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Sauna für die Sinne. Duftreisen und Meditationszeremonien für Wärmeräume

Praxisbuch für das Arbeiten im Wellness- und Gesundheitsbereich

Fachbuch 2013 129 Seiten

Ratgeber - Gesundheit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Die Saunalandschaft der heutigen Zeit

Die Zauberwelt der Düfte
Die Geschichte
Die verschiedenen Herstellungsverfahren
Wirkung der Düfte und Öle
Düfte im Wellnessbereich
Die Duftreisen

Anfänge einer neuen Klangkultur im Wellnessbereich
Wachsendes Interesse an Klang- und Musikzeremonien

Klangschalen – die magischen Klänge aus Fernost
Klangschalen in der Sauna
Kleine Klangschalenkunde
Einsatz der Klangschalen in den Duftreisen

Meditation in der Sauna
Loslassen, entspannen, träumen
Das Geheimnis der Stille

Der Mitarbeiter- Knigge
Das Arbeiten im Dienstleistungsunternehmen
Die Präsentation und das Auftreten vor den Gästen
Die Vorstellung deiner Zeremonie
Das Lesen von Texten

Die verschiedenen Wahrnehmungsebenen
Körper, Seele, Geist
Wirkung der Düfte auf Körper, Seele und Geist- tabellarische Zuordnung der einzelnen Düfte
Tipps für Duftmischungen

Dufttücher
Die Herstellung
Wedeln

Die Schwitz- Zeremonien
Die Meditationszeremonien:
Einleitung und Rückführung in der Meditationszeremonie
Aufbau der Zeremonie
Spanischer Traum
Waldspaziergang Romantik
Waldspaziergang Frühling
Der Sommergarten
Der alte Schlossgarten
Weihnachten
Südsee
China
Japan
Indien
Romantischer Garten
Der Bergsee

Duftreisen:
Kräuter und Bäume
Lavendel: Duftreise Provence - Heitere Gelassenheit
Rezept: Lavendeltücher
Rosmarin: Duftreise durch die Kulturen
Rezept: Rosmarintee
Minze: Duftreise – Dem Himmel entgegen
Rezept: Saunasalz mit Minze
Zypresse: Duftreise- Der Baum
Das warme Fußbad
Rezept: Badeöl mit Zypresse und Rosmarin für ein entspannendes Fußbad
Wachholder, Zitrone: Duftreise – Die Kutschfahrt
Rezept: Tee mit Wachholder und Zitrone
Melisse, Minze, Lindenblüte: Duftreise Herzensfrische
Tanne – Rosmarin: Duftreise- Der kleine Weihnachtsstern
Thymian, Rosmarin, Kamille: Duftreise mit Klangschalen - Der Waldspaziergang in eine andere Zeit
Birke: Duftreise mit Musik – Die alte Ruine
Birke, Flieder, Minze: Duftreise – Ein zauberhafter Waldspaziergang (Frühling)
Kamille- Zedernholz- Lavendel: Duftreise mit Musik – Das alte Landhaus
Lindenblüte: Duftreise mit Klassischer Musik – Der Lindenbaum
Sandelholz: Duftreise mit Klangschalen- Indischer Tempel
Rezept: Ayurvedischer Gewürztee
Jasmin- Lemongras: Duftreise mit Klangschalen: Indien - Verbundenheit
Blüten und Früchte
Zitrone: Duftreise Sizilien - Leichtigkeit
Rezept: Zitronenkompressen
Sanddorn - Eukalyptus - Honig: Duftreise Nordsee - Kraft
Das Ritual mit Eukalyptuszweigen
Orange – Minze: Duftreise Orient - Sinnlichkeit
Rezepte: Orangenöl für Speisen, Orangenölkompresse für die Sauna, Orangen-Löwenzahnhonig für Einreibungen im Dampfbad
Orange- Lavendel - Sandelholz: Duftreise Meerestraum
Zitrone - Orange Rosmarin- Lavendel: Eine farbige Duftreise
Teeblüten - das exklusive Teeerleben aus Asien
Tee-Duftzeremonie
Jasmin- Grüner Tee: Duftreise mit Klangschale und Musik- China
Rose-Lavendel: Duftreise mit Musik - Der alte Park
Rose: Duftreise mit Klangschalen- Das Geheimnis der Rose
Rezepte: Rosenwasser und Rosenhonig fürs Dampfbad
Orange-Sandelholz oder Bambus- Lemongras: Duftreise mit Klangschalen- Das kleine Lächeln
Orange- Zitrone- Minze: Duftreise mit Klangschalen - Der Sonnenuntergang

Quellenangaben

Literaturverweise

Uta Karen Mempel

Einführung

Wasser, Erde, Feuer und Duft sind die tragenden Elemente in der Saunawelt. Sie sprechen mit unseren Körpern und Sinnen. In der Sauna selbst findet eine unmittelbare Begegnung in gänzlicher Blöße statt, in der sich der Manager nicht mehr vom Schlachter nebenan unterscheiden lässt. Und sie kommen und haben Wünsche, die da heißen: Geselligkeit, Ruhe, Stress abbauen und das körperliche Wohlbefinden steigern. Sie erscheinen allein, zu zweit und in Gruppen um in der Hitze der glühenden Kohlen in einer einzigartigen Gemeinschaft eines zu tun: zu schwitzen!

Nun verändert sich das Wesen der Wellnesswelt immer mehr zu großen Wohlfühloasen. Aus kleinen heimeligen Anlagen mit zwei kleinen Saunen und einem Dampfbad sind riesige Tempel entstanden, die keine Wünsche mehr offen lassen.

Mottotage, Events und Saunanächte dominieren im Wettbewerb um die Besucher. Lange Zeit ging der Trend zu Poolpartys mit Livebands und Feuershows, heißen Aufgüssen mit Eimerweise Eis und tanzenden Saunameistern auf den Bänken, die die Gäste bei heißer Musik bis zum Ultimo anfachten, bis diese wie Hummer im heißen Wasser vor sich hinsieden. Sogar Bacardipartys und Textilsauna, Housemusic und tanzende Gogo Girls fanden ihren Einzug in die Tempelanlagen.

Und doch schleicht sich langsam und leise ein neuer Trend in die Wellnesswelt:

Chill Out und Stille Nächte, Kerzenschimmer und sanfte Düfte wehen durch die Anlagen. Der gesundheitliche Aspekt rückt wieder in den Vordergrund. Prävention ist das neue Schlagwort, das dem Gast ein neues Bewusstsein für die Harmonie von Körper, Geist und Seele geben soll. Und so entstehen Zeremonien, die auf sanfte, aber kraftvolle Art und Weise die Sinne ansprechen und ein Schwitzerlebnis ermöglicht, was nicht nur den Körper, sondern auch die inneren, eher subtilen Wahrnehmungsebenen berührt. Ein Erleben, das sensibilisiert und das eigene Körper- und Gesundheitsbewusstsein schult.

