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Strategisches Management EON

Hausarbeit 2003 18 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Firmengeschichte und -entwicklung

2. Der deutsche Energiemarkt
2.1. Der Strommarkt
2.2. Der Gasmarkt

3. Strategischer Aufbau
3.1. E.ON
3.2. E.ON Energie
3.3. Powergen

4. Perspektive
4.1. E.ON
4.2. E.ON Energie
4.3. Powergen

5. Fazit

6. Aktuelle Veränderungen

Literaturverzeichnis

Onlinebeiträge

Geschäftsberichte

Einleitung

In den vergangenen 15 Monaten verursachte die geplante Übernahme der Essener Ruhrgas AG durch die Düsseldorfer E.ON AG immer wieder Schlagzeilen. Es war das erste Mal in der deutsche Wirtschaftsgeschichte, dass eine erteilte Ministererlaubnis erfolgreich angefochten wurde. Erst eine außergerichtliche Einigung im Januar 2003 führte letztendlich zu einer erfolgreichen Ebnung des Weges für einen neuen, marktbeherrschenden Gaskonzern in Deutschland.

Wie wird sich die Bildung eines solchen Konzerns auswirken? Hat der Wettbewerb damit auf dem Energiemarkt noch eine wirkliche Chance? Wer sind die Leidtragenden?

Diese und andere Fragen gilt es zu klären. Dabei steht die Betrachtung des gesamten E.ON Konzerns und seiner strategischen Entscheidungen im Vordergrund.

Die Firmenhistorie soll einen kleinen Einblick in die Entstehung eines in seinem Markt stark dominierenden Unternehmen geben. Anschließend wird der Markt an sich betrachtet, wobei der Energiemarkt unterteilt wird in Strom- und Gasmarkt. Grundlegend ist der strategische Aufbau des Gesamtkonzerns und seiner einzelnen Tochterunternehmen. Hervorzuheben sind vor allem die Gewinntreiber E.ON Energie und das britisch-amerikanische Unternehmen Powergen. Der Ausblick gibt einen Einblick in kürzlich gefällte und zukünftig geplante strategische Entscheidungen. Gerade bei einem zukunftsträchtigen, gerade erst sowohl national als auch international liberalisierten Markt, sind diese möglichen Entscheidungen überlebenswichtig.

Ein kleiner Zusatz am Ende der Arbeit stellt die aktuelle Situation des Konzerns als aktuelle Veränderungen dar.

1. Firmengeschichte und -entwicklung

Das Unternehmen E.ON entstand im Juni 2000 aus der Fusion der zwei traditionellen Industrieunternehmen VEBA und VIAG.

Die „Vereinigte Elektrizitäts- und Bergwerks AG (VEBA)“ wurde 1929 als Finanzholding gegründet. Die Geschäftsschwerpunkte lagen in den Bereichen Energie und Spezialchemie.

1965 wurde das Unternehmen teilprivatisiert, indem die Bundesrepublik Deutschland die Mehrheit des VEBA -Grundkapitals in private Hände gab. 1987 folgte die Restprivatisierung durch die Platzierung am nationalen und am internationalen Kapitalmarkt.

Durch den Erwerb einer 36,4 %igen Beteiligung am Spezialchemieunternehmen Degussa AG und der Bildung der Viterra AG, einem Immobilienunternehmen, expandierte VEBA Ende der neunziger Jahre.

Die „Vereinigte Industrie-Unternehmungen Aktiengesellschaft (VIAG)“ wurde 1923 als Holdinggesellschaft gegründet. Teile des Unternehmens waren die VAW aluminium AG und die SKW Trostberg AG. Energie und Chemie stellten die Kerngeschäfte der VIAG dar.

Über die Börseneinführung 1986 wurden 40% des Aktienkapitals durch die Bundesrepublik Deutschland veräußert. Zwei Jahre später folgte die Restprivatisierung.

1990 konzentrierte sich das Unternehmen nach der vollständigen Privatisierung auf die Kerngeschäfte in den industriellen Bereichen auf Aluminium, Chemie und Verpackungen und im Dienstleistungssektor auf Energiedienstleistungen und Telekommunikation.

1995 gründeten VIAG und die British Telekom die VIAG Interkom als ein Joint-Venture.

Am 16. Juni 2000 wurde die Fusion von VEBA und VIAG abgeschlossen. Es entstand die E.ON AG, einer der größten privaten Energiedienstleister und die größte Spezialchemiegruppe der Welt.

Der neu geschaffene Name wurde nach intensiver Marktforschung im In- und Ausland aus einem Pool von Mitarbeitervorschlägen ausgewählt. E.ON ist die englische Schreibweise des griechischen Wortes „Aeon“ (Unendlichkeit) und soll mit seiner Schreibweise für Energie („E“) und Aufbruch („ON“) stehen.

Im Juli 2000 fusionierten das Bayernwerk und Preussen-Elektra zu E.ON Energie.

Im Oktober 2001 fand das bisher größte Aktienrückkaufprogramm Deutschlands statt, E.ON erwarb Aktien im Wert von 10 % des eigenen Grundkapitals zurück.

Im November 2001 meldete E.ON beim Bundeskartellamt eine Übernahme der Ruhrgas AG an.

Die E.ON AG verkaufte Anfang 2002 VEBA OEL und leitete den Verkauf der Degussa AG ein.

Mitte 2002 wurde der Erwerb von Powergen, einem der führenden Energieversorger in Großbritannien und den USA, abgeschlossen[1].

