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Die Beschreibung des Konzeptes der "Basalen Stimulation" anhand der Erkrankung Demenz

Hausarbeit (Hauptseminar) 2011 16 Seiten

Pflegemanagement / Sozialmanagement

Leseprobe

1 Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Methode

3 Entstehung der basalen Stimulation

4 Begriffserklärung

5 Patientengruppe für basale Stimulationsangebote

6 Zentrale Ziele der basalen Stimulation
6.1 Leben erhalten und Entwicklung erfahren
6.2 Das eigene Leben spüren
6.3 Sicherheit erleben und Vertrauen aufbauen
6.4 Den eigenen Rhythmus entwickeln
6.5 Sein Leben gestalten
6.6 Beziehung aufnehmen und Begegnungen gestalten
6.7 Sinn und Bedeutung geben und erfahren
6.8 Selbstbestimmung und Verantwortung leben

7 Stimulationsangebote und Wahrnehmungsfähigkeiten
7.1 Grundsätzliche Überlegungen
7.2 Wahrnehmungsbereiche
7.2.1 Somatischer Bereich
7.2.2 Vestibulärer Bereich
7.2.3 Vibratorische Bereich
7.2.4 Oral, olfaktorischer Bereich
7.2.5 Taktiler Bereich
7.2.6 Audiorhytmischer Bereich, auditiver Bereich
7.2.7 Visueller Bereich

8 Diskussion

9 Zusammenfassung

10 Literaturverzeichnis

2 Einleitung

Die International Classification of Diseases (ICD-10) klassifiziert die Demenz als ein Krankheitssyndrom mit dauerhafter Störung von höheren Funktionen der Großhirnrinde. Dabei können Gedächtnis, Denken, Orientierung, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen beeinträchtigt sein. Durch die kognitiven Einbußen kommt es zu einem Verlust der emotionalen Kontrolle und der Motivation. Außerdem kann es zu Veränderungen im Sozialverhalten kommen. Demenzen gehören zu den häufigsten und folgenreichsten psychiatrischen Erkrankungen im höheren Alter. In Deutschland leiden derzeit rund eine Million Menschen an einer Demenz. Durch den demografischen Alterungsprozess ist in den nächsten Jahrzehnten mit einer starken Erhöhung der Zahl erkrankter Frauen und Männer zu rechnen. Die Demenz ist der mit Abstand wichtigste Grund für eine Heimaufnahme. Der Anteil demenzkranker Heimbewohner hat in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen. Das Bundesministerium geht davon aus, dass in Deutschland etwa 400.000 demenziell erkrankte Menschen in Alten- und Pflegeheimen versorgt werden. (Robert Koch-Institut 2006: 33)

Aufgrund der wachsenden Bedeutung der Demenz im pflegerischen Alltag ist es wichtig, dass Pflegende Konzepte an die Hand gelegt bekommen. Ziel der Konzepte soll sein, den Menschen zu helfen, mit ihren kognitiven Einbußen ein würdevolles Leben zu leben.

Zielsetzung

Die Hausarbeit beschäftigt sich mit einen dieser Konzepte, dem Konzept der basalen Stimulation. Das Ziel der Hausarbeit soll sein, einen Einblick in die Sichtweise des Konzeptes zu geben. Anhand von Situationen, die in der pflegerischen Praxis im Umgang mit dementiell erkrankten Menschen auftreten wird das Konzept beschrieben.

Aufbau der Arbeit

Nach der Einleitung wird das methodische Vorgehen bei der Erstellung der Arbeit beschrieben. Im Anschluss daran beschreibt Kapitel 3 die Entstehung des Konzeptes. Im Kapitel 4 werden die Begriffe „basale“ und „Stimulation“ erklärt. Kapitel 5 nennt die Menschengruppen, für die das Konzept entwickelt wurde. Im nächsten Kapitel werden die zentralen Ziele für die pflegerische Praxis beschrieben. Das 7. Kapitel erläutert die Wahrnehmungsbereiche. Im achten Kapitel erfolgt eine Diskussion, ob das Konzept in der pflegerischen Praxis eingesetzt werden kann. Die Hausarbeit schließt mit einer Zusammenfassung ab.

3 Methode

Der Schwerpunkt der Literaturrecherche lag auf der Suche nach Büchern die sich mit dem Konzept der basalen Stimulation in der Pflege beschäftigen. In der Bibliothek der Fachhochschule Frankfurt am Main und der Bibliothek der Goethe Universität Frankfurt am Main wurden zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema gefunden. Hinzu kam die Onlinesuche in der Datenbank „CINAHL“. Mit dem Stichwort „basale Stimulation in der Pflege“ wurden 29 Treffer erzielt. Aufgrund der zeitlichen Beschränkung wurden Treffer aussortiert die nicht über die Bibliothek der Fachhochschule Frankfurt am Main zugänglich war. Es erfolgte eine Onlinerecherche auf der Seite des Robert- Koch- Institutes, auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit und über die Suchmaschine „Google“.

