Lade Inhalt...

Die mögliche Struktur einer Pflegekammer

Hausarbeit 2011 14 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Pflegemanagement

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Methode der Literaturrecherche

2 Begriffserklärung
2.1 Kammer
2.2 Berufsständische Kammern
2.3 Pflegekammer

3 Struktur einer Pflegekammer
3.1 Präsidium (Vorstand)
3.2 Präsident
3.3 Geschäftsführung
3.4 Deligiertenversammlung
3.5 wissenschaftliche Beiräte
3.6 Ausschüsse
3.6.1 Ausschuss "Aus-, Fort- und Weiterbildung"
3.6.2 Ausschuss "Ethik und Berufsordnung"
3.6.3 Ausschuss "Wissenschaft und Forschung"
3.7 Verwaltung
3.8 Qualitätssicherung
3.9 Berufsaufsicht
3.10 Presse und Öffentlichkeitsarbeit

4 Diskussion

5 Zusammenfassung

6 Literatur

Einleitung

Die Bedeutung der Pflege wird in Zukunft weiter ansteigen. Durch die zunehmende Alterung der Bevölkerung und der damit einhergehenden Zunahme chronischer Krankheiten steigt das Lebensrisiko Pflegebedürftigkeit zu werden. (Pick et al., 2004: 9) Vor allem der Bedarf der ambulanten Versorgung wird durch den demographischen Wandel, dem Prinzip "ambulant vor stationär" und der sinkenden Verweildauer im Krankenhaus weiter steigen. (Pick et al., 2004: 28) Im Bereich der Krankenhausversorgung hat die Pflege einen hohen Stellenwert. Sie umfasst die indirekte Pflege (Dokumentation, Aufgaben bei der Unterstützung ärztlicher Assistenz) und die direkte Pflege (Grundpflege, Behandlungspflege, Unterstützung bei diagnostischen Untersuchungen, Kommunikation, usw.). Eine zunehmende Bedeutung im Rahmen der pflegerischen Versorgung wird dem Entlassungsmanagement beigemessen, da durch den Verweildauerrückgang der Schulungs- und Beratungsbedarf steigt. (Pick et al., 2004: 28–30) Auch die professionelle Betreuung im Bereich der Pflegeheime gewinnt allmählich an Bedeutung. Die Daten der Pflegestatistik zeigen einen Zuwachs der Heimbewohner zwischen 1999 und 2003 um 11,7 Prozent. (Robert-Koch-Institut, 2006: 167) Allerdings geht diese Entwicklung einher mit zunehmender Belastung der Pflegekräfte. Ein vom statistischen Bundesamt aufgegebener Mikrozensus aus dem Jahr 2007 besagt, dass Gesundheits- und Krankenpflegerinnen/-pfleger besonderen Belastungen ausgesetzt sind. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen auf, dass steigende Patientenzahlen und Verkürzungen der Verweildauer in Krankenhäusern bei gleichzeitigem Pflegepersonalabbau zu einer Arbeitsverdichtung führen. Hinzu kommt, dass Gesundheits- und Krankenpflegerinnen/-pfleger bezogen auf Schichtarbeit, Wochenend- und Feiertagsarbeit sowie Nachtarbeit besonders stark belastet werden. Des weiteren wird beschrieben, dass diese Berufsgruppe besonders häufig unter arbeitsbedingten Gesundheitsproblemen leidet und ihre Tätigkeit im besonderen Ausmaß durch schwierige Körperhaltungen, Bewegungsabläufe oder Hantieren mit schweren Lasten sowie Zeitdruck und Arbeitsüberlastung gekennzeichnet ist. (Afentakis, 2009: 4) Die bayerische Regierung hat diese Entwicklungen und Zustände registriert und möchte darauf mit einer Errichtung der Pflegekammer reagieren. Deshalb stellt sich die Frage, wie die Struktur dieser Pflegekammer aussehen könnte?

Zielsetzung

Die Hausarbeit beschäftigt sich mit einer möglichen Struktur einer Pflegekammer. Es werden die einzelnen Organe in Anlehnung an die Ärztekammern beschrieben. Zusätzlich werden die Aufgaben der Pflegekammer mit den Organen verknüpft.

Aufbau

Im ersten Kapitel erfolgt eine Begriffserklärung zu den Schlüsselwörtern „Kammer“, „berufsständische Kammern“ und „Pflegekammer“. Darauf folgend werden die unterschiedlichen Organe anhand eines Strukturmodells aufgezeigt und anschließend näher beschrieben. Die Hausarbeit endet mit einer Diskussion.

