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Finanzierungsformen und Kapitalbeschaffung mittels der Crowdsourcinginstrumente Crowdfunding und Crowdinvesting

Dargestellt am Beispiel zur Finanzierung eines Buchprojektes

Hausarbeit (Hauptseminar) 2013 47 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einführung in das Thema

2 Klassische Finanzierungsformen
2.1 Eigenfinanzierung
2.2 Fremdfinanzierung
2.3 Beteiligungsfinanzierung
2.4 Mischformen der Finanzierung

3 Crowdsourcing, Crowdinstrumente
3.1 Crowdfunding
3.2 Crowdinvesting

4 Anwendung der Theorien auf ein Praxisbeispiel
4.1 Beispiel Buchprojekt
4.2 Anwendung und Empfehlung der Finanzinstrumente
4.2.1 Eigenfinanzierung
4.2.2 Fremdfinanzierung
4.2.3 Beteiligungsfinanzierung
4.2.4 Mischformen der Finanzierung
4.2.5 Crowdsourcing/Crowdinstrumente
4.2.6 Crowdfunding/Crowdinvesting

5 Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die Einteilungsmöglichkeiten des Fremdkapitals, mod. n. Wöhe/Döring 2008: 595; Perridon u. a. 2009: 384 und eigene Darstellung

Abbildung 2: Der Einsatz der Crowd, Quelle: mod. u. in Anlehnung an Chard u. a. (2010: 58) zit. n. Howe 2009 und eigene Darstellung R. H

Abbildung 3: Crowdfunding-Engagement der Geldgeber nach Finanzierungsarten, Quelle: mod. u. in Anlehnung n. Beck (2012: 15f.) und eigene Darstellung R. H

Abbildung 4: Idealtypische Schritte/Merkmale eines Crowdinvestings, Quelle: mod. n. Beck (2012: 11 u. 18) und eigene Darstellung R. H

Abbildung 5: Bildhafte Darstellung Fallbeispiel, Veröffentlichung eines Buches von Frau H., eigene Darstellung R. H

Abbildung 6: Eigenfinanzierung für das Buchprojekt, eigene Darstellung R.H

Abbildung 7: Beteiligungsfinanzierung Buchprojekt von Frau H. eigene Darstellung R.H

Abbildung 8: Praktische Anwendung der Crowdinstrumente zum Buchprojekt von Frau H., eigene Darstellung R.H

Abbildung 9: Prüfkriterien Crowdfunding-Plattform und Auswirkung auf den Finanzierungsbedarf, Quelle: eigene Darstellung R.H

Abbildung 10: Merkmale für die Auswahl von Crowdinvestinplattformen, Quelle: eigene Darstellung R.H

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einführung in das Thema

Mit der Bestsellerverfilmung „Eat, Pray and Love“ von Regisseur Ryan Murphy (2010), basierend auf dem Roman von Gilbert (2010), wurde das Medium einer Crowdfinanzierung zum Aufbau eines alternativen Gesundheitszentrums auf Bali der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit Hilfe von E-Mails (elektronischer Post) gelang es finanzielle Mittel für eine Geschäftsidee aufzubringen und diese zum Leben zu erwecken. Im WWW (World Wide Web) und dessen Internetplattformen wird diese Finanzierungsform mit den Begriffen Crowdsourcing und/oder Crowdfunding bezeichnet. Mit einer gezielten Nutzeransprache[1] sollen viele Menschen für eine Idee, Projekt oder zur Beschaffung von Finanzmitteln für ein Engagement begeistert werden. Dies ergibt die Frage nach den Grundlagen des Finanzierungsbegriffes und Finanzierungsformen – in dieser Arbeit u. a. die Crowdfinanzierung – und wie diese zur Unternehmens- bzw. Projektfinanzierung dienen.

Bei Existenzgründungen oder Projektfinanzierungen können Geldmittel die Kernfrage sein. Sicherheiten zur Deckung der benötigten Investitionsbedarfe fehlen. Meist kann die Entwicklung der Kundennachfrage, Umsatzpotential und Ertragslage nur geschätzt werden. Der Finanzierungsbegriff dient zur Aufstellung einer Finanzstruktur für eine Unternehmung oder Projekte mittels Kapitalgeber, den Gläubigern. Neben den begrifflichen Klärungen der klassischen Finanzierungsformen soll in dieser Arbeit die Alternative des Crowdsourcing betrachtet werden. Akzentuiertes Ziel der Arbeit ist beispielbezogen aufzuzeigen, welche Finanzierungsformen zur Befriedigung eines Finanzmittelbedarfs geeignet sind respektive wie eine benötigte Kapitalsumme beschafft werden kann.

