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Vor Mai 1968 in Frankreich: Die Studenten von Nanterre (März 1967 - April 1968)

Das Entstehen einer Protestbewegung

Hausarbeit (Hauptseminar) 2004 31 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neueste Geschichte, Europäische Einigung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung

I Warum Nanterre?
1)Ein deprimierender Rahmen
2)Studenten und Lehrende
a) Wohlhabende Studenten
b) Motivierte Lehrende

II Erste Konflikte in Nanterre
1)Aktionsbereitschaft der Studenten
a) Die „sexuelle Segregation“
b) Der Generalstreik von November 1967
2)Die Zeit der Provokation
a) Die Schwimmbad-Affäre
Die „Schwarzen Listen“ und der erste Einsatz der Polizei

III Die Bewegung des 22. März
1) Grüppchen der Extremlinken
2) Entstehung der Bewegung des 22. März
3) Cohn-Bendit, die Bewegung und die Welt

IV Der Zusammenbruch der Fakultät Nanterre
1)Chronologie von Februar bis Anfang Mai.
a) Die Abschaffung der Hausordnung in den Studentenwohnheimen
b) Erste Aktionen der Bewegung des 22. März
c) Die unerträgliche Spannung
2) Der Mobilisierungsprozess
a) Die studentische Überschwänglichkeit
b) Die Reaktion
3) Die Professorenschaft

Schluss

Literaturverzeichnis / Abbildungsverzeichnis

Anhang 1: Der Campus Nanterre heute

Einführung

Während sich bereits heftige Protestbewegungen in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre in den Straßen von Washington, Berlin oder Rom ausbreiten, hat man den Eindruck, dass die französische Gesellschaft ruhig bleibt. Nach einem berühmten vorausschauenden Artikel am 15. März 1968 „langweilt sich“ Frankreich[1]. Dies ist nicht ganz richtig. Zu diesem Zeitpunkt langweilt sich die Fakultät von Nanterre nicht mehr…

So plötzlich scheint der Verlauf der Ereignisse ab dem 3. Mai für die überraschte Presse und französische Bevölkerung zu sein, so ungeordnet der Einfall der Studenten, so irrationell der wirre Ausdruck ihrer Empörung, als ob die Protestbewegung aus dem Nichts, aus den ungewöhnlichen Umständen entstehen würde.

Und doch kann man deren Wurzel bis zum Neomarxismus der unmittelbaren Nachkriegszeit zurückverfolgen. Die Bewegung ist zwar zunächst nur auf sehr kleine und gespaltene Kreise beschränkt. Aber zwischen diesen „Neuen Linken“, die sich in Frankreich durch vertrauliche Zeitschriften entwickeln[2], und dem studentischen Aufstand Anfang Mai gibt es eine entscheidende Stufe, die in Nanterre stattfindet: Eine Verschmelzung zwischen den theoretischen Ansätzen der „Neuen Linken“, einigen tatkräftigen linksextremistischen Gruppen und dem Unbehagen der Massen der Studenten. Ende April, d.h. unmittelbar vor dem Pariser Mai, sind schon alle Bestandteile der studentischen Protestbewegung in Nanterre vorhanden und die zukünftigen Entwicklungen können nur im Licht der erworbenen Erfahrung in Nanterre verstanden werden. Denn in Nanterre kann man eine Art „Generalprobe“ des Aufstandes in kleinem Maßstab beobachten. Hier hat die sich bildende Bewegung eine Trägergruppe (die Bewegung des 22 März), Gegner (alle Vertreter der so genannten „autoritären“ Gesellschaft) und Strategien (direkte spontane Aktion) gefunden, so dass nichts Neues mehr in der ersten studentischen Phase der Revolte in Paris am 3. – 13. Mai hinzukommen muss.[3]

In meiner Untersuchung werden alle zahlreichen Bestandteile des Mobilisierungsprozesses von Nanterre aufgearbeitet: die chronologisch zunehmende Spannung, sowie die objektive Krise der Universität und die subjektiven Empfindungen der Akteure, die politischen und strategischen guten Ideen der Aktivisten, die Rolle der Autoritäten, sowie der zufälligen Ereignissen, die damit in Zusammenhang stehen. Wie ist es einigen Studenten gelungen, eine „ Brèche “ (Bruch), nach einem Ausdruck von D. Cohn-Bendit, in der anscheinend unerschütterlichen Ordnung der französischen Universität herbeizuführen, bevor sie die ganze Gesellschaft vor ihre Widersprüche stellen?