4 Entstehung der basalen Stimulation

Das Konzept basale Stimulation wurde in den 70 Jahren vom Sonderpädagogen und heilpädagogischen Psychologen Andreas Fröhlich entwickelt. Das Konzept sollte eine Kommunikationsebene zwischen schwerst mehrfach behinderten Kindern und ihren Therapeuten schaffen. Zusätzlich sollte das Konzept helfen, die Persönlichkeit dieser Kinder zu fördern. Der deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DbfK) wurde auf dieses Konzept aufmerksam und versuchte es auf die Pflege bei bewusstseinsbeeinträchtigten Menschen zu übertragen. Christel Bienstein erarbeitete, durch die positiven Erfahrungen aus der Praxis, zusammen mit Prof. Fröhlich die basale Stimulation für die Pflege. (Bienstein u. Fröhlich 1991: 5) Im Laufe der Jahre fand das Konzept immer mehr Anhänger. Es werden Seminare gehalten, die das Konzept näher bringen, es wurde zahlreiche Literatur veröffentlicht und in einigen Berufsfachschulen für Krankenpflege gehört das Konzept zum Unterrichtsinhalt. (Bienstein u. Fröhlich 2007: 248)

5 Begriffserklärung

Basale Stimulation versucht mit Menschen in Kontakt zu treten. Der Begriff „basal“ bedeutet, dass mit einfachsten und elementarsten Möglichkeiten versucht wird, mit dem betroffenen Menschen in einen Dialog zu treten. Fröhlich geht davon aus, dass Menschen bis zu ihrem Tod wahrnehmungsfähig bleiben. „Stimulation“ wird in diesem Konzept als sensorisches Angebot oder sensorische Einladung verstanden. Durch basal stimulierende Angebote sollen dem wahrnehmungsbeeinträchtigten Menschen Informationen über seinen Körper und die Umwelt gegeben werden. (Bienstein u. Fröhlich 2010: 16–17) Das Konzept stützt sich auf Grundlagen des neurophysiologischen Entwicklungsmodells, auf genetisch entwicklungspsychologischen Ansätzen auf Erkenntnisse aus der Physiotherapie und der Psychologie. (Werner 2001: 26) Basale Stimulation ist ein individuelles und ganzheitliches Konzept. Im Mittelpunkt steht nicht der gestörte bzw. geschädigte Bereich, sondern der betroffene Mensch mit seinen Ängsten, Aufregungen und Verwirrungen. (Bienstein u. Fröhlich 2010: 13–15) Aus dieser Sichtweise heraus, haben sich zentrale Ziele entwickelt, die auf den betroffenen Menschen und seiner Angehörigen individuell angepasst werden. Diese sollen im Verlauf der Hausarbeit anhand von Beispielen noch näher erläutert werden.

6 Patientengruppe für basale Stimulationsangebote

Basale Stimulation ist für Menschen entwickelt worden, die intensivmedizinsche, neurologische/ neurochirurgische Betreuung benötigen. Dies können bewusstlose, beatmete Patienten mit verschiedener Ursache, Hemiplegiepatienten, Patienten in somnolenten Krankheitszuständen, Patienten mit Morbus Alzheimer und Apalliker sein. (Bienstein u. Fröhlich 1991: 6)

7 Zentrale Ziele der basalen Stimulation

7.1 Leben erhalten und Entwicklung erfahren

Zu den Grundbedürfnissen der Lebenserhaltung gehört die Atmung, die Aufrechterhaltung des Herz- Kreislaufes, die Nahrungsaufnahme, die Flüssigkeitsaufnahme und die Bewegung. (Bienstein u. Fröhlich 2010: 81–82) Menschen mit dementiellen Syndrom können diesen Bedürfnissen oft nicht nachkommen. Sie nehmen z.B. zu wenig Nahrung auf. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Das Essen wird vergessen oder sie glauben schon gegessen zu haben. Es können auch körperliche Ursachen vorliegen, wie Schluckbeschwerden oder Schmerzen im Mund-/ Rachenraum. Die Konsequenz ist eine Nahrungsverweigerung. Hält diese länger an, ist es möglich, Menschen mithilfe von Ernährungssonden am Leben zu erhalten. (Bundesministerium für Gesundheit 2010: 65) Die Pflege unterstützt die Medizin indem sie die Infusionen anhängt, überwacht, einstellt. Die Ernährunssonde stellt jedoch für den Menschen einen großen Eingriff in seiner Selbstbestimmung dar. (Bienstein u. Fröhlich 2010: 82) Im Sinne dieses Zieles sollte versucht werden, die Pflegenden mit Hilfe basaler Angebote in ihrer Selbständigkeit zu fördern und die Aufmerksamkeit des Menschen auf die Nahrungsaufnahme lenken.

7.2 Das eigene Leben spüren

Um das eigene Leben zu spüren ist es notwendig den eigenen Körper wahrzunehmen. Der Mensch muss eine Trennung zwischen dem eigenem Individuum und der Umwelt erleben. (Bienstein u. Fröhlich 2010: 83) Bei Menschen mit demenziellen Syndrom ist häufig eine stereotype Wischbewegung, ein Kratzen oder ein Nesteln zu beobachten. Fröhlich geht davon aus, dass es sich dabei um eine Selbsthilfe handelt, um sich selbst und die Umwelt zu spüren. Diese Autostimulation ist die einfachste Form Informationen über sich und die Umwelt zu bekommen und ist häufig selbstschädigend. Mit Hilfe von basalen Angeboten kann dem erkrankten Menschen Informationen in einer sinnvollen und größeren Bandbreite gegeben werden. (Bienstein u. Fröhlich 1991: 33–34)

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Details

Seiten
16
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656498315
ISBN (Buch)
9783656499688
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v232826
Institution / Hochschule
Frankfurt University of Applied Sciences, ehem. Fachhochschule Frankfurt am Main
Note
1,0
Schlagworte
Basale Stimulation Basale Stimulation Demenz

Autor

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Titel: Die Beschreibung des Konzeptes der "Basalen Stimulation" anhand der Erkrankung Demenz