In diesem Zusammenhang sind nun auch die Zeremonien dieses Buches entstanden.

Die neuen Zeremonien für die Sinne bieten dem Gast ein ganzheitliches Erleben der Elemente Feuer, Wasser, Erde und Duft. Zusammen mit Klängen und Musik werden über die auditive Wahrnehmung die auch Gefühle angesprochen und harmonisiert und wie auch beim Duft und ein unmittelbares Erleben ermöglicht.

Die kleinen Geschichten rund um den Duft helfen, eine mentale Ausrichtung auf die Wirkung und Charakteristika des Duftes zu erreichen, wodurch dieser viel bewusster wahrgenommen wird und somit seine innewohnenden Heilkräfte viel besser entfalten kann.

Zusammen mit kleinen Aufmerksamkeiten, wie passendes Obst, Duftölkompressen oder speziellen Einreibungen werden die Zeremonien abgerundet und zu einem besonderen Verwöhnprogramm für die Gäste.

Durch das Praktizieren in den sanften Saunen (bis 80Grad) werden Menschen angesprochen, die heiße Aufgüsse nicht so gerne mögen und ihnen ein alternatives Programm geboten, das dem normalen Aufgussprogramm in nichts nachsteht.

Somit kann das hiesige Saunakonzept der Kundengewinnung, aber auch der Entzerrung auf Eventtagen dienen. Es kann Saunen beleben, die eher am Rande stehen und kleinen Betrieben zu besonderen Schmankerln und Exklusivität für ihre Gäste verhelfen.

Die Zeremonien sind wie kleine Bühnenauftritte. Wie auch im Theaterwesen sollten sie zuvor und einstudiert und geübt werden. Je nach Saunaanlage können sie natürlich auch abgeändert und den jeweiligen Verhältnissen, wie auch der Persönlichkeit des jeweiligen Akteurs angepasst werden.

Die Saunalandschaft der heutigen Zeit

Im Bestreben, dem Menschen eine ganzheitlich ausgerichtete Erholungsoase zu ermöglichen, hat es in den vergangenen Jahren viele Veränderungen im Saunawesen gegeben. Der Gast einer Wellnessanlage findet dort eine zahlreiche Auswahl an Erholungsmöglichkeiten rund um die Elemente Wasser und Feuer. Die Vielfalt ist so groß wie nie zuvor. Die Auswahl reicht von Heiß- und Warmluftbädern über Dampfräume bis zu unterschiedlich temperierten stillen oder bewegten Wasserbädern. Dabei werden sowohl Anleihen an unterschiedliche Kulturkreise gemacht als auch auf historische Vorbilder zurückgegriffen. Im Folgenden werden nun die verschiedenen Varianten der heutigen Schwitzkabinen aufgeführt. Viele der hier im Buch aufgeführten Rituale und Zeremonien lassen sich darin umsetzen. Je nach Betrieb, wird der Einzelne die passende Kabine für seine Zeremonie dabei finden. Die folgende Beschreibung ist der Seite des deutschen Saunabundes entnommen.

Heißluft-, Warmluft- und Dampfräume

Seit mehr als 10.000 Jahren nutzt der Mensch mehr oder weniger stark erwärmte Luft zur Körpererwärmung und –reinigung, zu rituellen Zwecken sowie aus prophylaktischen und therapeutischen Gründen. Die baugeschichtliche Entwicklung der Badeeinrichtungen verlief dabei nicht linear. In frühgeschichtlicher Zeit bestanden die Bademöglichkeiten auf der nördlichen Welthalbkugel aus bedeckten Erdgruben und Schwitzzelten. In der Antike sowie in mittel- und südamerikanischen Hochkulturen wurden die dann gemauerten Baderäume architektonisch aufwändig gestaltet und mit anspruchsvollen Heizsystemen versehen.

Dieser hohe Entwicklungsstand konnte allerdings nicht bis in unser Mittelalter gehalten werden. In Mitteleuropa wurden zu dieser Zeit die Baderäume wieder in einfacher Holzbauweise errichtet. Erst in jüngerer Vergangenheit – unterbrochen durch die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges – entwickelte sich dann wieder ein gestalterisch und technisch hoch stehendes Badewesen.

Klimatisch unterscheiden sich die Luftbäderarten durch verschiedene Raumtemperaturen und den variierenden Feuchtegehalt. Dabei können die Bäderarten rückblickend in die Historie klimatisch nicht immer scharf getrennt werden. Fast immer werden die Bäder jedoch im thermischen Wechsel mit Kaltwasseranwendungen durchgeführt.

Die Schwitzbäder, auch Luftbäder genannt, werden in drei Kategorien eingeteilt:

Heißlufträume (geringe Feuchte)

Warmlufträume (mittlere Feuchte)

Dampfräume (hohe Feuchte) Quellenangabe:: www.saunaindeutschland.com

Die Zauberwelt der Düfte

Du gelangst in einen Raum – und bleibst stehen. Es ist etwas in der Luft, was dich begrüßt und innehalten lässt. Ein Duft – er spricht mit dir, ohne ein Wort sagen zu müssen. Er trägt seine Botschaft zu dir, ohne dich zu fragen. Er ist einfach da – unmittelbar in diesem Augenblick.

Seit Menschengedenken gibt es ihn: Den Duft. Wohlriechend oder stinkend empfängt er uns und wir können uns ihm nicht entziehen. Während wir Augen, Mund, Ohren verschließen können, die Haut mit Kleidung bedecken – unsere Nase verträgt es nicht allzu lange geschlossen zu sein.

Und so kann ein Duft Erinnerungen wecken, uns stimulieren, beruhigen oder auch sinnlich berühren. Er kann uns einen klaren Geist schenken, nach innen führen oder auch uns mit unserem Partner oder der Natur verbinden. Und wehe, wir können ihn (unser Gegenüber) nicht riechen...

In der hiesigen Wellnesswelt bekommt der Duft eine immer mehr tragende Rolle. Ist doch das alte Wissen um die Aromatherapie immer mehr gegenwärtig und integraler Bestandteil der Wellnessanwendungen geworden.

Um das Bewusstsein für das Wesen des Duftes noch weiter zu stärken und seine heilsamen Wirkungen auf Körper, Geist und Seele für die Gesundheit der Gäste noch effizienter zu nutzen, ist es gut, einiges darüber zu wissen.

Die Geschichte

Man sagt, dass schon ca. 3000 vor Christus die ersten Pflanzen für Heilzwecke destilliert wurden. In den kulturellen Hochburgen Ägypten oder auch dem Morgenland gibt es zahlreiche Geschichten und Überlieferungen rund um den Einsatz von Düften. Vor allem für rituelle Zwecke, aber auch Heilungszeremonien wurden sie als Räucherwerk verwendet. Man sagt, schon damals nahm man die Pfefferminze, um Krankenräume zu reinigen.

