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Trierer Treffen (1473) und Neusser Krieg (1474/75) - Das Ende Karls des Kühnen und Burgunds

Seminararbeit 2003 28 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

INHALT

1. Einleitung

2. TRIERER TREFFEN
2.1. IM VORFELD DES TRIERER TREFFENS
2.2. ANKUNFT IN TIER
2.3. ERÖFFNUNG DER GESPRÄCHE
2.4 DIE GEHEIMGESPRÄCHE/ HAUPTVERHANDLUNGEN
2.5. DIE HALTUNG DER KURFÜRSTEN
2.6. DAS SCHEITERN
2.7. GRÜNDE FÜR DAS SCHEITERN DES TRIERER TREFFENS

3. NEUSSER KRIEG
3.1. FOLGEN DER TRIERER TREFFENS
3.2. DER ZUG NACH NEUSS
3.3. BELAGERUNG UND SCHEITERN KARLS

4. FOLGEN DES NEUSSER KRIEGES UND DAS ENDE BURGUNDS

5. SCHLUSS

LITERATURVERZEICHNIS

1. Einleitung

Mit den Bemühungen der Herzöge aus dem Hause Valois hatte sich Burgund vor dem Trierer Treffen eine wirtschaftliche und militärisch-politische Grossmachtstellung eingenommen.[1]

Dem Treffen in Trier ist eine Zeit der Krisen und Konflikte vorausgegangen. Auslöser für die allgemeine Unruhe in Westeuropa, insbesondere aber am Nieder- und Oberrhein war die aggressive Ausdehnungspolitik Karls. Obwohl er innenpolitisch eine strikte Ordnung und Planung inne hielt, brachten seine aussenpolitischen Abenteuer und Wagnisse Beinahmen wie „der Kühne“, „der Verwegene“ (franz: Le Téméraire’), oder „der Unbesonnene“ (engl. ‚the Rash’) ein.[2] Diese nach aussen hin unbarmherzige und kontinuierliche Offensivpolitik, mit der Karl die Interessen, gar die Existenz so mancher Fürsten bedrohte, brachte ihm schliesslich sogar den Ruf eines Türk im occident ein, erhob ihn im Volke zum „Schänder der Christenheit“.[3]

Dieser Karl der Kühne sollte in Trier in den Stand eines Königs erhoben werden. Zunächst förderte er die römische Krone, doch der Kaiser der unbedingt seinen Nachfolger Maximilian mit Karls einzigem Erben, seiner Tochter Maria vermählen und somit Burgund nach Karls Tod mit seinem Haus vereinigen wollte, wehrte sich gegen diese Forderung. Friedrich III. handelte Karl sogar in eine Position herunter, bei der er sich mit einem Königtum zu Lehen zufrieden gab. Ein Novum in der Geschichte eines burgundischen Herzogs, denn Karls Vorfahren, allen Voran sein Vater Philipp hatten sich nie auf ein solches Lehenskönigtum einlassen wollen. Doch die Verhandlungen scheiterten in einer für Karl dem Kühnen entehrenden weise.

Karl, seiner Ehre beraubt, griff zum Schwert und zog auf Reichsboden im Erzstift Köln ein. Vor Neuss zog er mit einem bunten Heer auf um den Aussenposten der Kölner vor der Domstadt selbst zu bezwingen. Doch, der Burgunder unterschätzte die Neusser Verteidiger. Zehn Monate harrte Karl vor der Stadt aus, bis zum Eintreffen des kaiserlichen Heeres. Eine Schlacht mit Friedrich III. würde aber endgültig seine Krönung unerreichbar machen. Und, was noch wichtiger war, den Kaiser und Ludwig XI, König von Frankreich und ewiger Feind Karls gegen sich zu haben war eine sichere Garantie für eine Umzingelung durch zwei mächtige Gegner.

