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Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die Bildungsreform 1994

3. Das Bildungssystem
3.1. Anfängliche Erziehung
3.2. Primärbildung
3.3. Sekundärbildung
3.4. Gehobene Bildung
3.5. Alternative Bildungsformen

4. Übersichten

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Arbeit soll eine Übersicht über das bolivianische Bildungssystem geben. Um dies so einfach und deutlich wie möglich zu gestalten, befinden sich am Arbeitsende einige Übersichten, die meine schriftlichen Ausführungen wesentlich ergänzen, bzw. vervollständigen.

Da ich versucht habe mich so eng wie möglich an die spanischen Originalbezeichnungen zu halten, sind einzelne Ausdrücke nicht unbedingt sinnlich korrekt nach deutschem Verständnis. Trotzdem bin ich bei einer möglichst wortgetreuen Übersetzung geblieben, um die gravierenden Unterschiede zu unserem System noch deutlicher hervorzuheben, denn diese werden auch in den Bezeichnungen immer wieder bemerkbar.

Das zur Zeit in Bolivien praktizierte Bildungssystem wurde erst im Jahr 1994 eingeführt. Nach vielen Durchsetzungsproblemen gelang es Präsident Gonzalo Sánchez de Lozada am 7. Juli 1994 die Reform abzusegnen und in Bewegung zu setzen.

2. Die Bildungsreform 1994

Das bolivianische Schulsystem bestand bis Ende der 70ger Jahre aus nur 2 Zyklen mit jeweils 6 Stufen, danach wurde es auf 3 Zyklen erweitert. Der 1. Zyklus stellte die Basis dar und bestand aus 5 Stufen (jede Stufe entspricht 1 Jahr), der 2. Zyklus war eine Art Zwischenstufe über 3 Jahre und der 3. Zykus der sogenannte Mittelzyklus dauerte 4 Jahre und war die Grundvorraussetzung zum Studium. Das ständige Bevölkerungswachstum (1985 2,5 mil. Bolivianer / 2000 c. 3,8 mil. Bolivianer in Schulalter) und Diskussionen über die bisherige Funktionalität dieses Systems führten 1994 zu einer weiteren Bildungsreform. Die drei wichtigsten inhaltlichen Schwerpunkte sind:

- Die Schule als wichtigste konstitutionelle Staatseinrichtung zu erhalten und verfestigen, das heißt Schule ist Recht und Pflicht eines jeden Bolivianers
- Förderung eines stabilen Entwicklungskurses, da es ohne Bildung keine Zukunft gibt
- Ausprägung des interkulturellen zweisprachigen Charakters des Landes, seine verschiedenen Regionen und Kulturen.

Die wohl am tiefgreifenste Reform war wohl der Gedanke an zweisprachige Schulen. Es sollten je nach Region in jeder Schule in zwei Sprachen gelehrt werden, in Spanisch und der im Schulgebiet gesprochenen Indianersprache, das heißt Aymará, Quetchua oder Guaraní. Dies soll den Fortbestand der alten Sprachen und den damit verbundenen Kulturen sichern.

Die Bildungsreform hatte drei große Hauptziele:

- Die Garantie von mehr Demokratie und somit mehr Einfluß der Familie in der Schule und was besonders wichtig war die Gleichheit von Stadt- und Landschulen.
- Den Respekt vor dem Wert der eigenen Kultur, den eigenen Sitten und Gebräuchen zu wecken.
- Alle Sektoren der Bildung zu verbessern, aber speziell die Primär- und Sekundärstufe.

Das neu entstandene System unterscheidet sich zwar in den meisten Teilen ganz gewaltig vom Deutschen, aber es gibt auch einige spezifische Ähnlichkeiten.

3. Das Bildungssystem

Das neue Bildungssystem wurde einmal total überarbeitet, bevor es in die Praxis umgesetzt werden durfte. So wurden auch seine Grundsätze neu ins Gesetz übernommen. Es wurden jetzt 11 Grundfunktionen de Bildungssystems notiert:

- Wichtigste Staatsfunktion
- Universell
- Demokratisch
- National
- Interkulturell und zweisprachig
- Recht und Pflicht jedes Bolivianers
- Revolutionär
- Sozial
- Wissenschaftlich
- Vorraussetzung zur Entwicklung des Landes
- Grundstock der nationalen Integration

[...]

Details

Seiten
13
Jahr
1999
ISBN (eBook)
9783638115858
Dateigröße
568 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v2624
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin – Institut für Romanistik
Schlagworte
Bildungssystem Boliviens Bildungssysteme Welt

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Titel: Das Bildungssystem Boliviens