Meine Gliederung kombiniert deshalb thematische Punkte mit der Chronologie des Eskalationsprozesses.

I Warum Nanterre?

Zuerst wird untersucht, warum die Protestbewegung des Jahres 1968 ausgerechnet in der Fakultät Nanterre beginnt. Man spricht nämlich oft von einer generellen Krise der französischen Universität vor 1968, aber diese objektive Krise hat offensichtlich nicht in anderen Universitäten zu so großen Unruhen geführt. Deshalb stellt sich die Frage der Besonderheit von Nanterre. Man könnte es so zusammenfassen: Eine relativ liberale Universität in einem unfreundlichen Rahmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Nanterre 1967-1968, Eine Baustelle – In: Dreyfus-Armand, Mai 68, S. 102

1) Ein deprimierender Rahmen

Die ganze Literatur betont vor allem die ungünstige Lage der Fakultät. „ Nanterre, aujourd’hui (1968) est un vide urbain[4]. Die Fakultät wurde nämlich erst ab 1962 in einem isolierten Gebiet des Pariser Westens aufgebaut. Sie ist das erste Element eines ehrgeizigen Städtebauplanes in der Erweiterung vom Stadtteil „La Défense“. Aber am Anfang des Jahres 1967 liegt die Fakultät zwischen neuen Industrieanlagen und den letzten Elendsvierteln um Paris. Die Fakultät wird zwar durch einen schnellen „RER“ (Vortortszug) mit Paris verbunden, aber das Hin- und Zurück dauert am besten zwei oder drei Stunden; es ist also weit von den traditionellen Orten des studentischen Lebens entfernt (Quartier Latin in Paris).

Die Fakultät selber ist im Jahre 1967-1968 noch eine riesige Baustelle, in der die Professoren und die Studenten seit 1964 arbeiten müssen. Die Arbeitsbedingungen sind durch Lärm, schlammigen Boden und fehlende Universitätsbibliothek (erst 1968 geöffnet, weil die Verwaltungsabteilung, welche die Fakultät aufbauen lässt, und welche die französischen U.B. verwaltet, unkoordiniert sind).

Die Gebäude sind modern und funktionell, das heißt kalt und unpersönlich gemäß der Architektur dieser Zeit. Die Bewohner der Studentenwohnheime, die zum ersten Mal in Frankreich auf den Campus gestellt werden, sind zu bemitleiden. Diese Studenten sind mehr oder weniger die ganze Zeit im Bereich der Fakultät, da es für sie nichts unmittelbar um den Campus gibt.

2) Lehrende und Studenten

Die Rekrutierung der Professoren und der Studenten hat einige Besonderheiten.

a) Wohlhabende Studenten

Der Pariser Westen ist außer dem Gebiet Nanterre traditionell reicher als der Osten und da gibt es außerdem in den sechziger Jahren eine Dynamik von Konzentration der modernsten Unternehmen. Die französischen Studenten wählen nicht ihre Universität. Sie werden administrativ nach dem Ort, wo sie wohnen, nach der entsprechenden Universität geschickt. Die Zonierung hat deshalb eine Mehrheit von wohlhabenden Studenten aus dem XV. und XVI. Arrondissement Paris nach Nanterre geführt, die a priori nicht besonders „revolutionär“ sind. Vielleicht kann man von einem „Schock“ der bürgerlichen Studenten vor der armseligen Landschaft von Nanterre sprechen. Aber dieser Faktor in den zukünftigen Unruhen ist zweifellos in geringem Maße ausschlaggebend.

Daneben gibt es die Studenten des Wohnheimes, die Leistungen des Staates beziehen, und die nichts anderes in ihrem verlorenen Campus zu tun haben, als zu arbeiten, oder sich zu versammeln, um zu diskutieren. In dieser Gruppe gibt es zwar einen potentiellen Ansatz von Protest, aber eine rein soziale Erklärung genügt für die Protestbewegung in Nanterre nicht.