Die Basisbegriffe zur klassischen Finanzierung, wie Eigenfinanzierung, Fremdfinanzierung, Beteiligungsfinanzierung und Mischformen der Finanzierung werden in Kapitel zwei voneinander abgegrenzt. Danach folgen in Kapitel drei, eine Vorstellung der Bestandteile des Crowdsourcing. Die Untersuchung gilt in der Hauptsache den Finanzierungsformen des Crowdfunding bzw. Crowdinvesting. Kapitel vier beginnt mit einer Beschreibung des Praxisbeispiels an dem, die in den Kapiteln zwei und drei vorgestellten theoretischen Ansätze, auf Ihre Anwendbarkeit diskutiert und praxisorientierte Handlungsempfehlungen für ein Buchprojekt entwickelt werden. Der Ausblick in Kapitel fünf betrachtet das Ergebnis in der Gesamtheit und soll zukünftige Entwicklungen der Finanzierungsformen, in der Hauptsache des Crowdfundings bzw. Crowdinvestings aufzeigen.

2 Klassische Finanzierungsformen

Nahezu täglich wird das Wort Finanzierung oder Geld ausgesprochen. Bereits die Luther Bibel bezeichnet Geld als Tauschmittel, eine Zahlung gegen Leistungserbringung und definiert „nimm von mir das Geld für den Acker“ (Luther Bibel 1. Mose: 23, 13). Eine Geldsumme wird als Kapital bezeichnet. Finanzierung kann als Kapital- bzw. Geldbeschaffung mit einer fest vereinbarten Rückzahlung verstanden werden (vgl. Zantow/Dinauer 2011: 24, 35). „Finanzieren heißt, Rechte zu verkaufen und gegen Geld Pflichten zu übernehmen, deren Kern spätere Auszahlungen sind“ (Spreemann 1996: 91). „Finanzierung bedeutet: Bereitstellung von Geld zur Durchführung einer Investition“ (Wöhe/Döring 2008: 519).

Finanzierung ist nach Innen- und Außenfinanzierung unterteilt (vgl. Perridon u. a. 2009: 359, Wöhe/Döring 2008: 519). Innenfinanzierung ist die Kapitalbeschaffung mittels Kapitalfreisetzung durch Umsätze oder Vermögensumschichtungen in einer Unternehmung. Außenfinanzierung ist die Geldbeschaffung von Kapitalgebern außerhalb der Unternehmung (vgl. Spremann 1996: 323, Wöhe/Döring 2008: 519). Kapitalgeber sind natürliche und/oder juristische Personen, welche Geld gegen ein Recht auf Rückzahlung, dem Kapitalnehmer zur Verfügung stellen (vgl. Spremann 1996: 91).

2.1 Eigenfinanzierung

Bereits die erste Kapitalzahlung mit Geld, Waren oder Sachbeständen welche von außen einer Unternehmung zufließen (Außenfinanzierung), ist Eigenfinanzierung. Finanzkapitalgeber sind Eigentümer der Unternehmung. Diese Finanzmittel werden als Eigenkapital bezeichnet. Die Finanzierung kann durch Erhöhung der Einlagen, zusätzlichem Eigenkapital sowie Aufnahme von Gesellschaftern geschehen. Der Kapitalgeber erwirbt die rechtliche Stellung des (Mit-)Eigentums (vgl. Laemmermann 2012:17, Putnoki u. a. 2011: 81, Spremann 1996: 202, Wöhe/Döring 2008: 228). Zantow/Dinauer (2011: 44) definieren:

„Eigenfinanzierung führt zur Gesellschafterstellung des Finanziers. Daraus resultieren Mitwirkungs- und Kontrollrechte. Die Vergütung von Eigenkapitalgebern ist der Gewinnanteil. Das Eigenkapital haftet im Insolvenzfall für die Verbindlichkeiten gegenüber den Gläubigern“ (Zantow/Dinauer 2011: 44).

Eigenfinanzierung ist auch Selbstfinanzierung, wie z. B. Umschichtungen unternehmensinterner Gelder (Gewinne), welche der Innenfinanzierung anzurechnen sind. Die Eigenfinanzierung kann sowohl Innen- als auch Außenfinanzierung sein. Finanzierungsmischformen können der Eigenfinanzierung, da Sie Kapital mit Beteiligungswirkung zuführen, ebenso durch zeitliche Befristungen der Außen-/Fremdfinanzierung zugeordnet sein (vgl. Laemmermann 2012: 17, Zantow/Dinauer 2012: 46).

