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Die Künstlerproblematik in Thomas Manns "Tonio Kröger"

Bachelorarbeit 2010 38 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Entstehung

3 Inhalt
3.1 Erstes Kapitel
3.2 Zweites Kapitel
3.3 Drittes Kapitel
3.4 Viertes Kapitel
3.5 Fünftes Kapitel
3.6 Sechstes Kapitel
3.7 Siebtes Kapitel
3.9 Neuntes Kapitel

4 Künstlerproblematik.
4.1 Zum ersten Kapitel
4.2 Zum zweiten Kapitel
4.3 Zum dritten Kapitel
4.4 Zum vierten Kapitel
4.5 Zum fünften Kapitel
4.6 Zum sechsten Kapitel
4.7 Zum siebten Kapitel
4.8 Zum achten Kapitel
4.9 Zum neunten Kapitel

5 Schlussbetrachtung

6 Bibliographie
6.1 Primärliteratur
6.2 Sekundärliteratur

1 Einleitung

Die Erzählung „Tonio Kröger“ von Thomas Mann entstand zwischen 1899 und 1903, in der Zeit der Jahrhundertwende. Sie handelt vom Künstler Tonio Kröger, der aus einer bürgerlichen Familie im Norden stammt. Sein Vater ist Konsul Kröger, ein Getreidegroßhändler, und seine Mutter kommt aus dem Süden. Schon der Name Tonio Kröger ist eine Zusammensetzung von zwei gegensätzlichen Elementen, dem bürgerlich hoch angesehenen Namen Kröger und dem fremdartig wirkenden Namen Tonio, den er nach dem Bruder der Mutter bekommen hat. Die Erzählung zeigt dem Leser den Entwicklungsprozess des jungen Künstlers. Sie beginnt in seiner Jugendzeit, als er mit vierzehn Jahren schon Verse schreibt und ganz anders ist, als die Menschen seiner Umgebung. Tonio ist ein Sonderling, der von den Lehrern nicht beachtet und von seinen Schulkameraden misstrauisch beäugt wird. In der Erzählung wird der Weg des Protagonisten mit dessen aufkommenden Problemen, die sich für ihn aus seinem Bürgertum und seinem Künstlertum ergeben, geschildert. Die Unvereinbarkeit dieser beiden Elemente beschäftigt Tonio Kröger bis zum Ende des Werkes. Thomas Mann hat sich dazu wie folgt geäußert: „Sie [die Erzählung] handelt vom Süden und vom Norden und von der Mischung beider in einer Person: einer konfliktvollen und produktiven Mischung. Der Süden, das ist in dieser Geschichte der Inbegriff alles geistig-sinnlichen Abenteuers, der kalten Leidenschaft des Künstlertums; der Norden dagegen der Inbegriff aller Herzlichkeit und bürgerlichen Heimat, alles tief ruhenden Gefühls, aller innigen Menschlichkeit.“[1] Es wurde auch gesagt, dass „[…] sie […] auf sensible Weise auch die Identitätsfindung eines jungen Menschen unter dem Eindruck seiner gesellschaftlichen Umwelt [gestaltet].“[2]. Die Aktualität, die dieses Werk in sich trägt, ist auch auf die Schwierigkeiten des jungen Künstlers mit dem Erwachsenwerden zurückzuführen,[3] auf Probleme, die Jugendliche noch heute haben. Doch vor allem ist es die Künstlerproblematik, die Tonio Kröger in seinem Werdegang beschäftigt.