Heute stellt E.ON nach der DaimlerChrysler AG und der Siemens AG das drittgrößte Industrieunternehmen Deutschlands dar[2]. E.ON erwirtschaftete 2001 insgesamt einen Umsatz von rund 80 Mrd. EUR und beschäftigte mehr als 150.000 Mitarbeiter.

Die E.ON AG führt als leitende Holding den Gesamtkonzern, dessen Kerngeschäft die Energie darstellt. Der Sitz der Holding befindet sich in Düsseldorf.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: www.eon-ag.com

Die E.ON Energie AG und Powergen sind 100 %ige Tochtergesellschaften, die sich dem Kerngeschäft Energie im In- und Ausland widmen. D egussa, Viterra, Connect Austria ONE und Bouygues Telecom konzentrieren sich auf jeweils andere Geschäftsfelder.
Die Tochtergesellschaften führen und verantworten weitgehend eigenständig das operative Geschäft. Geleitet wird die E.ON AG durch den Vorstand bestehend aus fünf Mitgliedern und dem Aufsichtsrat bestehend aus zweiundzwanzig Mitgliedern. Vorstandsvorsitzende sind Ulrich Hartmann, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der VEBA AG, und Prof. Dr. Wilhelm Simson, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der VIAG AG ¹. Ab Mai 2003 wird Wulf Bernotat, ehemaliger Manager bei Shell, die in den Ruhestand eintretenden Vorstandsvorsitzenden ablösen[3].

2. Der deutsche Energiemarkt

Im Jahre 1935 wurde das erste Energiewirtschaftsgesetz verabschiedet. Dieses prägte die deutsche Energiewirtschaft maßgeblich und wurde bis zum April 1998 nur unwesentlich geändert. Die Nationalsozialisten erklärten damals den Wettbewerb als volkswirtschaftlich schädlich, entschieden sich allerdings auch gegen ein staatliches Monopol. Die Energiewirtschaft wurde auf der Ebene der Stromerzeuger privatwirtschaftlich und auf der Ebene der Stromverteilung weitgehend kommunal organisiert. Lediglich die Investitions- und Preisaufsicht blieb beim Staat. Durch diese und das 1957 eingeführte Wettbewerbsgesetz, welches die Bildung von Kartellen untersagte, blieben die Strukturen der Energiekonzerne bis Mitte der neunziger Jahre erhalten.

1998 trat das Gesetz über die Elektrizitäts- und Gasversorgung, ein neues Energiewirtschaftsgesetz, in Deutschland in Kraft.

Durch diese weitgehende Liberalisierung sollten die geschlossenen Versorgungs-gebiete aufgehoben und der Bau paralleler, zusätzlicher Versorgungsleitungen erlaubt und Durchleitungsrechte eingeräumt werden. Es kam zu einer teilweisen Aufhebung der vorherrschenden Monopolstrukturen und ein freier Wettbewerb konnte beginnen[4].

2002 öffnete die Europäische Union den Strom- und Gasmarkt. Die neuen Gesetze ermöglichen den in Europa ansässigen Unternehmen ab 2004 und den Privathaushalten ab Mitte 2007, ihren Lieferanten innerhalb der EU zu 100% frei wählen zu können. Der Strommarkt in der EU ist heute zu 70%, der Gasmarkt zu 90% geöffnet.

Die neu geschaffenen Regelungen beinhalten eine gesellschaftlich strikte Trennung der Energielieferung vom Netzbetrieb. Die vorhandenen Netze zur Verteilung der Energie müssen allen Anbietern gleichermaßen zur Verfügung gestellt werden. Diese rechtliche Entflechtung soll eine Behinderung ausländischer Anbieter zum Netzzugang verhindern. Außerdem müssen Strom- und Gasunternehmen den Endverbrauchern bestimmte Informationen zur Verfügung stellen, wie beispielsweise die Herkunft der Energie angeben.

Durch diese neue Regelung kommt Deutschland unter Reformdruck, denn die Regionalversorger und Stadtwerke müssen bis 2007 ihr Unternehmen umbauen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Widerstand der fast 900 Stadtwerke hat diesen jedoch schon eine kleine Hintertür geöffnet, denn Stadtwerke und Regionalversorger mit weniger als 100.000 Kunden sollen von der Regelung nicht betroffen sein[5].

2.1. Der Strommarkt

Anfang der neunziger Jahre herrschte in Deutschland auf den regionalen Strommärkten noch immer ein Gebietsmonopol auf der Anbieterseite. Es existierten rund 1.000 Unternehmen der öffentlichen Stromversorgung, die jeweils genau abgegrenzte Versorgungsgebiete hatten. Es wurden je nach Schwerpunkt ihrer Tätigkeit acht Verbundunternehmen (Bayernwerk, BEWAG, HEW, Preussen – Elektra, RWE Energie, VEAG und VEW Energie), ca. 80 Regionalversorger (z.B. OBAG) und insgesamt über 900 Stadtwerke unterschieden.

[...]


[1] vgl. http://www.eon-ag.com, 15.11.2002

[2] vgl. http://www.deutsche-boerse.de, 02.01.2003

[3] vgl. http://www.welt.de/daten/2002/07/05/0705un342486.htx, 15.11.2002

[4] vgl. http://www.ihk-oldenburg.de/pdf/zukunft.pdf, 15.11.2002

[5] vgl. http://www.ftd.de/pw/eu/1037978722990.html?nv=se, 27.12.2002

Details

Seiten
18
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638281768
Dateigröße
579 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v25610
Institution / Hochschule
Wirtschaftsakademie Hamburg
Note
1
Schlagworte
Strategisches Management

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