Lade Inhalt...

Migration gegen Fachkräftemangel

Kann eine gezielte Migration vor dem Hintergrund des Aufenthaltsgesetzes einem Fachkräftemangel gegenwirken?

Hausarbeit (Hauptseminar) 2013 15 Seiten

Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmungen

3. Das Aufenthaltsgesetz und die Aufenthaltstitel
3.1 Befristete Aufenthaltserlaubnis
3.2 Niederlassungserlaubnis
3.3 Duldung

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Am 10. März diesen Jahres äußerte sich der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder zur Agenda 2010 und plädierte gleichzeitig für eine neue Agenda 2020. Er machte deutliche, dass die Agenda 2010 durchaus als Erfolg zu sehen ist. Dem Gedanken der Agenda 2020 folgen auch einige Forderungen an zukünftige Handlungsweise der politischen Führung. Die Forderungen von Altkanzler Schröder beinhalten, dass Deutschland zukünftig in Bildung und Forschung investieren müsse um wirtschaftlich weiterhin wettbewerbsfähig bleiben zu können. Gleichzeitig sprach er sich für die Migration aus. Seiner Meinung nach sollten Fachkräfte zur Prävention eines Mangels durch Migration gewonnen werden.[1]

Folgt man dem Gedanken des ehemaligen Kanzlers, so wirft dies einige Fragen auf. Besonderes Augenmerk liegt auf der Forderung nach einer Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland. Dies soll den Fachkräftemangel, so zumindest meint dies Gerhard Schröder, in gewissem Maße auffangen. Die Frage nach der Machbarkeit klärt er nicht.

Im Folgenden soll also die Problematik geklärt werden, inwiefern Migranten einem Fachkräftemangel gegenwirken können. Besonderes Augenmerk soll dabei auf der rechtlichen Basis in Form des Aufenthaltsgesetzes liegen.

2. Begriffsbestimmungen

Um die Thematik des Fachkräftemangels genauer betrachten zu können, ist es von Nöten, eine genaue Begriffsbestimmung für die Fachkraft und den Fachkräftemangel heraus zu stellen. Anzumerken ist, dass es sich bei beiden um durchaus umstrittene Begrifflichkeiten handelt, welche mit keinen allgemeingültigen Definitionen aufwarten können.

Der Begriff der Fachkraft wird, geht man nach der von der Bundesrepublik abgedruckten Definition, als „Person[..]mit einer anerkannten akademischen als auch einer anerkannten anderweitigen mindestens zweijährigen abgeschlossenen Berufsausbildung“[2] klassifiziert. Somit gilt also jeder Auszubildende, der eine zweijährige Ausbildung im Dualen System absolviert und abgeschlossen hat, als Fachkraft ebenso, wie der Hochschulabsolvent nach mehrjähriger akademischer Ausbildung. Interessant stellt sich dann aber auch der Blick auf Bezeichnungen von Berufsabschlüssen dar. Hier finden sich beispielsweise die Fachkräfte für Lagerlogistik oder die Fachkraft für Arbeitsschutz. Nimmt man diese Bezeichnungen zu streng, so würden explizit nur diese Arbeitnehmer als Fachkräfte gelten. Betrachtet man den § 18c des Aufenthaltsgesetzes, so stellt sich die Bezeichnung Fachkraft nur als Person mit einem Hochschulabschluss dar[3]. Es zeigt sich also eine gewisse Problematik bei der genauen Definition des Begriffs Fachkraft. Einheitlichkeit ist auch im Rahmen deutscher Gesetze nicht zu finden. Es soll im Folgenden also die Definition der Bundesrepublik Deutschland genutzt werden.

Eine Definition des Fachkräftemangels lässt sich jedoch aus den genannten Charakterisierungen ableiten. Betrachtet man die Fachkraft als einen Arbeitnehmer mit abgeschlossener Berufsausbildung, so entsteht ein verzerrtes Bild von Fachkräftemangel. Demzufolge wäre ein Fachkräftemangel vorhanden, wenn es nicht genügend Ausgebildete in einem bestimmten Berufsbild geben würde. Dass dies nicht allgemein in jedem Beruf der Fall ist, zeigt die Statistik „Arbeitsmarkt in Zahlen“ der Bundesagentur für Arbeit. Hier sind alle gemeldeten Arbeitsstellen und die Zahl der Arbeitslosen nach Berufsbereich im März 2013 dargestellt.[4] Eine treffendere Definition des Fachkräftemangels ist also nötig. Ein solcher Mangel besteht, wenn die Nachfrage an Fachkräften mit ausdrücklichen Spezialisierungen das Angebot an spezialisierten Fachkräften, und ihrem Interesse diese Tätigkeit auszuüben, übersteigt.[5]

Wenngleich die Definitionen beider Begriffe umstritten sind und keineswegs einheitlich gefasst werden können, so soll auf die genannten Klassifizierungen aufgebaut werden. Wen durch Migration dem Fachkräftemangel entgegen gewirkt werden soll, so muss zwingend betrachtet werden, welche Rechte und Pflichten ein solcher in Deutschland hat und unter welchen Bedingungen er überhaupt am Arbeitsmarkt teilhaben darf.

[...]


[1] vgl. Bild (2013): „Schröder rechtfertigt Agenda 2010 - Ohne sie wäre Deutschland in Not geraten“.

http://www.bild.de/politik/inland/gerhard-schroeder/fruehrear-bundeskanzler-fordert-agenda-2020-

29445262.bild.html. Abgerufen am: 12.04.2013

[2] Deutscher Bundestag (2011): „Antwort der Bundesregierung. Fakten und Position der

Bundesregierung zum so genannten Fachkräftemangel“. 17. Wahlperiode, Drucksache 17/4784,

Berlin. S. 3.

[3] vgl. § 18c AufenthG

[4] vgl. Bundesagentur für Arbeit (2013): „Arbeitsmarkt nach Berufen“. Datenzentrum der Statistik:

Nürnberg.

[5] vgl. Shah, Chandra; Burke, Gerald (2005): „Skills Shortages: Concepts, Measurement and Policy

Responses“. In: Australian Bulletin of Labour, Vol. 31, No. 1, 2005. S. 45

Details

Seiten
15
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656509530
ISBN (Buch)
9783656509776
Dateigröße
7.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v262648
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg – Geistes- und Sozialwissenschaften
Note
1,7
Schlagworte
migration fachkräftemangel kann hintergrund aufenthaltsgesetzes

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Migration gegen Fachkräftemangel