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Handelspolitik in Entwicklungsländern

Importsubstituierende und Exportorientierte Industrialisierung am Beispiel von China

Seminararbeit 2012 20 Seiten

VWL - Konjunktur und Wachstum

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Darstellungsverzeichnis

1 Problemstellung

2 Handelspolitische Strategien der Entwicklungsländer
2.1 Importsubstitutionspolitik zur Förderung der inländischen Wirtschaft
2.1.1 Definition der Importsubstitution
2.1.2 Maßnahmen und Instrumente
2.1.3 Ergebnisse und Wirkungen der Importsubstitution
2.2 Exportförderung zur Teilhabe am Welthandel
2.2.1 Definition der Exportförderung
2.2.2 Maßnahmen und Instrumente Ergebnisse und Wirkungen der Exportförderung

3 Wirtschaftliche Entwicklung Chinas
3.1 Phase der wirtschaftlichen Abschottung bis 1978
3.1.1 1949-1966
3.1.2 1966-1976
3.2 Phase der Öffnung ab 1978
3.2.1 1978-1990
3.2.2 1990 bis heute
3.3 Ergebnis der wirtschaftlichen Entwicklung

4 Chinas Aufschwung im Vergleich mit anderen Entwicklungsländern

5 Abschließende Betrachtung

Literaturverzeichnis

Darstellungsverzeichnis

Darstellung 1: BIP-Wachstum nach Sektoren

Darstellung 2: Importe und Exporte im Zeitverlauf

Darstellung 3: Verlauf von BIP, den Exporten und Importen

Darstellung 4: Verlauf der chinesischen Industrialisierung

Darstellung 5: BIP pro Kopf in den Wachstumsperioden

1 Problemstellung

[ … ] China erhält für sein einmaliges Wirtschaftswachstum viel internationales Lob. In den vergangenen 15 Jahren stieg das Bruttosozialeinkommen im Reich der Mitte um jährlich neun Prozent - in einzelnen Regionen sogar um bis zu 30 Prozent.

Hunderte Millionen Menschen schafften den Sprung aus der Armut. [ … ]

Quelle: Pierre Simonitsch, „Der Preis für Chinas Fortschritt“, in Frankfurter Rundschau vom 26. Januar 2005

Die Handelspolitik in Entwicklungsländern ist wichtig für deren wirtschaftlichen Aufstieg. Diese unterscheidet sich grundlegend von den Strategien der Industrieländer. Das Land China bietet aufgrund seiner Geschichte, von einer wirtschaftlichen Abschottung hin zur einer weltwirtschaftlichen Öffnung, eine gute Gelegenheit deren Handelspolitik zu betrachten.

Das oben genannte Zitat verdeutlicht den wirtschaftlichen Aufschwung des Landes. Doch um dieses Ziel zu erreichen wurden verschiedene handelspolitische Strategien genutzt. Diese Arbeit greift aus dem Fundus zwei wichtige heraus und befasst sich mit der importsubstituiernden- und der exportorientierten Industrialisierung.

Ziel dieser Arbeit ist es zu prüfen, wie diese Strategien auf das heutige Wirtschaftswachstum und den Boom Einfluss nahmen. Dazu soll anhand der wirtschaftspolitischen Geschichte des Landes die Handlungen der Entscheidungsträger dargestellt werden. Des Weiteren soll geprüft werden ob dieser Verlauf anderen Entwicklungsländern gleicht oder ob es Unterschiede gibt?

Dazu werden in Kapital 2 die o.g. Strategien in der Theorie vorgestellt und darauf aufbauend in Kapitel 3 am Beispiel Chinas veranschaulicht. Um zu prüfen der Aufschwung in China ein einzelnes Phänomen ist oder nicht befasst sich das 4. Kapitel mit einem Vergleich mit anderen Entwicklungsländern. Die Arbeit schließt mit der Schlussbetrachtung ab.