Die Heilkunde um die Wirksamkeit von Kräutern wurde später u.a. von Hildegart von Bingen weiterentwickelt. Ihre Visionen und Tinkturen sind heute im Heilwesen wieder in aller Munde. In den französischen Höfen wurden Parfums oft verwendet, um unangenehme Gerüche zu überdecken. Man sagt, dass auch die eine oder andere Krankheit dadurch vom Hofe fernblieb.

Welch seltsame, interessante Mischungen dabei an die menschliche Nase traten, lassen sich nur erahnen...

Das alte Heilwissen verschwand in den dunklen Katakomben der Hexenverfolgung. Vieles wurde nur noch hinter vorgehaltener Hand weitergetragen. Doch wie so vieles, was wertvoll für den Menschen ist, überlebte es. Und als wenn eine schützende Hand es trägt, so wird es doch wieder offenbart, wenn es an der Zeit dafür ist. Und so passierte es im Juli 1910. René-Maurice Gattefossé, einem französischen Chemiker für Kosmetika und Parfümeur, ereilte in seinem Labor ein Unfall, der ihn zum Vater der Aromatherapie machte. In seinem Labor gab es eine Explosion, bei der er sich seine Hände und seine Kopfhaut verbrannte. Als er seine verbrannten Hautstellen mit Lavendel einrieb, geschah Unglaubliches: Sie verheilten, ohne Narben zu überlassen. Das weckte den Forschergeist erneut und die Aromatherapie wurde ein wesentlicher Bestandteil der heutigen Heilkunde.

Die verschiedenen Herstellungsverfahren

Es gibt verschiedene, teilweise aus dem Altertum überlieferte und auch neuzeitliche Verfahren, den Pflanzen das ätherische Öl zu entziehen: Die Kaltpressung, die Wasserdampfdestillation, die Extraktion, nur noch in Ausnahmefällen die Enfleurage sowie die neue und etwas teure Extraktion mit überkritischem Kohlendioxid.

Wirkung der Düfte und Öle

Düfte wirken ganzheitlich auf Körper, Geist und Seele. Sie lassen sich innerlich, als auch äußerlich anwenden. Sie sprechen unmittelbar durch ihren Duft mit unserer Seele und ihr innewohnender Geist berührt unsere tieferen Wahrnehmungsebenen.

Je nach persönlicher Stimmung mögen wir einen Duft mehr und den anderen weniger. So gibt es auch in der Saunawelt die „Schwarz- Weiß“ Düfte. Diese werden geliebt oder gemieden. Dazu gehören z.B. Lavendel, Rose oder auch Jasmin. Von so abenteuerlichen Aufgussmitteln, wie Zwiebel oder Knoblauch nehmen wir mal bewusst Abstand.

Düfte im Wellnessbereich

Die verschiedenen Düfte werden vor allem äußerlich im Wellnessbereich eingesetzt.

Die innere Einnahme von Ölen sind individuelle Behandlungsformen, die einem Heilpraktiker oder Arzt bedürfen.

Im Wellnessbereich berühren die Öle vor allem die Haut und natürlich durch das Riechen die Atemwege. Hinzu kommt ihr innewohnender Geist, der die Seele berührt und somit Empfindungen von Wohlgefühl oder auch Erinnerungen auslöst.

Basierend auf diese Komponenten tragen sie gezielt eingesetzt maßgeblich zum Wohl der Gäste bei.

Jedoch darf ihre Wirkung nicht unterschätzt werden. So ist ein Minz- oder Eukalyptusduft im Dampfbad deutlich in den Atemwegen spürbar. Ein Zuviel kann Hustenreize auslösen oder ein unangenehmes Kältegefühl bis hin zu einem Schmerz in den Bronchien verursachen. In Salzpeelings verwendet lassen diese Öle zusätzlich einen kühlen Effekt auf der Haut entstehen, was die Wahrnehmung für die natürliche Körper- Schwitzgrenze verzerren kann und somit der Körper länger in der heißen Sauna verweilen kann, was jedoch nicht die innere Erhitzung unterbindet.

Ein Zitronenduft klärt den Geist und weckt oft ein freudiges Gefühl. Er wird sehr gern im Dampfbad angewendet, da er sehr schön als Raumluftreiniger einsetzbar ist. Andere Düfte haben hingegen seine sehr sinnliche Wirkung, wie z.B. ein Rosenöl im Salzpeeling, was grade bei Frauen sehr beliebt ist und Einsatz bei Frauentagen findet.

In den Massagebereichen wird mit Aromaölen gearbeitet und somit die Haut verwöhnt. Wichtig jedoch, die Anwendung der ätherischen Öle ersetzt keinen Arzt oder Heilpraktiker. Auch können bestimmte Öle allergische Reaktionen hervorrufen oder sind z.B. bei Schwangerschaft nicht zu empfehlen.

Auch hier gilt, wie bei so vielem im Leben: Den richtigen Riecher zu haben.

Weiterführende Literatur:

Himmlische Düfte – das große Buch der Aromatherapie

Susanne Fischer-Rizzi, erschienen im AT Verlag

Die Duftreisen

Die Absicht von Duftreisen ist es, den Zuhörern mittels beschriebener Bilder in Geschichtenform und ausgesuchten Düften angenehme Assoziationen zu geben. Dabei steht das Wesen des Duftes im Mittelpunkt und seine ganzheitliche Wirkung wird durch die mentale Ausrichtung auf die zum Duft passende Geschichte verstärkt und somit ein spürbares Erlebnis für den Zuhörer. Die Düfte sind dabei so ausgesucht, dass sie sich in ihrer Wirkungsweise auf Körper, Geist und Seele ergänzen.

Hierbei spielen der Stimmklang und der Vortrag des Akteurs eine wesentliche Rolle. Seine innere und äußere Haltung, als auch eigene Stimmung spiegeln sich in den Worten wieder und werden, gerade durch die sensibilisierte Wahrnehmung der Gäste sofort gespürt.

Dabei werden oft statt eines Aufgusses, Dufttücher verwendet, mit denen Düfte der Geschichte den Gästen zugewedelt werden. Diese Zeremonien dauern daher etwas länger (ca. 10-15 Minuten) und sind sehr gut für Wärmeräume mit geringeren Temperaturen geeignet.

Anfänge einer neuen Klangkultur

Mit dem Wachsen der Ansprüche im Sauna- und Wellnessbereich haben auch in musikalischer Hinsicht wichtige Veränderungen stattgefunden. Mittlerweile lassen Live-Performances das Vogelgezwitscher aus dem Saunalautsprecher in den Hintergrund treten. Neben fetzigen Musikaufgüssen mit lautstarken Saunachören und dazu tanzendem Aufgusspersonal haben sich Meditationszeremonien mit speziell ausgesuchter Entspannungsmusik herausgebildet. Immer häufiger werden Künstlergruppen engagiert, die zur musikalischen Unterhaltung beitragen. Auf diese Weise ist schon manche Band zu einem festen Vertrag gekommen. Des Weiteren tritt der schon lange bekannte heilsame und harmonisierende Aspekt klassischer Musik- vor allem von Mozart und Schubert- aber auch von Ravel und Debussy, in den Vordergrund. So gab es schon besondere Events, in denen ein klassisches Orchester live spielte und über Lautsprecher in die Saunaräume übertragen wurde. Auf diese Weise bildet sich seit einigen Jahren eine neue Klangkultur heraus.

