zuletzt die von Walther Darré entwickelte „Blut-und-Boden“-Ideologie versprach dem Naturschutz eine aussichtsreiche Zukunft, vermittelte diese doch den Eindruck einer Rückwendung zu traditionellen Anbaumethoden frei von moderner, umweltschädlicher Technik.[10]

So überrascht es auch wenig, dass die Machtübernahme von weiten Teilen des deutschen Naturschutzes begrüßt wurde, wenn auch nicht überall in den euphorischen Tönen eines Walter Schoenichen, der darin die „Rückkehr zu den urtümlichen Kräften von Blut und Boden“ erkannte.[11] Dennoch bilden die ersten beiden Jahre des Nationalsozialismus für den Naturschutz eine Zeit der Orientierungslosigkeit und Unsicherheit: Vor allem die intensiven Eingriffe in die Landschaft durch den Reichsarbeitsdienst (RAD) stellten eine deutliche Bedrohung für die Arbeit des Naturschutzes dar.[12] 1934 wurde zudem auch noch von Darré eine „Erzeugnungsschlacht“ zur Steigerung der landwirtschaftlichen Erträge ausgerufen, in der verstärkte Melioration und Ödlandkultivierung gefordert wurde.[13] Als Reaktion darauf erstellten zahlreiche Heimatschutzvereine sogenannte „noli-tangere“-Karten, die Gebiete verzeichneten, die aus Sicht des Naturschutzes bedeutend waren und daher vor menschlichen Eingriffen geschützt werden sollten. Diese Karten allerdings spiegelten eher ein Wunschdenken, als dass sie von der Wirtschaft tatsächlich berücksichtigt wurden.[14] So verwundert es kaum, dass sich der Naturschutz vom neuen Regime nach den ersten beiden Jahren zunehmend enttäuscht zeigte.[15] Unterdessen spielte sich auf Reichsebene von der Öffentlichkeit unbemerkt ein Kompetenzstreit zwischen dem Reichserziehungsministerium und dem Reichinnenministerium ab, in dem es um die Frage nach der Zuständigkeit bei der Verabschiedung eines Naturschutzgesetzes ging. Tatsächlich ging aus diesem Streit ein Dritter als Sieger hervor: Im April 1935 ergriff Hermann Göring persönlich die Initiative und beanspruchte für sein Reichforstamt die Führungsrolle im deutschen Naturschutz, womit sich dieser dann tatsächlich auch durchsetzen konnte.[16] Nach dem am 26. Juni 1935 verabschiedeten Reichnaturschutzgesetz wurde der schon im frühen Heimatschutz um 1900 entwickelte dualistische Ansatz zwischen staatlichen Behörden und beratenden (meist ehrenamtlichen) Naturschutzstellen verankert. Die oberste Behörde auf Reichsebene war dabei das Reichsforstamt; ihm zur Seite gestellt wurde die Reichsstelle für Naturschutz, die als Rechtsnachfolgerin direkt aus der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege hervorging (§ 8 Abs. 3) und mit ihrem Leiter Walter Schoenichen sogar personelle Kontinuität bewahren konnte.

