Lade Inhalt...

Chancen und Risiken von Corporate Bonds als Finanzierungsmöglichkeit

Hausarbeit 2013 30 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung und Gang der Arbeit

2. Theoretische Fundierung zu Corporate Bonds
2.1. Begriffserklärung und Arten
2.2. Motive für ein Initial Bond Offering

3. Corporate Bonds als Finanzierungsmöglichkeit
3.1. Chancen
3.2. Risiken

4. Corporate Bond der Commerzbank AG
4.1. Unternehmensprofil
4.2. Merkmale des Corporate Bonds
4.3. Kritische Würdigung

5. Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Unternehmensfinanzierung im Überblick

Abbildung 2: Ausstattungsmerkmale von Corporate Bonds

Abbildung 3: Die Bank als Finanzintermediär und - dienstleister

Abbildung 4: Finanzielle Belastung der Commerzbank

Abbildung 5: Produktinformationsblatt

Abbildung 6: Risikoklassifizierung von Wertpapieren

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Corporate Bonds

1. Einleitung

1.1. Problemstellung

Im Zuge der Globalisierung und Internationalisierung müssen sich Unternehmen immer wieder auf neue Marktsituationen und gesetzliche Grundlagen einstellen. Dabei spielen insbesondere Finanzierung und Investition der Unternehmung entscheidende Rollen, wenn es um zukünftiges Wachstum und den damit verbundenen Erfolg geht. Die europäischen Finanzmärkte sind immer noch dadurch gekennzeichnet, dass der Großteil von Unternehmen den traditionellen Finanzierungsweg (Finanzierung durch Bankkredit) nutzt, während diese Möglichkeit im angelsächsischen Raum bereits eine weniger wichtige Rolle spielt.

Eine Geschäftstätigkeit zu finanzieren ist über verschiedene Wege möglich. Neben der Beschaffung von Eigenkapital nutzen viele Unternehmen auch die Option, sich mit Fremdkapital einzudecken, was unter anderem auf Grund des sog. Leverage-Effekts1 Vorteile mit sich bringt. Fremdkapitalbeschaffung konnte in der Vergangenheit oftmals nur durch die eigene Hausbank gestellt werden, jedoch kamen mit den Wirtschaftskrisen die Wendepunkte bei den Banken im Hinblick auf das Risikobewusstsein. Die Vor- schriften zu Basel II, von 2007, die Vertiefung durch Basel III, seit 2013, sowie die zu- nehmende Beeinflussung von Unternehmensratings2 durch externe Ratingagenturen und/ oder Banken führen zum einen zu geringeren Kreditvergaben und höheren Anfor- derungen an das Unternehmen und zum anderen zum Anstieg der Eigenkapitalhinterle- gung bei Kreditvergaben. In diesem Zuge werden gleichzeitig dadurch entstehende Kos- ten auf die jeweiligen Kreditnehmer umgelegt, sodass die Fremdkapitalbeschaffung teuer wird. Dieser entscheidende Nachteil verlangt von Unternehmen, sich andere Fremdkapitalbeschaffungsquellen zu organisieren. So wie es bereits am angelsächsi- schen Kapitalmarkt üblich ist, stellt eine mögliche Quelle zur Fremdkapitalaufnahme, neben vielen weiteren, die sog. Corporate Bonds dar, die mit dem Schritt in den Kapi- talmarkt auf Grund einer steigenden Nachfrage durch Anleger am Markt immer interes- santer werden und somit auch an Bedeutung für Unternehmen gewinnen.3

1.2. Zielsetzung und Gang der Arbeit

Nachfolgend zum ersten Kapitel schließt im Rahmen des zweiten Kapitels die Durch- leuchtung des Begriffs „Corporate Bonds“ an. Hierzu werden verschiedene Arten von Corporate Bonds voneinander abgegrenzt und kurz in ihrer Funktionsweise erklärt. Auf Grund des begrenzten Umfangs dieser Arbeit wird nicht auf alle Arten von Corporate Bonds eingegangen. Zusätzlich soll eine Grafik die Ausstattungsmerkmale veranschau- lichen und eine Auflistung der beschriebenen Corporate Bonds einen zusammenfassen- den Überblick im Anhang gewähren. Daraufhin wird kurz auf das den Corporate Bonds vorausgehende Initial Bond Offering und seine Durchführung eingegangen.