Dem Harmoniebedürfnis von Körper, Geist und Seele entsprechend, kommen immer öfter Klang- und Naturtoninstrumente aus aller Welt in den Schwitz- und Ruheräumen oder für Sole – und Entspannungsbecken zum Einsatz. Die moderne Technik ermöglicht es mittlerweile, Livedarbietungen am Beckenrand aber auch unter Wasser zu lauschen, während der Körper sich treiben lässt. In der Saunawelt gibt es Schwitzräume, die mit dem Know-how der Tontechnik eine besondere Akustik bieten und speziell für Klangperfomances konstruiert wurden. Eine weitere Besonderheit sind Klangschwingungen, die per CD auf das Saunaholz übertragen werden und damit musikalische Erleben ermöglichen.

Eine andere Neuheit sind Schwingungstransformer, die Musik von CDs auf das Saunaholz übertragen und somit ein anderes ganzheitliches Musikerleben ermöglichen.

Wachsendes Interesse an Klang- und Musikzeremonien

Klang selbst ist etwas sehr Ursprüngliches. Erst der kreative Geist des Menschen bringt ihn in die Form, die man als Musik bezeichnet. In allen Kulturen entstanden Instrumente, die eines verbindet: die innewohnende Kraft, die „das Ursprüngliche“ wieder fühlen und spüren lässt.

Dazu gehören etwa das erdige australische Didgeridoo, die rituelle afrikanische Djembe, die meditativen tibetischen Klangschalen, schwingungsreiche chinesische Gongs, indianische Regenmacher aus Chile und natürlich - die menschliche Stimme.

So entstehen immer mehr Klang- Zeremonien, in denen diese Instrumente eingesetzt werden. Die ersten CDs sind auf dem Markt erhältlich. Traditionelle Lieder und „Chants“, so genannte Mantren und rituelle Lieder verbinden sich mit den Klanginstrumenten zu natürlichen Musikwelten, die viele Gäste berühren und den Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen. Das oftmals einfache Handling ist auch den Mitarbeitern nicht verborgen geblieben und so gibt es mittlerweile immer mehr kreatives Personal, das mit diesen Instrumenten in der Sauna experimentiert und großes Interesse an anspruchsvollen Klangzeremonien zeigt.

Im folgenden Kapitel werden nun viele neue Zeremonien aufgezeigt, die einladen, Duft, Klang, Worte und Musik als berührende Einheit zu erleben.

Klangschalen – die magischen Klänge aus Fernost

In einigen Duftreisen sind die Klänge von Klangschalen ein wichtiger Bestandteil. Sie unterstützen dabei die Entspannung und sprechen dabei weitere Sinne an, durch die ein berührendes Erleben ermöglicht wird.

Klangschalen in der Sauna

Die tibetischen Klangschalen versprechen: Klang und Schwingung entsprechen Entspannung und sinnliches Erleben. Ihr Vorteil ist, dass man keine musikalische Ausbildung benötigt, um ihren Gebrauch zu erlernen. Eine gute Schulung und ein hochwertige Ausstattung können der Sauna- und Wellnessanlage aber Wettbewerbsvorteile verschaffen. Die Eigenschaften der Klangschale sind: Schwingung, ein langanhaltender Klang und viele Obertöne.

Beim Spielen der Klangschale entsteht eine Vibration in der Schale. Diese Schwingungen werden durch das Einfüllen von Wasser sichtbar und können bei der so genannten Klangschalen - Massage in der Einzelbehandlung zur Harmonisierung und Entspannung beitragen.

Die Schwingung ist in Resonanz mit dem Körper, der nichts anderes als Schwingung darstellt. Jede Zelle im Körper „schwingt“. Auch wenn wie in der Sauna kein unmittelbarer Kontakt zwischen Schale und Körper stattfindet, nimmt der Körper doch die Schwingungen wahr. Die Haut, das größte Sinnesorgan nimmt sie auf und reagiert darauf, indem die Rezeptoren unter der Haut angesprochen werden. Schwingungen gelangen auch in den Körper, wo sie den Flüssigkeitshaushalt ganz sanft in Bewegung setzen. Die Kombination mit dem Faktor Wärme führt bei vielen Teilnehmern nach deren Empfinden zu einem schnelleren Schwitzen und intensiviert damit den körperlichen Reinigungsprozess.

Ein weiterer Aspekt ist die meditative Grundhaltung während der Klangschalenzeremonie. Zahlreiche Erfahrungen mit Meditationsaufgüssen haben gezeigt, dass Stille und Meditation den Schwitzprozess positiv unterstützen können. Durch das „In-Sich-Kehren“ scheint sich der Körper zu öffnen: er ist bereit „loszulassen“ während die Aufmerksamkeit sich auf die wohltuenden Klänge und Musik konzentriert. Dadurch wird ein Entspannungszustand, der so genannte Alphazustand, erreicht und auch dem Geist eine Auszeit ermöglicht.

Klänge und Musik können „Ebenen“ im Menschen ansprechen, die man mit Worten nicht beschreiben kann, sondern nur durch das Fühlen erfahrbar werden. Mit sich selbst in Ein-Klang kommen - dabei kann die Klangschale helfen. Mit der Aufmerksamkeit auf den langanhaltenden Klang - bis zu 60 Sekunden je nach Schalengröße - können viele Menschen schnell in eine meditative Haltung gelangen. Im Zusammenspiel verschiedener, aufeinander abgestimmter Schalen entsteht eine besondere Harmonie im (Sauna-)Raum.

Das offene Geheimnis der Obertöne

Mitarbeiter in den Sauna- und Wellnessanlagen können noch eine andere faszinierende Erfahrung machen: Die Klangschalen machen ihre eigenen Stimmungen fühlbar und übertragen sie auf die Gäste. Dadurch können sie lernen, persönliche „Verstimmungen“ besser zu kontrollieren. Sie erkennen, wie wichtig die eigene innere Haltung ist. Erklärbar wird dies durch die Eigenschaft der Obertöne: Klangschwingungen, die normalerweise nicht bewusst wahrgenommen werden: Die Stimme, das Klavier, die Geige sind natürliche Instrumente, die im Gegensatz zu elektronischen Instrumentarium einen „beseelten“ Klangcharakter haben. Die Ursache dafür sind die Obertöne, die in jedem Ton mitschwingen. Diese lassen sich mathematisch berechnen. Klangforscher haben festgestellt, dass die Obertöne den geistigen Aspekt des Klanges ausmachen. In vielen Kulturen werden deshalb Obertongesänge zu heilsamen Ritualen eingesetzt.