Als „Vater“ des Reichnaturschutzgesetzes gilt Hans Klose (1880-1963), der schon zu Beginn des NS-Regimes Zugang zu Hermann Göring fand und von diesen mit der Ausarbeitung des Gesetzes beauftragt wurde. Dieser sah im staatlich Naturschutz auch eine sozialpolitische Aufgabe, was sich im Schlusssatz der Präambel deutlich zeigt: „Die deutsche Reichsregierung sieht es als ihre Pflicht an, auch dem ärmsten Volksgenossen seinen Anteil an deutscher Naturschönheit zu sichern.“[17] Damit hatte sich nach langem Warten und zahlreichen Rückschlägen im Kaiserreich, der Weimarer Republik und den Anfangsjahren des Nationalsozialismus endlich der Wunsch der Naturschützer nach einer reichseinheitlichen Gesetzesgrundlage erfüllt. Entsprechend hoch war auch die Euphorie über diese „Magna Charta des deutschen Naturschutzes“,[18] mit der die „unbiologische Zeit“[19] nun endlich überwunden war. Auch auf den unteren Ebenen wurde mit lobenden Worten über diesen Fortschritt nicht gespart. So sprach Oskar Karpa, verantwortlich für den Naturschutz in den Rheinprovinzen zwischen 1933 und 1935 von einem Meilenstein nicht nur für die Entwicklung der deutschen Heimatschutz-Ideale, sondern auch für die schrittweise Verwirklichung eines nationalsozialistischen Kulturprogramms.[20] Und auch der sächsische Ministerialrat Dr. Graf Vitztum von Eckstädt sieht in dem Gesetz den Willen des Führers, „daß wir Deutschen einschließlich des ärmsten unserer Volksgenossen als ein seelisch starkes, innerlich gesundes Volk auf schönem Grunde stehen […]“.[21]

Sicherlich gab es eine ganze Reihe von Gründen für die anfängliche Euphorie, die drei wichtigsten seien an dieser Stelle kurz erläutert: Wie bereits erwähnt, wurde durch das Reichnaturschutzgesetz der Landschaftsschutz reichsweit kodifiziert und verankert. Damit wurde nicht nur eine Grundlage für die (auch strafrechtliche) Durchsetzung des Naturschutzes geschaffen, sondern wurden damit ebenso die Hoffnungen verbunden, dass die Ziele des Naturschutzes nun endlich Eingang in die breite Öffentlichkeit finden würden. Der rechtlichen Verankerung sollte nach Ansicht der Naturschützer eine gesellschaftliche Verankerung folgen. Dies wird schon in der Präambel des Gesetzestextes deutlich, wenn davon die Rede ist, dass „erst die Umgestaltung des deutschen Menschen […] die Vorbedingungen für wirksamen Naturschutz“[22] geschaffen hätte. Auch an anderer Stelle wurde betont, dass der Naturschutz nun als gleichberechtigter Partner neben anderen „völkischen Gestaltungsaufgaben“ getreten sei.[23] Damit klingt bereits ein Aspekt an, der in der Geschichte des Umweltschutzes in Deutschland als Novum angesehen werden muss: Das Reichnaturschutzgesetz bietet nun erstmals die Möglichkeit nach reichseinheitlichen Kriterien Naturschutzgebiete auszuweisen und damit unter besonderen Schutz zu stellen.[24] Damit wurde eine Wende vollzogen von einem Naturdenkmalschutz, der nur einzelne Naturzeugnisse und deren unmittelbare Umgebung vor menschlichen Eingriffen abschotten wollte und besonders prominent von Walter Schoenichen vertreten wurde, hin zu einem ganzheitlichen Landschaftsschutz, in dem zwar weite Teile der Natur geschützt wurden, aber menschliche Eingriffe nicht vollkommen verboten wurden. Vielmehr sollte die Landschaft im Einklang von Ökologie und Ökonomie weiterhin bewirtschaftet werden. Dieser gestaltende Aspekt des Naturschutzes wurde u.a. von Hans Klose vertreten, weshalb dieser und Schoenichen in der Forschung auch als „Antipoden“ charakterisiert werden.[25] Nicht zuletzt wurde das Gesetz auch deshalb als gesellschaftliche Aufwertung des Naturschutzes empfunden, weil mit Göring sich die Führungselite selbst der Sache angenommen hatte. Zusätzlich gelang es dem staatlichen Naturschutz im Laufe seiner Arbeit auch wichtige und prominente Partner für sich zu gewinnen, wie zum Beispiel zahlreiche Gauleiter, hohe Militärs oder auch die Berliner Börsenzeitung.[26]

