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Die Festkreise im Christentum

Referat (Ausarbeitung) 2004 21 Seiten

Didaktik - Theologie, Religionspädagogik

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Liturgische Farben

3. Der Weihnachtsfestkreis
3.1 Die Adventszeit
3.2 Das Weihnachtsfest
3.3 Das Erscheinungsfest
3.4 Besondere Tage nach dem Erscheinungsfest

4. Der Osterfestkreis
4.1 Die Vorbereitung auf das Osterfest
4.2 Das Osterfest
4.3 Zeit zwischen Ostern und Pfingsten

5. Die Trinitatiszeit

6. Literatur

1. Einleitung

Feste bedeuten mehr als nur Freizeit, eine Kultur ohne Feste ist unvorstellbar, denn dann wäre der Arbeitsrhythmus das einzige Maß aller Dinge.

Die Religion ist die Spenderin der Feste.

Durch Feste haben die Menschen etwas gemeinsam und ihre zyklische Wiederholung schafft feste Bezugspunkte im Leben der Menschen.

Feste sind außerdem live, sie haben zwar eine alte Tradition, können aber jedes Jahre neu inszeniert werden.

Das christliches Kirchenjahr beginnt am 1. Advent und endet am Ewigkeitssonntag (Totensonntag). Außerdem lässt es sich grob in drei Teile einteilen, Den Weihnachtsfestkreis, den Osterfestkreis und die Trinitatiszeit.

Eine Reise durchs Kirchenjahr spiegelt existentielle Prozesse menschlichen Lebens wider.

2. Liturgische Farben

Die liturgischen Farben stellen den sichtbaren Kalender des Jahres dar.

Sie sind in Form von farbigen Symbolen in Tüchern am Altar und Kanzel (Antependien) zu finden. In der katholischen Kirche ist auch die Kleidung des Priesters und das Tuch über dem Kelch bei der Eucharistiefeier in der jeweiligen Farbe gekennzeichnet.

WEIß kennzeichnet alle Christusfeste wie Weihnachten, Epiphanias, Ostern, Trinitatis und Himmelfahrt. Es symbolisiert den Glanz Gottes und die Herrlichkeit Christi, außerdem Reinheit, Vollkommenheit und Freude.

ROT kennzeichnet Feste der Kirche wie Pfingsten (was auch gleichzeitig der Geburtstag der Kirche ist), den Reformationstag, Kirchweih und die Konfirmation.

Rot ist die Farbe des Feuers und des Heiligen Geistes.

GRÜN ist die Farbe für die festlose Zeit, also alle Sonntage nach Trinitatis und die Vorpassionszeit.

Es ist ein Zeichen der Saat und Hoffnung, was die Grundhaltung ist, die das Leben jedes Christen prägen sollte.

VIOLETT wird in den Rüstzeiten vor großen Festen wie die Adventszeit, die Passionszeit oder den Bußtagen verwendet.

Es ist eine Farbe der Buße und Besinnung und symbolisiert Sehnsucht nach Licht und neuem Leben.

SCHWARZ ist eigentlich keine liturgische Farbe, kann aber am Karfreitag und am Totensonntag eingesetzt werden. Es ist

Zeichen der Finsternis und Trauer.

3. Der Weihnachtsfestkreis

3.1 Die Adventszeit (VIOLETT)

Die Adventszeit beginnt mit dem vierten Sonntag vor Weihnachten. Das Wort „Advent“ stammt vom lateinischen Wort adventus und bedeutet Ankunft. In dieser Zeit wird also auf die Ankunft des Herrn gewartet. Außerdem wird eine Erstmaligkeit, ein Neuanfang, das „große Ereignis“ ist damit angedeutet.

Mit dem 1. Adventssonntag beginnt ein neues Kirchenjahr.

Die Vorbereitung auf die Ankunft des Christus ist bezogen auf zweierlei Geschehen. Zum einen auf seine Geburt (die Menschwerdung Gottes) und zum anderen wird der Blick auf die Zukunft in der Erwartung gelenkt (mit der Geburt wird Friede alle Finsternis überwinden).

In der Adventszeit gibt es Werktagsgottesdienste („Rorate“, katholisch) und auch ökumenische Hausgebete.

Es ist eine Zeit noch wachsender Dunkelheit, in der es viele Hilfsaktionen der Kirchen gibt („Brot für die Welt“…).

Sie weisen damit auf das Elend hin.

Außerdem regt die Adventszeit zum Rückblick auf vergangenes Geschehen an.

Geschichte:

Die Adventszeit gibt es seit dem 5. Jahrhundert.

Ursprünglich war es eine Vorbereitung auf das Erscheinungsfest, die als Fastenzeit (Fasten als reinigende Pflicht vor Taufe) vom 11. November bis zum 6. Januar begangen wurde.

