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Demografie und die Entwicklung der Erwerbstätigenzahlen in Deutschland

Hausarbeit 2012 18 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis.

1. Einleitung.

2. Demographische Entwicklung
2.1. Bevölkerungsentwicklung
2.2. Geburtenrate
2.3. Altersstruktur
2.4. Entwicklung der Lebenserwartung
2.5. Wanderung
2.6. Prognose der Bevölkerungsentwicklung
2.7. Kritik.

3. Entwicklung der Erwerbstätigenzahl
3.1. Entwicklung der Erwerbstätigenzahl bis 2010
3.2. Langfristige Prognose der Erwerbstätigenzahl
3.2.1. Alternde Belegschaften
3.2.2. Akademiker / Fachkräfte

4. Fazit

5. Abbildungen.

6. Quellenverzeichnis.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Bevölkerungsentwicklung in absoluten Zahlen, 1871 bis 2006. 11

Abbildung 2: Zusammengefasste Geburtenziffer, 1960 bis 2006. 12

Abbildung 3: Alterspyramiden, 1919 vs. 2010. 12

Abbildung 4: Fernere Lebenserwartung im Alter von 60 Jahren, 1901 bis 2050, Stand: 2003. 13

Abbildung 5: Wanderungssaldo, Zuzüge, Fortzüge in absoluten Zahlen, Deutschland von 1989 bis 2009. 13

Abbildung 6: Bevölkerung in absoluten Zahlen, 1960 bis 2060. 14

Abbildung 7: Lebendgeborene in absoluten Zahlen von 1999 bis 2010. 15

Abbildung 8: Entwicklung von Erwerbstätigkeit und Erwerbslosigkeit 15

Abbildung 9: Szenarien zur Entwicklung des Erwerbspersonenpotenzials bis 2050. 16

Abbildung 10: Altersstruktur des Erwerbspotenzials bis 2050. 16

Abbildung 11: Zahl der Hochschulabsolventen und tatsächlicher Bedarf in Millionen. 17

1. Einleitung

Im Zuge der Globalisierung gibt es Verlierer und Gewinner. Eine wichtige Kennzahl ist hierbei das BIP eines Landes. Diese Kennzahl wiederum hängt stark mit der Struktur der Bevölkerung und dessen Produktionsmöglichkeiten, also auch der Anzahl der Erwerbstätigen zusammen. Die demographischen Entwicklungen eines Landes sind deshalb von großer Bedeutung. Wie hat sich Deutschland in diesen Bereichen entwickelt und wie wird es Zukunft aussehen?

Um die genauen Auswirkungen der Demographie verstehen und prognostizieren zu können, müssen zunächst die Entwicklungen im Detail betrachtet werden. Im Anschluss werde ich die Entwicklungen der Erwerbstätigenzahl und deren Problematik anschauen, die mit der Demographie einhergehen.

2. Demographische Entwicklung

2.1. Bevölkerungsentwicklung

Seit 1871 hat sich die Bevölkerung bis 2000 verdoppelt. Während 1871 noch 41 Mio. Einwohner in Deutschland lebten, waren es 1900 schon über 55 Mio. und zum Jahrtausendwechsel bereits über 80 Mio. Einwohner (Abbildung 1). Im Jahr 2004 sank erstmalig die Bevölkerung im Vergleich zum Vorjahr. Auch 2005 bis 2010 setzte sich der neue Trend fort. Im Jahr 2010 sank die Bevölkerungsanzahl vom bisherigen Höchststand im Jahr 2003 mit 82,52 Mio. auf 81,76 Mio. Einwohner.[1] Die größten Einflussfaktoren auf die Bevölkerung sind die Geburtenrate, Alterung, Lebenserwartung und der Wanderungssaldo.

