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Adolf Hitler - Die Anfänge 1889-1935

Seminararbeit 2002 29 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS:

1. EINLEITUNG

2. HITLERS ANFÄNGE: VON BRAUNAU BIS LANDSBERG
2.1 KEINE ERFOLGSGESCHICHTE: SEIN LEBEN BIS ZUM ERSTEN WELTKRIEG
2.2 DER KRIEG ALS WENDEPUNKT
2.3 HITLER WIRD POLITIKER
2.4 VOM TROMMLER ZUM FÜHRER
2.5 DIE ERSTE KRISE: GEHT HITLERS STERN UNTER?
2.6 HAFT IN LANDSBERG: ZEIT ZUM SCHREIBEN

3. IDEOLOGIE UND WELTANSCHAUUNG

4. RHETORIK

5. HITLERS ANHÄNGER

6. FÜHRER UND HITLERKULT

7. VOM TROMMLER ZUM REICHSKANZLER
7.1 NEUANFANG MIT HÜRDEN
7.2 WAHLERFOLGE
7.3 PRIVATE TURBULENZEN
7.4 DIE PRÄSIDENTENWAHL UND IHRE FOLGEN
7. 5 DIE PARTEIKRISE

8. VOM REICHSKANZLER ZUM „FÜHRER UND REICHSKANZLER“
8.1 HITLER EROBERT DIE MACHT
8.2 DIE ERSTE KRISE DES NEUEN REICHES

9. SCHLUSSKOMMENTAR

10. LITERATURVERZEICHNIS
10.1 VERWENDETE LITERATUR
10.1 KURZZITATE VON WEITEREN RELEVANTEN STANDARDWERKEN

1. EINLEITUNG

Die Liste der Bücher, Spielfilme, Dokumentationen, Zeitungsartikel und Bildbände, die schon zu Hitler erschienen sind, ist lang. Gibt man den Namen Hitler im Bibliothekssuchsystem Aleph ohne Einschränkung ein, erhält man unzählige Buchtitel. Aus dieser Fülle von Informationen muß man nun auswählen, wenn man eine kurze und prägnante Seminararbeit über Hitler schreiben möchte. Keine leichte Aufgabe, denn die Gefahr, einseitig zu bewerten ist natürlich groß. Außerdem ist man gezwungen, viele wichtige Ereignisse wegzulassen, damit der Umfang der Seminararbeit nicht den vorgegeben Rahmen sprengt. Ich habe mich daher dafür entschieden, weniger ist mehr, und meine Literatur nach Seriosität und Qualität versucht auszusuchen und habe mich auf wenige Werke beschränkt. Als zentrales Werk für meine Seminararbeit habe ich die Hitlerbiographie von Ian Kershaw gewählt. Die beiden anderen ebenfalls wertvollen Standardwerke von Fest und Bullock sind, wie man dem Vorwort von Kershaw entnehmen kann, ebenfalls in seinem Werk enthalten.

Ich werde das Leben von Hitler erst chronologisch bis zu seiner Inhaftierung schildern. Bevor ich damit fortfahre, werde ich einige Aspekte behandeln, die wichtig sind, um Hitlers Erfolg verstehen zu können. Seine Ideologie und Weltanschauung, seine Rhetorik, seine Anhänger sowie der Hitlerkult sind die Themen dieser Kapitel. Nach diesen eingeschobenen nicht chronologischen Kapitel folgen noch zwei Abschnitte, die seinen weiteren Lebenslauf schildern. Als Endpunkt meiner Darstellung habe ich den 2. August 1934 gewählt. Der Tag an dem nicht nur Reichspräsident Hindenburg gestorben ist, sondern mit ihm auch endgültig die Weimarer Republik.

2. HITLERS ANFÄNGE: VON BRAUNAU BIS LANDSBERG

2.1 KEINE ERFOLGSGESCHICHTE: SEIN LEBEN BIS ZUM ERSTEN WELTKRIEG

Adolf Hitler wurde am 20. 04. 1889 als Sohn eines Zollbeamten in Braunau geboren. Sein Vater war Alois Schicklgruber, der seit 1876 Hitler heißt und seine Mutter Klara Pölz. Hitler ist das erste Kind aus der dritten Ehe von Alois.1

Hitler wuchs in Braunau, Passau, Linz und in Leonding bei Linz auf. Nach dem Tod seines Vaters 1903 brach er 1905 den Besuch der Realschule ohne Abschluß ab. Von 1905 bis 1907 lebte er dann ohne Ausbildung und Beruf mit finanzieller Unterstützung in Linz. 1907 geht er nach Wien. Zweimal versuchte er dort vergeblich an der Kunstakademie aufgenommen zu werden. Während seiner Wienerzeit bezeichnete er sich als Kunstmaler und Schriftsteller. In Wirklichkeit stellte er Architekturkarten her.2 Seit dem Tod seiner Mutter 1907 lebte er von einer Rente und Zuwendungen seitens der Familie. Die Jahre 1908 bis 1913 verbrachte er in einem Obdachlosen- und Männerwohnheimen.

