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Vorstellung der sportwissenschaftlichen Disziplin Sportpsychologie

Projektarbeit 2012 44 Seiten

Gesundheit - Sport - Sportpsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Sportpsychologie Allgemein
2.1 Definition
2.2 Psychologische Erkenntnisgewinnung
2.3 Psychologisches Training
2.4 Trainingsmaßnahmen
2.4.1. Mentales Training
2.4.2. Weitere Trainingsmaßnahmen

3 Sportpsychologie im Fußball
3.1 Mannschaftspsychologische Grundlagen
3.2 Erwartungshaltung an einen Profispieler
3.3 Konflikte

4 Fallbeispiel: Markus Miller

5 Allgemeiner Exkurs: Burnout-Syndrom
5.1 Definition
5.2 Ursachen
5.3 Symptome
5.4 Differenzierung Burnout-Syndrom/Depression

6 Burnout im Sport
6.1 Druck durch Medien
6.2 Druck des Vereins und der Mannschaft

7 Fallbeispiel: Ralf Rangnick

8 Prävention des Burnouts mithilfe der Sportpsychologie

9 Fallbeispiel: Aktuelle Situation in der Bundesliga

10 Zukunftsaussichten

11 Bedeutung der Sportpsychologie für das moderne Sportmanagement

12 Fazit

Literatur- und Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Probleminhalte Psychoregulation. Quelle: Eigene Darstellung, nach Baumann, 2006,

Abb. 2: Maßnahmen Psychoregulation. Quelle: Eigene Darstellung, nach Baumann, 2006,

Abb. 3: Möglichkeiten zur Mannschaftsbildung. Quelle: Eigene Darstellung, nach Baumann, 2006,

Abb. 4: Karriereverlauf Markus Miller. Quelle: Eigene Darstellung. In http://www.transfermarkt.de/de/markus-miller/profil/spieler_2306.html, eingesehen am

Abb. 5: Integration der Sportpsychologen im Fußball in der Saison 2011/12. Quelle: Eigene Darstellung, nach Rüdt, 09.11.2011

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

„Weiter, Immer Weiter!“[1]

Dieser Ausspruch von Oliver Kahn bezeichnet nicht nur sein persönliches Motto, sondern auch die Erkenntnisse einer Sportwissenschaft, die er sich zu Nützen gemacht hat, um seine Mannschaft zur Deutschen Fußball-Meisterschaft 2001 zu führen. Eine Sportwissenschaft, die auf mentaler Stärke beruht und einer Menge Konzentration bedarf. Eine Sportwissenschaft, die zwischen Sieg und Niederlage im Leistungssport entscheiden kann – Die Sportpsychologie.

Im Zuge der Leistungsoptimierung im Sport ist immer wieder von ihr die Rede. Dabei werden psychologische Grundlagen auf den Sport übertragen und angewandt. In letzter Zeit wird aber zusehends ein Thema im Sportbereich mit der Sportpsychologie in Verbindung gebracht – Das Burnout-Syndrom im Sport. Die Liste der betroffenen Sportler wird immer länger und gipfelte im Freitod von Robert Enke.

In folgender Ausarbeitung einer sportwissenschaftlichen Disziplin werden psychologische Grundlagen geschaffen, auf deren Erkenntnisgewinnung das Fallbeispiel Markus Miller zeigen soll, welche Konflikte bei einem Burnout eine übergeordnete Rolle spielen. Diese Grundlagen beruhen vor allem auf Trainingsmaßnahmen der Sportpsychologie, wie z. B. das mentale Training aufzuführen ist. Anhand dieser Erkenntnisgewinnung wird das Burnout-Syndrom erläutert und auf den Sport übertragen. Dabei wird der Druck thematisiert der im Profibereich vorherrscht, anhand dessen das Burnout von Ralf Rangnick rekonstruiert wird. Eine aktuelle Falluntersuchung der Integration von Sportpsychologen im deutschen Fußball bietet abschließend die Grundlage, an der die zukünftige Bedeutung dieser Sportwissenschaft und die Bedeutung der Sportpsychologie für das moderne Sportmanagement ersichtlich werden.

