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Der Gesundheitsbericht Gesundheitliche und soziale Lage der Schulanfänger in Berlin-Mitte'

Referat (Ausarbeitung) 2003 14 Seiten

Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aufbau und Hauptthemen des Berichtes

3. Der Bezirk Berlin-Mitte – Bevölkerungs- und Sozialstruktur

4. Indikatoren der sozialen Lage
4.1 Sozialhilfebezug bei Kindern
4.2 Schulbildung der Mütter
4.3 Der Sozialindex des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen des Landes Brandenburg
4.3.1 Das Verfahren zur Ermittlung des Sozialindexes
4.3.2 Schichtzugehörigkeit der Schulanfänger

5. Auswertungsergebnisse der Schuleingangsuntersuchung 2001/2002
5.1 Herkunft der untersuchten Kinder
5.2 Auswertungsergebnisse nach sozialer Schicht
5.3 Übergewicht bei Schulanfängern in Berlin-Mitte

6. Handlungsempfehlungen

7. Schlussbetrachtung – eigene Bewertung des Berichtes

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Gesundheitsbericht befasst sich mit der gesundheitlichen und sozialen Lage der Schulanfänger im Bezirk Berlin-Mitte. Er ist im November 2001 erschienen, wurde vom „Bezirksamt Mitte von Berlin“ herausgegeben und von Jeffrey Butler (Plan- und Leitstelle Gesundheit, Bereich Gesundheitsberichterstattung) bearbeitet.

Ziel des Berichtes ist es über Gesundheit und soziale Lage sowie vorhandene Projekte der Gesundheitsförderung für Kinder im Bezirk zu informieren sowie Probleme hinsichtlich der gesundheitlichen und sozialen Lage von Kindern im Bezirk aufzuzeigen, um vordringliche Handlungsbedarfe zu benennen (Bezirksamt Mitte von Berlin, S.III). Der Bericht soll Bilanz und Entscheidungsgrundlage für Politik und Verwaltung sein sowie Akteuren vordringliche Probleme und Ansatzpunkte aufzeigen und eine Orientierung geben, welche Maßnahmen angesichts der Problemlage geeignet erscheinen (III).

Der Bericht richtet sich daher an alle Akteure, die im Bezirk mit der Gesundheit von Kinder befasst sind und sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen und gesundheitlichen Lage der Kinder in Berlin-Mitte einsetzen wollen (III). Neben Verwaltung und Politik richtet sich der Bericht auch an den interessierten Bürger.

Im Bericht werden u.a. Daten der amtlichen Bevölkerungs- und Sozialstatistik ausgewertet. Der Hauptteil des Berichtes (31 - 61) stützt sich auf Daten der Schuleingangsuntersuchung des Jahrgangs 2001/2002.

Im folgenden werden insbesondere diejenigen Aspekte vorgestellt, die sich unmittelbar auf die Lage von Kindern in Berlin-Mitte beziehen, denn weite Teile der ersten Kapitel geben eher einen generellen Eindruck der Bevölkerungsstruktur und der sozialen Lage im Bezirk ohne sich dabei ausdrücklich auf die Lage der Kinder zu beziehen.

Ausführlicher wird auf die verwendeten Indikatoren der sozialen Lage eingegangen.

Hinsichtlich der Ergebnissen der Schuleingangsuntersuchung wird dargestellt werden, in welcher Form ein Zusammenhang zwischen sozialer Schicht und den untersuchten Variablen festgestellt werden konnte. Ausführlicher wird hierbei auf das Vorkommen von Übergewicht bei Kindern im Bezirk-Mitte eingegangen.

Abschließend wird dargestellt, welche der untersuchten Aspekte im Bericht als vordringliche Handlungsbedarfe benannt werden und in welcher Form Handlungsempfehlungen und Gesundheitsziele formuliert werden.

Auf die bereits vorhandenen bezirklichen Projekte der Gesundheitsförderung für Kinder, die der Bericht vorstellt, kann nicht ausführlich eingegangen werden.

Zunächst wird ein Überblick über den Aufbau des Berichtes und seine Themen gegeben.

2. Aufbau und Hauptthemen des Berichtes

In den ersten Kapiteln gibt der Bericht einen Überblick über die Bevölkerung sowie die soziale Lage in Berlin-Mitte. Im Kapitel „Bevölkerung“ wird die Bevölkerungsstruktur in Berlin-Mitte und seiner Bezirksteile betrachtet (1-5). Detaillierter erfolgt die Betrachtung der Bevölkerungsgruppe der Migranten (5-9). Abschließend stellt das Kapitel die Ergebnisse einer Bevölkerungsprognose (9-11) für Berlin-Mitte vor. Als Datengrundlage dieses Abschnittes wurde insbesondere die Bevölkerungsstatistik des statistischen Landesamtes genutzt.

Im zweiten Kapitel (S. 13ff) erfolgt eine Betrachtung der sozialen Lage im Bezirk. Hierzu werden Einzelindikatoren und Sozialindices herangezogen. Als Datengrundlage werden überwiegend Daten des Statistischen Landesamtes (u.a. amtliche Sozialstatistik, Arbeitslosenstatistik, Mikrozensusdaten) genutzt.

Das Kapitel „Gesundheit der Schulanfänger“ (34-61) ist das eigentliche Kernkapitel des Berichtes. Der Abschnitt basiert auf Daten der Schuleingangsuntersuchung 2001/2002 (S.33) und gibt die Auswertung dieser Datenquelle für den Bezirk wider. Dabei wird auf die folgenden Themen näher eingegangen:

Herkunft und Deutschkenntnisse der Schulanfänger, Besuch von Gemeinschaftseinrichtun-gen, Empfehlungen zum Schulanfang, Vorkommen von Übergewicht, Inanspruchnahme von Früherkennungsuntersuchungen und Schutzimpfungen.