In Wien eignete er sich völkisch-antisemitische Anschauungen an. Prägend dafür waren die „Ostara - Hefte“ von Mönch Lanz Liebenfels; Karl Lueger mit seiner antisozialistischen und antisemitischen Demagogie sowie der österreichisch-großdeutsche Nationalismus von Georg von Schönerer.3

1913 ging er dann nach München, um sich dem österreichischen Militärdienst zu entziehen. Die Linzer Behörden saßen ihm bereits wegen seiner Musterung im Nacken. Ein weiterer Grund für diesen Umzug war auch der Haß auf Österreich wegen seiner proslawischen Politik. Daher war er entschlossen, nicht für sein Heimatland zu kämpfen.4 Die deutsche Polizei gab dann später den Linzer Behörden bekannt, daß Hitler seit 26. Mai 1913 als Untermieter der Familie Popp gemeldet sei. Dorthin kamen am 18. Mai 1914 die deutschen Beamten und forderten ihn auf, sich zwei Tage später in Linz für den Militärdienst zu melden. Hitlers verwahrlostes Aussehen, sein Mangel an Bargeld, seine Rechtfertigungen und Entschuldigungen haben dann dazu beigetragen, daß das Konsulat in München den Fall mit Nachsicht bearbeitete. Am 5. Februar fuhr er schließlich doch nach Salzburg zur Musterung. Der Befund lautete: Er sei zu schwach für den Militärdienst.5 Später wurde Hitler noch einmal mit diesem Fall konfrontiert. Seine politischen Gegner versuchten Kapital daraus zu schlagen. Als die Gestapo versuchte die Akten nach dem Anschluß Österreichs zu beschlagnahmen, waren sie bereits in ein sicheres Versteck gebracht worden, aus dem sie allerdings erst in den fünfziger Jahren zur Veröffentlichung hervorgeholt wurden.6 Trotz diesem negativen Musterungsbescheid nahm Adolf Hitler am zweiten Weltkrieg teil - allerdings auf Seiten der Deutschen.

Am 2. August 1914, einem Tag nach der Kriegserklärung, sieht man auf einer berühmt gewordenen Fotovergrößerung einen jubelnden Hitler auf dem Odeonsplatz in München. Danach hat Hitler laut eigener Angabe in seiner Biographie „Mein Kampf“ ein persönliches Gesuch an den bayerischen König Ludwig III geschrieben, indem er bittet, dass er als Österreicher für die bayerische Armee dienen dürfte: Die Kabinettskanzlei hätte ihm diese Bitte bereits am nächsten Tag gewährt. Nach dem Hitlerbiographen Ian Kershaw ist diese Version nicht glaubhaft. Das Kriegsministerium und nicht die Kabinettskanzlei war ermächtigt, Ausländer als Freiwillige aufzunehmen. Auch ist es für Kershaw unwahrscheinlich, daß so kurz nach der Kriegserklärung der Beamtenapparat schon nach einem Tag geantwortet haben soll. Seine Einberufung war eher möglich durch das Versagen der Bürokratie. Hitler gehörte zu der Flut von Freiwilligen, die in den ersten Augusttagen zur nächsten Rekrutierungsstelle eilten, was zu Gesetzesverstößen geführt haben muß.7

