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Strategische Möglichkeiten und Taktiken im Umgang mit Unsicherheit - sowie Voraussetzungen für das Treffen rascher Entscheidungen

Entscheiden unter Unsicherheit

Hausarbeit 2013 20 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Zielsetzung de
1.2. Aufbau de

2. Theoretische
2.1. Der Begriff de
2.2. Der Begriff de

3. Entscheidungstheorie und Treffen vo
3.1. Entscheidungen unte
3.1.1. Strategische Möglichkeiten bei der Entscheidungsfindung unte
3.1.2. Taktiken bei der Entscheidungsfindung unte
3.2. Voraussetzungen für das Treffen rasche

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Rahmenmodell für den Prozess des Entscheidens

Abbildung 2: Das R.A.W.F.S.-Modell

1. Einleitung

„Menschen treffen Entscheidungen mit der gleichen Selbstverständlichkeit, mit der sie reden – sie tun es wissentlich oder unwissentlich in einem fort.“ (Kahnemann & Tversky (2011, S. 545). Entscheidungen sind jedoch nicht gleich Entscheidungen (Braun, 2010). So existieren verschiedene Kategorien, in welche die unterschiedlichen Arten von Entscheidungen eingebettet sind (Kirchler, 2011). Eine in der Entscheidungstheorie überaus intensiv analysierte Kategorie, welche ebenso die Kernthematik der vorliegenden Ausarbeitung darstellt, ist die der Entscheidungen unter Unsicherheit (Raab & Unger, 1999).

1.1. Zielsetzung der Arbeit

Die Zielsetzung dieser Arbeit besteht darin, auf Basis eines theoretischen Bezugsrahmens strategische Möglichkeiten und Taktiken bei der Entscheidungsfindung unter Unsicherheit zu erörtern sowie die Voraussetzung für das Treffen rascher Entscheidungen zu erarbeiten.

1.2. Aufbau der Arbeit

Der Aufbau der vorliegenden Arbeit gliedert sich in vier Hauptschritte, die jeweils einem Kapitel entsprechen. Nachdem der Leser in das Thema der Arbeit eingeführt wurde, erfolgt im zweiten Kapitel die Ausarbeitung eines theoretischen Bezugsrahmens, indem die für die Arbeit grundlegenden Begrifflichkeiten erläutert werden. Darauf aufbauend wird im dritten Kapitel auf die in der Entscheidungstheorie bedeutende Thematik des Treffens von Entscheidungen unter Unsicherheit eingegangen, wobei zunächst auf die grundlegenden Intentionen der Entscheidungstheorie eingegangen sowie das Rahmenmodell des Entscheidungsprozesses vorgesellt wird und anschließend zum einen die strategischen Möglichkeiten und zum anderen die Taktiken bei der Entscheidungsfindung unter Unsicherheit aufgezeigt werden. Darüber hinaus werden die Voraussetzungen für das Treffen rascher Entscheidungen dargelegt. Abgeschlossen wird die Arbeit im vierten Kapitel mittels eines Fazits.

2. Theoretischer Bezugsrahmen

Für die vorliegende Arbeit ist es innerhalb dieses Kapitels von Bedeutung die Termini Entscheidung und Unsicherheit näher zu erläutern, damit ein für das dritte Kapitel notwendiges theoretisches Grundgerüst geschaffen ist.

2.1. Der Begriff der Entscheidung

Für den Begriff der Entscheidung finden sich in der Literatur eine Reihe von Begriffsbestimmungen wieder, wobei je nach Forschungsfeld unterschiedliche Erklärungsansätze vorliegen. Selbst innerhalb der Wissenschaft der Psychologie existieren unterschiedliche Zugänge (Betsch et al., 2011). So beschreiben Kirchler & Schrott (2005) den Begriff der Entscheidung als Situation, welche Entscheidungsträger vor die Möglichkeit stellt, eine Handlung aus mehreren Optionen zu wählen. Betsch et al. (2011) hingegen erläutern zunächst das Verb „entscheiden“ als den Prozess des Wählens zwischen mindestens zwei Optionen, welcher darauf abzielt erwünschte Konsequenzen zu erreichen und unerwünschte Konsequenzen zu vermeiden. Demgegenüber bezeichnet Jungermann (2005) den Begriff der Entscheidung im engeren Sinne als den Moment, indem die Festlegung für eine Option getroffen wird und im weiteren Sinne als den gesamten Prozess, welcher sich vom ersten Erkennen einer Wahlsituation bis zur Durchführung und Kontrolle einer Festlegung ausdehnt.