Karl zog es vor die Belagerung aufzugeben. Doch ebenfalls am Rhein, weiter aufwärts warteten schon andere, ebenfalls vermeintlich schwache Widersacher auf die Rache des Burgunder. Sein ehemaliger Verbündeter, René von Lothringen hatte Burgund, aufgestachelt vom französischen König, den Krieg erklärt. Aber auch die Eidgenossen hatte Ludwig gegen Karl ermuntert, indem er zwischen den Schweizern und dem Hause Habsburg nach ewiger Feindschaft auf eine gemeinsame Seite zog. „Er ist ein Politiker ohne Augenmass und Gleichgewicht, verfolgt aber hartnäckig seine Ziele“ heisst es über Karl den Kühnen in Ploetz’ illustrierter Weltgeschichte.[4] Wir werden sehen ob dies stimmt und ob seine Fehleinschätzungen und gerade eben seine Hartnäckigkeit der Grund für seinen Untergang waren.

2. TRIERER TREFFEN

2.1. IM VORFELD DES TRIERER TREFFENS

Schon vor dem Trierer Treffen führten Karl der Kühne und Friedrich III. Verhandlungen über die Vermählung von Karls’ Alleinerbin Maria von Burgund mit Friedrichs Sohn und Nachfolger Maximilian. Nachdem Karl die Verhandlungen im Jahre 1471 abgebrochen hatte, sandte der Kaiser den Abt Casanova an den Hof des Burgunders um die Gespräche erneut aufzunehmen. Karl war dazu zunächst nicht gewillt, hatte er doch die Hand seiner Tochter dem Herzog von Lothringen, Nicolaus von Calibrien versprochen. Diese Verbindung war für den Burgunder ihn der Garant seine Territorien geographisch miteinander zu verbinden.[5] Ausserdem brachte Karl vor, er sei zu sehr mit Frankreich beschäftigt um sich mit anderen Projekten zu befassen. Erst der Erwerb und die Eroberung Gelderns veranlasste Karl einen Schritt auf Friedrich zu machen. Der Kaiser betonte im Vorfeld durch seinen Gesandten, den Grafen Alwin von Sulz, er stehe jedem Wunsch Karls offen gegenüber – bis auf die Verleihung der römischen Königs- oder Kaiserwürde. Karl wiederum antwortete dem Kaiser er verlange durchaus nicht dessen Abdankung, sondern vielmehr die Römische Königswürde, um nach Friedrichs’ Ableben die Kaiserkrone aufzusetzen, die er wiederum seinem zukünftigen Schwiegersohn Maximilian vererben wollte. Karl der Kühne verlangte diesen hohen Preis, wohl wissend wie sehr der Kaiser darauf brannte seinen Sohn mit der burgundischen Alleinerbin zu vermählen.[6]

2.2. ANKUNFT IN TIER

Am 29. September 1473, vermutlich ein oder zwei Tage vor Karl dem Kühnen traf der Kaiser in Trier ein. Die Ankunft des Burgunders war gekennzeichnet von übermässiger Zurschaustellung seines Reichtums einerseits, offenen Demutsbekundungen dem Kaiser gegenüber andererseits. Friedrich war Karl entgegen geritten, woraufhin Karl, Awerbuch zu Folge vom Pferd gestiegen und in die Knie gefallen sei. Der Burgunder soll Kund getan haben, dass er sich glücklich schätze, weil ein römischer Kaiser für ihn diesen weiten Weg gereist sei. Woraufhin Friedrich geantwortet habe: “Die römischen Kaiser, besonders die aus dem Hause Österreich, seien gewohnt mir ihrer Majestät gleich der Sonne jedermann nah und fern, besonders aber die treuen Fürsten des Reiches zu beleuchten und ihnen alles Liebe zu bezeigen…[7] Damit wurde Karl – der diese Antwort stillschweigend hinnahm, seine hierarchische Unterordnung vor Augen geführt. Der Verlauf der Verhandlungen sollte zeigen, dass sich Karl dieser Unterordnung natürlich bewusst war. Obwohl der Kaiser ihn aufforderte auf dem Ritt in die Stadt ihn auf gleicher Höhe zu begleiten, lehnte Karl dies ab und blieb hinter ihm. Dieser „Ehrenstreit“ führte sogar dazu, dass in gegenseitiger Konkurrenz der Ehrerbietung um das Geleit in die Unterkünfte ein Remis erfolgte; jeder begab sich allein in seine Gemächer. Für den mächtigen Fürsten der Karl war und vor allem in Anbetracht seines Charakterbildes war diese devote Art eine „Herablassung“ der eigenen Person, die sein Vater Philipp nie vollzogen hätte. Allem Demutsverhalten zum Trotz war aber das Bild welches er bei der Ankunft und seines Aufenthaltes in Trier gab königlich. Zuvor hatte er die alte römische Krönungsstadt Aachen besucht und ein Zeichen für seine bevorstehende Krönung gesetzt. Es war seitens der Burgunder „offensichtlich der Wille vorhanden“ so Ehm „alle zeremoniellen Vorgaben in Verbindung mit einer Krönung zu erfüllen.[8] Ulf Christian Ewert zufolge handelt es sich hier um eine klare Manipulation des Verhandlungspartners seitens des Herzogs, der sich in Anbetracht seiner Forderungen königlich gab. Der Kaiser, letztlich in diesem Wettstreit der Zurschaustellung eher aus ökonomischen Gründen unterlegen, soll über das „welsche Geprotzte“ gar geflucht haben.[9] Die Burgunder wiederum verachteten den Kaiser seines bescheidenen Auftritts wegen.[10] Auch wenn – wie aus zeitgenössischen Quellen hervorgeht, die Pracht des herzoglichen Erscheinens, die kostbar verzierten Kleider, bis auf die Niedersten seines Geleits peinlichst durchdacht und geplant, seine herzogliche Kopfbedeckung, einer Krone gleich, sein allgemeines Erscheinen schlechthin durchaus dem eines römischen Königs, gar eines Kaisers ebenbürtig waren, vermisste es Karl nicht Friedrich das erwähnte hierarchische Verhältnis mit übermässiger Freundlichkeit und Unterordnung vorzuführen.[11]