Bei den Klangschalen oder auch Gongs werden diese Obertöne hörbar und lassen so ein besonderes Klangspektrum entstehen.

Kleine Klangschalenkunde

Auf der ganzen Welt findet man über 40 verschiedene Klangschalenarten.

Angefangen bei zerbrechlichen Glas-Klangschalen (sogenannten Kristallklangschalen) aus Amerika, die uns mit ihrem sehr intensiven durchdringenden Klang an eine Glasharfe mit besonderer Intensität erinnert, finden wir sie vor allem aber im asiatischen Raum.

In China bekommt man maschinell hergestellte, gedrehte und gegossene Klangschalen in allen Größen. Sie haben einen sehr klaren Klang und werden vor allem zu Ritualzwecken eingesetzt.

In Indien hingegen finden wir, neben gedrehten Klangschalen - sogenannten Gebetsschalen- die berühmten handgetriebenen tibetischen Klangschalen. Uralte Herstellungsverfahren, die über Generationen in den Familien weitergegeben werden liegen der schweißtreibenden Arbeit zugrunde. Der Name der Klangschalen richtet sich nach dem Gebiet, in dem sie hergestellt werden. Und hierbei ist es vor allem die Form, die besonders auffällt.

So kommen zum Beispiel die Assam- Klangschalen mit dem sehr ausladenden Rand aus Assam. Eine weitere Form, die man finden kann sind die Orissa- Klangschalen. Diese haben einen sehr breiten Boden und einen graden, fast senkrechten Rand. Wo hingegen die Bengalen-Klangschalen, die eine schöne Rundung aufweisen, schon fast an eine Halbkugel erinnern.

Für den Einsatz in der Sauna verwenden wir sehr gut aufeinander abgestimmte Bengalen- Klangschalen, die einen etwas dickeren Rand aufweisen, da sie ein recht klares Klangverhalten haben und sich somit sehr gut miteinander zu wohltuenden Harmonien kombinieren und zusammenstellen lassen. Dabei sollte ein Fachmann zur Hilfe genommen werden, da das Zusammenstellen solcher Sets viel Erfahrung und ein entsprechendes Gehör brauchen.

Der Klöppel

Für das Anspiel der Klangschalen verwendet man sogenannte Klöppel oder Schlägel. Für die sanfte Entspannung ist dieser Klöppel mit Filz überzogen, was einen weichen, angenehmen Klang erzeugt. Die Auswahl des Klöppels ist, wie auch die Auswahl der Klangschalen elementar. Je nach Größe, Gewicht, Filzbreite und Filzdicke verändert sich der Ton. Für die Klangreisen, sowie dem Einsatz in der Sauna haben sich Filzklöppel mit einem breiten Rand bewährt. Der Filz sollte dabei eher fest, als zu weich sein.

Das Anspiel

Stelle die Klangschale auf deine flache Hand. Manche stellen sie auf die Fingerspitzen, was ich jedoch ablehne, da zu schwere Schalen die Fingergelenke belasten. Eine Klangschale wird immer am (nicht auf!) oberen Rand angespielt. Halte dazu die Klöppelfläche parallel zur Schale und spiele mit lockeren, hängenden Schultern aus dem Handgelenk. Je nach Position der Schale verändere die Haltung des Klöppels und nicht die entspannte Haltung deines Körpers.

Versuche nun verschiedene Töne der Klangschale zu entlocken.

Einsatz der Klangschalen in den Duftreisen

In den Duftreisen werden 3-4 gut abgestimmte Klangschalen auf der Saunabank platziert. Als Unterlage bietet sich ein Handtuch an, in das die Schalen auch zum Transport eingewickelt werden können, damit sie keine Risse erhalten.

Die Schalen werden dann, entsprechend der Anweisung im Text leise und ruhig gespielt. Sie bilden eine Brücke zwischen zwei Textabschnitten, bzw. einen feinen Klangteppich, der dem Text unterlegt wird und somit die Entspannung in der Duftreise sanft unterstützt.

Als kleine Spielhilfe kannst du dir dabei ein Wort mit 4 Silben, wie z.B. Re-gen-bo-gen innerlich sagen, um einen ruhigen Puls in dein Spiel zu bringen.

Lasse die Schalen dann immer nach dem Spiel von alleine ausklingen und vermeide es, den Klang durch entsprechendes Berühren zu unterbrechen.

Bei den Duftreisen mit Klangschalen empfehle ich, dass 2 Akteure Zeremonie präsentieren. Dabei wird dann aufgeteilt, wer liest, wer wedelt und wer Klangschalen spielt. Dabei kann z.B. einer sich neben die Schalen setzen und lesen und zwischendurch die Schalen spielen, während der andere die Aktion in der Sauna mit Aufgießen und Wedeln übernimmt. So wird etwaige Unruhe durch zu viele Bewegungen vermieden und jeder hat seinen Aktionsraum.

Wichtig ist der Blickkontakt! Derjenige der liest, hat die Führung, da er - wie ein Dirigent- die Partitur für die Zeremonie vor sich hat.

Als kleine Lesehilfe findest du dabei verschiedene Icons:

Alle Wedelaktionen werden durch ein Handtuch dargestellt

Alle Klangaktionen durch die Klangschale Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Weiterführende Literaturempfehlung:

Grundlagen für die Handhabung, Herkunft und Wirkung von Klangschalen, wie auch erste Anleitungen für Klangreisen

Klangschalen für Wellness und Sauna, erschienen im Traumzeit Verlag, Uta Karen Mempel und David Lindner

Des Weiteren gibt es für Klangfans das neue Werk: Klangreisen und Klangmeditationen 2012 von Uta Karen Mempel

Ein sehr ausführliches und tiefgehendes Werk mit über 50 neuen Klangreisen und vielen praktischen Übungen. Erschienen im GRIN Verlag 2012.

Meditation in der Sauna

Der Meditationsaufguss hat die Absicht, den Gast in eine angenehme, innere Stille zu führen. Im Gegensatz zur Duftreise werden nur einige wenige einführende Sätze verwendet. Diese helfen dem Zuhörer, seine innere Ausrichtung mittels einiger weniger Bilder, als auch des bewussten Atmens die Gedanken des oft gestressten Alltags in eine andere, mit angenehmen Assoziationen belegte Richtung zu lenken. Unterstützende Reize werden dabei durch ruhige, passend zur Thematik ausgesuchte Meditationsmusik, als auch durch Duftkombinationen, die sanft mit Dufthandtüchern verwedelt werden, gesetzt. Musik und Duft, zusammen mit der Wärme werden über die Sinne wahrgenommen und führen so zu einem unmittelbaren Erleben, durch das schnell eine wohltuende Entspannung erreicht werden kann.

