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Curriculare Analyse

Lernfeld 7: Personalwirtschaftliche Aufgaben wahrnehmen

Seminararbeit 2013 20 Seiten

BWL - Didaktik, Wirtschaftspädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Analyse der relevanten Ausbildungsordnungsmittel
2.1 Zielformulierungen und Inhalte des Lernfeldes

3 Curriculare Funktion

4 Der zentrale Geschäftsprozess

5 Sachanalyse

6 Didaktische Analyse nach Klafki

7 Kompetenzen als Lernergebnis

8 Selbstreflexion

Literaturverzeichnis

Anhang

Abb. 1: Übersicht Lernfelder

Abb. 2: Geschäftsprozessmodellierung

Abb. 3: Sachanalyse

1 Einleitung

„Das große Ziel der Bildung ist nicht Wissen, sondern handeln“ (Herbert Spencer)

Zu Beginn des Jahres 1996 entwickelte die Kultusministerkonferenz (KMK) das Lernfeldkonzept mit der Intention, die berufliche Handlungskompetenz der Schüler und ihre Bereitwilligkeit zu lebenslangem Lernen stärker zu fördern. Somit reagierte die KMK auf den Wandel der zunehmenden Komplexität der betrieblichen und gesamtwirtschaftlichen Anforderungen der Zeit( vgl. Tramm (2008), S.1).

Zur Konstruktion von Lernfeldern sind berufliche Handlungsfelder notwendig. Diese komplexen Aufgaben verknüpfen „stets berufliche, gesellschaftliche und individuelle Problemstellungen“ (Bader (2003), S.213) miteinander zu Handlungssituationen. Die unterrichtliche Bearbeitung wird in handlungsorientierten Lernsituationen durchgeführt. Unter dem Aspekt der Entwicklung von Handlungskompetenz werden in Lernfeldern die Handlungsfelder didaktisch und schulisch aufbereitet und in Aufgabenkomplexe zusammengefasst. Somit dienen Lernfelder der Verknüpfung von Theorie und Praxis zwischen der betrieblichen und berufsschulischen Ausbildung (vgl. Bader (2003), S.213).

Damit das Lernfeldkonzept erfolgreich umgesetzt werden kann, ist eine curriculare Analyse unabdingbar. Im Rahmen dieser Seminararbeit wird eine curriculare Analyse im Ausbildungsberuf Industriekaufmann/-frau für das Lernfeld 7 „Personalwirtschaftliche Aufgaben wahrnehmen“ entworfen. Zu Beginn erfolgt ein Einblick in die relevanten Ausbildungsordnungsmittel mit einer Analyse hinsichtlich der beruflichen Tätigkeit, die zu fördernden Kompetenzen inklusive deren Wissensbasis sowie der logische Aufbau der Lernfelder. Im nächsten Schritt erfolgen die Zielformulierung und die curriculare Funktion des Lernfeldes. Ferner wird der relevante Kernprozess herausgearbeitet und eine Sachanalyse des Lernfeldes vollzogen. Des Weiteren erfolgt eine Gegenwarts-, Zukunfts- und exemplarische Bedeutungsanalyse auf der Basis der Relevanzkriterien nach Klafki. Die anzustrebenden Kompetenzen werden anschließend als Lernergebnis verfasst. Den Schluss dieser Seminararbeit bildet eine Selbstreflektion, die kritisch Aussagen über mein Vorgehen und meine Erkenntnisse bei der Bearbeitung des Lernfeldes beleuchtet.

2 Analyse der relevanten Ausbildungsordnungsmittel

Für die Verfassung eine curriculare Analyse ist die Betrachtung und Untersuchung der relevanten Ausbildungsordnungsmittel essentiell. Entscheidend sind hierbei der Ausbildungsplan der Industrie- und Handelskammer, die Ausbildungsordnung sowie der Rahmenlehrplan der KMK. Im folgenden Abschnitt werden die relevanten Aussagen dieser Vorschriften erfasst, die für eine curriculare Analyse grundlegend sind.

