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Medienentwicklung und Medienpolitik

©2003 Seminararbeit 22 Seiten

Zusammenfassung

Schon seit einigen Jahren sind aus der Politik Schlagwörter wie „Wissensgesellschaft“, „Globalisierung“ oder „Zeitalter der totalen Kommunikation“ zu hören. Doch welche Entwicklungen verbergen sich dahinter und welche politischen oder pädagogischen Konsequenzen haben sich dadurch ergeben? Das soll in diesem Buch aufgezeigt werden.
Dafür werden zunächst die relevanten Begriffe Medium, Medien und Medienpädagogik sowie weiterführend Medienentwicklung und -politik erläutert. Insbesondere, da der Begriff „Medien“ in vielen unterschiedlichen Kontexten verwendet wird, was sich für die mit „Medien-“ zusammengesetzten Begriffe ebenso ableiten lässt.
Anschließend wird daraufhin die Entwicklung der Medien in Hinblick auf Technik, Nutzung und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Medienpädagogik skizziert.
Die Bedeutung der Medienentwicklung soll folgend auch für die Medienpolitik herausgearbeitet werden. Dazu werden gesetzliche sowie institutionelle Rahmenbedingungen der Medienpolitik dargestellt und anschließend anhand des Beispiels „Der ZDF-Fernsehrat“ für die Praxis vertieft.
Das Ausmaß der Medienentwicklung für die Medienpolitik soll schließlich durch das Beispiel der vergangenen Intendantenwahl und den damit zusammenhängenden politischen Hintergründen aufgezeigt werden.

Insbesondere durch die Praxisbeispiele soll erreicht werden, dass die Medienentwicklung und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Medienpolitik nicht nur rein wissenschaftlich betrachtet werden kann. Das vorliegende Buch soll und kann auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit in der Darstellung der Medienentwicklung und dem großen Themenkomplex der Medienpolitik besitzen.

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung
1. Begriffsdefinitionen
1.1 Medium und Medien
1.2 Medienpädagogik
2. Medienentwicklung
2.1 Technische Entwicklung und Verbreitung der Medien
2.1.1 Fernsehen und Radio
2.1.2 Print-Medien
2.1.3 Internet
2.1.4 Zusammenfassung
2.2 Konsequenzen für die Medienpädagogik
2.2.1 Heutige Anforderungen an die (Medien-)pädagogik und ihre Entwicklung
2.2.2 Die Dimensionen der Medienkompetenz
3 Medienpolitik
3.1 Allgemeine und gesetzliche Grundlagen zur Medienpolitik
3.2 Institutionalisierte Medienpolitik am Beispiel des Fernsehrates
3.3 Ausmaß von medienpolitischen Diskussionen anhand des Beispiels der Intendanten-Wahl beim ZDF
4. Zusammenfassung und Ausblick

II. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Schon seit einigen Jahren sind aus der Politik Schlagwörter wie „Wissensgesellschaft“, „Globalisierung“ oder „Zeitalter der totalen Kommunikation“ zu hören. Doch welche Entwicklungen verbergen sich dahinter und welche politischen oder pädagogischen Konsequenzen haben sich dadurch ergeben? Das soll in dieser Arbeit aufgezeigt werden.

Dafür werden in Kapitel 1 zunächst die relevanten Begriffe Medium, Medien und Medienpädagogik sowie weiterführend Medienentwicklung und -politik erläutert. Insbesondere, da der Begriff „Medien“ in vielen unterschiedlichen Kontexten verwendet wird, was sich für die mit „Medien-“ zusammengesetzten Begriffe ebenso ableiten lässt.

In Kapitel 2 wird daraufhin die Entwicklung der Medien in Hinblick auf Technik, Nutzung und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Medienpädagogik skizziert.

Die Bedeutung der Medienentwicklung soll anschließend in Kapitel 3 auch für die Medienpolitik herausgearbeitet werden. Dazu werden gesetzliche sowie institutionelle Rahmenbedingungen der Medienpolitik dargestellt und anschließend anhand des Beispiels „Der ZDF-Fernsehrat“ für die Praxis vertieft.

Das Ausmaß der Medienentwicklung für die Medienpolitik soll schließlich durch das Beispiel der vergangenen Intendantenwahl und den damit zusammenhängenden politischen Hintergründen aufgezeigt werden.