Das Geheimnis der Stille

Bei all diesen Zeremonien hat die Stille eine besondere Bedeutung. Das Wesen dieser Stille ist nicht mit Regeln diszipliniert, sondern sie hat eine besondere Kraft: Sie entsteht aus sich heraus. Sie ist da, weil sie einem tiefen Bedürfnis entspricht, das jedem Menschen innewohnt. Sie ist auf den subtilen, nonverbalen Ebenen spürbar und liegt dabei als ein Feld in der Luft, in dem man eine Stecknadel fallen hören kann. Sie erfüllt auf eine Art und Weise, die nur erlebbar und mit Worten nur schwer zu beschreiben ist. Manch einer verwendet dabei Begriffe, wie Erhabenheit oder Vollkommenheit des Augenblicks. Es wohnt etwas Magisches in ihr, die diesen Augenblick, in dem sie entsteht, als etwas Besonderes fühlen lässt.

Der Mitarbeiter- Knigge

Der Mitarbeiter ist das wertvolle Bindeglied zwischen Betrieb und dem Gast. Seine Präsenz und Ausstrahlung trägt neben den technischen Ausrüstungen, der Hygiene und der betriebseigenen Philosophie für einen gelungenen Saunabesuch bei. Er ist das lebendige, beseelte Element, ohne das nie ein wirkliches Wohlfühlklima entstehen kann. Daher spreche ich nun im Folgenden den Mitarbeiter direkt an und verwende dabei das respektvolle DU.

Als Mitarbeiter hast du eine besondere Funktion. Sei dir bewusst, dass du mit deinem Auftreten im Wesentlichen dazu beiträgst, dass der Saunabesuch für den Gast zu einem unvergesslichen Erlebnis wird. Nicht umsonst hast du dir ausgesucht, in einem Dienstleistungsunternehmen zu Arbeiten und wie schon der Name sagt, ist darin das Dienen enthalten. Nicht jeder kann dienen. Es wird gerne falsch verstanden. Schnell kommt der Gedanke an die Küchenmagd aus dem Herrschaftshof, die dem Gutsherrn die Schuhe putzen muss und niemals aufrichtig und selbstbewusst in seine Augen schauen darf...

Stelle dir eher vor, ein würdevoller Butler zu sein. Er weiß um seine Vertrauensposition und wann er zu schweigen und wann er zu reden hat. Dabei ist er immer bemüht, den Respekt und die Würde des anderen zu wahren.

Das Arbeiten im Dienstleistungsunternehmen

Als Mitarbeiter dienst du zwei Herren: Deinem Betrieb und seiner Philosophie, sowie dem Gast und seinen persönlichen Bedürfnissen.

Während dein Bereichsleiter von dir Loyalität und kollegiales Miteinander erwartet, ist es deine Aufgabe dem Gast das Gefühl zu geben, dass er willkommen ist und du alles tust, damit er sich wohl fühlt und gerne wieder kommt.

Sei dir deiner Verantwortung bewusst. Neben den technischen und gesetzlichen Know How ist es auch an dir, Gefahren zu erkennen und zu vermeiden, dafür zu sorgen, dass der Gast sich an die Hausordnung hält und in der Not erste Hilfe zu leisten.

Auch ist es manchmal notwendig, Grenzen aufzeigen zu können. Ein Lächeln und eine sachliche Erklärung in einem freundlichen, aber klaren Ton hat schon manche Situation entschärft.

Deine Innere Haltung:

Neben dem technischen und betriebswirtschaftlichen KnowHow ist es vor allem Freude, Freude und nochmals Freude im Umgang mit den Menschen, die der Gast sofort spürt und dir unmittelbar in seinem Verhalten widerspiegelt.

Die besonderen Momente:

Die besonderen Momente finden fast immer in der Sauna statt. Das gemeinsame Schwitzen verbindet und eine gelungene Zeremonie ist ein Highlight, was ein Gast, aber auch du selbst, nicht so schnell vergisst. Und so hast du die wundervolle Aufgabe die Zeremonien in der Sauna zu gestalten, also das eigentliche Herzstück der Saunaanlage – eben die Sauna – mit berührendem Leben zu füllen.

Für die Duft- und Klangzeremonien ist diese innere freudige und herzliche Ausrichtung von besonderer Bedeutung. „Warum?“ fragst du dich vielleicht. Aber tatsächlich ist es so, dass durch den meditativen Charakter sich beim Gast die Wahrnehmung erhöht. Es ist vergleichbar mit dem Augenblick vor dem Wegdämmern im Bett, wo auf einmal der Wecker viel lauter tickt als normal. Der Gast wird sensibler und spürt vieles intensiver- auch deine persönliche Stimmung!

Die Präsentation und das Auftreten vor den Gästen

Hierfür nun ein paar Tipps, die dir auch bei der Präsentation der Duft- und Meditationszeremonien helfen soll:

- Bereite alles- wenn irgendwie möglich in Ruhe vor.
- Bei den hier aufgeführten Zeremonien brauchst du mehr Utensilien, als gewohnt.
- Kopiere dir deine Duftreise und stecke sie in eine Klarsichthülle oder laminiere sie, damit dein Schweiß nicht die Schrift unlesbar macht.
- Einige der Duftreisen lassen sich alleine machen, andere zu zweit. Übt diese zuvor ein, damit ihr ein Gefühl dafür bekommt. Das kann man gut am Morgen machen, wenn nur wenige Gäste in der Anlage sind und sie gegebenenfalls auch mit einbeziehen. So bekommt ihr sofort ein Feedback und könnt es beim nächsten Mal verbessern.
- Deine Körperhaltung ist aufrecht und offen. Verschränkte Arme, nach vorn hängende Schultern und ein gesenkter Blick signalisieren Unsicherheit, Desinteresse und Verschlossenheit. Stelle dir vor, du bist wie eine Marionette, die man an einem Faden nach oben zieht. Man sagt ja auch – da oben ist die Luft viel besser.

Die Arme, bzw. Hände kannst du mit offenen Handflächen vor dem Bauch halten oder aber hinter dem Rücken. Wenn du etwas in den Händen hast, so halte es ruhig mit einer wohlüberlegten Gestik. Wilde und unruhige Bewegungen werden durch einen Gegenstand in der Hand immer verstärkt.

Hängende Arme an den Seiten erinnern schnell an einen begossenen Pudel und nehmen dir Spannung und Würde. Die Brust ist offen, die Schultern leicht nach hinten. So zeigst du ein offenes Herz und bist selbst empfänglich.

Dein Blick ist klar und schweift über die Gäste, ohne sich dabei zu verhaften. Damit zeigst du, dass du den Überblick und alles unter Kontrolle hast. Und eines ist dabei gewiss: Ein Lächeln sagt oft mehr als tausend Worte!