2.2. Geburtenrate

Um eine wachsende Bevölkerung zu gewährleisten, ist eine Geburtenrate von 2,1 Kindern pro Frau erforderlich. Bis 1970 war dies bundesweit noch der Fall (Abbildung 2). Im Jahr 1975 sank die bundesweite durchschnittliche Geburtenrate auf etwa 1,5 und im Jahr 2006 weiter auf etwa 1,32 Kinder pro Frau.[2] Seit den 1970er ist die erforderliche Reproduktion für eine wachsende Bevölkerung nicht mehr gegeben. Auffällig ist ein deutlicher Einbruch der Geburtenrate in Ostdeutschland nach dem Mauerfall. Bis zum Jahr 2006 näherte sich die Rate der Ostdeutschen an die der Westdeutschen an.

2.3. Altersstruktur

Die Altersstruktur in Deutschland im Jahr 2010 zeigt schon deutlich die Auswirkungen der Entwicklung der Geburtenrate seit den 1970er. Der größte Teil der Bevölkerung 40-49 Jahre alt. Die jeweils jüngeren Gruppen nehmen stetig ab. (Abbildung 3, Altersaufbau 2010) Der Einbruch jenseits 50+ Jährigen ist zunächst mit geburtenschwachen Jahrgängen nach dem 2. Weltkrieg und anschließend mit der natürlichen Sterberate zu erklären. Zum Vergleich ist die „typische“ Alterspyramide aus dem Jahr 1910 in Abbildung 3 zu erkennen.

2.4. Entwicklung der Lebenserwartung

Die stetige Verbesserung des Gesundheitswesens, der Nahrungsversorgung, der Hygiene, der Wohnsituationen und der Arbeitsbedingungen haben die Lebenserwartungen im letzten Jahrhundert stetig verlängert. Wie in Abbildung 4 zu erkennen ist, wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts Frauen im deutschen Reich im Durchschnitt etwa 64 Jahre und die Männer etwa 63 Jahre alt. Zum Jahrhundertwechsel in das 21. Jahrhundert lag das Durchschnittsalter der Frauen schon bei 83,5 Jahren und der Männern bei 79,5 Jahren. Prognostiziert wird ein weiterer Anstieg auf 88,2 Jahren bei den Frauen und 83,7 Jahren bei den Männern.[3]

2.5. Wanderung

Der Wanderungssaldo in Deutschland hat sich seit den 90ern Jahren rückläufig entwickelt. Anfang der 90er war es ein Plus von knapp 800.000 Einwanderern und sank zum Jahrtausendwechsel auf nur noch knapp 200.000. In den Jahren 2008 und 2009 gab es seit langem einen negativen Saldo. Dieser Saldo ist das Resultat von einer rückläufigen Anzahl der Zuzügen, wogegen die Fortzüge zuletzt wieder leicht angestiegen sind.

2.6. Prognose der Bevölkerungsentwicklung

Anhand der bisherigen Informationen wurden vom statistischen Bundesamt Vorausberechnungen der Entwicklung der Bevölkerungsstruktur gemacht. In Abbildung 6 ist unter den dort aufgeführten Annahmen eine solche Prognose dargestellt. ( Annahmen der Bevölkerungsvorausberechnung: Geburtenhäufigkeit: annähernd konstant, Lebenserwartung: moderater Anstieg, Wanderungssaldo: 200.000 ab 2010 ) Auffällig sind vor allem zwei entscheidende Entwicklungen, die prognostiziert werden: die sinkende Bevölkerungsanzahl und die Veränderung der Altersstruktur.

Die Bevölkerungsanzahl in Deutschland wird demnach ausgehend vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2060 um annähernd 15% auf 70,1 Mio. Einwohner sinken.

Die heutige Altersstruktur wird sich dramatisch verändern. Der Anteil der 60 Jährigen und älter wird von 23,6% (2000) auf 39,2% (2060) ansteigen. Der Anteil der 20 bis unter 60 Jährigen schrumpft von ehemals 55,3% auf 45,1% und der Anteil der unter 20 Jährigen schrumpft von 21,1% auf 15,7%.[4]

Hauptgründe für diese Entwicklungen sind die geringe Geburtenrate und die steigende Lebenserwartungen.