2 Sportpsychologie Allgemein

2.1 Definition

„Die Sportpsychologie ist ein wissenschaftliches Fach an der Schnittstelle von Psychologie, Sportwissenschaft, und Medizin. Ihre Inhalte sind die Erforschung der psychologischen Grundlagen, der Abläufe im Sport und der Effekte des Sports, um daraus wissenschaftlich begründete Trainingsmaßnahmen zur Optimierung des Verhaltens ableiten zu können.“[2]

Diese Definition macht deutlich, wie weitläufig die Sportpsychologie zu betrachten ist und in welchen Bereichen des Sports sie eintritt. Die Sportpsychologie agiert also als Bindeglied zwischen den Bereichen der Psychologie, der Sportwissenschaft und der Medizin. Um die Abläufe und die Effekte des Sports zu verstehen, gilt es psychologische Grundlagen zu erforschen, aus welchen wissenschaftlich begründete Trainingsmaßnahmen erstellt werden können, um das Verhalten der Sportler für ihre jeweilige Sportart zu optimieren.

2.2 Psychologische Erkenntnisgewinnung

Gerade der Wettkampfsportler braucht ein stabiles Ich, eine klare Identität, die ihn mit seiner Umgebung und seinen Gegnern im Gleichgewicht hält und die auch nicht durch Niederlagen ins Wanken gerät.[3] Der Sportler muss seine Identität entfalten können. Dies kann nur gelingen, wenn er die Rolle, die er im Sport spielt, mit den Erwartungen anderer und seiner eigenen selbstkritischen und autonomen Stellungnahme ins rechte Maß zu setzen vermag. Nur dadurch erfährt er Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen.[4] Jeder Versuch, das Verhalten eines Sportlers zu beeinflussen oder zu verändern, setzt Kenntnisse seiner individuellen Verhaltensbedingungen voraus. Die Gründe für einen Leistungsabfall können persönliche, sportliche oder soziale Ursachen haben. Ein Trainer sollte daher alle zugänglichen Quellen und Möglichkeiten nutzen, um eine Vielzahl an persönlichen Informationen über seine Spieler zu erhalten. Diese sind die Grundlage für alle weiteren psychoregulativen Maßnahmen.[5]

Bei der Suche nach der Diagnose eines Problems gilt es grundsätzlich zwei Prinzipien zu berücksichtigen:

- Nicht immer lassen sich Probleme konkret nennen
- Diese Probleme müssen nicht immer leistungshindernd sein

Mit Berücksichtigung dieser Grundsätze gilt es die Ursachen und Hintergründe eines Leistungsabfalls oder psychischer Probleme zu erforschen. In der Praxis der Sportpsychologie haben sich folgende diagnostische Verfahren bewährt:

- Anamnese/ Lebenslaufanalyse
- Gespräch
- Interview
- Beobachtung
- Selbstbeobachtung
- Fragebogen
- Experiment
- Test

Diese teilweise sehr unterschiedlichen Methoden zur Erstelllung eines Profils der Sportler, liefern dem Trainer ein abgerundetes Bild der Lebenssituation und den bisherigen Erfahrungen der Sportler. Sie stellen die Grundlage für weitere Interpretationen des Verhaltens und für die Einleitung psychologischer Maßnahmen des Sportpsychologen dar.[6] Die Selbstbeobachtung wiederrum ist ein Verfahren, das dem Sportler die Möglichkeit bietet, sein Bewusstsein auf eigene Gedanken, Gefühle oder Reaktionen zu lenken. Es ist also ein Mittel, sich mit den eigenen Ängsten, Verhaltensbedingungen und Konflikten auseinander zu setzen.[7] Mit Hilfe dieser Verfahren stellt der Sportpsychologe eine Diagnose auf, woraus er gezielt ein Trainingsprogramm aufstellen kann, das auf den Erkenntnissen der Sportpsychologie beruht.

2.3 Psychologisches Training

Jede zu beobachtende Aktion, Bewegung oder Handlung stellt ein Ergebnis geplanter und regulierter psychischer Prozesse dar. Bewegungen beruhen demnach auf Vorstellungen und Plänen, die von der jeweiligen emotionalen Befindlichkeit des Sportlers abhängen. Motive, Einstellungen sowie die kognitiven und intellektuellen Fähigkeiten sind bei jedem Sportler unterschiedlich ausgeprägt. Vor der Ausführung einer Bewegung finden also verschiedene Prozesse statt, die direkte Auswirkungen auf die Ausübung der jeweiligen Bewegung haben.