2.2 Fremdfinanzierung

Der Unternehmung werden Kapital, Geld oder geldähnliche Güter von außen von unternehmensfremden Personen oder Organisationen beschafft (vgl. Becker 2008: 105, Spremann 1996: 202). Fremdfinanzierung bzw. Fremdkapital beschreibt Zantow/Dinauer (2011: 44) mit der Aussage:

„Fremdkapitalgeber überlassen ihre Mittel anders als Eigenkapitalgeber dem[!] Unternehmen in der Regel nur befristet[2]. Ihre Vergütung ist ein fest vereinbarter Zins. Sie erhalten ihr Kapital in nomineller Höhe am Ende der Finanzierungszeit zurück“ (Zantow/Dinauer 2011: 44).

Bevor Fremdkapitalgeber, vgl. Abb. 1, Anlage 1, Gelder bereitstellen, werden i. d. R. Sicherheiten verlangt. Mit einer Offenlegung der Verhältnisse muss der Kapitalnehmer dem Fremdkapitalgeber glaubhaft nachweisen, wofür die Kapitalmenge verwendet werden soll. Geprüft werden die rechtliche Kreditfähigkeit sowie die persönliche und wirtschaftliche Kreditwürdigkeit. Der Fremdkapitalgeber entscheidet dann, ob Fremdkapital mittels eines sog. Kredites, d. h. eine Geldmengenüberlassung auf Zeit für einen Zweck und Entgelt, ausgereicht wird (vgl. Bleis 2012: 91; Spremann 1996: 202; Perridon u. a. 2009: 384).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die Einteilungsmöglichkeiten des Fremdkapitals, mod. n. Wöhe/Döring 2008: 595; Perridon u. a. 2009: 384 und eigene Darstellung

Fremdfinanzierung wird, wie in Abb. 1 vorgestellt, ebenso in Rückstellungs- und Kreditfinanzierung eingeteilt:

- Rückstellungsfinanzierungen lösen zur Innenfinanzierung der Unternehmung für zukünftige Projekte oder Verbindlichkeiten ohne rechtliches Schuldverhältnis an Dritte Personen, selbstfinanzierende Wirkungen aus. Echte fremdkapitalorientierte Rückstellungen werden in der Unternehmung für Verbindlichkeiten mit wirtschaftlichem Ursprung in der Vergangenheit und Verpflichtung zur Leistung gegenüber Dritten Personen, die mit bekannter Summe und Fälligkeit eindeutig feststehen, gebildet (vgl. Becker 2012: 105; Perridon u. a. 2009: 483, Wöhe/Döring 2008: 794).
- Basis der Kreditfinanzierung ist, dass zeitlich befristetes Fremdkapital von außen zufließt. Für Kapitalgeber entstehen Rechte z. B. Kreditrückzahlung oder Kündigungsrechte. Jedoch keine Mitspracherechte an der Unternehmung oder Beteiligung an den Gewinnen, sondern es gelten Haftungsausschlüsse für Unternehmensrisiken (vgl. Bleis 2012: 91; Perridon u. a. 2009: 383).

Fremdfinanzierung wird zusätzlich nach Laufzeit der Kapitalüberlassung, Herkunft des Kapitals, der rechtlichen Sicherung oder der geplanten Verwendung unterteilt (vgl. Wöhe/Döring 2008: 595; Perridon u. a. 2009: 384).

2.3 Beteiligungsfinanzierung

Beteiligung bedeutet, an etwas teilhaben oder bestimmen lassen. Beteiligungsfinanzierung ist „wenn einem Unternehmen Eigenkapital von außen zugeführt wird“ (Wöhe/Döring 2008: 590). „Der bisherige Kreis der Eigenkapitalgeber wird […] erweitert“ (Spremann 1996: 202). Dies erklären Perridon u. a. (2009: 360):

„Die Einlagen- und Beteiligungsfinanzierung umfasst alle Formen der Beschaffung von Eigenkapital durch Kapitaleinlagen von bisher bereits vorhandenen oder neu hinzutretenden Gesellschaftern der Unternehmung. Sie findet stets bei Gründung einer Unternehmung statt, aber auch bei späteren Kapitalerhöhungen“ (Perridon u. a. 2009: 360).