Im letzten Kapitel (63-78) werden Projekte der Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche dargestellt, die einen Teil der im Bericht vorgestellten Probleme im Bezirk aufgreifen. Dargestellt werden u.a. Projekte aus den Bereichen:

Ernährung und Bewegung, Suchtprävention, Unfallprävention, Sprachförderung und Interkulturelle Öffnung der gesundheitlichen Versorgung.

Der Bericht endet mit einer Zusammenfassung für den „schnellen Leser“ in der die Zusammenfassungen und Handlungsempfehlungen der vorangegangenen Kapitel zusammengeführt werden.

3. Der Bezirk Berlin-Mitte – Bevölkerungs- und Sozialstruktur

Berlin-Mitte ist mit etwa 316.000 Einwohnern der drittgrößte Bezirk Berlins (1).

Mit einem Migrantenanteil von 26.5% ist Berlin-Mitte der Bezirk mit dem höchsten Migrantenanteil in Berlin (5).Insbesondere in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen ist der Migrantenanteil hoch. Die Bevölkerungsprognose der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung prognostiziert zudem einen deutlichen Anstieg. In der Altersgruppe der 0-20jährigen soll der Migrantenanteil hiernach 2015 bei 50% liegen (11).

Der Bericht charakterisiert Berlin-Mitte als sozial benachteiligten Bezirk (13). So hat der Bezirk mit 20.7% eine hohe Arbeitslosenquote (14). Zudem liegt der Anteil der Empfänger von laufender Hilfe zum Lebensunterhalt mit 13% über dem Berliner Durchschnitt (19). Über 40% der Bevölkerung in Berlin-Mitte hat ein niedriges Bildungsniveau (Hauptschulabschluss/ keinen Abschluss) und nahezu 40% der Bevölkerung im Bezirk hat keine Berufsausbildung (22f).

Die Daten für den Gesamtbezirk geben nur ein ungenaues Bild der Lage wieder, denn Berlin-Mitte ist ein Bezirk, der durch die Zusammenlegung dreier unterschiedlicher Bezirke (Wedding, Tiergarten, Mitte (alt)) gebildet wurde (12). Der Bericht zeigt deutlich, dass der neue Bezirk sich aus Bezirksteilen mit sehr unterschiedlicher Sozialstruktur und Problemkonstellation zusammensetzt (13). Dabei stellt sich die Situation im Bezirksteil Wedding am ungünstigsten dar, ähnelt aber insgesamt der Lage im Bezirksteil Tiergarten. Die Situation im Bezirksteil Mitte (alt) ist dagegen deutlich positiver (13).

4. Indikatoren der sozialen Lage

Der Gesundheitsbericht betrachtet als Indikatoren der sozialen Lage die Aspekte Arbeitslosigkeit (Arbeitslosenquote), Einkommen (durchschnittliches Haushaltsnettoeinkommen), Sozialhilfebezug (Empfänger von laufender Hilfe zum Lebensunterhalt) sowie Schul- und Berufsbildung und zieht Sozialindices heran, um Aussagen zur sozialen Lage zu machen (vgl 13-30).

Einige der angewandten Indikatoren beschreiben eher die soziale Lage im Bezirk allgemein und lassen keine unmittelbaren Aussagen zur sozialen Lage der Kinder in Berlin-Mitte zu (z.B. Arbeitslosenquote (15), durchschnittliches Haushaltsnettoeinkommen (17), Sozialindex der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales und Frauen (26)). Ausführlicher werden im folgenden nur solche Indikatoren dargestellt, die diese direkteren Aussagen ermöglichen. Dies sind v.a. die Aspekte „Sozialhilfebezug bei Kindern“(20), „Schulbildung der Mütter“(24) sowie der Sozialindex des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen des Landes Brandenburg (27).

4.1 Sozialhilfebezug bei Kindern

In keinem anderen Berliner Bezirk ist der Anteil von Kindern und Jugendlichen, die laufende Hilfe zum Lebensunterhalt beziehen, höher als in Berlin-Mitte. Hier leben 26.3% der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren von Sozialhilfe „und damit in relativer Armut“ (19).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schaubild 2.7. (vgl. 20) zeigt, wie sich die Anteile von Kindern und Jugendlichen, die laufende Hilfe zum Lebensunterhalt beziehen, nach Altersgruppen unterscheiden. Insgesamt kann festgehalten werden: Je jünger die Kinder sind, desto größer ist der Anteil der Sozialhilfeempfänger in der Altersgruppe.

Zudem sind hier die genannten Unterschiede der Bezirksteile deutlich erkennbar. Während in Mitte (alt) der Anteil der Sozialhilfeempfänger fast in allen Altersgruppen unter dem Berliner Durchschnitt liegt, liegen die Anteile insbesondere in Wedding deutlich darüber. Hier beziehen um 40% der unter 3jährigen Kinder Sozialhilfe.

Der Bericht verdeutlicht zudem (vgl Schaubild 2.8., S.21), dass die „nichtdeutsche Bevölkerung insbesondere von relativer Armut betroffen ist“(21). In allen Altersgruppen sind die Anteile an Sozialhilfeempfängern bei der nichtdeutschen Bevölkerung höher. Besonders hoch sind auch hier die Anteile bei den Kindern. 54% der nichtdeutschen Kinder unter 3 leben in Berlin-Mitte von Sozialhilfe.

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Details

Seiten
14
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638265584
Dateigröße
860 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v23435
Institution / Hochschule
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg – Fachbereich Sozialpädagogik
Note
1,0
Schlagworte
Gesundheitsbericht Gesundheitliche Lage Schulanfänger Berlin-Mitte Seminar Soziale Ungleichheit Gesundheit

Autor

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