2.7. Kritik

Da sich die Umstände ständig verändern können, sollte man bei solchen Prognosen allerdings vorsichtig sein. Die Prognosen basieren nur auf Annahmen, die mit großer Wahrscheinlichkeit nicht genau so eintreffen werden. Es wäre ein Fehler sich auf solche Prognosen gänzlich zu verlassen, vielmehr sollten die Tendenzen richtig gelesen und verstanden werden.

Im Hinblick auf die zukünftige Geburtenrate ist auch Vorsicht geboten. Einen Trend vorauszusagen ist schwierig. „In Skandinavien und Frankreich haben die Regierungen Gesetze gemacht und 20 Jahre gewartet, dass sich die Menschen darauf einstellen. […] Man muss an die Familienpolitik mit […] Ruhe rangehen […]. Es dauert.“ zitierte die WirtschaftsWoche von Hans Bertram, Professor an der Humboldt-Universität im Artikel „Sinkende Geburtenrate gestoppt“ am 12.01.2011. „Steigender Wohlstand wirkt zunächst verhütend, doch ein sehr hoher Lebensstandard lässt Familien wieder wachsen“ heißt es weiter im Artikel. Es könnte also sein, dass die Geburtenrate in Zukunft wieder steigen wird, denn Deutschland steht an zehnter Stelle des HDI (Uno-Index für menschliche Entwicklung). Länder mit einem hohen Index scheinen seit der Jahrtausendwende mehr Nachwuchs zu erhalten. „Eine ganz neue Entwicklung“ laut dem Demograf Francesco Billari.[5] Auch anhand der aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes kann man erkennen, dass die sinkende Geburtenrate gestoppt ist. Noch schwanken die Zahlen zwischen 660.000 und 690.000. (Abbildung 7) Doch wer weiß, ob in Zukunft nicht wieder mehr Kinder zu erwarten sind?

Zu beachten ist die Annahme in der Prognose des Statistischen Bundesamtes eines Wanderungssaldos von +200.000 ab 2010. Am 26.05.2010 schreibt die Frankfurter Rundschau nach Angaben des statistischen Bundesamtes: „Im vergangenen Jahr sind erneut mehr Menschen aus Deutschland weggezogen als eingewandert sind. 2009 verließen 734.000 Personen Deutschland […] und 721.000 Menschen zogen nach Deutschland“.[6] Die Annahmen der Abbildung 6 weichen nach aktuellen Zahlen also stark ab. In Abbildung 5 (s.o.) ist ein negatives Wanderungssaldo zu erkennen. Mit einer Annahme von einem neutralen oder gar negativen Wanderungssaldo würde sich die Bevölkerungsanzahl noch dramatischer verkleinern. Ein Ausblick ist auch hier sehr schwierig zu formulieren. Politische Entscheidungen und wirtschaftliche Entwicklungen haben massiven Einfluss auf die Wanderung. Wie es in beiden Bereichen in Zukunft aussehen wird, ist kaum einschätzbar.

3. Entwicklung der Erwerbstätigenzahl

Nach dem statistischen Bundesamt zählen alle erwerbsfähigen Personen zwischen 15 Jahren und dem aktuellen Rentenalter zu den Erwerbspersonen. Unterschieden wird hier nach Personen mit Wohnsitz in Deutschland (Inländerkonzept) und nach Personen die in Deutschland arbeiten (Inlandskonzept). In Abbildung 8 wurde das Inländerkonzept angewandt.

Die Erwerbspersonen sind die Obergrenze der möglichen Erwerbstätigen. Die Erwerbstätigen sind die Erwerbspersonen vermindert um die Erwerbslosen. Bei einer gleichbleibenden Erwerbslosenquote würde sich die Anzahl der Erwerbstätigen im Falle einer Veränderung der Anzahl der Erwerbspersonen kongruent vermindern oder vergrößern. Das bedeutet, es besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Erwerbstätigen, Erwerbspersonen und Erwerbslosen.