Demnach ist festzuhalten, dass Entscheidungen nicht nur eine Situationen (bzw. einen Moment), in der (bzw. dem) eine Option aus mindestens zwei Alternativen zu wählen ist, um positive Folgen zu erzielen bzw. negative Folgen zu meiden, sondern auch das Ergebnis von Wahlprozessen beschreiben (Kirchler & Schrott, 2005). Die zentralen Elemente einer Entscheidung sind die Optionen, deren Konsequenzen und die daraus resultierenden Ereignisse und Zustände. Unter Optionen sind in diesem Kontext entweder Objekte, Pläne, Strategien oder Handlungen zu verstehen. Die Optionen wiederum erlangen ihren Wert mittels der Konsequenzen, die infolge dieser resultieren. Die Ereignisse und Zustände der Umwelt, welche sich der unmittelbaren Kontrolle des Entscheidungsträgers entziehen, bestimmen hingegen, ob eine Option tatsächlich zu bestimmten Konsequenzen führt (Betsch et al., 2011). Neben den drei zentralen Elementen von Entscheidungen, welche die Struktur dieser charakterisieren, existieren eine Reihe von Merkmalen, die den Schwierigkeitsgrad und somit auch die Komplexität von Entscheidungen beeinflussen:

-Offenheit: Die Quantität der möglichen Optionen ist entweder offen oder infolge einer begrenzten Anzahl festgelegt. Eine Entscheidung ist umso aufwendiger und komplexer, je mehr offene Optionen existieren.
-Zwischenschritte: Entscheidungen können sich einstufig oder mehrstufig vollziehen. Umso mehr Einzelschritte für eine Entscheidung notwendig sind, umso schwieriger und komplexer gestaltet sich die Entscheidung (Kirchler & Schrott, 2005).
-Konsequenzen: Unter Konsequenzen sind die Zustände zu verstehen, die sich als Folge aus der Wahl einer Option ergeben (Jungermann et al., 2010). Je unvorhersehbarer die Folgen einer gewählten Alternative sind, desto höher ist der Schwierigkeitsgrad einer Entscheidung (Kirchler & Schrott, 2005).
-Einmaligkeit vs. Routine: Entscheidungen lassen sich in einmalige und mehrmalige bzw. wiederholte Entscheidungen unterscheiden. Je vertrauter eine Entscheidungssituation ist, desto leichter wird die Entscheidung getroffen und umgekehrt (Kirchler & Schrott, 2005).
-Wissen: Zum Wissen, welches für das Treffen von Entscheidungen vorausgesetzt wird zählen das Erkennen und Bewerten der möglichen Optionen sowie die Erfahrung mit vergleichbaren Problematiken und deren Konsequenzen. Je weniger Wissen in Bezug auf die Entscheidung vorhanden ist, desto schwieriger und komplexer wird diese (Kirchler & Schrott, 2005).
-Motivation und Emotionen: Unter Motivation wird die erforderliche Wissensaktivierung, sich auf eine Entscheidungsdynamik einzulassen, verstanden. Hinsichtlich der Emotionen ist zwischen Stimmungen, die in Verbindung mit dem Entscheidungsproblem und solchen die unabhängig hiervon entstanden sind, zu differenzieren. Sowohl Motivation als auch Emotionen wirken sich auf die Entscheidung aus und erleichtern oder erschweren je nach Ausprägung die Entscheidungsfindung (Kirchler & Schrott, 2005).

Neben den bereits genannten zentralen Elementen einer Entscheidung und den Merkmalen, welche die Schwierigkeit und die damit verbundene Komplexität einer Entscheidung bestimmen, ist ein weiteres bedeutendes Merkmal zu nennen. Entscheidungen sind immer zukunftsbezogen (Betsch et al., 2011) und Ereignisse bzw. Zustände, die in der Zukunft liegen sind nie eindeutig vorhersehbar (Kirchler & Schrott, 2005). Basierend auf diesem Merkmal wird in der Entscheidungstheorie und innerhalb empirischer Studien hierzu zwischen Entscheidungen unter Sicherheit, Unsicherheit, Risiko und Ungewissheit differenziert. Besteht aus subjektiver Sicht die Einschätzung, dass die erwarteten Konsequenzen tatsächlich eintreffen, so werden diese Entscheidungen als Entscheidungen unter Sicherheit bezeichnet (Betsch et al., 2011). Dies liegt jedoch in der Praxis sehr selten vor (Kirchler, 2011). Liegen hingegen Entscheidungen vor, deren Konsequenzen mit einer nicht bestimmbaren Wahrscheinlichkeit eintreffen, werden diese als Entscheidungen unter Unsicherheit charakterisiert. Sind den Konsequenzen Wahrscheinlichkeiten zuzuordnen, wird die Bezeichnung Entscheidungen unter Risiko verwendet. Darüber hinaus besteht noch die Möglichkeit, dass die Konsequenzen von Entscheidungen nur partiell oder überhaupt nicht bekannt sind. In diesem Fall wird von Entscheidungen unter Ungewissheit gesprochen (Betsch et al., 2011). Wie bereits zu Beginn der vorliegenden Arbeit erwähnt, liegt der Fokus dieser Arbeit auf der Auseinandersetzung mit Entscheidungen unter Unsicherheit.