Kapitel drei soll die Problematik der Fremdkapitalbeschaffung aus Sicht der Unternehmen umreißen und daraufhin die mit Corporate Bonds einhergehenden, grundsätzlich möglichen Chancen und Risiken erklären und untersuchen, sodass das vierte Kapitel mit seinem Praxisbeispiel auf diese dargestellten Chancen und Risiken für emittierende Unternehmen Bezug nehmen kann.

In Kapitel vier wird als Praxisbeispiel zunächst die Herausgeberin eines Corporate Bonds, die Commerzbank AG in einem Unternehmensprofil vorgestellt und der Commerzbank - Corporate Bond anhand des Produktinformationsblatts untersucht. Danach wird die Auflage des Corporate Bonds kritisch gewürdigt.

Abschließend gibt das fünfte Kapitel ein Fazit zu den grundlegenden Erkenntnissen dieser Arbeit wieder und verschafft einen kurzen Überblick über den möglichen zukünftigen Anleihenmarkt.

2. Theoretische Fundierung zu Corporate Bonds

Bei der Unternehmensfinanzierung sind verschiedene Möglichkeiten der Mittelaufnahme zu differenzieren. Eine anfängliche Grafik hierzu soll zeigen, welche Möglichkeiten sich Unternehmen grundsätzlich bieten und in welchem Bereich sich die Corporate Bonds wiederfinden. In Kapitel 2.1. werden Corporate Bonds als alternative Außenfinanzierungsmöglichkeit im Vergleich zu Bankkrediten dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Unternehmensfinanzierung im Überblick4

2.1. Begriffserklärung und Arten

Mit Hilfe von Corporate Bonds, auch Schuldverschreibung, Obligation oder Anleihe genannt, wird der Zugang zum Kapitalmarkt angestrebt, sodass Unternehmen mit Kapi- talbedarf über die Börse die Möglichkeit zur Fremdkapitalaufnahme erhalten. Corporate Bonds verbriefen eine Forderung und sind Wertpapiere.5 Die verbriefte Forderung be- steht grundsätzlich zu Gunsten des Gläubigers im Hinblick auf einen Anspruch auf Ver- zinsung bzw. auf ein zeitabhängiges Entgelt für die Kapitalüberlassung und das Recht auf Rückzahlung bzw. Tilgung des überlassenen Kapitals.6 Der Kauf einer Anleihe durch Gläubiger bzw. Anleger wird als Darlehensgewährung an die emittierende Unter- nehmung verstanden. Da es sich bei dieser Art der Kapitalbeschaffung um drei- bis vierstellige Millionenbeträge handelt, wird die herausgebende Anleihe in Teile gestü- ckelt (auch Teilschuldverschreibung genannt), die i.d.R. einen Nennbetrag in Höhe von 1000 € darstellen.7 Auf diese Weise kann ein Kredit durch das Unternehmen direkt am Kapitalmarkt aufgenommen und einer Großzahl von Anlegern und Investoren, den Kapitalgebern, zum Erwerb angeboten werden.8 Im Anleihevertrag werden neben der Position des Kapitalgebers auch die Ausstattungsmerkmale festgelegt.