Als besondere „Errungenschaft“[27] des Reichsnaturschutzgesetzes wurde der § 24 hervorgehoben. Darin heißt es unter der Überschrift „Entschädigungslose Rechtsbeschränkung“: „Rechtmäßige Maßnahmen, die aufgrund dieses Gesetzes und der dazu erlassenen Überleitungs-, Durchführungs- und Ergänzungsvorschriften getroffen werden, begründen kein Anspruch auf Entschädigung.“[28] Dies hieß nichts anderes, als dass Grundbesitzer, deren Besitz in ein Naturschutzgebiet umgewandelt werden sollte, entschädigungslos enteignet werden konnte. Durch das Gesetz wurden jegliche Rechtansprüche des ursprünglichen Eigentümers ausgeschlossen. Diese Wendung bedeutete aber nicht nur eine Beschleunigung des bürokratischen Verfahrens, sondern muss auch unter ideologischen Gesichtspunkten verstanden werden: Die nationalsozialistische Kritik am ‚Weimarer System‘ beruhte vor allem auf dem individualistischen Kapitalismus, dem die Nazis ihre ‚Volksgemeinschaft‘ gegenüberstellen wollten. Vor diesem Hintergrund wurde schon 1920 im Parteiprogramm der NSDAP im Punkt 24 die Gemeinnutz vor Eigennutz -Devise aufgestellt, nach der individuelle Profitbestrebungen hinter den Ansprüchen der Gemeinschaft zurückbleibt. Naturschutz als Aufgabe der Volksgemeinschaft wird daher schon im ersten Satz der Präambel deutlich, in dem es heißt, dass „Wald und Feld des deutschen Volkes Sehnsucht, Freude und Erholung“ wären.[29]

Im Zusammenhang mit der Aufwertung des Naturschutzes wurde auch immer wieder § 20 zitiert, der den Naturschutz auch realpolitisch an Entscheidungsprozessen beteiligen sollte indem er bestimmte, dass „[a]lle Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden verpflichtet [sind], vor Genehmigung von Maßnahmen oder Planungen, die zu wesentlichen Veränderungen der freien Landschaft führen können, die zuständigen Naturschutzbehörden rechtzeitig zu beteiligen.“[30] Nach diesem Beteiligungsparagraphen waren also vor jedem Bau- und Gestaltungsprojekt, welches das Bild der Landschaft verändern könnte, die Naturschutzbehörden zu konsultieren, welche von ihren beigeordneten Naturschutzstellen entsprechende Gutachten anforderten.[31] Erst auf Grundlage dieser Gutachten sollten die Behörden über die Durchführung der Bauanträge entscheiden – so zumindest die juristische Idealvorstellung.

Doch wie so oft in der Geschichte lagen auch im Naturschutz unter dem Nationalsozialismus Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander. Dies liegt schon allein im Gesetzestext selbst begründet: Während das Wort „rechtzeitig“ aus § 20 in der Durchführungsverordnung auf einen Zeitraum von sechs Wochen konkretisiert wurde, blieb die schwammige Formulierung der „wesentlichen Veränderung der freien Landschaft“ erhalten und konnten je nach Interessenlage verschieden ausgelegt werden. Weiter eingeschränkt wurde die Arbeit des Naturschutzes durch § 6, dass die Wehrmacht, wichtige öffentliche Verkehrsstraßen, die See- und Binnenschifffahrt als auch „lebenswichtige Wirtschaftsbetriebe“ nicht durch ihn beeinträchtigt werden dürften. Allgemein wurden diese Bestimmungen großzügig im Sinne der Wirtschaft ausgelegt, so dass Naturschützer oftmals erst von landschaftsverändernden Maßnahmen erfuhren, als es bereits zu spät für ein Eingreifen war.[32] Nicht zuletzt liegt der Grund in der häufigen Missachtung des § 20 im dualistischen System aus Behörden und beratenden Stellen, das im Gesetz selbst verankert wurde. In den Behörden wurden nämlich keine weiteren Personalstellen geschaffen, die mit erfahrenen Naturschützern hätten besetzt werden können. Vielmehr bedeutete der Naturschutz für die Behörden ein höheres Arbeitsaufkommen, welches durch das ungeprüfte ‚Durchwinken‘ von Bauprojekten zu mindern gesucht wurde. Die wirklichen Naturschützer in den beratenden Stellen (die ihr Amt neben den Beruf auf ehrenamtlicher Basis ausübten) mussten nach dem Wortlaut des Gesetzes nicht zwingend beteiligt werden. So blieb deren Begutachtung oftmals aus.