Der Ausbildungsplan der Industrie- und Handelskammer für Industriekaufleute folgt einer sachlichen und zeitlichen Gliederung. Im sachlichen Abschnitt werden die wesentlichen Teile des Ausbildungsberufes sowie deren zu erlangenden Fertigkeiten und Kenntnisse dargestellt. Die fachlich relevanten Inhalte im Bereich Personal sind die Rahmenbedingungen, Personalplanung, Personaldienstleistungen und die Personalentwicklung. Die Kompetenzen und die beruflichen Tätigkeiten, für die die Schüler und Schülerinnen[1] qualifiziert werden sollen, sind folgende: Umgang mit Gesetzen (Tarif-, Arbeitsgesetze sowie betriebliche und sozialrechtliche Regelungen), Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen und Grundsätze der Personalplanung, -beschaffung und -einsatz. Weitere Ziele sind die Anwendung von Instrumenten zur Personalbeschaffung und –auswahl sowie die Bearbeitung von Kündigungen und Entgeltregelungen. Ferner werden die Kompetenzen dahingehend gefördert, um Maßnahmen der Personalentwicklung zu erklären und im Bereich der internen und externen Weiterbildung mitwirken zu können.

In der zeitlichen Gliederung wird im Ausbildungsplan festgelegt, welche Inhalte in welchem Ausbildungsjahr vermittelt werden sollen.

Der Rahmenlehrplan der KMK, der auf die Ausbildungsordnung abgestimmt ist, enthält die Inhalte und Ziele der Berufsausbildung und beschreibt deren Mindestanforderungen. Grundsätzlich baut der Rahmenlehrplan auf dem Hauptschulabschluss auf und erweitert die zuvor erworbene Schulbildung (vgl. KMK (2002), S.2-3). Allerdings bevorzugen Unternehmen Schüler mit einem Realschulabschluss bzw. Abitur. So weist die Wissensbasis der Schüler Heterogenität auf, weshalb ein Lernfeldunterricht, der auf eine innere Differenzierung aufbaut, optimal wäre, um jeden Schüler individuell und seinem Niveau entsprechend zu fördern bzw. zu fordern.

Der Rahmenlehrplan definiert als übergeordnetes Ausbildungsziel „selbstständiges und verantwortungsbewusstes Denken und Handeln“ (KMK, (2002), S.2). Obwohl keine Aussagen über Methoden zu einer lernfeldorientierten Unterrichtsgestaltung getroffen werden, weist der Rahmenlehrplan darauf hin, dass potenzielle Methoden so gewählt werden sollten, dass sie die Handlungskompetenz der Schüler entwickeln und fördern (vgl. KMK, (2002), S.2).

Die Abfolge der Lernfelder im Rahmenlehrplan richtet sich nach der Denkvermögen, da der Schwierigkeitsgrad wächst und die Schüler ihr erlerntes Wissen anwenden müssen. So wird das „Orientierungswissen, das Lösen komplexer und exemplarischer Aufgabenstellungen, systemorientiertes und vernetztes Denken und Handeln“ (KMK, (2002), S. 6) zunehmend gefördert.

Das Aufgabenspektrum von Industriekaufleuten umfasst sämtliche Funktionsbereiche eines Unternehmens. Sowohl die Auftragsanbahnung inklusive Kundenservice nach der Auftragsrealisierung, als auch die kaufmännischen Hauptfunktionen wie Absatz, Beschaffung, Marketing, Leistungsabrechnung sowie Personal, gehören zum beruflichen Tätigkeitsfeld (vgl. BIPP, Ausbildungsprofil). Ferner schließt es auch die Kooperation zu anderen Fachabteilungen mit ein. Daraus folgen eine besondere Herausstellung arbeitsfeldübergreifender Qualifikationen und eine geschäftsprozessbezogene Handlungs-kompetenz. Die fachlichen Inhalte dieses breiten Aufgabengebietes werden in den 12 Lernfeldern, die der Rahmenlehrplan und die Ausbildungsordnung vorschreiben, abgedeckt und auf drei Ausbildungsjahre aufgeteilt (siehe Anhang Abb.1). Die Lernfelder enthalten jeweils konkrete Zielformulierungen sowie die wichtigsten Inhalte, die essentiell sind um das Ausbildungsziel und die dazugehörigen Kompetenzen zu erreichen. Hierbei wird insbesondere auf die Handlungskompetenz verwiesen, die sich in Fach-, Sozial- und Humankompetenz gliedert und die Methodenkompetenz mit einschließt (vgl. KMK (2002), S. 7). Die Schüler sollen lernen, „in gesellschaftlichen, beruflichen und privaten Situationen sachgerecht, durchdacht sowie individuell und sozial verantwortlich zu handeln“ (KMK, (2002), S. 4).

