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Arthur Schnitzlers "Traumnovelle" und Stanley Kubricks "Eyes Wide Shut". Vergleich im Hinblick auf Handlungsverlauf und Figurenkonstellationen

Hausarbeit 2004 18 Seiten

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. „Traumnovelle“
1.1 Kurzbiografie Arthur Schnitzlers
1.2 Entstehungskontext der „Traumnovelle“
1.3 Inhalt und Thematik
1.4 Analyse- und Interpretationsansätze

2. „Eyes Wide Shut“
2.1 Kurzbiografie Stanley Kubricks
2.2 Entstehungskontext des Films „Eyes Wide Shut“
2.3 Analyse- und Interpretationsansätze

3. Vergleich der „Traumnovelle“ mit „Eyes Wide Shut“
3.1 Einleitende Bemerkungen
3.2 Unterschiede im Handlungsverlauf
3.3 Unterschiede in den Figurenkonstellationen

Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Filmverzeichnis

Einleitung

Den Hauptgegenstand der vorliegenden Hausarbeit bildet der Vergleich von Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“ mit der von Stanley Kubrick inszenierten Adaption „Eyes Wide Shut“. Da die Handlung des Films rund achtzig Jahre später angesiedelt ist als die des Romans, und sie zudem noch an einem anderen Schauplatz stattfindet, liegt der Schwerpunkt der Analyse hier auf den vorgenommenen Veränderungen bezüglich der Handlung und der Figuren. Es wird also untersucht, inwiefern das Geschehen der „Traumnovelle“ für die Verfilmung an einigen Stellen abgewandelt und unter dem Aspekt des Zeitgemäßen eben auch ,modernisiert’ wurde.

Bevor es jedoch zum eigentlichen Vergleich der „Traumnovelle“ mit „Eyes Wide Shut“ kommt, wird zunächst ein kurzer Inhaltsüberblick gegeben, und es wird auf die jeweils wichtigsten und relevantesten biografischen Umstände von Arthur Schnitzler und Stanley Kubrick näher eingegangen. Außerdem werden ihre hier untersuchten Werke jeweils in Beziehung zum Entstehungskontext gesetzt und darüber hinaus noch einige Analyse- und Interpretationsansätze vorgestellt.

1. „Traumnovelle“

1.1 Kurzbiografie Arthur Schnitzlers

Arthur Schnitzler wurde am 15.05.1862 als ältester Sohn in eine wohlhabende Arztfamilie des Wiener Bürgertums hineingeboren, wodurch seine berufliche Bestimmung in gewisser Weise bereits feststand. Denn ebenso wie schon sein Vater, studierte auch Schnitzler Medizin. Er besuchte ab 1879 die medizinische Fakultät der Wiener Universität, promovierte 1885, arbeitete danach zwei Jahre als Sekundararzt am Allgemeinen Krankenhaus und anschließend weitere fünf Jahre als Assistent seines Vaters an der Poliklinik. Nach dessen Tod 1893 eröffnete er eine Privatpraxis.[1]

Dass Schnitzler jedoch auch andere Ambitionen hatte, zeigte sich bereits während seiner Kindheit: „Früh fühlte sich Schnitzler von der Bühne als Welt der Verkleidungen, des Spiels und des Scheins angezogen.“[2] Mit achtzehn Jahren hatte er bereits dreiundzwanzig Dramen verfasst und weitere dreizehn begonnen. Der endgültige Übergang „von der Doppelexistenz als Arzt und Literat zum Schriftstellerberuf“[3] vollzog sich in den frühen 90er Jahren. Schnitzlers naturwissenschaftliche Schulung und seine praktischen Erfahrungen als Arzt sind dabei im Hinblick auf sein Werk von entscheidender Bedeutung. Auch teilte er das „Interesse für psychisch verursachte Erkrankungen und neue psychotherapeutische Heilmethoden“[4] mit seinem Zeitgenossen Sigmund Freud. Während Freud sich jedoch wissenschaftlich damit auseinander setzte, versuchte Schnitzler sich diesem Thema eher auf literarischem Wege zu nähern. Weitere Interessengebiete, mit denen er sich immer wieder beschäftigte, sind die „Ehe als einzige gesellschaftlich sanktionierte Form der geschlechtlichen Beziehung zwischen Mann und Frau“[5] und der individuelle Mensch. Seine Stoffe sind zudem meist im Wien der Jahrhundertwende angesiedelt.