2.3. ERÖFFNUNG DER GESPRÄCHE

Zu Beginn der Gespräche wurden in direkter Weise weder die Eheschliessung, noch die Krönungsverhandlungen angesprochen. Die Verhandlungen begannen zunächst öffentlich, nachdem Karl den Kaiser eigens von seinem Quartier abgeholt und in das Kloster St. Maximin begleitet hatte. Sein Sohn Maximilian, die Bischöfe von Mainz und Trier, die Herzöge Ludwig und Albrecht von Bayern, der Markgraf von Baden und einige andere Fürsten hatten Friedrich nach Trier begleitet. Der Kurfürst von Brandenburg, persönlich vom Kaiser eingeladen ihm zu Rate zu stehen, begnügte sich damit Abgesandte an den Rhein zu schicken. Der Erzbischof von Mainz eröffnete die Verhandlungen mit einer Ansprache, in der er die Bedrohung der Türkengefahr zur Sprache brachte und die Notwendigkeit des gegenseitigen Beistands betonte. Hugonet, der burgundische Kanzler dagegen brachte die Bedrohung Burgunds durch den französischen König, Ludwig XI. hervor. In Anbetracht der äusserst aggressiven und feindlichen Politik des Franzosen sei es dem Herzog von Burgund nicht möglich dem Reich und der Christenheit beizustehen, so sehr er sich dies auch wünsche. Noch bis zum 4. Oktober wurden diese Standpunkte wiederholt angesprochen, bis man schliesslich beschloss eine Kommission zu bilden, die sich mit diesen Punkten befassen sollte. Der Burgunder sollte mit seinem Erscheinen im angesetzten Reichstag in Augsburg in Sachen Türkenhilfe mit gutem Beispiel vorangehen, während der Kaiser versuchen sollte zwischen Burgund und Frankreich Frieden zu stiften. Am nächsten Tag sprach Karl persönlich vor und betonte die Dringlichkeit einer Vermittlung zwischen ihm und Ludwig XI. Andernfalls wäre er nicht in der Lage dem Kaiser seines Standes entsprechend gegen die Türken zur Seite zu stehen.[12]

2.4 DIE GEHEIMGESPRÄCHE/ HAUPTVERHANDLUNGEN

Stand während der öffentlichen Gespräche die Türkenhilfe stets im Vordergrund, wurde diesem Thema während der Verhandlungen im kleinen Kreis bei weitem nicht mehr so viel wert beigemessen.[13] Der Kaiser betrachtete diese zweite, geheime Verhandlungsphase als eine private, innerhabsburgische Angelegenheit, worin der eheliche Bund zwischen den beiden Häusern und die Krönung Karls zum König im Vordergrund standen. Letzteres stellte im Laufe der Verhandlungen allerdings ein Problem dar. Denn die Erhebung eines neuen Königs war sehr Wohl auch Sache der Kurfürsten, deren Stellung sich im Laufe der Hauptverhandlungen in den Augen Karls zum Hauptproblem entwickeln sollten, wenn er sein Ziel des römischen Königs- und/ oder Kaisertums weiter verfolgen wollte.[14]