2.2. Der Begriff der Unsicherheit

Die wissenschaftliche Literatur zur Entscheidungstheorie liefert eine Vielzahl an Definitionen des Begriffes Unsicherheit. So erwähnte bereits Argote (1982, zit. in Lipshitz & Strauss, 1997), dass nahezu eine genauso große Anzahl an Definitionen des Terminus Unsicherheit in der Literatur zu finden ist, wie Verfahren zum Umgang mit dieser existieren. Lipshitz & Strauss (1997) gingen im Rahmen einer empirischen Studie der Frage nach, wie Entscheidungsträger Unsicherheit begrifflich erfassen, indem sie eine Vielzahl von Definitionen des Begriffes Unsicherheit aus den literarischen Werken über die Wissenschaft der Entscheidungstheorie der Jahre 1960 bis 1990 miteinander verglichen und analysierten. Infolge der Analyse kristallisierte sich zum einen heraus, dass die Begriffe Risiko, Ungewissheit und Unsicherheit häufig als Synonyme verwendet werden und zum anderen bestätigte sich die Vielfältigkeit des Begriffsverständnisses. Am Ende der Analyse stellten Lipshitz & Strauss (1997) die Prämisse auf, dass Unsicherheit als ein Gefühl des Zweifels zu verstehen ist, welches Handlungen blockiert oder verzögert. Nach diesem Begriffsverständnis ist Unsicherheit durch drei wesentliche Merkmale charakterisiert. Unsicherheit ist subjektiv, inklusiv und im Hinblick auf deren Auswirkungen bezüglich der jeweiligen Aktion zu deuten. Darüber hinaus untersuchten Lipshitz & Strauss (1997) die Ursachen von Unsicherheit. Im Ergebnis stellte sich heraus, dass die Ursachen von Unsicherheit unvollständige Informationen, unzureichendes Verständnis und/oder undifferenzierte Alternativen sind.

3. Entscheidungstheorie und Treffen von Entscheidungen

Die Entscheidungstheorie unterscheidet zwischen den zwei sich einander ergänzenden Intentionen: der normativen und der deskriptiven Entscheidungstheorie (Jungermann et al., 2010). Innerhalb der normativen Entscheidungstheorien bzw. der sogenannten Optimierungsmodelle wird bestimmt, wie Entscheidungen idealerweise gefällt werden sollten (Betsch et al., 2011), indem formalisierte Regeln und Verfahren zur Strukturierung und Verarbeitung von Informationen geliefert werden, die Aussagen darüber treffen, wie man sich in Entscheidungssituationen verhalten sollte, wenn rationales Denken vorherrscht (Jungermann et al., 2010). Der Entscheidungsprozess wird hierbei in eine Abfolge von Schritten aufgespalten, welche in eine strukturierte Reihenfolge zu setzen sind, um den Weg der Entscheidungsfindung vom Istzustand zum Ziel des Treffens der Entscheidung über logisch angeordnete Stufen zu verfolgen (Kirchler, 2003). Hierbei wird von dem Maximierungsmodell des homo oeconomicus ausgegangen, nachdem angenommen wird, dass Menschen beim Treffen von Entscheidungen völlig rational nach dem Prinzip der Nutzenmaximierung agieren (Kirchler, 2005). Zu den normativen Entscheidungstheorien zählt u.a. die Wert-Erwartungs-Theorie, welche ein Regelwerk für das Treffen rationaler Entscheidungen aufstellt (Betsch et al., 2011).

[…]

Details

Seiten
20
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656527831
ISBN (Buch)
9783656538288
Dateigröße
555 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v263834
Institution / Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen; Standort Geislingen
Note
1,3
Schlagworte
strategische möglichkeiten taktiken umgang unsicherheit voraussetzungen treffen entscheidungen entscheiden

Autor

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