Bei den Erwerbstätigen in Deutschland liegen je nach Erhebung zwei Definitionen vor.

Definition 1: Erwerbstätige in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen

„Zu den Erwerbstätigen in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen zählen alle Personen, die als Arbeitnehmer (Arbeiter, Angestellte, Beamte, geringfügig Beschäftigte, Soldaten) oder als Selbstständige beziehungsweise als mithelfende Familienangehörige eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben, unabhängig vom Umfang dieser Tätigkeit. Personen mit mehreren gleichzeitigen Beschäftigungsverhältnissen werden nur einmal mit ihrer Haupterwerbstätigkeit erfasst.“[7]

Definition 2: Erwerbstätige nach dem Konzept der Internationalen Arbeitsorganisation

„Der Erwerbstätigenbegriff der EU orientiert sich an der Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization, ILO). Er ist mit dem in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung verwendeten Begriff (s. o.) weitestgehend deckungsgleich. Nach dieser Definition gilt als erwerbstätig, wer mindestens eine Stunde pro Woche gegen Bezahlung gearbeitet hat und mindestens 15 Jahre alt ist. […]“[8]

Die Anzahl der Erwerbstätigen ist von mehreren Faktoren abhängig. Da je nach Definition die Zahl der Erwerbstätigen sich deutlich unterscheiden kann, kommt es zum einen auf die Wahl der Definition an. Zum anderen spielt die Entwicklung der Erwerbspersonen (langfristig, konjunkturbereinigt) und der Erwerbslosen (kurzfristig, konjunkturbeeinflusst) eine entscheidende Rolle.

3.1. Entwicklung der Erwerbstätigenzahl bis 2010

Wie in Abbildung 8 zu erkennen ist, ist die Anzahl der Erwerbspersonen von 1995 bis 2010 stetig gewachsen. Die Anzahl der Erwerbstätigen ist, mit Schwankungen durch die Veränderungen der Erwerbslosenquote während dieser Zeit ebenfalls gewachsen. Obwohl in Deutschland im Jahr 2005 ein Rekordhoch der Erwerbslosen von 10,6% bestand, war die Anzahl der Erwerbstätigen größer als im Jahr1995 mit einer Erwerbslosenquote von nur 7,9%. Trotz höherer Erwerbslosenquote gab es also mehr Erwerbstätige. Erklärt werden kann dieses Phänomen nur durch den Anstieg der Erwerbspersonenanzahl. Ein Anstieg der Erwerbspersonen führte also zu einem Anstieg der Erwerbstätigen.

[...]


[1] Quelle: Statistisches Bundesamt, 2008 Bundeszentrale für politische Bildung

[2] Quelle: Statistisches Bundesamt, 2008 Bundeszentrale für politische Bildung

[3] Quelle: Statistisches Bundesamt, 2008 Bundeszentrale für politische Bildung

[4] Quelle: Statistisches Bundesamt, 2011 Bundeszentrale für politische Bildung

[5] Tutt, Cordula, „Sinken der Geburtenrate gestoppt“, WirtschaftsWoche, 12.01.2011,

[6] 2010, Mehr Auswanderer als Zuwanderer, Frankfurter Rundschau, 26.05.2010

[7] Statistisches Bundesamt, 2011 http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/STATmagazin/Arbeitsmarkt/2008__1/WW__ErwerbstaetigeVGR.psml

[8] Statistisches Bundesamt, 2011, siehe Fußnote 7

Details

Seiten
18
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656524694
ISBN (Buch)
9783656532989
Dateigröße
872 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v263312
Institution / Hochschule
Hochschule Mainz
Note
1.0
Schlagworte
demografie entwicklung erwerbstätigenzahlen deutschland

Autor

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