Mit Erlangen des römischen Königtums würde der Burgunder seine Fehde mit Ludwig XI. und somit der französischen Krone in das Heilige Römische Reich hineintragen, womit Frankreich in seinem aggressiven Verhalten und seiner Angriffspolitik gegenüber Karl deutlich vorsichtiger werden musste, wolle er nicht eine Konfrontation mit dem Kaiser und dem Reich riskieren.

Beide Fürsten eröffneten die Verhandlungen hauptsächlich mit ihren „Maximalforderungen“; Karl verlange das Reichsvikariat, um daran anschliessend Friedrich auf dem Kaiserthron zu beerben, Friedrich machte die Gespräche von der Vermählung seines Sohnes mit der burgundischen Erbin Maria anhängig. Bis zum 23. Oktober drehten dich die Gespräche dann auch um römische Krone und Heirat. In Anbetracht der kaiserlichen Unnachgiebigkeit, die sich seit den Vorverhandlungen in der römischen Königskrönung Karls fortzog allerdings, so führt Petra Ehm die These Heimpels aus seinem Werk ‚Karl der Kühne’ auf, soll sich der Herzog in seiner Forderung eingeschränkt haben, indem er sich auf ein lehenspflichtiges, burgundisches Königreich innerhalb des Römischen Reichs einschränkte, eingehend mit der Bitte um die Belehnung mit dem kurz zuvor eroberten Geldern[15]. Nach einem zeitgenössischen Bericht soll Karl hierin den Wunsch geäussert haben „dem Reich dadurch verwandt zu werden“.[16] Weiterhin verlangte Karl die Bestätigung der Belehnung des Herzogtums Savoyen, wo der Minderjährige Herzog Philipp – bevormundet von seiner Mutter Jolantha, auf dem Fürstenthron sass. Die Entlassung der holländischen Untertanen aus der kaiserlichen Acht und eine Amnestie für den Pfalzgrafen, samt seiner Wiedereinsetzung als Kurfürst. Der Meinung einiger Historiker nach soll Karl neben der Erhebung Burgunds zu einem Königreich auch die böhmische Kurstimme gefordert haben um seinen Plan der Kaiserkrönung weiter verfolgen zu können. Awerbuch zu folge wollte Karl die Kurstimme um seinem potentiellen Schwiegersohn Maximilian die Thronfolge seines Vaters Friedrich III. zu sichern. Allerdings gibt es für diese angebliche Forderung Karls des Kühnen keine eindeutigen Quellen.[17]

Im Gegensatz zu seinem Vater Philipp erklärte Karl sich Bereit ein lehenspflichtiges Königtum anzutreten.[18] Dennoch blieb bis zum 31. Oktober eine eindeutige Antwort des Kaisers aus. Karl verlor die Geduld und überzeugte den Kaiser von seiner Bereitschaft die Verhandlungen abzubrechen und Trier zu verlassen. Der Kaiser, überzeugt vom Abreisevorhaben des Herzogs, eilte persönlich zum Kloster St. Maximin, wo Karl sich in der Messe befand. Karl liess ihn noch lange warten, bevor er sich bereit erklärte die Gespräche fortzuführen.[19] Am selben Tag wurde im kleinen Kreis die Belehnung Karls mit Geldern beschlossen. Für Friedrich III. mag dieser Schritt kein leichter gewesen sein, denn weder hatte er ein Eheversprechen, noch konnte er sich über eine Zustimmung der Kurfürsten sicher sein. Es kam noch hinzu, das ihm der Gedanke eines mächtigen burgundischen Königs im Westen des Reiches zuschaffen machen musste. Vor allem die Amnestie des Pfalzgrafen könnte die Verhandlungen erneut ins Stocken bringen, weshalb dieses Thema zunächst nicht mehr zu Sprache kam. Bis zum 4. November verhandelte man auf der Grundlage der Belehnung mit Geldern. An jenem Tag wurde ein Unterhändlervertrag geschlossen, in dem man sich einigte Karl den Kühnen zum König über ein burgundisches Reich zu erheben. Auf die Eheschliessung ging der Vertrag nicht ein, da man sich wohl über die Formalien noch nicht geeinigt hatte. Doch ist es wohl zweifelhaft, das der Kaiser wenigstens ohne eine mündliche Versicherung Karls einen solchen Vertrag in Angriff genommen hätte.[20]

[...]