Brauchtum:

Adventskranz

Der Adventskranz wurde zum ersten Mal 1843 von J. H. Wichern aus Hamburg erwähnt.

Der Kranz (= corona) steht als Symbol für die Krone Christi und die Tannenzweige sollen an den Weihnachtsbaum erinnern, die Symbolik geht also von der Krone zum Lebensbaum.

Adventskalender

Mit dem Adventskalender erleben Kinder auf einfache Art das Ziel der Adventszeit, ihre Zielrichtung, die Erwartung, Geduld und Vorfreude.

Adventswurzel, Klöpfelsnächte, Lostage

Besondere Tage:

Außer den Adventssonntagen gibt es noch weitere besondere Tage in der Adventszeit, die genannt werden müssen.

4.Dezember: Heilige Barbara

An diesem Tag werden Zweige geschnitten, die an

Weihnachten blühen sollen. Außerdem wird sie angerufen

gegen plötzlichen Tod und steht als Patronin der

Bergleute.

6.Dezember: Heiliger Nikolaus

Nikolaus gilt als Helfer und Beschützer von Kindern.

Außerdem als Rettergestalt mit einer besonderen Nähe zu

Christus selbst als Vorbote des Christkinds.

Der Festtag hat seinen Beginn wahrscheinlich im 4.

Jahrhundert durch den Bischof von Myra in Lykien.

8.Dezember: Mariä Erwählung

Maria ist die Mutter Gottes und unterscheidet sich

grundlegend von allen übrigen Menschen.

Das Fest ist aus einer Marienverehrung Mitte des 12.

Jahrhunderts entstanden.

Am 8.12.1854 hat Papst Pius das Dogma der unbefleckten

Empfängnis verkündet.

3.2 Das Weihnachtsfest (24.Dezember) (WEIß)

Dies ist die längste Nacht im Kreislauf des Sonnenjahres und war deshalb auch in vorchristlicher Zeit schon ein Fest. Es lag hier ein Siegesfest des Lichts über die Dunkelheit, welches dann von dem Fest der Geburt Christi abgelöst wurde.

Die Grundlage dafür ist die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium.

Geschichte:

Der 25.12. tritt an die Stelle des 06.01. (Fest in Ostkirche).

Die Festlegung auf den 25.12. kam durch Kaiser Konstantin Anfang 4. Jahrhunderts, da die christliche Kirche Staatsreligion wurde (Ersatz für andere römische Feiern).

Die Datierung auf den 25.12. war aber schon früher angedacht, da die Zeugung Jesu auf den 25.03. datiert wurde (durch Hyppolyt von Rom).

Die Botschaft, die das Weihnachtsfest im 20. Jahrhundert mitbringt ist vor allem gegen die kommerzielle Überwucherung der modernen Welt. Es ist der Höhepunkt der weltweiten Bemühungen um Frieden und Gerechtigkeit.

Brauchtum:

Weihnachtsspiele, Krippenspiele, Kindelwiegen

In Anlehnung an die Weihnachtsgeschichte werden

Krippen- oder Weihnachtsspiele gespielt.

Weihnachtsstroh

Nach dem Gottesdienst konnte man zuhause auf

Weihnachtsstroh schlafen.

Weihnachtskrippen

Älteste Abbildungen von Weihnachtskrippen sind in der

Sakophagplastik zu finden.

Heutige Krippenszenerien haben ihren Ursprung im 13.

Jahrhundert. Franzikus von Assisi ließ 1223 die Grotte von

Bethlehem in Greccio nachbilden.

Die Wurzeln dieses Brauches liegen also im Gottesdienst

(aus Italien kommend).

1603 gab es in der Michaelis-Kirche in München die erste

Krippe in Deutschland durch die Jesuiten.

Weihnachtsbaum

Seit dem 16. Jahrhundert wurde entsprechend den Maibäumen

geschmückt. Im 17. Jahrhundert ging die Ausbreitung nach

und nach auf die gesamte Bevölkerung über.

Seit dem 19. Jahrhundert ist es ein weltweiter Brauch.

Weihnachtsgeschenke

Dieser Brauch hat seinen Ursprung darin, dass Städte,

Regierungen und Klöster ihren Angestellten Gebäck an

Weihnachten geschenkt haben.

Heutiges Feiern und Schenken in Familien entwickelte sich

im 16. Jahrhundert in evangelischen Gebieten.

[...]

Details

Seiten
21
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638271288
Dateigröße
512 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v24203
Institution / Hochschule
Universität Erfurt – Philosophische Fakultät
Note
1
Schlagworte
Festkreise Christentum

Autor

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Titel: Die Festkreise im Christentum