2.2 DER KRIEG ALS WENDEPUNKT

Während des Krieges diente Hitler als Meldegänger im Reserve-Infanterie-Regiment 16. Den militärischen Rang eines Gefreiten überstieg er nie, jedoch wurde er mit dem Eisernen Kreuz beider Klassen ausgezeichnet. Diese Zeit war sehr wichtig für ihn. Sie prägte unter anderem sein starres Festhalten an militärischer Befehlshierarchie und damit auch das Prinzip der späteren NSDAP-Struktur. Vom Kriegsende erfuhr er im November 1918 bei einem Lazarettaufenthalt in Pasewalk. Es ist nicht geklärt, welche Rolle dies bei der Herausbildung seiner Ideologie gespielt hat. Hitler glaubte an die Dolchstoßlegende.8 Er hatte, daß ist bekannt, eine Augenverletzung durch einen Senfgasanschlag, bzw. war nach eigenen Angaben vorübergehend blind. In „Mein Kampf“ beschreibt er diesen Aufenthalt folgendermaßen. : „ In diesen Nächten wuchs mein Haßgegen die Urheber dieser Tat... “ Dann traf er angeblich die Entscheidung: „ Ich aber beschloßPolitiker zu werden. “ 9 Als Hitler dann schließlich am 19. November 1918 Pasewalk verließ und nach München zurückkehrte, verfügte er auf einem Konto über Ersparnisse von 15 Mark und 30 Pfennig. Es erwartete ihn ohne Ausbildung sowie ohne familiäre oder freundschaftliche Kontakte keine große Karriere.10 Falls Hitler also tatsächlich beschlossen hatte, in die Politik zu gehen, dann war dieser Entschluß erst einmal bedeutungslos.

2.3 HITLER WIRD POLITIKER

Nach eigenen Angaben war seine erste politische Aktivität nach dem 1. Weltkrieg die Teilnahme an der Untersuchungskommission nach der Unterdrückung der Räterepublik. Es gibt aber einen Routinebefehl des Demobilmachungs-Batallions vom 3. April 1919 das Hitler als Vertrauensmann seiner Kompanie meldete. Es spricht laut Kershaw vieles dafür, daß er diese Position seit dem 15. Februar inne gehabt hat. Zu den Verpflichtungen der Vertrauensleute zählte die Zusammenarbeit mit der Propagandaabteilung der sozialistischen Regierung zur Vermittlung von Aufklärungsmaterial an die Truppen. Seine ersten politischen Aufgaben nahm Hitler also im Dienst des von SPD und USPD geführten revolutionären Regimes war. Das hat er natürlich geheim gehalten, da er hätte erklären müssen, warum er auf dem Höhepunkt der Ereignisse in die Wirren der roten Diktatur in München verstrickt war.11 In den zwanziger und dreißiger Jahren gab es dann auch nie gänzlich wiederlegte Gerüchte, Hitler habe nach der Revolution anfangs mit der Mehrheitsozialdemokratie sympathisiert. Dies kann zwar nicht ganz widerlegt werden, nach 1918 schloß sein begeisterter Militarismus und sein Antisemitismus aber eine Beteiligung bei der SPD aus. Seine scheinbare Nähe am Anfang war reiner Opportunismus. Er wollte die Demobilmachung so lange wie möglich verhindern.12

Vor der weiteren Demobilmachung schütze er sich, in dem er zu der Untersuchungskommission zur Säuberung der Truppe von revolutionären Elementen ging. Der Name „Hittler Adolf“ erschien dann auch auf einer der frühen Listen mit Namen von V- Männern, welche die Nachrichtenabteilung Ib/P Ende Mai bzw. Anfang Juni 1919 zusammenstellte. So gehörte Hitler ebenfalls zu den Teilnehmern von einem antibolschewistischen Aufklärungskurs der zwischen dem 5. und 12 Juni an der Universität München stattfand.13 Zum ersten Mal bekam Hitler politische Bildung. Das neu erworbene Wissen konnte er gleich anwenden und er wurde so zum politischen Agitator für seine Vorgesetzen. Durch diese Tätigkeit entdeckte er seine rhetorischen Talente. Bei dem Kurs hörte er Vorlesungen damals prominenter Münchner Männer, über Themen wie „Die deutsche Geschichte seit der Reformation“, „Die politische Geschichte des Krieges“ „Der Sozialismus in Theorie und Praxis“ sowie unter anderem „Äußere und innere Politik“. Zu den Redner gehörte auch Gottfried Feder, der sich als Wirtschaftexperte unter den Alldeutschen einen Namen gemacht hatte. Sein Thema lautete „Die Brechung der Zinsknechtschaft“. Darin setzte er dem schaffenden Kapital ein raffendes Kapital entgegen, daß er mit den Juden in Verbindung brachte. Der Vortrag hinterließ bei Hitler einen tiefen Eindruck und Feder galt später in der jungen NSDAP als Wirtschaftsguru.14 Innerhalb der Gruppe seiner Vorgesetzen muss Hitler als Experte für Judenfragen gegolten haben. Er bekam daher wahrscheinlich den Auftrag, einen Brief an Adolf Gemlich, einem früheren Teilnehmer am Aufklärungskurs und ebenfalls Verbindungsmann, zu beantworten. Darin enthüllt Hitler zum ersten Mal die Schlüsselelemente seiner Weltanschauung. In dem Brief redete Hitler von einem Antisemitismus der Vernunft, der zur planmäßigen gesetzlichen Bekämpfung und Beseitigung der Vorrechte der Juden führen müsse. Das letzte Ziel aber, so Hitler weiter, muß unverrückbar die Entfernung der Juden überhaupt sein.“ Dieser Ansicht blieb Hitler bis zu seinem Untergang im Berliner Bunker treu.15 Er forderte die Internierung in Konzentrationslager, um die angebliche jüdische Unterhöhlung des deutschen Volkes zu verhindern und den Tod durch den Strang für jüdische und andere Schieber.16 Außerdem verwendet Hitler in diesem Brief ausdrücklich die Wortwahl und die Argumente von Gottfried Feder. Seine Ideen zur Zinsknechtschaft und Kapitalismus waren damit wahrscheinlich der ideologische Durchbruch und befähigten ihn, seine langen gehegten Vorurteile zu rationalisieren und mit Hilfe wissenschaftlicher Argumente von Feder zu bestätigen.