Die Atmosphäre der Fakultät wird durch die stark anwachsende Studentenzahl noch unfreundlicher (1964-1965: 1290 Studenten, dann 2900 und schließlich 11 000 (plus 3000 juristischen Studenten) im Jahre 1967-1968!). Die Fakultät Nanterre wurde eröffnet, um die Sorbonne zu entlasten. Übrigens hängt Nanterre administrativ noch von der Sorbonne ab. (Deshalb ist Nanterre 1968 eine Fakultät, keine Universität. Erst 1970 wird sie abgeordnet)

Nanterre ist für dieses Thema eher repräsentativ, was die Entwicklung der französischen Studentenschaft angeht: von 200 000 (1960) auf 395 000 (1965-66) und 508 000 (1967-68) bzw. 587 000 (1968-69).[5] Die französische Gesellschaft benötigt immer mehr hochqualifizierte Arbeiter. Aber von dieser Entwicklung profitiert die Universität nur teilweise, da sie nicht sehr professionalisiert sind. Die Diskrepanz zwischen der Masse, die in die Universitäten eintreten will, und den Bedürfnissen der Wirtschaft offenbart sich durch eine verschärfte Selektion (70-75 % erreichen den Studienabschluss nicht!) und von einer relativen Entwertung der universitären Diplome, was ein großes Unbehagen schafft.

Dieses Phänomen ist besonders in den Geisteswissenschaften spürbar, was zahlreiche Studenten in Nanterre betrifft, insbesondere bei der Soziologie, Psychologie und Philosophie. Diese Fächer werden nicht von den Reformen der Regierung begünstigt, da diese in der Vollbeschäftigungszeit unmittelbare wirtschaftliche Nützlichkeit suchen. Ihre Berufsperspektiven sind einfach schlecht, sehr unsicher, umso mehr, weil sie wenige Chancen haben, Professoren werden zu können. Die Rekrutierung in den Universitäten ist nämlich sehr eng. Außerdem haben diese Fächer als Gegenstand, über die „unterdrückenden“ Mechanismen der Gesellschaft (so die Analysen von Bourdieu[6] ) nachzudenken, denen sie jedoch als Studenten unterworfen werden.

Deshalb werden die Urheber der Unruhen in Nanterre vor allem Studenten aus diesen Fächern, die eine latente Konfliktgruppe bilden.

b) Motivierte Lehrende:

La faculté des lettres de Nanterre n’est pourtant pas la faculté la plus oppressive de France (ce serait plutôt le contraire) »[7].Der Dekan und die Professoren von Nanterre sind nämlich öfter als „liberal“ im Vergleich zu anderen Universitäten wie La Sorbonne, gekennzeichnet. Die meisten sind freiwillig mit der Idee gekommen, dass sie vielleicht auf eine andere Art und Weise in dieser ganz neuen Fakultät ausprobieren könnten. Die Professoren sind also eher jünger und offener als anderswo, aber die Struktur der französischen Universität ist trotz allem sehr starr. Für einige müsste die Fakultät ein freundlicher Ort sein, der die Kommunikation zwischen Professoren und Studenten begünstigt. Eigentlich ist dies aber schon durch die Kälte und die Unfertigkeit der Gebäude oder durch die Ziffer (50 Lehrstuhlinhaber, 180 Assistenten auf 11 000 Studenten) widerlegt.

Man kann schon jetzt die Persönlichkeit des Dekans Pierre Grappin erwähnen. Er war Widerstandkämpfer, also ehrwürdig für alle. Er gehört der PSU[8] an, “il était à la foissocialement libéral, culturellement autoritaire et décidé à jouer un rôle […] comme praticien et comme administrateur dans la modernisation de l’université. »[9]. Die Figur des Dekans symbolisiert die ständige Zögerung der Verwaltung während der Krise zwischen einem gewissen Liberalismus oder Reformismus und autoritären Reflexen, die seine Generation und die universitäre Institution prägen. Einige sehen im Widerspruch zwischen den Absichten und dem Handeln einen Grund für die schwache, oder zumindest die ungeeignete Reaktion der Verwaltung in der Krise : «La faiblesse et la désorganisation d’une Université qui avait accepté le changemen t et n’avait pas su se transformer pour le diriger créèrent une situation favorable à une contestation qui aboutit à la destruction du système universitaire . »[10].

