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Identitätsarbeit in Multi-User-Dungeons

Funktionsweise von MUDs und mögliche Auswirkungen auf die Persönlichkeit des Spielers

Hausarbeit 2004 18 Seiten

Pädagogik - Medienpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Begriffserklärungen
2.1. Multi User Dungeon (MUD)
2.1.1. Ziel des Spiels
2.1.2. Kommunikation während des Spiels.
2.2. Multi User Shared Halluzination
2.2.1. Ziel des Spiels
2.2.2. Kommunikation während des Spiels.
2.3. Entstehung von MUDs

3. MUD “MorgenGrauen”.

4. Beweggründe für das Agieren in MUDs

5. MUDs bergen Chancen und Risiken für die Identitätsbildung
5.1. Beispiel Andreas
5.2. Beispiel Tracy und Reina
5.3. Beispiel Amy
5.4. Beispiel Stewart.

6. Abschließende Bewertung

7. Literaturverzeichnis.

1. Einleitung

Was sind Multi User Dungeons (MUDs)? Die Antwort ist schnell gefunden: MUDs sind Computer-Rollenspiele, also nichts anderes als ein Zeitvertreib für vorwiegend junge Menschen, die auf diese Art der Unterhaltung stehen. Oder verbirgt sich mehr dahinter? Bei der Recherche findet man schon bald Hinweise auf das angebliche Potential, das in MUDs steckt. Aber warum soll ein Computerspiel, bei dem es nicht um Gewalt geht, Auswirkungen auf die Persönlichkeit eines Spielers haben? Mit dieser Frage habe ich mich in dieser Seminararbeit auseinandergesetzt.

Zunächst will ich erläutern, wie MUDs überhaupt funktionieren, ehe ich mich mit den angeblichen Auswirkungen befasse. Im abschließenden Teil möchte ich meine Ergebnisse noch einmal zusammenfassen und bewerten.

2. Begriffserklärungen

2.1. MUD

Multi-User-Dungeons (MUDs) sind Fantasy-Rollenspiele für mehrere Personen im Internet. Der Name ist abgeleitet von der Bezeichnung „Dungeon and Dragon“ („Kerker und Drache“), einem der ersten Rollenspiele für Computer. Es stehen größtenteils Figuren im Mittelpunkt, die an den Roman „Der Herr der Ringe“ erinnern; der MUD-Spieler agiert zum Beispiel als Elfe oder Zwerg. Bei den rein textbasierten Rollenspielen tauchen auf dem Bildschirm weder Bilder noch Grafiken auf – Räume, Figuren oder Handlungen werden nur mit Worten beschrieben. Für den Spieler wird mittels Tastendruck oder Mouseklick auf optisch hervorgehobene (zum Beispiel gefettete) Signalwörter die jeweilige Beschreibung sichtbar. Auf diese Weise steuert er auch seine Figur durch die Landschaften. Das Ganze erinnert ein wenig an Abenteuerromane, in denen der Leser zum Teil selbst bestimmen kann, welchen Weg die Romanfigur einschlagen soll. Neueinsteiger wählen eine der vorgegebenen Figuren aus und bestimmen deren Geschlecht selbst. Während bestimmte Eigenschaften wie „schlank“ oder „hübsch“ vorgegeben sind, wird der Charakter aber erst im Laufe des Spiels ausdifferenziert. Wer im Spiel auf Figuren trifft, die entweder von anderen Spielern oder vom Computer gesteuert werden, kann deren Eigenschaften und Charakterzüge wie oben beschrieben per Tastendruck oder Mouseklick abrufen.[1]

2.1.1. Ziel des Spiels

Das Ziel besteht darin, Aufgaben und Rätsel zu lösen, wofür der User bzw. seine Figur Punkte bekommt, die nötig sind, um in der MUD-Hierarchie aufzusteigen. Man arbeitet sich gewissermaßen vom Lehrling zum Chef empor. Die höchste Position ist die des so genannten Magiers, der allerdings nicht mehr mitspielen darf, sondern administrative Aufgaben übernimmt und als Schiedsrichter darauf achtet, dass die Regeln eingehalten werden. Er kann sogar Strafen aussprechen, zum Beispiel einen Spieler ausschließen. Die Hauptaufgabe besteht aber darin, in Absprache mit den anderen Magieren neue Landschaften und Rätsel zu erschaffen. Dafür muss der Spieler die Programmiersprache LPC lernen.[2]

