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Ärztliche Berufsausübung in der ambulanten medizinischen Versorgung nach Implementierung des GKV-Modernisierungsgesetzes 2004

Bieten Medizinische Versorgungszentren den niedergelassenen Ärzten eine erfolgreiche Zukunftsorientierung?

Hausarbeit 2010 28 Seiten

Gesundheit - Public Health

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

1. Problemstellung
1.1. GKV-Modernisierungsgesetz als Problemlösung .
1.2. Ziele des GKV-Modernisierungsgesetzes
1.3. Historie und Gegenwart der Medizinischen Versorgungszentren ...

2. Rahmenbedingungen für die Gründung der MVZ.
2.1. Das Vertragsänderungsgesetz ( VÄndG )
2.2. Weitere gesetzliche Änderungen zu Medizinischen Versorgungszentren
2.3. Möglichkeiten durch Kooperationen
2.4. Praxisbeispiel - MVZ München.

3. Gründungsvoraussetzungen.

4. Rechtsformen

5. Empirische Analyse der Weiterentwicklung der MVZ...
5.1. Wahl der Rechtsform seit 2005.
5.2. MVZ-Gründungen seit 2005 im Überblick ...
5.3. Art der ärztlichen Berufsausübung seit 2005.
5.4. Durchschnittliche Arbeitsgröße der MVZ - Entwicklung seit 2005..

6. Empirische Analyse der Kooperationsmotiven der Ärzte..
6.1. Studie zur Ärztezufriedenheit/ Erhebungsmethoden
6.2. Allgemeine Daten zur empirische Studie Ärztezufriedenheit
6.3. Darstellung der motivationsbezogenen Aspekte der Ärzte und Ziel der Untersuchung
6.4. Auswertung der Studie ..

7. Geschlechtsspezifische Entwicklung der Absolventen der Humanmedizin und Prognose des Zukunftsszenarios

8. Zusammenfassung/Fazit

Literaturverzeichnis

Verzeichnis der Internetquellen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Entwicklung der Gesundheitsausgaben in Deutschland (nominal)...

Abbildung 2: Gesundheitsreformen von 1970-2008

Abbildung 3: Wahl der Rechtsform

Abbildung 4: Rechtsformen von MVZ

Abbildung 5: MVZ-Gründungen

Abbildung 6: Art der ärztlichen Berufsausübung..

Abbildung 7: Durchschnittliche Arbeitsgröße

Abbildung 8: Auswertung der Motivationsbezogenen Betrachtung A...

Abbildung 9: Auswertung der Motivationsbezogenen Betrachtung B...

Abbildung 10: Studenten der Humanmedizin; Anteil weiblich, männlich (2008). .

Einleitung

Das deutsche Gesundheitswesen kämpft mittlerweile seit Jahrzehnten mit Problemen der Finanzierung und deren effizienten Lösungsansätzen. Häufig wird der Begriff „Kostenexplosion“ zur Erklärung der Finanzprobleme angewandt und damit wird auch die Lenkung auf Ausgabenseite des Gesundheitswesens forciert.

Es wird anhand der sekundären Forschungen durch Statistiken verdeutlicht, dass die Aus- gaben im Gesundheitswesen in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen sind. ( Abb. 1 ) Im Jahr 2002 wurde bei den gesetzlichen Krankenkassen ein Defizit von 2.96 Milliarden Euro festgestellt.1

Die Gründe der Finanzierungsprobleme sind vielfältig. Nicht zuletzt führen medizinischer Fortschritt, steigernde Nachfrage nach medizinischen Gütern und Dienstleistungen in immer älterwerdenden Gesellschaft zu enormen finanziellen Belastungen.2

Neben der Kostenseite sind auch die Bereiche der Realausgaben für Gesundheitsdienstleis- tungen sowie Einnahmestagnation der Kostenträger und Belastungsverschiebungen zwi- schen einzelnen Kostenträgern im Gesundheitswesen. Nicht nur aus den u. a. oben ge- nannten Gründen wird die Mittelknappheit im öffentlichen Sozialsystem sehr deutlich und die daraus resultierenden gesetzlichen Reformen, die verstärkt unter Kosten- und Leis- tungsdruck stehen.3

Abbildung 1: Entwicklung der Gesundheitsausgaben in Deutschland (nominal)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Statistisches Bundesamt ( 2010 )