2.4 VOM TROMMLER ZUM FÜHRER

Im Rahmen seine Tätigkeit für die Reichswehr, kam er 1919 auch zur DAP (Deutsche Arbeiter Partei). Die war damals allerdings nur eine von ca. 70 rechtsextremistischen Splittergruppen. Als er im Mai 1920 dann endgültig aus der Reichswehr entlassen wurde, fand er dort eine Betätigung. Zunächst war er der Trommler dieser Bewegung. Schnell versuchte er die Parteiführung davon zu überzeugen, daß er der wichtigste Mann sei. Mit seiner rhetorischen Begabung war er der erfolgreichste Redner der inzwischen in NSDAP umgenannten Partei. Als die Parteileitung 1921 ohne Wissen Hitlers mit anderen völkischen Gruppen Verhandlungen aufnahm, trat er aus der Partei aus. Hitler wollte keinen Zusammenschluß mit anderen Gruppen. Der Hitlerbiograph William Carr glaubt, Hitler sei aus verletztem Stolz ausgetreten.17 Er kehrte aber schließlich doch wieder zurück und wurde der Vorsitzender der Partei mit diktatorischen Vollmachten. Die Leitung der NSDAP dachte offensichtlich auch, ohne Hitler hätten sie keinen Erfolg. Im August 1921 wählte Hitler dann einen günstigen Zeitpunkt , um einen paramilitärischen Verband zu gründen, die SA. Das zog sofort viele verärgerte Männer aus den Freikorps an.18

2.5 DIE ERSTE KRISE: GEHT HITLERS STERN UNTER?

Die frühe NSDAP war eine revolutionäre Bewegung nach dem Vorbild von Mussolinis faschistischer Partei. Vorbild war dessen Marsch auf Rom 1922. Hermann Esser (NSDAP Propagandaleiter) sagte daher weniger als eine Woche nach dem Staatsstreich in Italien über Hitler. "Deutschlands Mussolini heißt Adolf Hitler"19.

Im Januar 1922 wurde Hitler allerdings wegen Landfriedensbruch zu drei Monaten Haft, davon waren zwei Monate bei guter Führung zu Bewährung ausgesetzt, verurteilt. Zwischen dem 24. Juni und dem 27. Juli 1922 saß Hitler im Münchner Gefängnis Stadelheim. Hitler hatte mit seinen Anhänger, viele davon Schlägertypen aus der "Sportabteilung" wie die SA offiziell hieß, eine Rede von Otto Ballerstedt, dem separatistischer Anführer des Bayernbundes, gestört. Dabei wurde dieser verletzt und er zeigte Hitler an.20

Auch sonst setzte Hitler auf Konfrontation mit der bayerischen Regierung. Der erste Reichstag der NSDAP vom 27. bis 29. Januar 1923 sollte wegen Putschgerüchten sogar abgesagt werden. Aber Hitler überzeugte die Zuständigen vom Gegenteil.21 Am 1. Mai 1923 mußte Hitler dann einen Rückschlag hinnehmen. Nationalsozialisten und andere Extremisten versammelten sich auf dem Oberwiesenfeld. Insgesamt waren es 2000 Mann, 1300 davon Nationalsozialisten. Sie waren bewaffnet. Hitler schritt kriegerisch mit Stahlhelm und Racheschwüren gegen die Roten auf und ab. Die Rechten hatten vorher das Gerücht von einem Putsch von Links in die Welt gesetzt, um so an die Waffen zu kommen. Das Feld war aber mit Soldaten und Polizei abgeriegelt. Deshalb gaben sie auf. Diese Niederlage brachte Hitler völlig aus dem Gleichgewicht. Er zog sich in den nächsten Monaten nach Berchtesgaden zurück.22 An den Maifeierlichkeiten hatten 30.000 Sozialdemokraten friedlich teilgenommen. Der würtembergische Botschafter berichtete daraufhin die häufig geäußerte Meinung, Hitlers Stern sei untergegangen.23