Insbesondere durch die Praxisbeispiele soll erreicht werden ,dass die Medienentwicklung und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Medienpolitik nicht nur rein wissenschaftlich betrachtet werden kann.

Die vorliegende Arbeit soll und kann auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit in der Darstellung der Medienentwicklung und dem großen Themenkomplex der Medienpolitik besitzen.

Die Verwendung des Begriffs Medienentwicklung als Herstellungsprozess für Unterrichtsmaterialien soll aufgrund des Bezugs zum Themenkomplex Medienpolitik nicht im Vordergrund dieser Arbeit stehen.

1 Begriffsdefinitionen

1.1 Medium und Medien

Der Begriff „Medien“ lässt sich im umgangssprachlichen Sinn kaum präzise eingrenzen. Häufig begegnet man der Phrase „...wie in den Medien berichtet wird…“, wenn die Herkunft einer Meldung bzw. Information zum Fernsehen, Hörfunk oder Print und den darin agierenden Personen zugeordnet werden soll. Die Bedeutung des Begriffs Medium (im Singular) bezieht sich eher auf einen Sachgegenstand wie beispielsweise den Fernseher.

In der Literatur lassen sich eine Reihe von Definitionen des Begriffs Medien finden. Im Folgenden soll daher ein kurzer Überblick für den Begriff „Medien“ geschaffen werden, insbesondere für die Verwendung im Bereich der Medienpädagogik.

Der Medienbegriff kann also sowohl die personalen Medien (Sprache, Mimik, Gestik, etc.) als auch die nicht-personalen Medien (z.B. Fernsehen, CD, Radio) umfassen. Ferner kann der Begriff sowohl technische Zeichenträger wie Zeitung oder Film als auch nicht-technische Zeichensysteme wie Sprache oder Musik beinhalten.[1]

DOHMEN fasst dies in seiner Definition von Medien zusammen. Er beschreibt „(…) alle Träger und Vermittler von Informationen, Signalen, Sekundärerfahrungen in direkten (personalen) oder indirekten (durch technische Medien vermittelten) Kommunikationsprozesse“ als Medien.[2]

Hierzu kann man auch eine weitere Funktion der Medien anführen, die darin besteht, Informationen und Kommunikationsprozesse nicht nur zu vermitteln, sondern auch zu speichern.[3]

Im Bereich der Medienpädagogik soll nunmehr der Begriff Medium in die Lehr-/Lern-Situation eingebettet werden. Dazu beschreibt NEVEN: „Als Medium wird alles sensuell und emotional Erfahrbare und Wahrnehmbare verstanden, das als Mittel bzw. Mittler zwischen Lernenden und Lernobjekten in didaktischer Intention fungiert.“[4]

Das Medium ist demnach als Austauschkanal zwischen Lerngegenstand und Lernsubjekt zu sehen. Differenzierter betrachtet muss es daher sowohl einen Bezug zum denkend-verarbeitenden Menschen (Lernsubjekt) als auch zum Lerngegenstand mit seinen Eigengesetzmäßigkeiten (Lernobjekt) herstellen.[5]

1.2 Medienpädagogik

Die Definitions- und Abgrenzungsvielfalt des Begriffs „Medien“ schlägt sich auch in dem Wort „Medienpädagogik“ wider. So stellt DOELKER fest:, dass der Begriff Medienpädagogik grundsätzlich an der Schwierigkeit leidet, unscharf zu sein und für jeden etwas anderes auszusagen.[6]

Daher soll der Begriff Medienpädagogik hier nur kurz anhand einer Definition von NEUBAUER/ TULODZIECKI erläutert werden: „Medienpädagogik umfasst (…) alle Fragen der pädagogischen Bedeutung von Medien. Dort wo Medien Relevanz für die Erziehung des Menschen haben, werden sie zum Gegenstand der Medienpädagogik. Erziehung meint dabei die Gesamtheit intendierender und nicht-intendierender Einwirkungen auf den Menschen, die Lernvorgänge im affektiven, kognitiven oder psychomotorischen Bereich zur Folge haben.“[7]

Zu Medienpädagogik zählen die Aspekte Medienkunde, Mediendidaktik, Medienerziehung und Medienforschung.[8]

Für die Bedeutung der Medienpädagogik im pädagogischen Alltag fügt DOELKER in Analogie an das Watzlawicksche kommunikationstheoretische Axiom hinzu: „Man kann nicht nicht Medienpädagogik betreiben.“[9]

Erläuterungen der Begriffe „Medienentwicklung“ und „Medienpolitik“ sollen im Kontext der Kapitel 2 und 3 herausgearbeitet werden.