Beteiligungsfinanzierungen, wie Einlagen, Aktien, Genossenschaftsanteile u. a. werden vertraglich vereinbart (vgl. Spremann 1996: 271f). Beteiligungsfinanzierungen erfordern oft die Aufnahme weiterer Gesellschafter, mit denen Unternehmensrechte und Führungsanteile geteilt werden müssen. Um dies zu vermeiden, kommen Kapitalbeteiligungsgesellschaften (Venture Kapital) oder Private Equity-Fonds auf Zeit zum Einsatz (vgl. Perridon u. a. 2009: 362, Wöhe/Döring 2008: 591 u. 623, Zantow/Dinauer 2011: 99 u. 121).

2.4 Mischformen der Finanzierung

Finanzierungsmischformen gehören entweder der Eigen- und/oder der Fremdfinanzierung an. Als Auswahl dieser Finanzierungsformen werden vorgestellt:

- „Mezzanine Finanzierungsinstrumente (auch: Mezzanine Capital oder mezzanines Kapital) führen zu Kapital, dessen Charakter zwischen Eigen- und Fremdkapital ist (Zwitterform). Mezzanine Capital ist also eine Hybridform der Finanzierung“ (Zantow/Dinauer 2011: 44).
- „Unter Factoring versteht man den Ankauf von Forderungen durch einen Factor. […] Der Käufer übernimmt die Finanzierungsfunktion (Mittelbereitstellung vor Fälligkeit der Forderung), die Dienstleistungsfunktion (Verwaltung und Überwachung des Forderungsbestandes) und das Forderungsausfallrisiko. Für die Übernahme dieser Funktionen berechnet der Factor eine Übernahmegebühr“ (Wöhe/Döring 2008: 612).
- „Unter Leasing versteht man die entgeltliche Nutzungsüberlassung eines Wirtschaftsgutes auf Zeit durch Finanzierungsinstitute[3] “ (Perridon u. a. 2009: 453). „Bei der Leasing-Variante Sale and Lease Back[4] erwirbt die Unternehmung die Anlagegüter zunächst selbst (oder hat sie bereits in ihrem Besitz) und veräußert sie dann an eine Leasing-Gesellschaft, die die Anlagegüter ihrerseits wiederum der Unternehmung vermietet. Diese Form des Leasings dient in erster Linie der [..] [Kapitalbeschaffung][5] “ (Perridon u. a. 2009: 453).

Auch gibt es hybride Finanzierungsinstrumente wie Stille Beteiligungen, Genussscheinkapital, Kommanditeinlagen und Wandelanleihen (vgl. Beck 2012: 17, Perridon u. a. 2009: 383, Spremann 1996: 277 ff., Wöhe/Döring 2008: 594 ff.).

3 Crowdsourcing, Crowdinstrumente

Begriffschöpfer war der Redakteur Jeff Howe (2006), der mit seinem Wired-Artikel „The Rise of Crowdsourcing“[6] die Erscheinung, welche über das World-Wide-Web (WWW) auf Webseiten i. d. R. mittels eines Blog entsteht, publizierte (vgl. Chard u. a. 2010: 57). Blog ist eine Kurzfassung von Web log und ist ein aktualisierbares Tagebuch für Berichte u. a. basierend auf dem Web 2.0 mit eigener Kommunikationskultur. Mit einer unbekannten Masse von Internetnutzern werden Informationen geteilt (vgl. Kollmann 2013a, Meffert u. a. 2012: 666). Howe (2006) definierte Crowdsourcing, indem beide Wörter Crowd (Masse) und Outsourcing (Auslagerung) zusammengefasst wurden:

- “The White Paper Version[7]: Crowdsourcing is the act of taking a job traditionally performed by a designated agent (usually an employee) and outsourcing it to an undefined, generally large group of people in the form of an open call” (Howe 2006b).
- “The Soundbyte Version[8]: The application of Open Source principles to fields outside of software” (Howe 2006b).