Zusammenfassend ist die Fakultät Opfer von nationalen Krisen wie von einigen lokalen Problemen. Die nationalen Krisen in den Universitäten sind die Überlastung der Universitäten, die zu strenge Selektion, die Deklassierung der Diplome, die fehlende Anpassung der Universitäten und die disfunktionale Lehrkörperstruktur[11]. Spezifisch für die Fakultät Nanterre ist dieser ungemütliche Rahmen und die Hoffnung von Reformismus. Aber diese Liste erklärt noch nichts. Denn die Entstehung einer Protestbewegung ist nicht ganz rational. Die subjektive Empfindung der Krisen und die Handlungspraxis von den Bewegungsträgern ist mindestens so wichtig wie die objektiven Krisen selber. Der latente Konflikt entwickelt sich also durch das Treffen von einzelnen starken Persönlichkeiten und durch eine Abfolge von konkreten Lagen.

II Erste Konflikte in Nanterre.

1) Aktionsbereitschaft der Studenten

a) „Die sexuelle Segregation“

Bei den Studentenwohnheimen des Campus sind Männer und Frauen getrennt unterbracht und die Hausordnung untersagt den Männern den Zugang zum Frauenwohnheim.Diese Hausordnung wird mehr und mehr als „archaische und repressive“ Normvorstellungen von Studenten betrachtet.[12] Eine Vereinigung der Bewohner wird schon 1966 geschaffen: A.R.C.U.N (Association des résidents de la cité universitaire de Nanterre), welche die Änderung der Hausordnung und die „ liberté de circulation, de réunion et d’information “ anstrebt. Da die Verwaltung stur bleibt, und nichts ändert, entscheidet ARCUN ohne weiteres das Studentinnenwohnheim am 21 März 1967 zu besetzen und einige Studenten barrikadieren sich im fünften Stock. Die von dem Hausmeister alarmierte Universitätsverwaltung ruft daraufhin die Polizei.

Die Verlauf und das Ergebnis der Verhandlungen zeigen eindrucksvoll die Unfähigkeit der französischen Universität, etwas in ihrer Organisation zu ändern, auch wenn es notwendig wird. Die Hausordnung hängt nämlich weder von der Verwaltung des Studentenwohnheims, noch von derjenigen der Fakultät, sondern unmittelbar von den Normen des Erziehungsministeriums ab. Das hat mit derstrengen Zentralisierung des französischen Staates zu tun. Alle Hausordnungen der staatlichen Wohnheime des Landes können nur gemeinsam verändert werden. Die Verwaltung in Nanterre hat also keinen Freiraum, um den Erwartungen der Studenten zu gerecht zu werden.

Was die Besetzung betrifft, kann der Dekan selber keine Entscheidung treffen, denn die Fakultät Nanterre ist administrativ dem Rektor der Sorbonne unterstellt. Dieser schlägt erst am nächsten Morgen nach einem spannenden Warten eine friedliche Lösung vor: die Besetzer ziehen ohne Identitätskontrolle ab, wenn sie den Schlüssel ihrer Zimmer vorweisen können (Alle weisen irgendeinen vor). Im Grunde genommen bleibt das Problem der Hausordnung ungelöst - die Wohnheime werden erneut im Februar 1968 besetzt. Formell unterläuft noch ein Fehler: 29 Studenten erhalten später trotz der offiziellen Ankündigung von Straffreiheit einen Brief, der ihnen Sanktionen (bis hin zum Ausschluss aus dem Wohnheim) androht.[13] Auch wenn keine durchgeführt werden, bleibt der Mythos der „Schwarzen Liste“ bestehen, in der politische Aktivisten aufgeführt werden.

b) Der Generalstreik von November 1967

Dieser Streik istein „klassischer“ und korporativer Konflikt. Er beginnt damit, die Durchführung einer Reform zu denunzieren, und wird nach Diskussionen zwischen einer studentischen Gewerkschaft (UNEF) und der Verwaltung der Fakultät aufgelöst.