1. Problemstellung

Das deutsche Gesundheitswesen wurde in den letzten Jahren vielfach gesetzlich verändert. Durch steigende Ausgaben in sozialen Bereichen sowie eine hohe Arbeitslosigkeit führten zu einer Initiation der Reorganisationen, wie Abbildung 2 darstellt.4 Die gesetzlichen Re- formen zielen auf alle wichtigsten Akteure im Gesundheitswesen ab. Diese wären u.a. Krankenkassen, Krankenhäuser, Apotheken, Ärzteschaft, Patienten oder die Gesundheits- industrie.5

Eine Kumulation von Gesundheitsreformgesetzen sollte die gesetzlichen Sozialversiche- rungsbeiträge stabilisieren und die Versorgung auf ein hohes Niveau weiterentwickeln, sowie technische Innovationen forcieren.6

Abbildung 2: Gesundheitsreformen von 1970-2008

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Blankart ( 2009 )

1.1. GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) als Problemlösung

Die politischen Parteien im Deutschen Bundestag sind im Jahr 2003 zu dem Entschluss gekommen, dass ohne weitere Regelungen bzw. Änderungen auf dem Gesundheitssektor die bis jetzt existierende gesetzliche Bestimmungen zu einem Ausgabenanstieg im Gesundheitswesen, der die Einnahmen übersteigt, führt.

Vorwiegend im Bereich der Volkskrankheiten, die eine der größten finanziellen Herausfor- derungen darstellen, wurden die Effektivität und Transparenz moniert. Der Lösungsansatz politischen Akteure zur Kostensenkung sowie Erhöhung der Qualität und Effektivität der medizinischen Versorgung wurde mittels des GKV-Modernisierungsgesetzes ( GMG ) forciert7, wie u. a. Bekämpfung der Volkskrankheiten durch Prävention, Disziplinierung der Eigenverantwortung der Patienten, Aktivierung der Förderung und Forderung der eigen- verantwortlichen Gesundheit.8 Weitere Maßnahmen zur höheren Kosteneffizienz im deut- schen Gesundheitswesen wären z. B. die Erhöhung der Bedeutung der Medizin auf dem ambulanten Sektor, wie weltweite Gesundheitssysteme verdeutlichen.9

Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung Anfang 2004 eröffnete sich eine Möglichkeit zur Wettbewerbsstärkung auf dem ambulanten Sektor und mehr Gestaltungsmöglichkeiten der Leistungserbringer. Die Einführung der Medizinischen Versorgungszentren bietet den niedergelassenen Ärzten eine weitere Möglichkeit der qualitativeren medizinischen Versorgung bei gleichzeitiger Kostensenkung durch z. B. gemeinsame Nutzung der medizinischen Geräte.10

1.2. Ziele des GKV-Modernisierungsgesetzes (GMG)

Mit dem GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) wird ein primäres Ziel verfolgt: Die Versorgungsstrukturen im deutschen Gesundheitswesen sollen weiterentwickelt werden. Das bedeutet mehr Wettbewerb zwischen den Krankenkassen, mehr Wahlmöglichkeiten für die Patienten und erhöhten unternehmerischen Spielraum der Akteure in den unterschiedlichen Sektoren des Gesundheitswesens.11

1.3. Historie und Gegenwart der Medizinischen Versorgungszentren

Das medizinische Versorgungszentrum ist keine neue Erfindung des Bundesgesetzgebers. Das Vorbild waren die Einrichtungen nach § 311 Abs. 2 SGB V, früher gekannt als „Poli- klinik“ in der ehemaligen DDR. Die positiven Aspekte der Polikliniken - fachübergreifen- de und interdisziplinäre Zusammenarbeit - sollten nun durch die neue Gesetzgebung for- ciert werden.12

Die sublimierte Wirtschaftlichkeit wird deutlich, wie ein Beispiel zeigt: Das POLIKUM Friedenau ist seit dem 17.Oktober 2005 eröffnet. 16 Ärzte waren dort beschäftigt. Mit jedem Quartal wurde die Anzahl der Ärzte erweitert, im Jahr 2007 ist die Anzahl der Ärzte auf 40 gestiegen.13 Der Gründer ist Dr. Wolfram Otto als Mehrgesellschafter. Die POLIKUM-Gruppe ist zusammengesetzt aus mehreren Unternehmen, jedoch nur aus we- nigen Gesellschaftern.14