[1] Paravicini, Karl der Kühne, S. 12

[2] Edda, S. 66

[3] Sieber-Lehmann, S. 251 ff.

[4] Der farbige Ploetz, Illustrierte Weltgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, S. 228

[5] Das Eheversprechen geht aus dem Verlöbnisbrief Maria und Nicolaus hervor (Lenglet-Commynes IV, S. 386-388), wie Awerbuch auf Seite 373 angibt.

[6] Awerbuch, S. 373-378

[7] Ebd., S. 384

[8] Ehm, S. 164

[9] Ewert, S. 33 ff.

[10] Ehm, S. 195

[11] Awerbuch, S. 379-385

[12] Ebd., S. 385-387

[13] Awerbuch, S. 387 ff.

[14] Ehm, S. 174 ff.

[15] Bereits Karls Vater Philipp der Gute hatte enge Beziehungen zum Jungherzog Adolf von Geldern geknüpft. Philipp hatte den Herzog 1461 in den Orden des Goldenen Vlies aufgenommen und durch die Vermittlung einer Heirat Adolfs mit einer Angehörigen des Hauses Bourbone die Bindungen gestärkt. Philipps Nachfolger Karl der Kühne griff in den Streit zwischen Adolf und seinen Vater Herzog Arnold ein, befreite den vom Jungherzog gefangen genommenen und setzte ihn erneut unter vollständiger Abhängigkeit von Burgund als Regent ein. 1471 erwarb Karl von Adolf von Geldern die Vogtei und im Jahr darauf von Herzog Arnold auch die Pfandherrschaft und das Nachfolgerecht auf Geldern. (s. Paravicini, Karl der Kühne, S. 67 ff.)

Am 10. Juni 1473 begann Karl nach Arnolds Tod den Feldzug gegen Geldern. Dabei setzte er sich über die Rechte des Herzogs von Jülich-Berg an der Erbschaft Gelderns hinweg und erwarb diese nach einer späteren Einigung. (Vgl. Ehm, S. 75-79)

Bei der Schlichtung des Streits setzte sich Karl der Kühne über Reichsrecht hinweg, denn der Streit in Geldern lag eindeutig im Rechtsbereich des Kaisers. „Diese Anmassung war möglich auf der Grundlage seiner tatsächlichen militärpolitischen Vormacht und der Akzeptanz der kulturellen burgundischen Vorherrschaft in der Region“ schreibt Petra Ehm zu diesem Vorfall. Auch die Festsetzung Arnolds durch Karl bewegte den Kaiser nicht zu einem Eingriff. Es gab durchaus Gründe für die passive Haltung Friedrichs III. Zum einen stand Geldern unter der Reichsacht. Andererseits spielten auch politische Verhältnisse innerhalb des Reiches eine Rolle. Zum Beispiel das Geldern und seine Herzöge den Wittelsbachern sehr nahe standen, weshalb der habsburgische Kaiser gar nicht daran dachte Arnold beizustehen. (Vgl. Ehm, S. 62-64)

[16] Bericht der Brandenburgischen Räte aus Trier an den Kurfürsten von Brandenburg vom 7. November 1473, S. 222

[17] Ehm, S. 168 ff. und Awerbuch, S. 388-392

[18] Awerbuch, S. 393

[19] Ebd., S. 392

[20] Ehm, S. 170 ff.

Details

Seiten
28
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638274807
Dateigröße
695 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v24659
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main – Historisches Seminar
Note
1,7
Schlagworte
Trierer Treffen Neusser Krieg Ende Karls Kühnen Burgunds Burgund Reich Zeit

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Titel: Trierer Treffen (1473) und Neusser Krieg (1474/75) - Das Ende Karls des Kühnen und Burgunds