2 Entstehung

„„Tonio Kröger“ gilt als das literarische Lieblingskind Thomas Manns.“[4] Die Konzeption zu Tonio Kröger geht auf die Zeit zurück, in der Thomas Mann an den „Buddenbrooks“ arbeitete. Im September 1899 unternahm er eine Reise nach Lübeck und Dänemark, bei der er einige Anregung zu diesem Werk erfuhr. Die Entstehung des „Tonio Kröger“ hat sehr lange gedauert. 1930 sagte er selbst: „Ich schrieb sie sehr langsam.“[5] Besonders Kapitel 4, das Gespräch mit Lisaweta Iwanowna hat ihn sehr viel Zeit gekostet.[6] Erste Notizen entstanden 1899 auf der Reise nach Dänemark, nach seinem Militärdienst, der im Oktober 1900 begann und schon im Dezember desselben Jahres endete.[7] Anfang 1901 stellte er die Arbeit an dem Werk zurück. Wahrscheinlich war der Mittelteil, also das Gespräch zwischen Tonio Kröger und seiner guten Freundin Lisaweta Iwanowna zu diffizil, da er auf diesen Teil besonderen Wert gelegt hat. Thomas Mann beendete zunächst das Werk „Tristan“, welches im Frühjahr des Jahres 1901 in seinem zweiten Novellenband aufgenommen werden sollte. Im Sommer 1902 nahm er die Arbeit am Werk „Tonio Kröger“, das zunächst den Titel „Literatur“ trug, wieder auf. Doch schon im September desselben Jahres stellte er die Arbeit daran wieder zurück. Thomas Mann arbeitete zu dieser Zeit an „[…]»Die Hungernden«, »eine Art Vorstudie zum Tonio Kröger« […]“[8]. Von Anfang Oktober bis Mitte November weilte er am Gardasee. Hier machte er Fortschritte mit dem Werk. In einem Brief vom 16.10.1902 an Kurt Martens schreibt Thomas Mann : „»Ich arbeite sogar, wenn auch sehr behutsam und noch zeilenweiser als gewöhnlich, denn was ich vorhabe, (eine längere Novelle) ist wieder etwas so difficiles, daß es durchaus Weile haben will. […].«“[9] Mit dieser Aussage zeigt sich, dass Thomas Mann sehr viel Zeit in dieses Werk investiert hat. Nach der Rückkehr beendete er den „Tonio Kröger“. Ein genaues Datum für die Fertigstellung gibt es jedoch nicht. Das Werk erschien in der „Neuen deutschen Rundschau“ vom Fischerverlag im Februarheft von 1903.[10]

3 Inhalt

Als Textgrundlage verwende ich das Buch „Thomas Mann, „Tonio Kröger“ und „Mario und der Zauberer““ vom Fischerverlag in der Auflage von 2007.[11]

3.1 Erstes Kapitel

Tonio Kröger ist der Sohn des Getreidehändlers Konsul Kröger und seiner schönen südländischen Frau Consuelo. Er lebt im Norden an der Küste der Ostsee. Seinen Namen erhielt Tonio Kröger bei seiner Taufe. Er wurde nach dem Bruder seiner Mutter benannt, der den Namen Antonio trägt. Tonio ist vierzehn Jahre alt und ist von Hans Hansen aus seiner Klasse beeindruckt. Hans ist ein hübscher, allseits beliebter Junge. Tonio liebt und verehrt ihn und wirbt um seine Freundschaft und Zuneigung. Hans ist außerordentlich sportlich. Er nimmt Reitunterricht, turnt, rudert und schwimmt in seiner Freizeit, während Tonio lieber liest und Verse schreibt. Tonio ist von einer Stelle im „Don Carlos“ von Schiller sehr angetan und versucht, seinem Freund Hans dieses Buch deswegen näher zu bringen. Nach der Schule gehen die beiden Jungen gemeinsam nach Hause und unterhalten sich, als Erwin, ein Klassenkamerad und Freund von Hans, dazu stößt, und mit Hans ein Gespräch beginnt. Zu Hause bei Hans angekommen, verspricht Hans Tonio, dass er den „Don Carlos“ lesen wird. Tonio geht beschwingt und mit guter Laune zu sich nach Hause.

3.2 Zweites Kapitel

Tonio Kröger ist nun sechzehn Jahre alt und in die lustige Inge, Dr. Holms Tochter Ingeborg, verliebt. Er besucht mit Altersgenossen bei Konsulin Husteede zu Hause einen Tanzkurs. Dieser Tanzkurs ist ein Privatkurs für Angehörige der ersten Familien und findet abwechselnd in deren Elternhäusern statt. Ihr Tanzlehrer ist Herr Francois Knaak, ein Ballettmeister aus Hamburg. Er unterrichtet die Jugendlichen in Tanz und Anstand. Tonio versucht, der lustigen Inge nahe zu kommen, doch es gelingt ihm nicht. Bei der Damenwahl tanzt er mit Magdalena Vermehren, Anwalt Vermehrens Tochter. Sie ist das Gegenteil der lustigen Inge. Magdalena hat dunkle Augen und fällt beim Tanzen immer hin. Tonio kann sich jedoch mit ihr unterhalten und ärgert sich darüber, dass er dies mit Ingeborg nicht kann. Als die Quadrille (ein Gesellschaftstanz) geübt wird, ist er mit Ingeborg in einer Carré und macht beim Tanzen einen Fehler. Er legt seine Hand auf die Hände der Damen. Monsieur Knaak zeigt eine Ballettpose, die Entsetzen ausdrückt und scheucht das „Fräulein“ Kröger mit seinem gelben Taschentuch auf seinen Platz. Während der folgenden Tanzpause, reichen das Folgmädchen und die Köchin den Tanzschülern Weingelee und Plumcake. Tonio stiehlt sich aus dem Zimmer und versinkt in Gedanken. Er befindet sich im Zwiespalt, einerseits möchte er gehen aber andererseits möchte er in Ingeborgs Nähe bleiben. Er wünscht sich, dass sie nach ihm sucht und ihn wieder herein bittet. Tonio will ihr für immer treu sein, doch er stellt fest, dass Treue auf der Welt unmöglich sei, und geht.