Die ersten Ergebnisse der wirtschaftlichen Entwicklung nach einem Jahr Geschäftstätigkeit haben positive Erfolge erzielt. Ein massiver Rückgang der stationären Fälle wurde festgestellt. Dadurch wurden Krankenhauskosten gespart, was wiederum eine Entlastung des GKV-Systems bedeutet. Eine Vermutung liegt nahe, eine Kooperations- und Organisationsform arbeitet effektiver als Einzelpraxis.15

2. Rahmenbedingungen für die Gründung der Medizinischen Versorgungszentren

Medizinische Versorgungszentren sind nach Paragraf 95 des SGB V:

„ Medizinische Versorgungszentren sind fachübergreifende ärztlich geleitete Einrichtungen, in denen Ärzte, die in das Arztregister nach Absatz 2 Satz 3 Nr. 1 eingetragen sind, als Angestellte oder Vertragsärzte tätig sind. Die Medizinischen Versorgungszentren können sich aller zulässigen Organisationsformen bedienen; sie können von den Leistungserbringern, die aufgrund von Zulassung, Ermächtigung oder Vertrag an der medizinischen Versorgung der Versicherten teilnehmen, gegründet werden. Die Zulassung erfolgt für den Ort der Niederlassung als Arzt oder den Ort der Niederlassung als medizinisches Versorgungszentrum (Vertragsarztsitz).“16

[...]


1 Vgl. Reichl; Prospektive Auswirkungen der Kosteneinsparung im Gesundheitswesen auf Ärzte, Patienten und die Industrie ( 2005 ), S. 8

2 Vgl. Blankart, Fasten, Schwintowki; Das deutsche Gesundheitswesen zukunftsfähig gestalten ( 2009 ), S. 3

3 Vgl. Greulich; Wissensmanagement im Gesundheitswesen ( 2005 ), S. 5

4 Vgl. Blankart, Fasten, Schwintowski; Das deutsche Gesundheitswesen zukunftsfähig gestalten ( 2009 ), S. 17

5 Vgl. Reichl; Prospektive Auswirkungen der Kosteneinsparung im Gesundheitswesen auf Ärzte, Patienten und die Industrie ( 2005 ), S. 9

6 Vgl. Wirtschaftsdienst, 85. Jahrgang (2005), S. 664ff

7 Vgl. Schulte, Schulz; Medizinische Versorgungszentren ( 2007 ), S. 71

8 Vgl. Schmidt; Eigenverantwortung haben immer die Anderen ( 2008 ), S. 199

9 Vgl. Grönemeyer; Gesundheitswirtschaft, Die Zukunft für Deutschland ( 2005 ), S. 111

10 Vgl. Blankart, Fasten, Schwintowski; Das deutsche Gesundheitswesen zukunftsfähig gestalten ( 2009 ), S. 138

11 Vgl. Amelung, Meyer-Lutterloh, Schmid, Seiler, Lägel, Weatherly; Integrierte Versorgung und Medizinische Versorgungszentren, Von der Idee zur Umsetzung ( 2008 ), S. 6

12 Vgl. Eva-Maria Reichert; Das medizinische Versorgungszentrum in Form von einer GmbH ( 2008 ), S. 3

13 Vgl. Amelung, Lägel, Meyer-Lutterloh, Schmid, Seiler, Weatherly; Leuchtturmprojekte Integrierter Versorgung und Medizinischer Versorgungszentren, Innovative Modelle der Praxis ( 2007 ), S. 227

14 Vgl. ebd. S. 228

15 Vgl. ebd. S. 231

16 SGB V, § 95 (1) in der Fassung vom 01.01.2004, zum 01.01.2007 wurde diese Regelung durch das VÄndG um eine Definition „fachübergreifend“ erweitert.

Details

Seiten
28
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656509288
ISBN (Buch)
9783656509097
Dateigröße
819 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v262493
Institution / Hochschule
APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft in Bremen
Note
1,7
Schlagworte
betrachtung berufsausübung bereich versorgung implementierung gkv-modernisierungsgesetzes gesundheitswesen bieten medizinische versorgungszentren ärzten zukunftsorientierung

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Titel: Ärztliche Berufsausübung in der ambulanten medizinischen Versorgung nach Implementierung des GKV-Modernisierungsgesetzes 2004