2.1 Zielformulierungen und Inhalte des Lernfeldes 7

In dem KMK- Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Industriekaufmann/-frau[2] ist das Ziel für das Lernfeld 7 „Personalwirtschaftliche Aufgaben wahrnehmen“ wie folgt formuliert:

„Im Rahmen der Bedarfsplanung werten die Schülerinnen und Schüler einfache Personalstatistiken aus. Dazu nutzen sie Daten aus vorhandenen informationstechnischen Systemen und beachten Datenschutz und Kapazitätsplanungen. Unter Berücksichtigung der betrieblichen Ziele und des Absatz- und Produktionsplanes planen sie den Personalbedarf. Im Rahmen der internen und externen Personalbeschaffung treffen sie eine begründete Auswahl der einzusetzenden Beschaffungsinstrumente und stellen Kriterien zur Bewerberauswahl zusammen. Sie leiten die Aufnahme neuer Mitarbeiter in den Personalbestand ein. Bei der Vorbereitung der notwendigen Entscheidungen beachten sie die Einbeziehung der betriebsverfassungsrechtlichen Organe des Unternehmens. Unter Berücksichtigung personalrechtlicher Regelungen aus Arbeits- und Sozialrecht, Tarifrecht und Betriebsvereinbarungen bewerten sie Arbeitsverträge und Konsequenzen für Umsetzungen und Entlassungen. Sie entwickeln Konzepte zur Aus-, Weiter- und Fortbildung zur aktiven Gestaltung der Personalentwicklung und Verbesserung der Mitarbeitermotivation. Dabei erkennen sie auch die Bedeutung lebenslangen Lernens für die persönliche Entwicklung und die aktive Gestaltung der eigenen beruflichen Zukunft. Sie beurteilen Kriterien der Arbeitsbewertung und der Entgeltsysteme, berechnen Entgelte und buchen sie. Im Rahmen der Personalführung stellen die Schülerinnen und Schüler Auswirkungen von Unternehmenskulturen, Führungsstilen und -methoden auf die Zusammenarbeit im Betrieb dar. Sie bewältigen ausgewählte Konfliktsituationen u. a. mit Kenntnissen über Arbeitsschutz, Formen der Arbeitsplatzerhaltung und Mitbestimmungsmöglichkeiten“ (KMK (2002), S. 15).

Die dazugehörigen Inhalte sind wie folgt definiert:

-„Personalbestands- und –bedarfsanalyse
-Personalbeschaffung und –auswahl - Betriebsverfassungsgesetz
-Personaleinsatz - Vollmachten
-Personalführung und –entwicklung - Kommunikationsregeln, Konfliktregelung, Argumentation und Rhetorik
-Personalentlohnung - Lohnnebenkosten
-Personalfreisetzung - Kündigungsschutz
-Personalcontrolling“ KMK (2002), S.15)

Sowohl die Zielformulierung als auch die Inhalte des Lernfeldes sind fundamental für die curriculare Analyse.

[...]


[1] Im Folgenden wird anstatt der männlichen und weiblichen Form nur die männliche Form verwendet. Das andere Geschlecht ist mit eingeschlossen.

[2] Im Folgenden wird anstatt der männlichen und weiblichen Form nur die männliche Form verwendet. Das andere Geschlecht ist mit eingeschlossen.

Details

Seiten
20
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656523581
ISBN (Buch)
9783656523970
Dateigröße
2.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v263477
Institution / Hochschule
Universität Hamburg – Erziehungswissenschaften
Note
1,3
Schlagworte
curriculare analyse lernfeld personalwirtschaftliche aufgaben

Autor

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