Bei der Verzinsung kann zwischen den sog. Kupon- und Null-Kupon-Anleihen (auch Zerobond genannt, ähnlich den Discount Bonds) unterschieden werden. Die Festzinsan- leihe (Straight Bullet Bonds oder Plain-Vanilla-Bonds) verbrieft über die gesamte Lauf- zeit einen vorher festgelegten und immer gleichbleibenden Zinssatz, der i.d.R. jährlich vom Emittenten ausgeschüttet wird. Bei der Vereinbarung eines sinkenden bzw. anstei- genden Zinssatzes (Step-down- bzw. Step-up-Anleihe) handelt es sich um Stufenzinsan- leihen. Eine Anleihe mit einem variablen Zins, der abhängig von z.B. einem Referenz- zinssatz ist, wie beispielsweise der LIBOR oder EURIBOR, wird als Floating Rate Note bezeichnet.9 Zusätzlich kann ein solcher Floater eine Zinsunter-(Floor-Floater) und/ oder eine Zinsobergrenze (Cap-Floater) besitzen. Hingegen besitzt der Zerobond keinen durchlaufenden Kupon. Seine Verzinsung während der Kapitalüberlassung stellt sich durch die Ausgabe der Anleihe unter pari dar und wird zum Laufzeitende zu pari ge- tilgt.10 Tilgungsanleihen hingegen sind zwar mit einem festen Kupon ausgestattet, die Rückzahlung erfolgt jedoch nicht per Einmalzahlung an den Gläubiger, sondern per Teilzahlungen über einen vorher festgelegten Zeitraum. Des Weiteren gibt es Annuitä- tenanleihen mit gleichbleibenden Rückzahlungsraten, die Zins und Tilgung beinhalten und Perpetuals, die mit festen Zinszahlungen ausgestattet sind, eine Rückzahlung je- doch nur bei vorzeitiger Kündigung inkl. Tilgung durch den Emittenten erfolgt. Somit besteht vorerst eine unendliche Laufzeit.11 Neben Verzinsung, Tilgung und Rückzah- lungskurs kann das Unternehmen bei seinen emittierten Bonds zusätzlich Sonderrechte vereinbaren. In den gängigsten Fällen handelt es sich dabei um Wandel-(Convertible Bonds), Options-(Bond Warrant), oder Kündigungsrechte seitens der Gläubiger. In manchen Fällen räumt der Emittent sich selbst ein Sonderrecht in Form eines Kündi- gungs- oder sonstigen Rechts ein. Das Sonderrecht bei Wandelanleihen regelt das Recht des Gläubigers, in einer bestimmten Frist und zu einem definierten Wandlungsverhält- nis die Art der Rückzahlung durch den Emittenten zu wählen. Entweder erhält der Gläubiger einen vorher vereinbarten Rückzahlungskurs oder er macht von seinem Wandlungsrecht Gebrauch, sodass der Anspruch auf Rückzahlung erlischt und er im Gegenzug dafür eine vorher festgelegte Anzahl von Aktien oder Gesellschafteranteilen erhält.12 In diesem Zuge wandelt sich das auf begrenzte Zeit zur Verfügung gestellte Fremdkapital in Eigenkapital mit unbestimmter Laufzeit. Dieses Fremdkapital stellt eine Art von sog. Mezzanine Kapital dar. Die Voraussetzung für die Ausgabe von Wan- delanleihen ist somit eine ¾ Mehrheit der Hauptversammlung.13 Ähnlich ist es bei Op- tionsanleihen. Während bei Wandelanleihen ein Umwandlungsrecht für den Gläubiger besteht und dieses Recht bei Umwandlung bzw. Fristverstreichung erlischt, besteht bei Optionsanleihen das Recht Eigentumsanteilen des Emittenten zu beziehen. Die Anleihe und die verbrieften Bezugsrechte in sog. Optionsscheinen sind dabei getrennt voneinan- der handelbar.14 Darüber hinaus bestehen weitere Möglichkeiten über die Ausgestaltung von Corporate Bonds. Die sog. High-Yield Bonds bzw. Junkbonds sind hochverzinste Anleihen, die sehr rentabel für den Kapitalgeber sind, jedoch ein erhöhtes bis hohes Risiko bzgl. der Bonität des Emittenten bergen. Ratingagenturen führen daher diese Anleihen unter dem Begriff Speculative Grade. Die dem Anhang beigefügte Tabelle soll einen zusammenfassenden Überblick über gängige Corporate Bonds geben. Nachfol- gend werden die wichtigsten Ausstattungsmerkmale in einer Grafik dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Ausstattungsmerkmale von Corporate Bonds15