Am 21.10.1931 starb Arthur Schnitzler an einem Gehirnschlag in seiner Geburtsstadt Wien.

1.2 Entstehungskontext der „Traumnovelle“

Die Thematik der „Traumnovelle“ knüpft in gewisser Weise an Schnitzlers Arbeit als Redakteur der von seinem Vater begründeten „Internationalen Klinischen Rundschau“ an, für die er von 1887 bis 1893 verschiedene Beiträge verfasste. In einem 1888 dort erschienenen Artikel beschäftigte sich Schnitzler bereits mit der ethischen Seite seiner Standesinteressen. In dem Artikel wird, wie auch durch die Charakterisierung einiger Figuren aus der „Traumnovelle“, der Vorwurf formuliert, dass Mediziner keineswegs immer dem Idealbild ihres Berufsstandes entsprechen.[6]

Eine erste Erwähnung der eigentlichen Geschichte findet sich in einem Tagebuch-eintrag Schnitzlers vom 15.06.1907. Eine ausführlichere, im Nachlass erhaltene Skizzierung des Geschehens der „Traumnovelle“ ist auf den 20.06.1907 datiert.[7]

1.3 Inhalt und Thematik

Die „Traumnovelle“ erzählt von der Ehekrise des Paares Fridolin und Albertine, deren Auslöser das gegenseitige Gestehen von erotischen Erlebnissen bzw. Fantasien während einer gemeinsamen Dänemarkreise darstellt. „Beide waren damals der Versuchung, einem anderen Partner zu folgen, nur durch äußere Umstände entgangen, so daß die seelische Realität des ungelebten Lebens die Harmonie ihres Zusammenlebens scheinhaft werden ließ.“[8][9]

Vom jeweiligen Geständnis des Partners angeregt, versuchen beide das Versäumte nachzuholen. Der Arzt Fridolin lässt sich von seinem alten Studienfreund Nachtigall in eine geheime, nächtliche Gesellschaft einführen, wo er eine Tanzorgie nackter, aber maskierter Frauen miterlebt. „Eine schöne Frau, mit der er leidenschaftliche Bekanntschaft schließt, warnt ihn: jeder Fremde müsse seine Anwesenheit mit dem Tod bezahlen.“[10] Fridolin entgeht diesem jedoch nur, da sich die Fremde für ihn opfert. Nach Hause zurückgekehrt, weckt er seine Frau Albertine aus einem erregten Traum, in dem sie sich jenem in Dänemark getroffenen Mann hingegeben hat, „während sie ruhig zusah, wie Fridolin, sich für seine Treue zu Albertine opfernd, gekreuzigt wurde.“[11]

[...]


[1] Kapitel 1.1 ist erstellt worden in Anlehnung an: PERLMANN, MICHAELA L.: Arthur Schnitzler. S. 18-27. Direkte Zitate sind im Text jedoch zusätzlich kenntlich gemacht.

[2] Ebd. S. 19.

[3] Ebd. S. 22.

[4] Ebd. S. 21.

[5] Ebd. S. 24.

[6] Vgl. PERLMANN, MICHAELA L.: Der Traum in der literarischen Moderne. S.182.

[7] Vgl. SCHEFFEL, MICHAEL: Formen selbstreflexiven Erzählens. S.175, Fußnote 1.

[8] Kapitel 1.3 ist erstellt worden in Anlehnung an: EINSIEDEL, WOLFGANG VON (HRSG.): Kindlers Literatur Lexikon. S. 9523. Direkte Zitate sind im Text jedoch zusätzlich kenntlich gemacht.

[9] Ebd. S. 9523.

[10] Ebd. S. 9523.

[11] EINSIEDEL, WOLFGANG VON (HRSG.): Kindlers Literatur Lexikon. S. 9523.

Details

Seiten
18
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638267632
ISBN (Buch)
9783638747790
Dateigröße
461 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v23687
Institution / Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover – Seminar für deutsche Literatur und Sprache
Note
gut
Schlagworte
arthur schnitzlers traumnovelle stanley kubricks eyes wide shut vergleich hinblick handlungsverlauf figurenkonstellationen

Autor

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Titel: Arthur Schnitzlers "Traumnovelle" und Stanley Kubricks "Eyes Wide Shut". Vergleich im Hinblick auf Handlungsverlauf und Figurenkonstellationen