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Kurzdarstellung ausgewählter Gärten der Renaissance, des Barock, des Klassizismus und des ausgehenden 19./ beginnenden 20. Jh. in den Niederlanden und Referenzobjekte in Deutschland

Studienarbeit 2004 26 Seiten

Landschaftsarchitektur, Landespflege, Gartenbau

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gärten der Renaissance
2.1. Objekte in den Niederlanden
2.1.1. Kasteel Twickel
2.2. Objekte in Deutschland
2.2.1. Hortus Palatinus-Heidelberg

3.1. Objekte in den Niederlanden
3.1.1. Het Loo
3.1.2. Heemstede
3.2. Objekte in Deutschland
3.2.1. Der große Garten von Herrenhausen-Hannover

4. Gärten des Klassizismus
4.1. Objekte in den Niederlanden
4.1.1. De Keukenhof
4.2. Objekte in Deutschland
4.2.1. Der Wörlitzer Park

5. Gärten des ausgehenden 19./ beginnenden 20. Jh
5.1. Objekte in den Niederlanden
5.1.1. Kasteel De Haar
5.2. Objekte in Deutschland
5.2.1. Die Gönneranlage-Baden-Baden

6. Zusammenfassung

7. Anhang
7.1. Literaturverzeichnis
7.2. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

„Zu wissen, wie die Gartenkunst sich entwickelt hat, ist eine Bereicherung für alle Gärtner; und den Einfluss jeder Epoche auf die spätere zu kennen, hilft uns bei der Bestimmung der eigenen Ziele und beim Blick in die Zukunft.“1 Diese Bereicherung, die schon Penelope Hobhouse mit ihren Arbeiten anstrebte, erhoffe ich mir durch diese Arbeit Sie beschränkt sich zwar auf die Gartenkunst der Niederlande und der in Deutschland, doch durch die Wahl dieses Themas bekommt man einen allgemeinen Überblick über die Situation in den beiden Ländern und kann Rückschlüsse auf die Entwicklung in ganz Europa ziehen.

Dieser Überblick gebende Charakter des Themas besticht durch seine Vielseitigkeit und gibt mir die Möglichkeit die Geschichte der Gartenkunst vergleichend in den Niederlanden und in Deutschland kennen zu lernen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Karte 1: Übersichtskarte Holland, der vorgestellten Gärten.

2. Gärten der Renaissance

Die Renaissance als Wiedergeburt der Antike entwickelte sich in Europa ab 1400 bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts. In Italien nahm diese Entwicklung ihren Anfang durch die Sehnsucht nach dem “Goldenen Zeitalter“, doch auch in Deutschland und den Niederlanden wurden die einzelne Gartenelemente aus den vorangegangenen Zeiten übernommen und weiterentwickelt. Wichtige Anregungen gaben auch die Geisteswissenschaften, besonders durch die Überlegungen von Erasmus von Rotterdam zum Idealgarten, der dem deutschen Bürgergarten sehr ähnelt, wurde ein Umdenken provoziert. „Das Idealbild eines Gartens, wie es Erasmus entwirft, scheint im Garten des Arztes und Humanisten Dr. Laurentius Scholz zu Breslau, angelegt von 1585“.2

2.1. Objekte in den Niederlanden

2.1.1. Kasteel Twickel

Der in Abbildung 1 vermerkte Plan zeigt den Garten von Twickel aus dem 17. Jahrhundert. Hinter dem Wasserschloß und dem Cour d´honneur lässt sich der Renaissancegarten mit seinen quadratischen Kanälen gut erkennen. Der Graben um das Schloss ist eines der wichtigsten Kompositionselemente des holländischen Gartens des 17. Jahrhunderts. Typisch für diese Zeit sind auch das Anlagen von Gemüse- und Obstgärten. Doch die lange und wechselvolle Geschichte des Anwesens lässt vermuten, dass auch andere Epochen der Gartenkunst ihre Spuren hinterlassen haben. Um 1700 wurden barocke Schnörkel hinzugefügt, der Kanal wurde erweitert und es lagen auch Pläne von Daniel Marot vor, die künstlerische Parterres und Strauchpflanzungen vorsahen. Doch auch viele andere berühmte niederländische Künstler arbeiteten an diesem Garten, darunter Johan Georg Michael, J. D. Zocher d. J. und C. E. A. Petzold. Letzterer fügte zahlreiche exotische Gehölze hinzu, erschloss Aussichten und erweiterte den Spiegelsee.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2:

Formschnitt- Parterre

Schlossgarten Twickel.

Auch im 19. Jahrhundert wurden die zeitgenössischen Gestaltungsmittel in den historischen Garten versucht zu integrieren, denn viele formale Elemente kamen hinzu. Hugo Poortman, der im nahe gelegenen Kasteel Weldam lebte und arbeitete entwarf 1906 die Parterres vor der Orangerie und auch der

Rosengarten, der noch heute ein großer Anziehungspunkt für Besucher ist, entstand zu dieser Zeit. Besonders empfindliche Pflanzen wie Agaven, Oleander und verschiedene Obstbäume finden im Winter in der 1993 restaurierten Orangerie Zuflucht.

Ein besonderer Höhepunkt eines Besuches in Kasteel Twickel ist auch der Steingarten der Baronin van Heeckeren, eine geborene Gräfin van Aldenburg Bentinck, denn der Boden ist eigentlich zu sauer und der Standort zu schattig für die meisten Steingartengewächse. Einen schönen Waldgarten gibt es hier aber allemal zu sehen. Doch auch der Blumengarten, der 1925 angelegt und von der Baronin im Landhausstil verbesserte bunte Blumengarten hat als jüngste Anlage seine Reize.

Zusammenfassend kann die Fläche um die Burg heute in Landschaftspark, formaler Garten und Blumengarten gegliedert werden.

2.2. Objekte in Deutschland

2.2.1. Hortus Palatinus-Heidelberg

Auch dieser Gartenanlage gilt als eine der bedeutendsten Schöpfungen des 17. Jahrhunderts ihres Landes und wird als nie vollendetes achtes Weltwunder von Heidelberg bezeichnet. Der französische Architekt, Ingenieur und Physiker Salomon des Caus wurde für das Unternehmen von Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz engagiert. Er konnte allerdings den Garten nie ganz vollenden. Die Anlage beinhaltet aufwendige Hauptparterres, Wasserbecken und Bosketts. Der besondere Anspruch dieser Anlage liegt im Gegenzug zum Kasteel Twickel, bei der Lage des Gartens. Der Garten in Heidelberg musste am Berghang stark terrassiert werden. Doch es scheint so, als ob man diesen Gegebenheiten zum Trotz, der größte Teil des Gartens auf einer Ebene liegt. Ohne Bezug auf das mittelalterliche Schloss zu nehmen, liegt in Heidelberg der Garten neben dem Schloss am Hang. Besonders gut ist dies in einer Handskizze von Herbert Keller zu sehen, die als Abbildung 3 gekennzeichnet ist. In einzelne Terrassen gegliedert, deren Zusammengehörigkeit nicht betont zu sein scheint, finden sich charakteristische Gartenelemente dieser Zeit, wie Laubengänge, Springbrunnen, Schmuckformen der Bepflanzung und Grotten.