2.2. Motive für ein Initial Bond Offering

Die Hintergründe für die Durchführung eines Initial Bond Offerings sind sehr vielseitig, wenn berücksichtigt wird, dass die Beschaffung von Kapital für die grundlegende Ge- schäftstätigkeit in einem Unternehmen unabdingbar ist. Die Motive für Kapitalbeschaf- fung reichen daher von einer Wachstumsfinanzierung über Investition und Refinanzie- rung bis hin zur Regelung der Nachfolge. Der Börsengang durch Anleihen ermöglicht jedoch den Zugang zu einem breiten Anlegerkreis und großen Finanzierungsvolumi- nas.16 Bei einem Initial Bond Offering geht es in erster Linie um die Zulassung des Corporate Bonds und den Eintritt zum Börsenhandel. Die Zulassungsvoraussetzungen sind börsenplatzabhängig. Sie unterscheiden sich jedoch nur geringfügig voneinander. Grundvoraussetzungen sind umfassende Verhaltens- und Publikationspflichten. Neben dem Wertpapierprospekt muss teilweise ein Mindestanleihevolumen platziert, ein Ra- ting zum Emittenten stattfinden und fortgeführt werden, mindestens der letzte Jahresab- schluss vorliegen, Quasi-Ad-hoc-Mitteilung immer veröffentlicht und die Emission teilweise von Börsenexperten begleitet werden.17 Die Emission soll einen anonymen Markt ansprechen und wird oftmals mit Hilfe von einem Bankenkonsortium platziert (Fremdemission). Die Eigenemission durch den Emittent ist allerdings auch möglich. Das Unternehmen erhält bei erfolgreicher Platzierung den Gegenwert aller Teilschuld- verschreibungen multipliziert mit dem Emissionskurs als Fremdkapital.18

Der typische Ablauf einer Anleihenplatzierung verläuft in drei Phasen, der Vorbereitungs-, Angebots- und Abwicklungsphase, wobei diese sich wie folgt darstellen:

Vorbereitungsphase:

1. Pre-Sounding: das Unternehmen wird auf seine Verwendbarkeit für den Kapital- markt kritisch betrachtet
2. Due Diligence: die angemessene und gebotene Sorgfaltsprüfung
3. Emissionskonzept: Bestimmung der Emissionsrahmendaten
4. Prospektprüfung: die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht prüft das Emissionsprospekt, welches durch den Emittenten erstellt wird

[...]


1 Vgl. Schmalen, Pechtl (2013), S. 492.

2 Vgl. Deter, Diegelmann (2003), S. 3 ff.

3 Vgl. Hartmann, Sickinger, Ihlau, Dentz (2011), S. 4.

4 In Anlehnung an: Neubürger (2001), S. 157.

5 Vgl. Grill, Perczynski (2010), S. 206.

6 Vgl. Süchting (1995), S. 150.

7 Vgl. Schmalen, Pechtl (2013), S. 469.

8 Vgl. Donhauser (2010), S. 13.

9 Vgl. Übelhör, Warns (2003), S. 120.

10 Vgl. Beike, Schlütz (1998), S. 65.

11 Vgl. Spremann, Gantenbein (2005), S. 116.

12 Vgl. Einem, Schmid (2004), S. 159.

13 Vgl. Brokamp, Ernst, Hollasch, Lehmann, Weigel (2008), S. 128.

14 Vgl. Süchting (1995), S. 188 f.

15 In Anlehnung an: Spremann, Gantenbein (2003), S. 44.

16 Vgl.http://xetra.com/xetra/dispatch/de/binary/gdb_content_pool/imported_files/public_files/10_downloads/3 3_going_being_public/10_products/337_Mittelstand/Mittelstandsfinanzierungl.pdf, S. 3, Stand:29.04.2013.

17 Vgl. Hartmann, Sickinger, Ihlau, Dentz (2011), S. 10.

18 Vgl. Schmalen, Pechtl (2013), S. 470.

Details

Seiten
30
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656526025
ISBN (Buch)
9783656529880
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v263818
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Düsseldorf früher Fachhochschule
Note
1,3
Schlagworte
chancen risiken corporate bonds finanzierungsmöglichkeit

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Chancen und Risiken von Corporate Bonds als Finanzierungsmöglichkeit