Psychologisches Training richtet sich spezifisch auf handlungsbedingende und regulierende Prozesse der Motivation, Emotion und Kognition, um einen erfolgreichen und für den Sportler befriedigenden Handlungsvollzug zu ermöglichen.[8] Diese drei Bereiche sind aufeinander bezogen, wirken aufeinander ein und bedingen einander. Jeder dieser Bereiche hat andere Ursachen und ist bei jedem Sportler unterschiedlich veranlagt. In jeder Sportart nehmen die Motivation, Emotion und Kognition eine übergeordnete Rolle ein, da die psychologischen Trainingsinhalte explizit auf diese drei Bereiche ausgerichtet sind.[9]

2.4 Trainingsmaßnahmen

2.4.1. Mentales Training

Im Sport unterscheidet man verschiedene psychologische Trainingsmaßnahmen. Um dem Leser einen geeigneten Überblick über die vorhandenen Methoden zu ermöglichen, möchten wir im Folgenden vorrangig das mentale Training erläutern, welchem unserer Ansicht nach eine entscheidende Rolle in der Sportpsychologie zukommt. Im Anschluss daran werden weitere Trainingsmaßnahmen kurz aufgeführt, um die Vielseitigkeit des psychologischen Trainings zu verdeutlichen.

Unter mentalem Training versteht man ganz allgemein das „Sich vorstellen“ eines Bewegungsablaufes ohne tatsächliche motorische Ausführung. Dies kann auf unterschiedliche Art und Weise geschehen, je nachdem woraus Vorstellungsinhalte entnommen werden. Zum einen besteht die Möglichkeit eigene Bewegungen oder Erinnerungsbilder bestimmter Bewegungsausführungen auszuwählen. Zum anderen können fremde Vorbilder als Beispiel eingesetzt werden, um angestrebte Fertigkeiten zu erlernen.[10] Durch mentales Training können Lernprozesse sportlicher Bewegungen deutlich beschleunigt werden. Außerdem bietet es die Möglichkeit Bewegungen zu durchdenken und Schwachstellen abzustellen, um die jeweilige Ausführung zu verbessern.[11] Die Ziele des mentalen Trainings lassen sich mit drei Wörtern beschreiben: Lernen, präzisieren und stabilisieren.

Grundsätzlich wird mentales Training also angewendet, um motorische Techniken und Fertigkeiten sowie sportliche Aktionen und komplexe Handlungen zu erlernen oder zu verbessern. Folgende Beispiele sollen die Notwendigkeit des mentalen Trainings im Sport verdeutlichen:

Beispiel 1 Krankheit und Verletzungen: Hierbei ist entscheidend die lange Pause ohne sportliche Aktivität auch ohne Qualitätsverlust zu überstehen. Dies wird erreicht, indem bestimmte Bewegungsmuster und Technikpläne in Gedanken immer wieder aktualisiert und wiederholt werden.

Beispiel 2 Organisatorische Hindernisse: Mentales Training kommt vor allem im Skispringen zum Einsatz. Wenn aus organisatorischen Gründen nur eine begrenzte Anzahl an Sprüngen möglich ist, muss die gesamte Konzentration und Technik, zu einem bestimmten Zeitpunkt im richtigen Moment abgerufen werden.

Beispiel 3 Ängste und Hemmungen: Bei der Ausführung bestimmter Bewegungen oder der Bewältigung spielentscheidender Situation, wie zum Beispiel einem Elfmeter im Fußball, kann mentales Training eine angstfreie und erfolgreiche Durchführung ermöglichen.[12]

Das mentale Training erfolgt sportspezifisch nach unterschiedlichen Kriterien, so dass sich verschiedene Trainingsmethoden entwickelt haben, die sich unterschiedlichen Maßnahmen bedienen und daraus verschiedene Wirkungen resultieren.

Observatives Training

Diese Methode des mentalen Trainings stellt eine Sonderform des Lernens durch Imitation dar. Das Lernen motorischer Fähigkeiten steht hier im Vordergrund, was durch das Aneignen oder das Verbessern der visuellen Bewegungsvorstellung erreicht wird. Die Effektivität dieser Trainingsmethode hängt von diesen Faktoren ab:

- lange, wiederholte Betrachtung der Bewegung
- hohe Aufmerksamkeit und Konzentration
- Beginn und Ende der Bewegung sind klar erkennbar

Filmschleifen oder mehrfaches Vorführen durch einen aktiven Sportler verstärken diesen Effekt.[13]

Beispiel: Ein Torwart schaut sich eine Videoaufnahme eines Profis immer wieder an, um sich dessen idealen Bewegungsablauf einzuprägen.