3.3 Drittes Kapitel

Das nur vier Seiten lange dritte Kapitel zeigt Tonio Krögers weiteren Lebensweg in geraffter Weise. Er ist den Weg gegangen, den er gehen musste. Nachdem die Mutter seines Vaters gestorben war und kurz darauf auch sein Vater, haben sich die Bande zu seiner Vaterstadt aufgelöst. Das Haus der Krögers wurde verkauft und die Firma des Vaters zerschlagen. Seine Mutter heiratet nach einem Jahr Trauer einen Musiker, der einen italienischen Namen trägt und folgt ihm in den Süden. Nach kurzer Zeit verlässt auch Tonio seine Heimat und begibt sich in große Städte des Südens. Seiner Meinung nach ist es das Erbteil der Mutter, das ihn in den Süden lockt. Obwohl er alles hätte werden können, widmet er sich der Kunst. Auch ergibt er sich der Fleischeslust. Er führt ein ausschweifendes Leben, das er selbst verachtet und erkrankt daran. Manchmal empfindet er seinen Lebensstil als liederlich und verachtenswürdig, das entspricht seinem väterlichen Erbteil. Je mehr sich seine Gesundheit schwächt, desto mehr profiliert sich sein künstlerisches Schaffen. Schon seine erste Veröffentlichung wird ein voller Erfolg, mit Beifall und Freude vom Publikum aufgenommen. Äußerlich gleicht er den einfachen Leuten, verabscheut diese aber im Inneren. Seiner Meinung nach konnte nur, wer innerlich gestorben war, ganz ein Schaffender sein, weil gute Werke nur unter dem Druck eines schlimmen Lebens entstehen können.

3.4 Viertes Kapitel

Tonio Kröger ist mittlerweile in den Dreißigern, ist berühmt und lebt in München. Er weilt bei seiner guten Freundin Lisaweta Iwanowna, einer Malerin, der sich Tonio anvertrauen kann. Lisaweta, ungefähr so alt wie Tonio, hat braunes, leicht ergrautes Haar und ein unendlich sympathisches Gesicht. Es ist Frühling und diese Tatsache bedrückt Tonio ein wenig, da er sich nicht auf seine Arbeit konzentrieren kann. Ein Gedanke, der ihn nicht los lässt, hat ihn zu seiner Freundin getrieben. Ihn beschäftigt die Frage, was nun eigentlich ein Künstler sei. Es ist das, was die Menschheit einfach noch nicht zu definieren in der Lage war. Der warmherzige Mensch kann kein Künstler zu sein, nur der Kaltblütige ist in der Lage Großes zu erschaffen. Kälte und Einsamkeit, die wahres Künstlertum mit sich bringen, sondern den Künstler von den anderen Menschen ab und isolieren ihn. Es scheint, als ob Tonio das Leben hassen würde, so wie es Kritiker von ihm behaupten. Er gesteht Lisaweta jedoch, dass er das Leben liebt aber innerlich zerrissen ist. Lisaweta Iwanowna hat eine Antwort auf sein Problem, sie meint, er sei einfach nur ein Bürger. Ein Bürger auf Irrwegen, ein verirrter Bürger also.

3.5 Fünftes Kapitel

Es ist Herbst geworden und Tonio Kröger sucht Lisaweta erneut auf. Er sagt ihr, dass er in den Urlaub fahren möchte. Auf die Frage hin, ob es wieder nach Italien gehe, verneint er abfällig. Er wolle in den Norden nach Dänemark fahren, denn wie er sagt, ziehe ihn die nördliche Neigung des Vaters dorthin. Er sagt zu Lisaweta, dass er noch nie in Dänemark war, aber das Land schon seit seiner Kindheit liebe. Er möchte gerne die Literatur dort lesen, wo sie geschrieben wurde, das einmalige Essen wieder genießen und in der Salzluft sein. Er schwärmt ihr von den Namen vor, deren Klang er gerne wieder hören möchte, Namen wie Ingeborg und Hans. Und er möchte an die Ostsee. Auf die Frage von Lisaweta, welche Route er nehme, sagt er, dass er die übliche nehmen wolle und errötet dabei. Er fühlt, dass Lisaweta ihn durchschaut und weiß, dass er in seine Heimatstadt fahren wird. Er verabschiedet sich von ihr und verspricht einen Brief zu schreiben.

