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Knowing how and knowing that in Gilbert Ryles sprachanalytischen Philosophie des Geistes

Hausarbeit (Hauptseminar) 2001 22 Seiten

Germanistik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil
2.1 Einleitung: Ryles Mythos vom Gespenst in der Maschine
2.2 Die intellektualistische Legende
2.3 Ryles Alternative zur intellektualistischen Legende
2.3.1 Der Begriff „knowing how“
2.3.2 Intelligenz und Gewohnheit
2.3.3 Der Begriff der Disposition
2.3.4 Verstehen und Missverstehen

3 Zusammenfassung /Ausblick

Literaturverzeichnis :

Beckermann Ansgar : Eine analytische Einführung in die Philosophie des Geistes. Berlin, 1999.

Craemer – Ruegenberg, Ingrid : Einige Überlegungen zu Ryles Kritik an der traditionellen Lehre vom Geist. In: Zeitschrift für philosophische Forschung, Bd 32, 1977: S.376-386.

Ryle, Gilbert: Sprache und Geist. Stuttgart, 1949.

Speck, Josef ( Hg. ): Grundprobleme der großen Philosophen ( you know what I mean!) Philosophie der Gegenwart III, 2.durchgesehene Auflage Göttingen 1984: S. 127-167.

Savigny, Eike von (1974): Die Philosophie der normalen Sprache. Eine kritische Einführung in die „Ordinariy Language“ Philosophie. Veränderte Neuausgabe. Frankfurt am Main., 1993.

1 Einleitung

Die folgende Arbeit behandelt das Thema „ Knowing how“ und „Knowing That“ in

Gilbert Ryles sprachanalytischer Philosophie des Geistes. (Ryle 1949, S.30-77)

Wesentliche Ziele dabei sollen sein, die Begriffe „knowing how“ und „knowing that“ im Zusammenhang mit Ryles Verständnis zu intelligentem Handeln zu erläutern und ferner seinen Argumentationsgang im Sinne der sprachanalytischen Methode dazulegen.

Dazu wird zunächst in einem einleitenden Teil das Thema in einen übergeordneten Zusammenhang eingebettet, der da wäre die Auseinandersetzung und Widerlegung der „traditionellen Theorie“, womit Ryle bestimmte einflussreiche Vorstellungen über den menschlichen Geist meint, welche er auch ferner als „offizielle Doktrin“, „offizielle Lehre“ oder auch „Descartes` Mythos“ bezeichnet.

Dieser gilt es in seinem Werk eine Alternative darzubieten, weswegen ihre vorherige Erläuterung zum allgemeinen Verständnis notwendig ist und dazu dient, die weitere Argumentation Ryles zum Thema „knowing how“ und „knowing that“ nachzuvollziehen.

Um dem Begriff der Intelligenz näher zu kommen, legt Ryle die Kriterien zur Unterscheidung von intelligenter und unintelligenter Praxis im Sinne der traditionellen Lehre dar. Diese sollen in einem nächsten Teil zunächst erläutert werden, sowie die dabei aufkommenden Widersprüche die Ryle aufweist, um die Theorie anzufechten und seine darauffolgende Widerlegung zu legitimieren.

In einem weiteren Unterpunkt wird dann Ryles Alternativlösung zur Klärung des Begriffes Intelligenz dargestellt. Dieser steht dabei in einem engen Zusammenhang zum „knowing how“ einer bestimmten Tätigkeit.

Um dieses „knowing how“ in Ryles Sinne genau zu erfassen, ist es notwendig, seinen Gedankengang nochmals genauer zu untergliedern, denn Ryles Argumentation vollzieht sich auf folgendem Wege.

Zunächst untersucht er den Begriff „knowing how“ in alltäglichen Situationen und versucht genauer festzulegen, wann genau wir vom „Können“ bzgl. einer gewissen Tätigkeit sprechen und welche Kriterien dafür entscheidend sind. Diese Überlegungen stoßen ihn zum Begriff der Gewohnheit, den er in einem nächsten Schritt von der Intelligenz absondert. Die Aufführung der Unterschiede zwischen diesen beiden Wörtern leitet Ryle zu einem weiteren zentralen Begriff seiner Argumentation, den der Disposition. Diesem bedarf es zunächst einer ausführlichen Erklärung, um einerseits den besagten Unterschied darzustellen, andererseits geht der Begriff der Disposition in seiner Bedeutung aber weit über diese Unterscheidung hinaus, da er ein wesentliches Merkmal des „knowing how“ ist, was Ryle an einigen Beispielen belegt.

Um noch konkreter auf die Eigenschaften der Disposition „knowing how“ einzugehen und diese dem „knowing that“ gegenüberzustellen, erläutert Ryle in einem weiteren Gedankengang die Bedeutung der Begriffe Verstehen und Missverstehen.

Die einzelnen aufgeführten Argumentationsschritte Ryles folgen einem logischen Aufbau und gehen dabei teilweise ineinander über. Um seine genaue Argumentation besser nachzuvollziehen, werden die einzelnen Gedankengänge deshalb in der folgenden Auseinandersetzung in gesonderten Unterpunkten aufgeführt.

Die Arbeit wird beendet mit einer kurzen Zusammenfassung der zentralen Thesen Ryles als Ergebnis seiner Argumentation zum „Knowing How“ „Knowing That“.

Darauf folgen einige kritische Anmerkungen zu Ryles Analyse, welche durch einige seiner Kritiker in der Sprachphilosophie belegt und vertieft werden sollen.