Eine Fehleinschätzung, wie sich am 8. November 1923 herausstellte. An dem Tag fand der Hitlerputsch statt. Hitler hatte damals eigentlich keine andere Wahl, als zu einem radikalen Mittel zu greifen, wenn er die Erwartungen, die er durch seine Propaganda erweckt hatte, auch wirklich erfüllen wollte. Der eigentlich Wandel hatte sich im Oktober vollzogen. Der Trommler hatte ein "napoleonisches und messianisches Gehabe"24 entwickelt. Er sprach davon, daß er dazu bestimmt sei, Deutschland zu retten.

Aber der Putsch scheiterte. Hitler war am 8. November zwar in den Bürgerbräukeller gewaltsam eingedrungen. Dort sprang er auf einen Tisch, feuerte in die Decke und proklamierte die „Nationale Revolution“. General Ludendorff konnte dann das anwesende sogenannte Triumvirat bestehend aus Lossow (Kommandierender General im bayerischen Wehrkreis), Seißer (Chef der bayerischen Landespolizei), und Kahr (Generalstaatskommissar) überreden, an einer nationalen Regierung teilzunehmen. Aber er ließ sie gehen, weil er auf ihr Wort vertraute und so unternahmen sie sofort die notwendigen Schritte zur Zerschlagung des Putsches.

Hitler war daraufhin so niedergeschlagen, daß er die Organisation des nächsten Tages an Julius Streicher weitergab. Ludendorff schlug dann den bekannten Marsch zur Feldherrnhalle vor, auf dem auch nicht Hitler, sondern Streicher zu den Menschen sprach.

[...]


1 Vgl. Kershaw, S. 38.

2 Er malte meist Motive, die sich gut an Touristen verkaufen lassen. Einige dieser Werke sind noch bis heute erhalten und werden zu hohen Preisen gehandelt.

3 Vgl. Hans - Ulrich Thamer: Ursachen des Nationalsozialismus. In: Politische Bildung, S. 11.

4 Vgl. Kershaw, S. 118.

5 Vgl. Ebda, S. 124.

6 Vgl. Kershaw, S. 125.

7 Vgl. Kershaw, S. 128.

8 Wenige Wochen nach der deutschen Niederlage sprachen deutsche Zeitungen davon, daß die deutsche Armee hinterrücks mit dem Dolchstoß zu Fall gebracht worden war. Auch Feldmarschall Hindenburg vertrat dies öffentlich am 18. November 1919 vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuß der Nationalversammlung, als er nach den Gründen des deutschen Zusammenbruchs befragt wurde. Er berief sich mit Unterstützung von General Ludendorff auf einen englischen General (gemeint was Sir Frederick Maurice) der habe behauptet: Die deutsche Armee ist von hinten erdolcht worden. Stimmt aber nicht, die OHL hatte schon Anfang Oktober 1918 die Parteiführer in Kenntnis gesetzt, daß eine Niederlage unausweichlich sei. (Vgl. Benz: Legenden, Lügen, Vorurteile S. 59 f)

9 Vgl. Kershaw, S. 144.

10 Vgl. Kershaw, S. 146.

11 Vgl. Ebda, S. 161.

12 Vgl. Kershaw, S. 162 f.

13 Vgl. Ebda, S. 166

14 Vgl. Kershaw, S. 166 f

15 Vgl. Hans-Ulrich Thamer: Ursachen des Nationalsozialismus. In: Politische Bildung, S. 12.

16 Vgl. Kershaw, S. 197.

17 Vgl. Carr, S. 30.

18 Vgl. Ebda, S. 30 ff.

19 Vgl. Kershaw, S. 230.

20 Vgl. Ebda, S. 225.

21 Vgl. Kershaw, S. 244 ff.

22 Vgl. Carr, S. 33.

23 Vgl. Kershaw, S. 250.

24 Carr, S. 35.

Details

Seiten
29
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638278690
Dateigröße
470 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v25157
Institution / Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck – Institut für Geschichte
Note
gut
Schlagworte
Adolf Hitler Anfänge Seminar Geschichte Neuzeit

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