1 Methode der Literaturrecherche

Der Schwerpunkt der Literaturrecherche lag auf der Suche nach Zeitschriftenartikel die sich mit der Pflegekammer beschäftigten. Über die Datenbank „CareLit“ wurden mit dem Stichwort „Pflegekammer“ 98 Treffer erzielt. Aufgrund der zeitlichen Beschränkung wurden Treffer aussortiert die nicht über die Bibliothek der Fachhochschule Frankfurt am Main zugänglich war. Es erfolgte eine Onlinerecherche über die Suchmaschine "Google" und auf der Seite des Robert- Koch- Institutes, auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit und auf den Seiten der Landesärztekammern sowie auf der Seite der Bundesärztekammer. Außerdem wurde in der Bibliothek der Fachhochschule Frankfurt am Main und der deutschen Nationalbibliothek nach Veröffentlichungen zum Thema Pflegekammer gesucht.

2 Begriffserklärung

2.1 Kammer

Eine Kammer ist eine Körperschaft öffentlichen Rechtes. „Körperschaften öffentlichen Rechtes sind mitgliedschaftlich organisierte rechtsfähige Verbände, die staatliche Aufgaben mit hoheitlichen Mitteln unter staatlicher Aufsicht wahrnehmen.“ (Kroeker, 1992: 327) Diese Aufgaben, die von öffentlichen Interesse sind, kann der Gesetzgeber durch die Körperschaften erfüllen lassen. Die Entstehung einer Kammer erfolgt durch einen Rechtsakt bzw. durch Gesetzgebung. Die gesetzliche Grundlage ist immer das Länderrecht und nicht das Bundesrecht. Insgesamt gibt es drei verschiedene Formen von Kammern:

- Wirtschaftskammern: In ihnen werden die Interessen für bestimmte Wirtschaftszweige vertreten (z.B. Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammer)
- Berufsständische Kammern: In ihnen werden die Interessen bestimmter Berufsgruppen vertreten (z.B. Ärztekammern, Apothekenkammern, Rechtsanwaltskammern)
- Arbeitnehmerkammern: In ihnen werden die Interessen gemischter Arbeitnehmergruppen vertreten (z.B. Arbeitnehmerkammer in Bremen)

(Kroeker, 1992: 327)

2.2 Berufsständische Kammern

Berufsständige Kammern gibt es in den freien Berufen. Freie Berufe haben die Charakteristik, dass sie "…von einem spezifischen Berufsethos geprägt sind, dessen Grundlage in der Nichtgewerblichkeit besteht und somit auf ein im Vordergrund stehendes Gewinnstreben verzichtet." (Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DbfK) e.V., 1995: 8) In den berufsständischen Kammern gibt es meistens eine Zwangsmitgliedschaft. Die Mitglieder müssen Beiträge zahlen. Dadurch finanziert sich die öffentlich- rechtliche Selbstverwaltungseinrichtung selbst. (Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V., 1995: 8)

2.3 Pflegekammer

Die Pflegekammer hätte zum Ziel, die Bevölkerung vor unsachgemäßer Pflege zu schützen. Demnach würde die Pflegekammer eine sachgerechte, professionelle Pflege für die Bürger und Bürgerinnen des Landes sicherstellen. (Skibicki)

Um diese Ziele zu erreichen zu können, könnte die Pflegekammer im einzelnen folgende Aufgaben übernehmen:

- Beratung des Gesetzes- und Verordnungsgebers
- Beteiligung bei Gesetzgebungsverfahren
- Kooperation mit der öffentlich-rechtlichen Verwaltung
- Gutachtertätigkeit; Benennung von Sachverständigen
- Schiedsstellentätigkeit zur Beilegung von Streitigkeiten, die sich aus der Berufsausübung zwischen Mitgliedern oder zwischen diesen und Dritten ergeben
- Implementierung und Durchsetzung einer für alle Angehörigen der Pflegeberufe gültigen Berufsethik
- Förderung, Regelung, Überwachung und Anerkennung der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildungen und Abnahme von Prüfungen
- Registrierung aller Angehörigen der Pflegeberufe im entsprechenden Bundesland Verga- be von Lizenzen
- Kooperation und Kontaktpflege mit anderen nationalen und internationalen Institutionen im Gesundheitswesen

(Kellnhauser, 2000)

[...]

Details

Seiten
14
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656498322
ISBN (Buch)
9783656500193
Dateigröße
678 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v232828
Institution / Hochschule
Frankfurt University of Applied Sciences, ehem. Fachhochschule Frankfurt am Main
Note
1,7
Schlagworte
Pflegekammer Berufskammer Professionalisierung Pflege Profession Krankenpflege

Autor

Zurück

Titel: Die mögliche Struktur einer Pflegekammer