[...]


[1] Goethe 1832, V. Akt, 1. Szene.

[2] Wiepking-Jürgensmann 1942, abgedruckt in: Gröning/Wolschke-Bulmahn 1987, S. 236.

[3] Radkau/Uekötter 2002, Brüggemeier/Cioc/Zeller 2005, Frohn/Schmoll 2006.

[4] Uekötter 2006, Lekan 2004, Gröning/Wolschke-Bulmahn 1987.

[5] Uekötter 2002.

[6] Mäding 1943.

[7] Frohn 2006, S. 122-157.

[8] Das Ziel einer einheitlichen und für ganz Deutschland verbindlichen Naturgesetzgebung konnte für die Zeit der Weimarer Republik nicht verwirklicht werden. Nur in einigen Provinzen (Preußen, Bayern) wurden Naturschutzgesetze verabschiedet.

[9] Diese Stelle wurde 1906 durch Hugo Conwentz gegründet und blieb in ihrer Arbeit auf das preußische Territorium beschränkt.

[10] Frohn 2006, S. 160. Gerade in diesem Punkt erlitt der Naturschutz allerdings einen herben Rückschlag.

[11] Zitiert nach Frohn 2006, S. 160.

[12] Uekötter 2006, S. 52.

[13] Frohn 2006, S. 163.

[14] Uekötter 2006, S. 54.

[15] Frohn 2006, S. 163; Uekötter 2006, S. 61.

[16] Die komplizierte Entstehungsgeschichte des Reichnaturschutzgesetzes wurde ausführlich beschrieben bei: Frohn 2006, S. 164-168 und Uekötter 2006, S. 67-70.

[17] Reichsgesetzblatt, Nr. 68, S. 821.

[18] Klose 1937, S. 5.

[19] Klose 1937, S. 9.

[20] Lekan 2003, S. 169.

[21] Vitzthum von Eckstädt 1938, S. 91.

[22] Reichsgesetzblatt, Nr. 68, S. 821.

[23] Weber 1937, S. 41. Die weiteren „völkischen Gestaltungsaufgaben“ sind demnach: „Wehrhaftmachung Deutschlands“, Berücksichtigung der „Anforderungen des Verkehrs“, Verbesserung der „Ernährungslage Deutlands“ und die Effizienzsteigerung der „wirtschaftlichen Gesamtlage“.

[24] Uekötter 2006, S. 63f.

[25] Frohn 2006, S. 213. Klose wehrte sich heftig gegen die Forderungen der Naturdenkmalpflege: „Wir verwahren uns auch dagegen, daß man uns unterstellt, wir wollten aus der Heimatlandschaft und Heimatnatur eine Art Heimatmuseum machen […]“ Klose 1937, S. 16. Zum Aspekt der Landschaftspflege und -gestaltung vergleiche auch die folgenden Kapitel.

[26] Uekötter 2006, S. 146.

[27] Weber 1937, S. 40. Gemeint ist eine „Errungenschaft“ gegenüber den Weimarer Verhältnissen.

[28] Reichsgesetzblatt, Nr. 68, S. 825.

[29] Ebenda, S. 821.

[30] Ebenda, S. 824.

[31] Uekötter 2006, S. 64f.

[32] Ebenda, S. 140.

Details

Seiten
25
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656464945
ISBN (Buch)
9783656467953
Dateigröße
618 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v230862
Institution / Hochschule
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Note
1,0
Schlagworte
bewahren naturschutz nationalsozialismus ostgebieten‘

Autor

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