Verdecktes Wahrnehmungstraining

Der Übende konzentriert sich nicht auf eine zu beobachtende Vorlage, sondern versucht den Bewegungsablauf eines anderen in seiner Vorstellung zu beobachten. Durch mehrmalige Wiederholung wird das innere Bild immer klarer, so dass es leicht fällt die Bewegung in allen zeitlichen, räumlichen und dynamischen Kennzeichen zu verinnerlichen und zu verstehen.[14]

Beispiel: Ein Torwart versucht sich den idealen Bewegungsablauf des anderen Torwarts gedanklich vorzustellen.

Verbales Training

Das verbale Training verbindet die bildliche Vorstellung einer Bewegung oder einer Handlung durch das zusätzliche Mitsprechen bestimmter Befehle. Dies kann auf eine laute Art und Weise geschehen oder man spricht mit sich selbst.[15]

Beispiel: Ein Basketballspieler prägt sich den optimalen Zeitpunkt zur Ausführung eines Blocks mit dem Wort „jetzt“ oder „Block“ ein. Dies verstärkt die Wirkung seiner Ausführung.

Ideomotorisches Training

Das ideomotorische Training beschreibt eine besondere Art des psychologischen Trainings, welche besagt, dass die reine Vorstellung einer Bewegung die Tendenz zu ihrer Ausführung hervorruft. Man stellt sich die jeweilige Bewegung vor, worauf der zu beanspruchende Muskel zuckt und gleichzeitig stärker durchblutet wird.[16]

Beispiel: Ein Fußballer richtet seine Konzentration auf die Ausführung eines Freistoßes, was dazu führt, dass der in Gedanken eingesetzte Oberschenkel, stärker durchblutet wird.

2.4.2. Weitere Trainingsmaßnahmen

Im Bereich der Sportpsychologie gibt es keine einheitliche Theorie, auf die zurückgegriffen werden kann. Durch die terminologische Vielfalt verschiedener Sportarten, sind verschiedene Praktiken und Begrifflichkeiten entstanden, die es im Folgenden zu beleuchten gilt.[17]

Eine entscheidende Bedeutung im Sport nimmt auch die Psychoregulation ein. Sie verfolgt den Zweck, alle psychischen Faktoren einer spezifischen Handlung so zu beeinflussen und zu aktivieren, dass sie zu einem optimalen Handlungsergebnis beitragen. Nicht jeder Sportler der motiviert ist und Ziele verfolgt, besitzt die notwendigen Fähigkeiten, um erfolgreich zu sein. Wille, Entschlusskraft, Selbstbeherrschung und die Konzentration sind bei jedem Sportler auf unterschiedliche Art und Weise erforderlich.[18]

Anhand zweier Schaubilder sollen die möglichen Ursachen und Probleme dieser Themenbereiche dargestellt und die dazu passenden Lösungsmaßnahmen ersichtlich werden.

Probleminhalte

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Probleminhalte Psychoregulation. Quelle: Eigene Darstellung, nach Baumann, 2006, S.93.

Diese Darstellung beschreibt die fünf wichtigen Bereiche der Psychoregulation. Potenzielle Störfaktoren für die optimale Funktionalität dieser Bereiche werden darunter aufgeführt. Nervosität, Ängste und Druckzustände sind potenzielle Störfaktoren der „emotionalen Regulation“. Um diesen Faktoren entgegen zu wirken, gibt es verschieden Maßnahmen und Lösungsansätze in der Psychoregulation.

Spezifische Maßnahmen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Maßnahmen Psychoregulation. Quelle: Eigene Darstellung, nach Baumann, 2006, S.94.

[...]


[1] Kahn, 2001.

[2] Beckmann & Elbe, 2008, S.20.

[3] Vgl. Baumann, 2006, S.16.

[4] Vgl. ebd. S.17.

[5] Vgl. ebd. S.30.

[6] Vgl. Baumann, 2006, S.30f.

[7] Vgl. ebd. S.36.

[8] Vgl. Baumann, 2006, S.61.

[9] Vgl. ebd. S.62.

[10] Vgl. ebd. S.65.

[11] Vgl. ebd. S.66.

[12] Vgl. Baumann, 2006, S.79.

[13] Vgl. ebd. S.71f.

[14] Vgl. Baumann, 2006, S.73f.

[15] Vgl. ebd. S.75f.

[16] Vgl. ebd. S.78.

[17] Vgl. ebd. S.63.

[18] Vgl. Baumann, 2006, S.88.

Details

Seiten
44
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656489894
ISBN (Buch)
9783656491729
Dateigröße
731 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v232924
Institution / Hochschule
Macromedia Fachhochschule der Medien Stuttgart
Note
1,0
Schlagworte
Sportpsychologie Sportwissenschaft Fußball Sportpsychologie im Fußball

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