2.1.2. Kommunikation während des Spiels

Die Kommunikation läuft ähnlich ab wie in einem Chat-Room: Man kann seine Mitteilungen entweder an bestimmte Figuren bzw. deren Spieler richten oder an alle Figuren, die sich im selben virtuellen Raum befinden. Dafür gibt es unterschiedliche Befehle, die mittels Tastatur eingegeben werden. Es können auch Gefühle und körperliche Signale übermitteln werden (Grinsen, Lachen, Schreien). In den meisten MUDs wird in englischer Sprache kommuniziert. Die Unterhaltung findet auf zwei Ebenen statt: über das Spielgeschehen oder über das „reale“ Leben der User. Hierfür existieren bestimmte Kürzel, so dass der Empfänger der Nachricht sofort weiß, worum sich der Inhalt dreht. In der Regel kennen sich die Spieler nur unter ihren „nicknames“, also den Spitznamen ihrer jeweiligen Figur. Abrufbar ist lediglich die Information, in welcher Stadt der Server steht, über den sich der Spieler Zugang zum MUD verschafft hat. Allerdings können die Magiere die genaue Rechneradresse einsehen, um User unter Umständen ausschließen zu können.[3]

2.2. MUSH

Bei Multi-User-Shared-Halluzinations (MUSHs) handelt es sich ebenfalls um textbasierte Rollenspiele im Internet. Hierbei hat allerdings jeder Spieler von Beginn an Programmierrecht. Er muss die Programmiersprache beherrschen, sich in die Spielgeschichte einlesen und eine Figur und deren Eigenschaften nach den eigenen Vorstellungen kreieren. So genannte „storyteller“, die diesen Status durch spielerisches und erzählerisches Können erlangt haben, entscheiden darüber, ob ein neuer Spieler aufgenommen wird. Meistens stammen die Figuren aus dem Horror-Genre (zum Beispiel Vampire).[4]

2.2.1. Ziel des Spiels

Rätsel zu lösen und Abenteuer zu bestehen spielt bei den MUSHs nur eine Nebenrolle. Zentral ist das Erfinden und Ausagieren von neuen Handlungssträngen.[5]

2.2.2. Kommunikation während des Spiels

Die Unterhaltung zwischen MUSH-Spielern erfolgt wie bei MUDs auf zwei Ebenen (Spielgeschehen und „reales“ Leben) und findet entweder zwischen zwei oder allen Usern in einem virtuellen Raum statt.[6]

2.3. Entstehung von MUDs

Zwei US-Studenten erschufen 1979 das erste MUD für wissenschaftliche Arbeiten zum Thema künstliche Intelligenz. Wie aus der Literatur hervorgeht, handelt es sich bei MUD-Usern zum allergrößten Teil um Studenten. Insbesondere bei Informatik-Studenten steht anfangs in der Regel das Interesse für Programmierung und Programmiersprachen im Mittelpunkt. Zu den bekanntesten MUDs in Deutschland, von denen 1999 weltweit über 600 existierten, gehören „Interface“ und „MorgenGrauen“.[7]

[...]


[1] Vgl. Bahl, Anke (1997), S. 60-64

[2] Vgl. Bahl, Anke (1997), S. 60-64

[3] Vgl. Bahl, Anke (1997), S. 60-64

[4] Vgl. Bahl, Anke (1997), S. 64-66

[5] Vgl. Bahl, Anke (1997), S. 64-66

[6] Vgl. Bahl, Anke (1997), S. 64-66

[7] Vgl. Bahl, Anke (1997), S. 60-64

Details

Seiten
18
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638286442
ISBN (Buch)
9783638748032
Dateigröße
990 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v26246
Institution / Hochschule
Universität Augsburg – Institut für Medienpädagogik
Note
1,7
Schlagworte
Identitätsarbeit Multi-User-Dungeons

Autor

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Titel: Identitätsarbeit in Multi-User-Dungeons