- Du bist die Ruhe und die Gelassenheit! Alle Sorgen und Ängste, jedweder Stress und Angespanntheit bleibt beim Betreten der Schwitzkabine vor der Tür. Je entspannter du deine Vorbereitung für die Zeremonie machen kannst, desto leichter ist es, diese dann auch zu transportieren. Nimm dir die Zeit kurz vor Beginn, wenn die Gäste die Sauna betreten, in deine innere Ruhe zu kommen und ganz bei der anstehenden Zeremonie zu sein.
- Deine Stimme spiegelt deine Stimmung wieder. Ihr Klang, dein Stimmfluss und auch deine Wortwahl sind entscheidend, ob du die Gäste schon mit der Ansprache einfängst oder die ganze Sache als nette Anekdote empfunden wird, die keine Wiederholung braucht. Deine Aufgabe ist es, grade bei den meditativen Zeremonien Vertrauen und Sicherheit auszustrahlen.
- Sei authentisch mit dem, was du tust. Auch wenn viele Gäste sehr wohlwollend sind, so sind sie aber auch kritisch. Sie spüren, ob du hinter deiner Sache stehst, damit eins bist oder besser etwas anderes machen solltest.
- Warte mit deiner Ansprache, bis die volle Aufmerksamkeit bei dir ist.
- Sprich klar, deutlich und nicht zu schnell in den Raum. Eine klare Artikulation und bewusstes Sprechen der Konsonanten helfen dem Zuhörer, dich besser zu verstehen. Vermeide es, am Satzende Worte zu verschlucken. Bleibe während des Sprechens aufrecht und klar im Blick. Du kannst dazu mit dem Blick über die Köpfe schweifen. Vermeide den direkten Blickkontakt, außer du willst jemanden persönlich ansprechen.

Die Vorstellung deiner Zeremonie

Stelle zu Beginn der Zeremonie diese dem Gast vor. Dazu gehört:

- Begrüßung der Saunagäste
- Dein Name und der deines Partners
- Die Bezeichnung der Zeremonie ( Duftreise, Klangaufguss)
- Die charakterlichen Attribute der Zeremonie ( entspannend, unterhaltend, Stille, meditativ)
- Eine kurze Beschreibung ( Eine Traumreise rund um den Duft, oder tibetische Klangschalen zum Lauschen und Träumen)
- Die Dauer
- Der verwendete Duft
- Gesundheitliche Hinweise

Ein Beispieltext für das Präsentieren einer Duftreise:

Sehr geehrte Saunagäste. Wir freuen uns, Sie hier in der Meditationssauna zu einer besonderen Zeremonie begrüßen zu dürfen. Mein Name ist Uta Karen und ich werde dabei unterstützt von meinem Kollegen Michael. Gemeinsam werden wir in den nächsten 10-12 Minuten eine entspannende Duftreise für die Sinne machen. Eine kleine Geschichte rund um den Duft Zitrone erwartet Sie und lädt Sie ein, in seine Welt hinein zu schnuppern.

Sollten Sie dabei ein körperliches Unwohlsein empfinden, so haben sie natürlich immer die Möglichkeit sich eine Stufe tiefer zu setzen oder aber auch die Sauna zu verlassen. Wir wünschen nun eine entspannte Reise in die Welt der Zitrone.

Nach der Zeremonie

Verlasse die Sauna und warte bis die meisten Gäste dir gefolgt sind. Frage sie, ob es ihnen gefallen hat und es ihnen gut geht. Erst dann hole deine Utensilien aus der Kabine.

Das Lesen von Texten

Um einen Text sinngemäß mit allen „Sinnen“ zu erfassen, braucht der Zuhörer Zeit. Und grade in der Wärme der Sauna mehr als im Alltag. Durch die Wärme wird die aktive Gehirnhälfte, die unseren Alltag dominiert, plant, strukturiert und Zielorient arbeitet, schnell deaktiviert und der sogenannte Alphazustand tritt ein. Die andere Gehirnhälfte wird aktiv und es findet eine Angleichung beider Gehirnhälften im Kopf statt. In diesem Zustand erhöht sich die nonverbale Wahrnehmung und das unmittelbare Erleben tritt in den Vordergrund.

Dies wiederum bedeutet, dass mehr Reize auf unser Gehirn einströmen und es Zeit braucht, diese zu verarbeiten.

Damit der Zuhörer nun nicht überfordert wird, beachte folgende Regeln beim Lesen des Textes:

- Langsames, ausdrucksvolles Lesen
- Zeit zwischen den einzelnen sprachlich dargestellten Bildern im Text
- Noch mehr Zeit zwischen den Absätzen

Zwischen den Absätzen sind immer wieder Pausen eingefügt, in denen durch das Wedeln und /oder Spielen von Klängen den Zuhörern Zeit gegeben wird, dem Gehörten nachzuspüren.

Aus diesem Grund sind die Texte relativ kurz gehalten. Zuviel Text würde- ähnlich einem ewig langem, langweiligen Vortrag im Auditorium - zu einer Ermüdung führen, die der freudvollen Entspannung nicht mehr dienlich ist.

Wichtig dabei für dich als Akteur in der Sauna:

Bleibe selbst präsent. Tauche nicht ab in deine eigenen Innenwelten. Das führt unmittelbar zu einem Ausdrucksverlust deines Vortrages und es kommt nur noch die Hälfte bei den Gästen davon an.

Die verschiedenen Wahrnehmungsebenen

Im Wellnessbereich wird sehr gerne von Harmonie zwischen Körper, Geist und Seele gesprochen. Sie entsprechen unseren Wahrnehmungsebenen, die unser Leben lebendig werden lassen. Sie sind die Grundlage für die neuen Zeremonien. Durch das Ansprechen aller Ebenen gleichzeitig entsteht ein sehr intensives Erlebnis. Dies bedeutet aber auch, dass behutsam mit den angewendeten Mitteln umgegangen werden muss, da die Teilnehmer sonst schnell überfordert sind.

Das bedeutet auch hier:

Weniger ist mehr!

Der Körper

Der Körper ist das, was jeder kennt. Er ist ein vertrautes Element, mit dem sich jeder mehr oder weniger identifiziert. Er begleitet uns das ganze Leben und man sagt, es ist das Haus der Seele. Achte und pflege ihn, damit seine Seele sich darin wohlfühlt. Erkenne seinen Wert, mit dem er dir täglich dient. Ohne deinen Körper wärst du nicht in der Lage, deine Ideen in eine Form zu bringen, sie umzusetzen. Der Körper ist greifbar, er symbolisiert die Materie und das ihm entsprechende Element ist die Erde.

Der Körper wird in der Duftreise auf folgende Art und Weise angesprochen:

Die Sauna:

Die Wärme und die Feuchtigkeit in der Sauna: Sie führt zur Erhöhung der Körpertemperatur, dem Öffnen der Poren, der Aktivierung der Schwitzrezeptoren.

