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Schichtstufenlandschaften

Referat (Ausarbeitung) 2004 9 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Definition Schichtstufe, Schichtkamm und Schichttafelland

3. Wichtige Begriffe

4. Das Südwestdeutsche Schichtstufenland
4.1. Genese
4.2. Lage und Aufbau der Schichtstufen

5. Die Wellenkalkschichtstufe

Literaturverzeichnis:

Handout

1. Einleitung

Schichtstufenlandschaften prägen vielerorts das Bild Mitteleuropas, unter anderem das unseres Süddeutschen Heimatraumes. Im Folgenden möchte ich diesen Landschaftstyp vorstellen und hierbei auf das Südwestdeutsche Schichtstufenland sowie die Wellenkalkschichtstufe in Thüringen näher eingehen. Hauptgrundlage meiner Arbeit stellt der zweite Band des Nationalatlas dar.

2. Definition Schichtstufe, Schichtkamm und Schichttafelland

Leser definiert den Begriff Schichtstufenlandschaft folgendermaßen:

„Weitverbreiteter Landschaftstyp, der sich aus einer Abfolge von Schichtstufen zusammensetzt, die voneinander durch mehr oder weniger ausgedehnte Dachflächen meist geringer Neigung getrennt sind. Die Schichtstufen ordnen sich gewöhnlich geotektonischen Hebungsbereichen zu, in deren Nähe oder Nachbarschaft sie sich entwickeln. Typische Schichtstufenlandschaften Europas sind das Pariser Becken, die Südenglische Stufenlandschaft, das Thüringer Becken und das Schwäbisch-Fränkische Stufenland. […]“

Ein Schichtkamm hat im Vergleich zur Schichtstufe einen stärkeren Neigungswinkel, so dass sich im Profil eine Art Kamm ergibt. In Schichttafelländern wiederum sind die Gesteinsschichten flacher gelagert und an ihren Außenrändern bilden sich Schichtstufen (Abb.1).

3. Wichtige Begriffe

Eine Schichtstufe besteht aus drei Elementen. Die Stufenfläche bildet das „Dach“ der Schichtstufe. Der Steilabfall von einer Stufenfläche zur nächsten wird Stufenhang genannt. Er gliedert sich in einen steilen Oberhang, den Stufenbildner und einen flachauslaufenden Unterhang, den Sockelbildner. Stufenbildendes Gestein ist hart, wasserdurchlässig, widerstandsfähig und besteht z.B. aus Kalken oder Sandsteinen, während Sockelgestein morphologisch weicher und wasserundurchlässig ist und meist aus Tonsteinen oder Mergeln besteht. Die oberste Kante des Stufenhangs wird Stufenfirst genannt. Hierbei wird unterschieden zwischen Trauf (d.h. einer Kante mit scharfem Knick), die durch gravitative Erosionsprozesse entstanden ist, Trauf mit Walm (d.h. die Kante hat einen Knick mit sich anschließender Verflachung) und reinem Walm (d.h. es liegt ein sanfter Übergang ohne Knick vor) der durch aquatische Spülprozesse entstanden ist.

Man unterscheidet außerdem zwischen den landschaftlich oft sehr eindrucksvollen Frontstufen, die gegen den Schichteinfall geneigt sind und den Achterstufen, die sich in Richtung des Schichteinfalls neigen.

Vor dem Stufenhang liegen häufig sogenannte Zeugenberge als „Erosionsreste des ehemals weiter ausgedehnten Schichtpakets“1. Diese zeugen davon, dass sich die Schichtstufe einstmals hier befunden hat und dem Prozess der Stufenrückverlegung unterlag (Abb.2).

4. Das Südwestdeutsche Schichtstufenland

4.1. Genese

Die Gesteine variskischer Gebirgsbildungsphasen bezeichnet man als Grundgebirge. Es stellt den „Sockel“ unserer Schichtstufenlandschaft dar. Zwischen der Gallischen Schwelle im Westen und dem Böhmischen Massiv im Osten erstreckte sich eine ausgedehnte Beckenlandschaft. Während des Mesozoikums werden im Wechsel terrestrischer und mariner Bedingungen mehrere Hundert Meter mächtige Sedimente abgelagert und verfestigt. Im Verlauf des Tertiärs brach dann der Oberrheingraben ein und sorgte so für eine Schrägstellung der Schichtpakete. Von nun an fand eine rasche flächenhafte Verwitterung statt, bei der die charakteristischen Schichtstufen ihre Form bekommen haben.

[...]


1 Nationalatlas S.84

Details

Seiten
9
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638281201
Dateigröße
643 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v25521
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg – EWF
Note
Sehr gut
Schlagworte
Schichtstufenlandschaften Deutschland Grundlage Nationalatlas

Autor

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Titel: Schichtstufenlandschaften