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Der hl. Don Bosco: Zwischen sozialer Not und der Freude des Glaubens

Hausarbeit (Hauptseminar) 2003 17 Seiten

Theologie - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Thesenblatt zum Referat am 22.10.2003

1. Einleitung

2. Die Gründung der Salesianer im Kontext der Geschichte und der Lebensbiographie des Heiligen Don Bosco

3. Spiritualität und Ordensstrukturen
3.1. Zur Spiritualität des Heiligen
3.2. Ordenspiritualität zur Gründerzeit
3.3. Spiritualität und salesianische Reformpädagogik

4. Ordensstrukturen

5. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Thesenblatt zum Referat am 22.10.2003

Der hl. Don Bosco: Zwischen Sozialer Not und der Freude des Glaubens

1. Geschichtlicher Überblick

Nach der Herrschaft Napoleons auch über Italien folgte eine Zeit der “restaurativen Neuordnung” Italiens durch den Wiener Kongress (1814-1815).

1848/49 kam es zur bürgerlichen Revolution in Italien und zum Krieg gegen Österreich, 1861 konnte ein italienischer Einheitsstaat errichtet werden.

1848 zwangen italienische Truppen Papst Pius IX. ins Exil zu gehen, die Spannungen zwischen dem piemontesischen Staat und der Kirche verschärfte sich.

Dogmatisierung der Unfehlbarkeit des Papstes durch das I. Vatikanische Konzil (1869/70) der Konflikt zwischen Staat und Kirche erreichte einen neuen Höhepunkt. Don Bosco beschwor Pius IX. das Dogma zu verkünden.

Am 20. September 1870 marschierten italienische Truppen in den Vatikan ein und machten den Papst zu einem “Gefangenen des Vatikans” Es folgte die Aufhebung und Enteignung der Orden und 1873 kam es zum endgültigen Bruch zwischen Staat und Papsttum. Ende des Konfliktes erst 1929 mit den Lateranverträgen

2. Zur Person Don Boscos - Steckbrief -

Geboren 16. August 1815 in Becchi einem kleinen Weiler in der Nähe Turins

1824 Berufungsvision - 1826 Erstkommunion

1835 Nach dem Abitur, Eintritt ins Priesterseminar von Turin - 1837 Tonsur, niedere Weihen und Subdiakonat

1841 Diakonatsweihe und am 05. Juni 1841 Priesterweihe in Turin

08. Dezember 1841 Beginn seines Jugendapostolates (durch einen Zufall)

1846 Errichtung seines “Oratoriums” im Turiner Stadtteil Valducco

1858 Gründung der Kongregation der “Gesellschaft vom hl. Franz von Sales”

1872 Mitgründung des “Institutes Maria, Hilfe der Christen” (Don Bosco Schwestern) mit Maria Mazzarello.

1850 Gründung einer Laienvereinigung nach “Art des Dritten Ordens.” (Salesianische Mitarbeiter)

1874 Beginn der Mission in Patagonien/Argentinien durch den Salesianer-Bischof Johannes Caligiero

31.01.1888 Stirbt Don Bosco

02. Juni 1929 Selig- und 01. April 1934 Heiligsprechung durch Papst Pius XI.

Patron der Jugend

3. Struktur

Kongregation des Päpstlichen Rechts

4. Spiritualität

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung:

Um sich dem Generalthema dieses Seminars: “Ordensgründungen als Antwort auf Krisenzeiten der Kirche” nähern zu können, müssen wir uns vergegenwärtigen, dass heilige Menschen als Antwort Gottes auf die Bedürfnisse einer Zeit oder Epoche verstanden werden können. Mit Don Bosco habe ich einen Heiligen zu beschreiben, der mit der Gründung Kongregation der Salesianer den Bedürfnissen seiner Zeit Rechnung tragen wollte. Diese Hypothese möchte ich an den Anfang meiner Überlegungen stellen und mit einem Streifzug durch die Geschichte, die ich mit dem Leben und Wirken des Heiligen verbinden möchte, beginnen.[1]

2. Die Gründung der Salesianer im Kontext der Geschichte und der Lebensbiographie des Heiligen Don Bosco

Begonnen hat die Krise Italiens mit der Französischen Revolution, die 1789 Frankreich erschütterte und 1794 Napoleon an die Macht katapultierte. Ab diesem Zeitpunkt begann für Italien und ganz Europa eine sehr unruhige Zeit, da er die Länder immer wieder in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt hat. 1808 wurde Papst Pius VII. von Napoleon gefangengesetzt und ins Exil geschickt. Mit dem Exil endete die weltliche Macht der Päpste und der Kirchenstaat dem Königreich Italien zugeschlagen. 1813 endete mit der Völkerschlacht bei Leipzig die Herrschaft Napoleonos und Italien stand vor einem großen Scherbenhaufen. 1814 konnte auch der gebrochene Papst nach Rom zurückkehren. Die Hungersnot von 1817 verschlimmerte die Lage um ein vielfaches, Frost im Frühjahr und eine lange Trockenperiode im Sommer ließen die Ernte verloren gehen. Es setzte eine Landflucht ungeahnten Ausmaßes ein. Es bildeten sich vor allem in Turin riesige Elendsviertel.[2]