2 Handelspolitische Strategien der Entwicklungsländer

2.1 Importsubstitutionspolitik zur Förderung der inländischen Wirtschaft

2.1.1 Definition der Importsubstitution

Unter dem Begriff der Importsubstitution ist eine Politik der Förderung der heimischen Industrie zu verstehen. Güter, die in hohem Maße durch Importe befriedigt werden, sollen durch eine Inlandsproduktion ersetzt werden. Damit wird zum einen die wirtschaftliche Unabhängigkeit, d.h. die heimische Industrie bleibt unbeeinflusst von weltwirtschaftlichen Krisen, als auch die politische Unabhängigkeit gestärkt (Wagner, Kaiser und Beimdiek 1983).

Ziele der Importsubstitution sind Aufbau von Produktionen, die Entwicklungseffekte fördern können und eine Entlastung der Zahlungsbilanz. Denn die Devisenknappheit stellt ein wesentliches Hindernis wirtschaftlicher Entwicklung in den Ländern dar (Hemmer 2002).

2.1.2 Maßnahmen und Instrumente

Indikative Maßnahmen und Investitionsanreize

Die Regierung eines Landes kann Pläne über ihre Wirtschaftspolitik veröffentlichen, aus denen die Ziele und entsprechende Industriebranchen die entwickelt werden sollen, hervorgehen. Private Unternehmen können damit in ihren Entscheidungen beeinflusst werden. Mit diesen Plänen ist es möglich unerwünschte Industrien im Land zu begrenzen. Durch Investitionsbegünstigungen sollen Investitionsanreize geschaffen werden. Das beinhaltet zum einen die unterschiedliche Besteuerung der Einkommen und der Gewinne der Unternehmen sowie Steuervergünstigungen allgemein als auch günstigere Abschreibungsmöglichkeiten. (Bae 1990).

Protektionspolitik

Zur Förderung der Importsubstitution sind besonders protektionistische Maßnahmen geeignet. Diese werden eingeteilt in tarifäre Hemmnisse und nicht-tarifäre Hemmnisse (Wagner, Kaiser und Beimdiek 1983). Tarifäre Hemmnisse sind Zölle oder Abgaben auf importierte Güter. Nicht-tarifäre Hemmnisse sind Maßnahmen, die Einfluss auf Volumen und Güterzusammensetzung haben. Als Beispiel wären hier Einfuhrverbote und Einfuhrvorschriften genannt (Bae 1990).

Wechselkurspolitik

Der Verteuerung der Importgüter folgt i.d.R. eine Abwertung der inländischen Währung einhergehend mit der Abnahme der Importe. Bei einer Überbewertung ist es für die inländischen Unternehmen vorteilhafter Importe zu substituieren und vermehrt zu exportieren. Da die Unterbewertung der Währung den Import von Kapitalgütern behindert, führten die Regierungen ein „System von gespaltenen Wechselkursen“ ein. Das bedeutet, wichtige Importgüter des Landes werden mit einem niedrigen Kurs belegt und weniger wichtige, wie z.B. Luxusgüter mit einem hohen Wechselkurs (Bae 1990).

2.1.3 Ergebnisse und Wirkungen der Importsubstitution

Am Anfang der Importsubstitution stellt sich schnell ein wirtschaftlicher Wachstum ein (Wagner, Kaiser und Beimdiek 1983). Dies hat den Grund, dass die bisherigen Importe aufzeigen, wo lohnende Produktionsmöglichkeiten vorhanden sind. Es wird versucht den bisherigen Import durch inländische Produktion im Binnenmarkt zu ersetzen. (Hemmer 2002). Nach dieser ersten Wachstumsphase wird es jedoch zunehmend schwieriger, die Substitution auszuweiten. Ursache dafür ist vor allem das Fehlen von Kapital und Rohstoffen. Die kaum vorhandenen Devisenerlöse reichen nicht aus, um die benötigten Güter zu importieren (Wagner, Kaiser und Beimdiek 1983).