2 Medienentwicklung

2.1 Technische Entwicklung und Verbreitung der Medien

„Als Paul Heimann 1962 in seinem Entwurf der Berliner Didaktik angesichts der wachsenden Bedeutung der Medien vom ,Ende der alten Didaktik’ sprach, hat er sich Ausmaß und Bedeutung der technischen Entwicklung auf dem Sektor der Lehr-Lern-Medien nicht vorstellen können“[10].

Aus dieser Einleitung eines Vortrages von Professor Dr. Horst DICHANZ von der Fernuniversität Hagen anlässlich einer Arbeitstagung der Fachgruppe Schule der GMK (Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur) am 7. Juni 2002 in Bad Berka geht bereits hervor, welche rasante Entwicklung die Medien in Bezug auf Technik und Verbreitung hinter sich gelegt haben, und weiter werden.

Dies soll im weiteren Verlauf dieses Kapitels an einigen Zahlen und Beispielen noch näher skizziert werden.

2.1.1 Fernsehen und Radio

Nach Erfindung des Fernsehens zu Beginn des letzten Jahrhunderts erfuhr dieses Medium in Deutschland recht früh einen ersten negativen Höhepunkt mit dem propagandistischem Missbrauch während der NS-Zeit (1934 – 1943)[11]. Als erste deutsche Rundfunkanstalt nach Ende des Krieges (1945) ging der NWDR ab 1948 auf Sendung. Zunächst nur drei Tage die Woche, dann wurde er ab Weihnachten 1953 auf ein tägliches Programm von 20.00 bis 22.00 Uhr, ergänzt durch eine nachmittägliche Kinderstunde, ausgeweitet. Zu dieser Zeit kamen auch andere

regionale Sender hinzu, die am 1. November 1954 zur Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (ARD) zusammengeführt wurden.

Nach anfänglich politischer Uneinigkeit[12] kam am 1. April 1963 das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) hinzu.[13]

[...]


[1] Vgl.: Neubauer, W./ Tulodziecki, G. (Hrsg.) 1979, S. 13.

[2] Dohmen, G., 1976, S. 66.

[3] Vgl.: Neubauer, W./ Tulodziecki, G. (Hrsg.) 1979, S. 13.

[4] Neven, P., 1983, S. 452.

[5] Vgl.: Kremer, H.-Hugo, 1997, S. 18.

[6] Doelker, C./ Haase, F., 1998, S. 17-18

[7] Neubauer, W./ Tulodziecki, G. (Hrsg.) 1979, S. 15.

[8] Neubauer, W./ Tulodziecki, G. (Hrsg.) 1979, S. 15.

[9] Doelker, C./ Haase, F., 1998, S. 17-18

[10] Dichanz, H., 2002.

[11] Dies ist u. a. auch ein herausragender Grund für die Verankerung der Meinungs- und Pressefreiheit sowie dem Zensurverbot im Grundgesetz der BRD (siehe dazu Kapitel 3).

[12] Die Andeutung auf die „politische Uneinigkeit“ soll hier nicht näher erläutert werden, erscheint dem Verfasser vorgreifend auf das Kapitel 3 „Medienpolitik“ jedoch für sinnvoll. Der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer forcierte schon vor der Bundestagswahl 1957 die Entwicklung eines Alternativen Senders, da er den Landesrundfunkanstalten eine einseitige, politisch linksorientierte Einstellung vorwarf.

[13] Karstens, E./ Schütte, J., 1999, S. 15-22.

Details

Seiten
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638263528
ISBN (Paperback)
9783638647830
DOI
10.3239/9783638263528
Dateigröße
462 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Wirtschaftspädagogik
Erscheinungsdatum
2004 (März)
Note
Gut
Schlagworte
Medienentwicklung Medienpolitik Medienpädagogik
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Titel: Medienentwicklung und Medienpolitik