Lade Inhalt...

Frauen im Dienste des Herrn: Amalie Sievekings "Aufruf an christliche Seelen"

Hausarbeit 2012 14 Seiten

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Leben und Werk der Amalie Sieveking

3 Historischer Kontext

4 Quellenanalyse
4.1 Inhalt
4.2 Sprache
4.3 Spezifische Schwerpunkte unter Einbeziehung des Zehnten Berichts
4.3.1 Christliche und staatliche Krankenpflege
4.3.2 Ziele des Dienstes
4.3.3 Voraussetzungen für den Dienst

5 Fazit

6 Quellen- und Literaturverzeichnis
6.1 Quellenverzeichnis
6.2 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Frauen im Dienste des Herrn. Zu einer dieser Frauen gehört Amalie Sieveking. Sie selbst war ihr Leben lang unverheiratet geblieben, um voll und ganz dem Herrn zu dienen. Früh begann sie damit, in dem sie Mädchen unterrichtete.

Der Aufruf an christliche Seelen wurde 1831 veröffentlicht, noch vor der Gründung ihres weiblichen Vereins für Armen- und Krankenpflege. Zur Zeit der Cholera-Epidemie arbeitete sie freiwillig im Hospital. Ein Jahr später gründete sie dann den bereits genannten Verein. Inwieweit beeinflusste ihre Arbeit im Hospital diese Entwicklung?

Was waren die Beweggründe für ihr Engagement unter den Armen und Kranken und welche Ziele verfolgte sie damit?

Unter diesem Blickwinkel soll die Quelle Aufruf an christliche Seelen analysiert werden. Zudem liegt dieser Arbeit auch noch der Zehnte Bericht, der 1842 in Hamburg veröffentlicht wurde, zugrunde. Darin berichtet Amalie Sieveking von der Entstehung ihres schon zehn Jahre existierenden Vereins. Er dient dem Vergleich der Aspekte der genannten Fragestellungen aus der Sicht Sievekings und könnte beispielsweise die Frage unterstützen, ob sich in den elf Jahren ihre Vorstellungen und Grundsätze veränderten oder konstant blieben.

2 Leben und Werk der Amalie Sieveking

Amalie Wilhelmine Sieveking wurde am 25. Juli 1794 in Hamburg geboren. Sie war die Tochter des Hamburger Kaufmanns und Senators Heinrich Christian Sieveking und Caroline Luise, geb. Volkmann. Ihre Jugend wurde durch den frühen Tod ihrer Mutter und den 1809 verstorbenen Vater geprägt. Zudem war Hamburg durch die Franzosen besetzt und durch die wirtschaftliche Krise hatte der Vater sein Vermögen verloren. Amalie kam zunächst bei einer Verwandten Klopstocks unter, bis sie dann bei einer verwitweten Cousine ihrer Mutter wohnte. 1813 begann sie sechs Mädchen zu unterrichten und bereitete sie auf die Konfirmation vor. Aber auch noch danach sollte sie die Mädchen im Glauben unterweisen. Dadurch musste Sieveking sich selbst mehr mit der Bibel und ihrem anerzogenen, rationalistisch geprägten Glauben auseinandersetzen. Der Besuch einer Herrnhuter Brüdergemeinde und die Lektüre „Nachfolge Christi“, von Thomas von Kempen, brachte sie der Erweckungsbewegung[1] nahe. Die neue emotionale Religiosität führte dazu, dass sie verschiedensten Konfessionen sehr offen gegenübertrat. Ihre natürliche philanthropische Neigung veranlasste sie 1816 mit elf weiteren Frauen eine kleine Freischule für Mädchen zu gründen, die auch bis zu ihrem Tod bestand. „Seit [ihrem] achtzehnten Jahre schwebt[e] [ihr] die Stiftung eines Ordens barmherziger Schwestern in [.] [der] protestantischen Kirche […] vor […]“[2], nach dem Vorbild der Vinzentinerinnen. Beim Ausbruch der Cholera-Epidemie[3] 1831 in ihrer Heimatstadt engagierte sie sich freiwillig im Hospital und pflegte die Erkrankten. Im Jahr darauf gründete sie schließlich den Weiblichen Verein für Armen- und Krankenpflege. Sie war damit die erste bürgerliche Frau, die sich der sozialen Nöte in organisierter Arbeit annahm.

Theodor Fliedner bot ihr zweimal die Stelle der Diakonissenmutter in einer seiner gegründeten Diakonissenhäuser an, die sie aber beide ablehnte um ihren Verein zu fördern. Dieser wurde gut unterstützt, sodass 1840 das Amalienstift mit Armenwohnungen und einem privaten Kinderhospital fertiggestellt werden konnten. Heute trägt es den Namen Amalie-Sieveking-Stiftung. Zusätzlich unterrichtete sie Religion in einem neuen Institut für Erzieherinnen. Sie veröffentlichte außerdem Schriften zu theologischen Fragen, wie das Werk Beschäftigung mit der Heiligen Schrift (1827) oder Unterhaltung über einzelne Abschnitte der Heiligen Schrift (1855), was für Frauen zu dieser Zeit nicht üblich war.

[...]


[1] Die Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hat ihren Ursprung noch im 18. Jahrhundert. Sie ist pietistisch und methodistisch geprägt. Vor allem die „persönliche Bekehrung und Frömmigkeit sind wichtige Kennzeichen und aktive Werke aus dem Glauben. Insgesamt eine neue Belebung des Christentums und der Kirche. (Vgl. Moeller 2004, S. 339 f)

[2] Poel 1860, S. 118.

[3] Die Cholera ist eine Erkrankung der Darmschleimhaut, wodurch es zu ständigem Erbrechen und Durchfall kommt. Die zweite Pandemie breitete sich vom russischen Reich nach Norden und Westen aus und gelangte über Preußen schließlich auch 1831 nach Hamburg. (Vgl. Cholera, Hygienemuseum Dresden).

Details

Seiten
14
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656494966
ISBN (Buch)
9783656495604
Dateigröße
501 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v232663
Institution / Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,0
Schlagworte
Diakonie Frauen im 19. Jahrhundert Kirchengeschichte Wichern

Autor

Zurück

Titel: Frauen im Dienste des Herrn: Amalie Sievekings "Aufruf an christliche Seelen"