Musik:

Entspannende Musik wirkt unmittelbar auf der Körperebene. Der Puls wird ruhiger, die Atmung fließt gleichmäßiger. Die Gehirnhälften beginnen sich anzugleichen und die aktive, planende Gehirnhälfte gibt der emotionalen und unmittelbar erlebenden anderen Seite Raum zum Spüren und Wahrnehmen. Die Sinne werden aktiver und die Wahrnehmung verstärkt. Dieses innere Loslassen ist wie ein „Öffnen“, was sich auf der körperlichen Ebene in einem „Öffnen des Körpers“ zeigt. Der Körper kann besser loslassen und sich dem Schwitzprozess, der letztlich nichts weiter als ein Loslassen ist, sich besser hingeben. Das bedeutet, die Poren öffnen sich schneller und tiefere Schichten im Zellgewebe werden erreicht und ein intensiverer Reinigungsprozess ist die Folge.

Düfte:

Die verschiedenen Düfte haben Wirkung auf die Atemwege, als auch auf die Haut.

Es gibt Düfte, die einen sehr erdigen Charakter haben. Dazu gehören z.B. Die verschiedenen Baumdüfte, vor allem Sandelholz, Tanne, Fichte ,Zypresse

Ergänzende Produkte:

Salze, Kompressen, Honig u.ä. unterstützen zusätzlich die Hautpflege

Die Seele

Lasse das Licht der Seele leuchten - spüre und fühle. Es ist die Ebene, die wir mit Worten nicht mehr greifen können. Die Worte können uns den Weg dorthin ebnen, aber die Seele selbst ist nur über das Fühlen und Spüren wahrzunehmen. Der Versuch, Liebe zu beschreiben- macht es nur zu gut deutlich. Daran sind wir sicherlich alle schon mal gescheitert. Das Licht der Seele ist immer unmittelbar. Es kennt keine Zeit, keine Entfernung, keinen Raum. Sie ist der Teil, der immer war und immer sein wird. Sie ist das, was uns zeigt, wenn eine Berührung auf den inneren Ebenen stattfindet. Auf dem Weg zu ihr, finden wir die Blockaden, die Hindernisse, die wir aus dem Weg räumen dürfen, damit ihr Licht leuchten kann.

Letztlich bestimmen nur zwei seelische Komponenten die Handlungen und den Geist. Neale Donald Welsch hat dazu einmal einen sehr schönen Satz gesagt, den ich hier zitieren möchte: „Es gibt nur zwei Dinge, aufgrund derer wir handeln: Entweder ist es die Liebe oder die Angst.“

Die Seele wird den Elementen Wasser und Feuer zugeordnet.

Die Seele wird in den Duftreisen wie folgt angesprochen:

Text:

Durch die Vorstellung der verschiedenen Bilder, wie auch die Wortwahl, werden bestimmte Gefühle im Erinnerungszentrum unseres Gehirns ausgelöst. So öffnen die Worte die Ebenen, auf denen dann die musischen und sinnlichen Elemente tiefer eintauchen können.

Musik und Klang:

Musik wirkt immer unmittelbar. Sie löst Empfindungen aus, und kommuniziert mit der emotionalen ausgerichteten Gehirnhälfte. Sie unterstützt den Loslass-Prozess und bringt den Zuhörer in das Erleben des Augenblicks. Musik bewusst zu lauschen und zu fühlen bedeutet, ganz im Hier und Jetzt zu sein und nicht zu planen oder zu grübeln. Je nach Musik werden dabei verschiedene Gefühlsebenen angesprochen. So kann eine indianische Musik an Steppe und Weite erinnern, Meeresklänge und Möwen die Erinnerung an einen Nordseeurlaub wachrufen. Klassische Musik oder Balladen hingegen laden ein, von romantischen Stunden am Kamin oder vertrauter Zweisamkeit zu träumen.

Düfte:

Sie wirken ebenfalls unmittelbar. Die Sinne sind die Brücke zur Seele. Die Düfte bahnen sich, wie auch die Klänge auf unsichtbare Arte und Weise ihren Weg zu den tiefen Empfindungen, die mit Worten nicht mehr greifbar sind.

So gibt es auch hier Düfte, die in ihrem Wesen die Gabe haben, tiefere Gemütsschichten zu berühren. Dazu gehören die Blütendüfte, wie Rose, Jasmin, Geranie, Orchidee, aber auch Kräuter wie Lavendel, Rosmarin und Kamille.

Der Geist

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden wahr! Ein mittlerweile überall bekannter Spruch, der uns aufzeigen will, welche Kraft in den Gedanken stecken. Der Geist zeigt uns die Bilder und Visionen, er lenkt die Kommunikation und ist nicht physisch greifbar. Während der Körper an die Zeit und den irdischen Raum gebunden ist, ist der Geist frei und kann jederzeit seine Richtung und damit auch geistige Ausrichtung ändern. Er wird dem Element der Luft zugeordnet.

Der Geist wird in den Duftreisen wie folgt angesprochen:

Text:

Der Text unterstützt eine mentale Ausrichtung auf den Duft und seine Eigenschaften.. Durch das bewusste Einlassen auf die Geschichte öffnet der Geist eine innere Tür, die der Wirkung des Duftes den Zugang zu den tieferen Ebenen ermöglicht. Dadurch wird der Kopf vom Alltag abgelenkt wird und somit der Raum geschaffen wird, in denen die subtilen Schwingungen der Düfte und Klänge sich noch besser entfalten können. Das hat u.a. zur Folge, dass der Körper in einen intensiveren Reinigungsprozess gelangt,

Musik:

Beim Hören von Musik werden oftmals Erinnerungen oder auch schöne Erfahrungen wieder wach. So können Bilder entstehen, die zum Träumen einladen. Visionen oder Ideen, kreative Lösungen kommen unmittelbar. Das Loslassen der alltäglichen Gedanken schafft Raum für das, was uns die Intuition mitteilen möchte. In verschiedenen Meditationsmethoden wird immer von der Leere gesprochen. Einen Augenblick, in dem kein Gedanke uns beherrscht. Durch die Musik kann das Spüren die Aktivität der Gedanken ablösen und dieser Raum der Leere- und sei es nur für einen kleinen, kurzen Moment- entstehen. Doch reicht schon dieser kleine Moment aus, um den Kopf zu entspannen und neue Kraft zu schöpfen.

Düfte:

Es gibt Düfte, in denen eine Kopfnote vorherrscht. Dazu gehören die zitrusartige Düfte, als auch frische Düfte, wie Minze, Eukalypthus u.ä.

Wirkung der Düfte auf Körper (Basisnote), Seele (Herznote) und Geist (Kopfnote)

Tabellarische Zuordnung:

Körper(Basisnote)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Details

Seiten
129
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656480235
ISBN (Buch)
9783656480341
Dateigröße
5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v230864
Note
Schlagworte
sauna sinne duftreisen meditationszeremonien wärmeräume praxisbuch arbeiten wellness- gesundheitsbereich

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Titel: Sauna für die Sinne. Duftreisen und Meditationszeremonien für Wärmeräume