2 Hauptteil

2.1 Einleitung: Ryles Mythos vom Gespenst in der Maschine

Gilbert Ryles Ziel in seinem Werk „Der Begriff des Geistes“ besteht darin, die „logische Geographie“ (Ryle 1949, S.3) der Begriffe zu berichtigen, die zur Beschreibung des Geistes benutzt werden. Die von ihm verwendete Metapher „logische Geographie“ soll sinnbildlich darstellen, dass viele Menschen zwar Begriffe alltäglich gebrauchen, aber nicht wirklich mit ihnen umgehen können, also z.B. keine logischen Regeln über ihren Gebrauch bestimmen können. Ebenso wie man sich in einem bestimmten Ort beispielsweise auskennt, insofern, dass man zu bestimmten Plätzen und Straßen findet, aber dies nicht geographisch einordnen kann. Zusammenfassend sagt Ryle: „Viele Leute können mit diesen Begriffen , aber nicht über diese viel sagen“ (Ryle 1949, S.4) und leitet damit seinen zentralen Kritikpunkt an der „traditionellen Lehre“ ein.

Es geht Ryle also darum, den falschen Gebrauch der Begriffe für geistige und körperliche Vorgänge zu berichtigen. Dies setzt seine These voraus, dass seit dem Beginn des naturwissenschaftlichen Zeitalters die logischen Geographien zur Beschreibung von geistigen Vorgängen falsch ausgewählt worden sind. Somit kann es sich nach Ryle bei der offiziellen Lehre, die auf diesen Vorstellungen aufbaut, nur um „einen einzigen großen Irrtum“ (Ryle 1949, S.13) handeln, der auf einer „Kategorienverwechslung“ (Ryle 1949, S.13) beruht . Seiner Ansicht nach besteht demnach die Zielsetzung der Philosophie darin, „Kategoriengewohnheiten durch Kategoriendisziplin zu ersetzen“ (Ryle 1949, S.5), was er in seiner Schrift zu verwirklichen versucht.

Was nun genau ein Kategorienfehler ist , soll folgendes Beispiel erläutern.

Einem Fremden, der zum ersten Mal ein Fußballspiel sieht, wird erklärt, was ein Torwart, Angreifer,Verteidiger etc. ist, welche Funktion die einzelnen Positionen haben und wie das Spiel funktioniert. Anschließend fragt er, an welcher Position der Teamgeist zu finden ist. (vgl. Ryle 1949, S.14ff )

Die Absurdität dieser Frage zeigt, dass sich ein Kategorienfehler im Denken des Fremden eingeschlichen hat. Während die ersten Ausdrücke (Angreifer, Verteidiger, etc.) einer Kategorie angehören, schließt sich der Begriff Teamgeist einer anderen an, was die Absurdität beweist, die entsteht, wenn man trotz dessen letzteren Ausdruck so behandelt, als gehöre er zur ersten Kategorie.

Dieses Verfahren wendet Ryle auf viele weitere Beispiele aus der Alltagssprache an, um den Irrtum der offiziellen Lehre zu verdeutlichen und zu zeigen, dass ihr eben genau so ein entscheidender Kategorienfehler zugrunde liegt. Denn sie geht davon aus, dass sich die mentalen Ausdrücke in unserem Sprachgebrauch (sowie „denken“, „wahrnehmen“, „glauben“ etc.) auf geistige Ereignisse beziehen, welche darauf hin unser äußeres Verhalten verursachen. Dabei werden nach Ryle mentale Ausdrücke benutzt, um öffentliche, beobachtbare Handlungen anders zu charakterisieren. Diese Auffassung belegt er u.a. am Beispiel von intelligenten Handlungen, worauf an späterer Stellen noch Bezug genommen wird.

Seine weitere Kritik an der traditionellen Lehre entwickelt Ryle in Verbindung zu den beiden Theorien von Descartes und Platon, die zunächst erläutert werden sollen.

Als Substanzdualisten gehen beide davon aus, dass es sich bei der geistigen und physischen Welt um zwei voneinander unabhängige Entitäten handelt .

Nach Platon besteht der Mensch während des Erdenlebens aus einem Körper und einer Seele, wobei diese das eigentliche Selbst des Menschen ausmacht. Denn nach dem Tod kann sie unabhängig vom Körper weiterexistieren, ist also unsterblich, während der Körper vergänglich ist.

Descartes dagegen sieht zwar ebenfalls die strikte Trennung zwischen Körper und Seele vor, berücksichtigt aber als einer der ersten Philosophen die Notwendigkeit, die Seele zunächst genauer zu definieren und somit ihre Existenz überhaupt unter Beweis zustellen.

Er definiert die Seele als res cogitans, den Teil der, das Denken, also das Immaterielle betrifft, und trennt diesen vom körperlichem, dem ausgedehnten Teil, der res extensa.

Demnach liefert er zwei Beweise für die vom Körper unabhängige Existenz der Seele, den metaphysischen und den naturphilosophischen. Ersterer basiert auf seiner erkenntnistheoretischen Philosophie, dem Beweis der eigenen Existenz („cogito ergo sum“), verbunden mit dem Glauben an Gott. Descartes kommt zu dem Schluss, dass die Seele das „ich“ ausmacht, welches vom Körper real verschieden ist, da diese auch unabhängig voneinander existieren können.

[...]

Details

Seiten
22
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638114554
Dateigröße
516 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v2383
Institution / Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen – Germanistisches Institut
Note
gut
Schlagworte
Knowing Gilbert Ryles Philosophie Geistes Hauptseminar Ryle Sprache Geist

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Titel: Knowing how  and  knowing that in Gilbert Ryles sprachanalytischen Philosophie des Geistes