Doch besonders die Einbindung von manieristischen Elementen verleiht dem Garten eine besondere Note, denn sie lockern die Ausgewogenheit und das Ebenmaß der Renaissance mit asymmetrischer Spannung auf und schafft Kontraste. Der Garten wird im Manierismus als Schöpfung des Menschen als irdisches Paradies verstanden, der unvermittelt neben der Natur steht. „Italienische Gärten der Renaissance standen diesem Projekt in der Ausschmückung, vor allem in der Kombination von Natur, Kunst und Technik, Pate.“3

Doch an der Schwelle zum Barock diente der Hortus Palatinus der Glorifizierung des

Herrscherhauses und versteht sich zugleich als Würdigung der Naturelemente.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.3:

Hortus

Palatinus, Der

Heidelberger Schlossgarten

So weisen die beiden vorgestellten Gärten des 17. Jahrhunderts zwar starke Unterschiede auf, doch auf Grund ihrer zeitlichen und gestalterischen Nähe können sie doch im Zusammenhang betrachtet werden.

Die niederländische Gartenkunst ist zwar nicht als eigenständiges Element zu verstehen, „zeichnet sich aber durch eine Reihe besonderer Merkmale aus, die aus landesspezifischen Gegebenheiten und aus Anregungen von außen, insbesondere aus Frankreich, erwachsen sind.“4

Die bürgerliche Schicht, das städtische Patriziat belebt im Zeitalter des Barock die Gartenkunst mit bürgerlicher Gesinnung, aristokratischen Lebens- und Kunstformen. Die Anlagen des Schlösses Het Loo und Heemstede werden als Hauptwerk der niederländischen Gartenkunst am Ende des 17. Jahrhundert verstanden und deshalb soll auf diesen Objekten der Schwerpunkt in dieser Epoche liegen.

Auch in Deutschland, das nach dem Dreißigjährigem Krieg überall neu anfangen musste, erstarken die Fürstenhöfe. Aufgrund des enormen französischen Einflusses und anderen Gegebenheiten lässt sich kein >deutscher Barockgarten< in dem Sinne erkennen. So entstanden hier eher ganz eigene, individuelle und originelle Gärten, von denen HannoverHerrenhausen nur eines von vielen Beispielen sein kann.

3.1. Objekte in den Niederlanden

3.1.1. Het Loo

Diese, wohl berühmteste barocke Anlage in den Niederlanden stammt aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, wurde aber mit den Jahren stark verändert. Prinz Wilhelm von Oranien kaufte 1684 das mittelalterliche Jagdschloss Het Oude Loo, doch schon ein Jahr später begannen die Arbeiten an einem neuen Palast. Der Künstler, der das Gebäude samt Gartenanlagen entworfen hat, ist leider nicht mehr bekannt, doch der königliche Architekt Jacob Roman und sein enger Mitarbeiter Daniel Marot überwachten die Ausführung. Die Arbeiten an der gesamten Anlage dauerten bis 1695. Zu dieser Zeit war Prinz Wilhelm schon König von England geworden und kehrt nur noch selten nach Holland zurück. Der Ruhm des Gartens beruht neben seinen herrlichen Barockanlagen auf der Ausgestaltung und der Eingliederung von Wasser in den Gartenbereich: Skulpturen, Springbrunnen, Bassins und Kaskaden findet man an vielen Stellen. Einen Überblick über das Anwesen wird in Abbildung 4 gegeben.

Die gesamte Anlage kann man in vier Teile gliedern: Große Garten, Untere Garten, Obere Garten, Königsgarten und Königingarten.

[...]


1 Hobhouse, P. (2003): Der Garten - Eine Kulturgeschichte, S. 6.

2 Hansmann, W. (1988): Gartenkunst der Renaissance und des Barock, S. 70.

3 Seiler, M. (2003): Gartenlust - Lustgarten, S. 16.

4 Hansmann, W. (1988): Gartenkunst der Renaissance und des Barock, S. 195.

Details

Seiten
26
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638281355
Dateigröße
2.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v25549
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,3
Schlagworte
Kurzdarstellung Gärten Renaissance Barock Klassizismus Niederlanden Referenzobjekte Deutschland

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Titel: Kurzdarstellung ausgewählter Gärten der Renaissance, des Barock, des Klassizismus und des ausgehenden 19./ beginnenden 20. Jh. in den Niederlanden und Referenzobjekte in Deutschland