In diese schwierige Zeit, wird Givoanni Melichior Bosco am 16. August 1815 in der Nähe von Turin als Sohn einfacher Bauernleute geboren. Bereits 1817 starb seinVater. Bereits mit vier Jahren musste er zuhause mitarbeiten. Bei all der Armut und Arbeit blieb er dennoch Kind, mit einer besonderen Vorliebe für jegliches Abenteuer und Risiko.

Seine Mutter Margareta versuchte ihre Kinder an eine gesunde Frömmigkeit zu gewöhnen.[3] Das Gebet, die hl. Messe und die Beichte waren unverzichtbarere Bestanteile im Leben der Boscos. Wesentliche Elemente seiner Erziehungsmethode die von Religion, Vernunft und Liebe geprägt war, hat er von seiner Mutter übernommen. Sie hat ihren Sohn auch immer wieder ermutigt “bodenständig” zu bleiben, auch dann wenn der Seminarist Giovanni zum Stolz neigte.[4] Aber das gute Beispiel seiner Mutter machte aus Giovanni nicht automatisch einen Heiligen, besonders sein aufbrausender und jähzorniger Charakter machte ihm immer wieder zu schaffen.[5]

Im Alter von 9 Jahren hatte er einen Berufungstraum der sein ganzes Leben verändern sollte. Jesus und Maria wiesen ihm seine Aufgabe. Er sollte für die Jugendlichen ein guter Hirte werden. Mit diesem Erlebnis begann sein “Apostolat”. Wo immer Kinder waren, versammelte er sie um sich, spielte mit ihnen, las ihnen vor, oder begeisterte sie mit Kunststücken. Als Eintritt verlangte er von den Besuchern ein Gebet, meist beteten die Anwesenden zusammen den Rosenkranz oder sangen Kirchenlieder.[6]

Trotz aller finanziellen und familiären Schwierigkeiten konnte er 1831 seine Gymnasialausbildung beginnen. Durch seine exzellente Auffassungsgabe und seinen unermüdlichen Fleiß hat er rasche Fortschritte gemacht. Am Gymnasium gründete er den “Bund der Fröhlichen”, einen Freundeskreis, der sich verpflichtete immer fröhlich zu sein, die schulischen und religiösen Pflichten ernst zu nehmen und intensive Freundschaften zu pflegen.[7]

[...]


[1] Als weiterführende Literatur möchte ich auf meine Studienabschlussarbeit: Die Pädagogik Don Boscos damals

und heute: Ein spiritueller Heilsweg für Kinder und Jugendliche in der Postmoderne, hinweisen.

[2] Vgl. Procacci, Giuliano: Geschichte Italiens und der Italiener: Unveränderter Nachdruck der ersten Auflage,

München: C.H. Beck´sche Verlagsbuchhandlung (Oscar Beck), 1989, S. 254

Bopp, Karl: Kirchenbild und pastorale Praxis bei Don Bosco: Eine pastoralgeschichtliche Studie zum Problem

des Theorie-Praxis-Bezugs innerhalb der Praktischen Theologie: 1. Auflage, München: Don Bosco Verlag,

1992, S. 43f

[3] Birkelbauer, Anton: Don Bosco: Lebensbild eines ungewöhnlichen Heiligen: 1. Auflage, München: Don Bosco

Verlag, S. 14f, 25

[4] Vgl. Hünermann, Wilhelm: Don Bosco und seine Buben: 2. Auflage, Innsbruck-Wien: Tyrolia-Verlag, 1994,

S. 70f

[5] Vgl. Birkelbauer, Anton: Don Bosco: Lebensbild eines ungewöhnlichen Heiligen: a.a.O., S. 14f

[6] ebd. S. 15f

[7] ebd. S. 28f

Details

Seiten
17
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638285995
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v26181
Institution / Hochschule
Hochschule Heiligenkreuz – Theologische Fakultät
Note
1,0
Schlagworte
Bosco Zwischen Freude Glaubens Seminar Ordensgründungen Antwort Krisenzeiten Kirche

Autor

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