Die Regierung versucht nämlich seit 1963 eine Reform (den Fouchet-Plan) einzuführen, um die Wirksamkeit des ganzen Erziehungssystems zu verbessern. Die Reform hat besonders eine wirtschaftliche Perspektive, was für die Gewerkschaften eine „Industrialisierung der Universität“ bedeutet. Die Reform ist eigentlich sehr kompliziert[14], aber das Hauptproblem am Beginn des Jahres 1967-1968 ist die Durchführung der Übergangsmaßnahme zwischen dem alten und dem neuen Studiengangsystem, weil die Studenten den Eindruck haben, zwei Semester in der Anerkennung der Noten zu verlieren. Die Studenten protestieren also mehr gegen die Folge der Reform als deren Idee. Dazu kommen die spezifischen Forderungen von Nanterre: Begrenzung der Teilnehmer an den „T.P.“ (praktischen Übungen), Errichtung von Fachbibliotheken, Partizipation der Studenten innerhalb der Fakultäten.[15]

[...]


[1] P. Viansson-Poiré, Quand la France s´ennuie…, Le Monde 15/03/1968

[2] Die neue Linke in Frankreich hat sich mit groben Zügen um drei Zeitschriften gebildet: „ Socialisme ou Barbarie “, „ Arguments “, und der „ Bulletin de l´Internationale Situationniste “. Vgl. mit: Ingrid Gilcher-Holtey, „Die Phantasie an die Macht“, Mai 68 in Frankreich. Frankfurt 1995, S. 45-83

[3] Die Forschung trennt oft die Krise von Mai 68 in drei Phasen: Eine erste Phase wird von den Studenten getragen (3-13 Mai). Diese ist in der Kontinuität von den Unruhen in Nanterre. Dann beginnen die Arbeiter einen generellen Streik (bis 8 Millionen Streiker), deshalb spricht man von der sozialen Krise. Schließlich gerät die politische Macht auch in eine Krise. Aber die Studenten hören nicht auf, während der ganzen Phasen zu handeln. Vgl. mit der Gliederung von Laurent Joffrin,Mai 68 : histoire des événements, Paris 1988.

[4] Alain Touraine,Le Mouvement de Mai ou le communisme utopique, Paris 1968, S. 98

[5] Gilcher-Holtey, Phantasie, S 108

[6] Er zeigt insbesondere die Prinzipien der sozialen Selektion in dem republikanischen Erziehungssystem im Gegensatz zum sehr geankerten Mythos der Chancengleichheit. Vgl.mit : Pierre Bourdieu / Jean-Claude Passeron,Die Illusion der Chancengleichheit : Untersuchungen zur Soziologie des Bildungswesens am Beispiel Frankreichs, 1. Aufl., Stuttgart 1971.

[7] Alain Schnapp / Pierre Vidal-Naquet,Journal de la commune Étudiante : Textes et documents novembre 1967 - juin 1968, Paris 1969. S. 102

[8] PSU(Parti socialiste unifié): Die Neue Linke hatte nur in Frankreich eine parlamentarische Partei seit 1960, welche die neuen Tendenzen außer dem traditionellen Marxismus und „moderne“ Linke verkörpern möchte. Die Partei kontrolliert ab 1966 die Studentengewerkschaft UNEF. Unter der Leitung Michel Rocard erreicht sie niemals mehr als 10% in den Wahlen. Vgl. mit: Gilcher-Holtey, Phantasie, S. 100

[9] Touraine, Communisme Utopique, S. 103

[10] Touraine, Communisme Utopique, S. 121

[11] Gilcher-Holtey. Phantasie, S. 107-114

[12] Daniel und Gabriel Cohn-Bendit, Linksradikalismus – Gewaltkur gegen die Alterskrankheit des Kommunismus, Hamburg 1968. S. 27

[13] Touraine, Communisme utopique, S. 110-114

[14] Für die Einzelheiten dieser Reform, Vgl. mit: Jürgen Schriewer,Die Französischen Universitäten 1945 – 1968, Probleme, Diskussionen, Reformen, Würzburg 1972

[15] Schnapp, Journal, S. 106

Details

Seiten
31
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638281959
ISBN (Buch)
9783638648691
Dateigröße
2.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v25629
Institution / Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen – Fakultät für Philosophie und Geschichte
Note
1
Schlagworte
Frankreich Studenten Nanterre April Protestbewegungen Europa Jahren

Autor

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Titel: Vor Mai 1968 in Frankreich: Die Studenten von Nanterre (März 1967 - April 1968)