Sinngemäß übersetzt bedeutet die Definition eine „Auslagerung von Aufgaben, die […] von Mitarbeitern innerhalb eines Unternehmens bearbeitet werden, an eine undefinierte große Gruppe von Menschen außerhalb des Unternehmens. Diese Gruppe wird in der Regel über Ausschreibungen, die im Internet veröffentlicht werden, angesprochen“ (Chard u. a. 2010: 57 zit n. Howe 2006b). Aufgaben wie Innovationen, operative Aktivitäten, Produktentwicklungen werden an externe Nutzer in sozialen Netzwerken im Internet abgegeben (vgl. Chard u. a. 2010; 57, Gassmann 2010: 172, Howe 2006b; Kollmann 2013b).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Der Einsatz der Crowd, Quelle: mod. u. in Anlehnung an Chard u. a. (2010: 58) zit. n. Howe 2009 und eigene Darstellung R. H.

Gemeinsamkeit aller Instrumente ist vgl. Abb. 2, Anlage 2, die Aufgabenlösung mittels Wissen (Crowdwisdom), Kreativität (Crowdcreation), Tests (Crowdtesting), Abstimmungen (Crowdvoting) oder Geld (Crowdfunding/-investing) durch eine Gruppe Menschen, die Interessen teilen (Sobczak/Groß 2010: 43).

- Der Begriff Crowdwisdom[9] bedeutet übersetzt, Massenweisheit und wird als kollektive Intelligenz im Web 2.0 bezeichnet (vgl. Lackes 2013, Sobzak/Groß 2010: 20). Zentrales Prinzip ist, dass Gruppen mehr Wissen bündeln, als dies Einzelpersonen haben. Der Trick liegt in den Voraussetzungen, in denen das Gruppenwissen ausgedrückt werden kann (vgl. Howe 2008: 280; Sobzak/Groß 2010: 43). „Jedes Individuum besitzt Fähigkeiten, Wissen und Talente“ (Sobzak/Groß 2010: 43). Gruppen von Individuen haben eine kollektive Intelligenz, welche bspw. für Vorhersagen nutzbar und wertvoll ist (vgl. Chard u. a. 2010: 58, Sobzak/Groß 2010: 43).
- Crowdcreation[10] ergibt die Worte Crowd (Masse) und Creation (Kreativität). „Kreativität bezeichnet i. d. R. die Fähigkeit eines Individuums oder einer Gruppe, in phantasievoller gestaltender Weise zu denken und zu handeln“ (Maier 2013). Bei Crowdcreation wird das kollektive Gehirn der Nutzer angeklickt, um der kreativen Energie neue Lösungen zu entlocken. Die Crowdlösungen zur Entwicklung oder Verbesserung von Produkten bzw. Anwendungen können bearbeitet, verwendet und sogleich durch die Crowd getestet (Crowdtesting[11]) sowie genutzt werden (vgl. Chard u. a. 2010: 58, Gassmann 2010: 172, Howe 2008: 177).
- Mittels Crowdvoting[12] werden Nutzer zur Meinungsabgabe über Sachverhalte aufgefordert (vgl. Chard u. a. 2010: 58). Das Votum erfolgt mittels Text-Nachricht, Telefonanruf oder Internetklick und liefert ein Ergebnis (vgl. Howe 2008: 177). Eigene Interpretationen der Votingergebnisse und Bewertung von Entscheidungen verbleiben beim Auftraggeber (vgl. Lawton/Marom 2010: 84).

[...]


[1] Personenbezogene Bezeichnungen gelten als geschlechtsneutral.

[2] Zantow/Dinauer (2011:44); Herv. im Orig. kursiv.

[3] Perridon u. a. 2009: 453; Herv. im Orig. fett u. blau.

[4] Perridon u. a. 2009: 455; Herv. im Orig. fett u. blau.

[5] Einfügung der Verfasserin.

[6] Herf. d. Verf. kursiv.

[7] Howe (2006b); im Orig fett.

[8] Howe (2006b); im Orig fett.

[9] Herf. d. Verf. kursiv.

[10] Herv. d. Verf. kursiv.

[11] Herv. d. Verf. kursiv.

[12] Herv. d. Verf. kursiv.

Details

Seiten
47
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656500766
ISBN (Buch)
9783656501398
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v233405
Institution / Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,3
Schlagworte
Crowdsourcing Crowdwisdom Crowdvoting Crowdcreation Crowdfunding Crowdinvesting Eigenfinanzierung Innenfinanzierung Außenfinanzierung Fremdfinanzierung Beteiligungsfinanzierung Mezzaninefinanzierung Factoring Leasing Rückstellungsfinanzierung Kreditfinanzierung Bonität Kredit Darlehen Aktien Genossenschaften Business

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Titel: Finanzierungsformen und Kapitalbeschaffung mittels der Crowdsourcinginstrumente Crowdfunding und Crowdinvesting