3.6 Sechstes Kapitel

Tonio Kröger macht sich auf und beginnt seine Reise. Er reist von München mit dem Zug, mit Komfort, denn wer es schwer hat, braucht das äußere Behagen. Tonio kommt am Abend in seiner Vaterstadt an, die er vor dreizehn Jahren verlassen hatte. Sein Gepäck schickt er zum Hotel und läuft zu Fuß dorthin. Im Hotel angekommen, wird er nicht großartig begrüßt und vom Kellner auf sein Zimmer gebracht. Er lässt sich etwas zu Essen bringen und geht zu Bett. Am nächsten Morgen legt er besonderen Bedacht auf sein Äußeres und macht sich auf einen Spaziergang durch seine Vaterstadt. Er hat das Gefühl, als würde er von seinen Träumen geführt. Er geht zum Markt und wenn es auch nicht erwähnt wird, so befindet er sich vor dem Haus von Ingeborg Holm. Er erkennt, dass er sich auf dem Weg zu seinem Zuhause befindet. Er geht den Mühlenwall und den Holstenwall entlang und macht am Lindenplatz vor einer Villa halt. Gedankenverloren schaukelt er das Tor, er ist am Zuhause von Hans Hansen angekommen. Dann geht er den Weg, den er seit seiner Kindheit kennt, bis zu seinem Vaterhaus. Er betritt das Haus und stellt fest, dass dort, wo er und seine Eltern gewohnt hatten, eine Volksbibliothek ist. Im Obergeschoss wohnen Fremde. Vieles hat sich verändert, allein der Walnussbaum ist noch an seinem Platz. Er verlässt das Haus seines Vaters, geht in ein Restaurant und nimmt eine schwere und fette Mahlzeit ein. Danach im Hotel bereitet er seine Abreise vor. Als der bestellte Wagen kommt, wird er ins Büro des Hoteldirektors gerufen. Außer dem Hoteldirektor wartet dort ein Polizist auf ihn. Der Beamte fordert Tonio Kröger auf, sich auszuweisen. Da dieser jedoch keine Dokumente bei sich hat, wird er zu seinen Personalien verhört, denn ein „Individuum“ das aus München nach Dänemark flüchtete, wird gesucht und Tonio Kröger verdächtigt, dieses zu sein. Es klärt sich auf und Tonio verlässt das Hotel in Richtung Hafen.

3.7 Siebtes Kapitel

Tonio Kröger ist auf dem Schiff. Obwohl im Innersten getroffen, weil man ihn als Hochstapler verhaften wollte, empfindet er es als richtig, da er sich ja nicht ausweisen konnte. Die Fahrt geht über den Fluss bis zum Meer und seine Stimmung hellt sich auf. Er steht vorne am Bugspriet und schaut aufs Meer. Am Abend isst er etwas und lernt einen jungen Kaufmann kennen, der sich nun zu ihm an Deck gesellt. Sie sprechen miteinander und gehen nach einer Weile zu Bett. Tonio Kröger ist aufgewühlt und entscheidet sich, wieder aufzustehen und nochmals an Deck zu gehen. Das Meer ist nicht mehr so ruhig wie bei seiner Abfahrt. Es bäumt sich auf und das Schiff hat es schwer voranzukommen. Tonio Kröger setzt sich und bleibt die ganze Nacht draußen. Am nächsten Morgen ist das Meer wieder ruhig und sie kommen in Kopenhagen an. Drei Tage lang sieht er sich die Stadt von seinem Hotelzimmer aus an. Es kommt ihm so vor wie in seiner Heimatstadt, die Häuser, die Leute und die Namen klingen sehr bekannt. Er schifft sich erneut ein und reist gen Norden, nach Helsingör. Während dieser Etappe wirkt das Meer schwarz. Den restlichen Weg legt er mit dem Wagen zurück und hält an einem kleinen weißen Badehotel mit grünen Fensterläden, in Richtung der schwedischen Küste, an. Er beschließt, eine Weile hier zu bleiben und nimmt sich ein Zimmer.

