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Perspektiven des liberalen Internationalismus

Referat (Ausarbeitung) 2004 10 Seiten

Politik - Internationale Politik - Allgemeines und Theorien

Leseprobe

Inhalt

1) Einleitung

2) Theoretische Grundlagen

3) Ansätze zur Erklärung der Entwicklung der transatlantischen Beziehungen
1. Strukturelle Erklärungsansätze
2. Akteursbezogene Ansätze
3. Orientierung der Öffentlichkeiten

4) Zustand der transatlantischen Beziehungen

5) Prognosen und Handlungsempfehlungen

6) Fazit

7) Literatur

1) Einleitung

Thema dieser Ausarbeitung ist die Frage nach dem Beitrag der Theorieschule des liberalen Internationalismus in den Internationalen Beziehungen zur Erklärung der Entwicklung der transatlantischen Beziehungen. Nach einer kurzen Erläuterung der theoretischen Grundlagen dieser Schule werden als Schwerpunkt dieser Ausarbeitung die wesentlichen Erklärungsansätze dargelegt. Danach interessiert die Frage, wie liberale Theoretiker der Internationalen Beziehungen den aktuellen Zustand sowie die zukünftige Entwicklung der transatlantischen Beziehungen einschätzen und welche Handlungsempfehlungen sie der Politik geben.

2) Theoretische Grundlagen

Der liberale Internationalismus ist eine stark normativ geprägte Schule der Internationalen Beziehungen, die an den grundlegenden Werten Freiheit, Selbstbestimmung, Wohlstand und Frieden orientiert ist. Grundlage dieser Theorieschule ist die Annahme, dass Staaten nicht die wichtigsten – und überdies keine homogenen – Akteure in den internationalen Beziehungen sind. Der Fokus richtet sich vielmehr auf die in sozialen Gruppen organisierten Individuen, da das Außenverhalten der Staaten als von den innerstaatlichen Strukturen und gesellschaftlichen Interessen bestimmt angenommen wird. Daraus folgt eine Pluralität der Akteure im internationalen System, zu denen neben den Nationalstaaten Individuen, gesellschaftliche Gruppen, transnationale Konzerne und internationale Organisationen gerechnet werden. Das internationale System ist gekennzeichnet durch vielfältige Interdependenzen und Abhängigkeiten zwischen diesen Akteuren. Eine fundamentale liberale Grundannahme ist ferner der Grundsatz „war does not pay“, mit dem darauf hingewiesen wird, dass Akteure von Kooperation profitieren und die internationalen Beziehungen also als ein positives Summenspiel beschrieben werden können.

Die Zielperspektive des liberalen Internationalismus besteht in der Friedensgemeinschaft liberaler, demokratischer Staaten und Gesellschaften. Mittel zur Verwirklichung sind Multilateralismus, also institutionelle Verfestigung und rechtliche Absicherung dauerhafter Kooperation, Demokratisierung und (besonders ökonomische) Liberalisierung. (Vgl. hierzu Meyers 2000).

Dies verweist auf die Wurzeln des liberalen Internationalismus, die im 18. Jahrhundert liegen. Der republikanische Liberalismus basiert auf der Idee des demokratischen Friedens, der zufolge es zwischen Demokratien keinen Krieg gibt. Dies geht zurück auf Immanuel Kants Schrift „Vom Ewigen Frieden“ (1795). Daneben ist der liberale Internationalismus vor allem vom ökonomischen Liberalismus geprägt worden, der die friedensstiftende Wirkung marktwirtschaftlicher Systeme und des Freihandels betont und auf die englischen Nationalökonomen Adam Smith, David Ricardo) zurückgeht.

In den letzten Jahren versuchte vor allem Andrew Moravcsik, die Ansätze des liberalen Internationalismus von normativen Orientierungen zu lösen und den Liberalismus als positive Theorie zur Analyse der internationalen Beziehungen zu entwickeln, worauf hier nicht weiter eingegangen werden kann. (Siehe dazu Moravcsik 1997 und Schieder 2003.)

3) Ansätze zur Erklärung der Entwicklung der transatlantischen Beziehungen

Liberale Erklärungsansätze nehmen zwei verschiedene Erklärungsebenen in den Blick: Zum einen gibt es strukturell argumentierende Ansätze, die Struktur und Wandel des internationalen Systems betonen, zum anderen akteursbezogene Erklärungsansätze, die auf innergesellschaftliche Strukturen und insbesondere Akteurskonstellationen abzielen. Entsprechend der liberalen Prämisse des Primats der gesellschaftlichen Akteure dominieren dabei akteursbezogene Ansätze, die in strukturellen Faktoren lediglich die Rahmenbedingungen des Akteurshandelns gegeben sehen.

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Details

Seiten
10
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638269711
Dateigröße
472 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v23981
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg – Institut für Politikwissenschaft
Note
1,0
Schlagworte
Perspektiven Internationalismus Europäische Integration Beziehungen

Autor

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Titel: Perspektiven des liberalen Internationalismus