Die Handelshemmnisse führen zu überhöhten Preisen der Industrieprodukte. Damit wird die Struktur des „Schutz“-Sektors zulasten der anderen inländischen Sektoren verzerrt. Diese suboptimale Allokation führt zu einer Behinderung der Expansion des Exportsektors. Die erhofften Beschäftigungseffekte bleiben i.d.R. auch aus, da es sich bei den neuen Produktionen um Industrieprodukte handelt, die durch kapitalintensive Methoden hergestellt werden (Bender 1999). Damit ist es nachvollziehbar, dass die Produktion dieser Güter kaum Arbeitsplätze schafft, als arbeitsintensivere Verfahren (Wagner, Kaiser und Beimdiek 1983).

Die Wirkung auf die Zahlungsbilanz ist oft schlecht. Zwar werden durch die inländische Produktion bestehende Importe verringert, aber die durch die Importsubstitution hervorgerufenen zusätzlichen Importe führen langfristig nicht zu einer Verringerung der Importabhängigkeit. Denn für die heimische Industrieproduktion werden Kapitalgüter, Zwischenprodukte und Rohstoffe benötigt (Bender 1999).

2.2 Exportförderung zur Teilhabe am Welthandel

2.2.1 Definition der Exportförderung

Die Exportförderung verfolgt das Ziel, die wirtschaftliche Entwicklung zu verstärken und die Wohlfahrt zu steigern. Ermöglicht wird des durch die Eingliederung in die internationale Arbeitsteilung. Voraussetzung für die Exportförderung sind die Herstellung exportfähiger Produkte, d.h. die Nutzung der komparativen Kostenvorteile und Verringerung der Produktionskosten durch Abbau der Handelshemmnisse (Wagner, Kaiser und Beimdiek 1983).

2.2.2 Maßnahmen und Instrumente

Handelsliberalisierung

Die Handelsliberalisierung baut die tarifären und nicht-tarifären Handelshemmnisse ab. Industrien mit komparativen Nachteilen werden verdrängt und Produktionen mit Kostenvorteilen erhalten neue Möglichkeiten durch den Außenhandel (Herzer 2006). Die Handelshemmnisse der Importsubstitution haben häufig ineffiziente Produktionsmethoden, hohe Produktionskosten und unausgelastete Kapazitäten zur Folge. Diese Schutzmauern müssen abgebaut werden, um der inländischen Industrie in den Wettbewerb mit der ausländischen Konkurrenz zu bringen. Ziel dabei ist, die Effizienz der Wirtschaft zu fördern (Wagner, Kaiser und Beimdiek 1983).

Nutzung der komparativen Kostenvorteile

Entwicklungsländer verfügen über viele Arbeitskräfte mit geringen Kosten. Aufgrund des relativ niedrigen Reallohniveaus weisen sie komparative Kostenvorteile in den Produktionszweigen auf, die sehr arbeitsintensiv sind. Es ist daher vorteilhaft, am Anfang des Industrialisierungsprozesses rohstoff- und arbeitsintensive Produktionen zu bevorzugen. Mit voranschreitender

Industrialisierung kann auch die Produktion von kapitalintensiven Produktionen durch die Lohnkostenvorteile und das höhere Qualifikationsniveau aufgenommen werden (Bender 1999).

Exportunterstützung durch Infrastruktur und Freihandelszonen

Die Entwicklungsländer müssen die Wirtschaft durch den Aufbau einer Infrastruktur unterstützen. Damit sind Maßnahmen gemeint, die für den Export wichtig sind, aber von den Unternehmen selbst nicht hergestellt werden kann. Beispiel sind Kommunikationseinrichtungen und Qualitätskontrollen.

[...]

Details

Seiten
20
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656526575
ISBN (Buch)
9783656537335
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v263694
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg – Volkswirtschaftslehre, insbesondere Konjunktur & Wachstum
Note
2,3
Schlagworte
handelspolitik entwicklungsländern importsubstituierende exportorientierte industrialisierung beispiel china

Autor

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Titel: Handelspolitik in Entwicklungsländern