3.8 Achtes Kapitel

Es ist September und nur noch wenige Gäste weilen in Aaslgaard im kleinen weißen Badehotel. Tonio Kröger verlebt dort schöne Tage. Er wechselt dann und wann ein paar Worte mit dem Fischhändler, geht nach dem Frühstück zum Strand und schwimmt. Er unternimmt Spaziergänge ins Landesinnere, über Wiesen bis zu einem Buchenwald. Dort setzt er sich und schlägt ein Buch auf. Das geöffnete Buch auf den Knien lauscht er jedoch nur den Geräuschen der Natur und dem fernen Rauschen des Meeres. So vergeht die Zeit, bis er an einem Tag viele ominibusähnliche Fahrzeuge bemerkt. Eine Gesellschaft hat sich im Hotel zum Tanze angemeldet. Tonio nimmt gerade sein Mittag ein, als er plötzlich Hans und Ingeborg Hand in Hand zu sehen glaubt. Nach ihrer Ankunft begibt sich die Reisegruppe nach Helsingör. Im Hotel herrscht ein reges Treiben, denn ein Ball wird vorbereitet. Am Abend, Tonio Kröger ist auf seinem Zimmer, hört er die Gäste zurück ins Hotel kommen. Er sieht das Ganze als hübsche Abwechslung an. Als die Musik zu spielen beginnt, geht er leise und unauffällig nach unten auf die Veranda und sieht der Gesellschaft von dort aus zu. Er sieht, wie sie fröhlich und ausgelassen tanzen, sich unterhalten, spielen, selbst ein Festordner, der Monsieur Knaak sehr ähnelt, ist da. Er sucht mit seinen Blicken Hans und Ingeborg und fragt sich, ob er sie vergessen hatte, denn sie waren es ja, für die er arbeitete. Tonio Kröger stellt sich vor, wie es wäre, wenn alles anders gekommen wäre und gelangt zu der Einsicht, dass doch nichts anders hätte werden können. Während einer Tanzpause bemerkt ihn die Gesellschaft. Jedoch weicht Tonio Kröger nicht zurück. Während einer Quadrille, die nach der Pause getanzt wird, fühlt er sich in seine Jugendzeit zurückversetzt. Er verlässt die Gesellschaft und geht auf sein Zimmer. Wieder hofft er, dass sein Fehlen von Ingeborg bemerkt würde und dass sie ihm ihre Liebe gestehe. Tonio lässt die Zeit von damals bis heute in Gedanken an sich vorüberziehen, erinnert sich an seine Liebe zu den beiden und an den Schmerz der Enttäuschung, an seine Arbeit und an die Qualen, die er dabei erlitten hatte. Er bekommt Heimweh und fühlt Reue.

[...]


[1] Große Wilhelm: Königserläuterungen und Materialien. Thomas Mann. Tonio Kröger. Mario und der Zauberer. Hollfeld: C. Bange Verlag 2001. Band 288. 1. Auflage. S. 36.

[2] Eisenbeis, Manfred: Interpretationshilfe Deutsch. Thomas Mann. Tonio Kröger. Mario und der Zauberer. Interpretiert von Manfred Eisenbeis. Freising: Stark 2005. S. 2.

[3] Vgl. Ebd. S. 2.

[4] Thiele, Wencke: Die Entwicklung der Künstlerschaft in Thomas Manns „Tonio Kröger“. Studienarbeit. München: Grin Verlag 2001. S.2.

[5] Bellmann, Werner: Erläuterungen und Dokumente. Thomas Mann. Tonio Kröger. Ditzingen: Reclam 2006. S. 53.

[6] Vgl. Ebd.

[7] Vgl. http://www.thomasmann.de/thomasmann/leben/lebenslauf/231201. 19.05.2010. 17:35 Uhr.

[8] Bellmann, Werner: Erläuterungen und Dokumente. Thomas Mann. Tonio Kröger. Ditzingen: Reclam 2006. S.57.

[9] Ebd.

[10] Vgl. Ebd. S. 53 – 58.

[11] Mann, Thomas: Tonio Kröger. Mario und der Zauberer. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag 2007. 43. Auflage. S. 7 – 73.

Details

Seiten
38
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656522829
ISBN (Buch)
9783656533924
Dateigröße
527 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v263345
Institution / Hochschule
Universität Leipzig – Institut für Germanistik
Note
2,3
Schlagworte
künstlerproblematik thomas manns tonio kröger

Autor

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