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Was läuft schief bei der PISA-Studie?

Eine Untersuchung der verschiedenen Kritikansätze

Hausarbeit 2012 13 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Soziologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Kann PISA wirklich messen, was es behauptet?

2 Ziele der Studie
2.1 Die Kompetenzbereiche
2.2 Die Methode

3 Kritik
3.1 Kritik an der Zielsetzun
3.2 Problem mit kulturellen Differenzen
3.3 Motivation der Testpersone
3.4 Auswahlverfahren
3.5 Ist der PISA-Test valide?
3.6 Kostenfaktor PISA

4 Gleiche Bildung für alle?

5 Literaturverzeichnis

1 Kann PISA wirklich messen, was es behauptet?

„Sind die Schülerinnen und Schüler gut auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet? Können sie analysieren, logisch denken und ihre Ideen effektiv kommunizieren? Haben sie die Interessen gefunden, die sie ihr ganzes Leben hindurch als produktive Mitglieder der Wirtschaft und Gesellschaft weiterverfolgen können?“

Das gibt die OECD als Testziel für die PISA – Studie an. Was aber seit der Gründung des „Programme for International Student Assessment“ genauso sehr interessiert: Kann die PISA – Studie solche Fragen wirklich klären? Können die Lebenschancen der Schüler tatsächlich in dieser Weise miteinander verglichen werden? Viele Menschen haben sich mittlerweile schon seit über zehn Jahren diesen Fragen angenommen, den Test in vielen Punkten kritisiert und damit seine Validität in Frage gestellt. Diese Hausarbeit soll eine knappe aber ausführliche Auflistung der Kritikpunkte an der PISA-Studie darstellen. Durch Beschäftigung mit den Zielen und den Methoden der Studie möchte ich versuchen, die Frage zu klären, ob ein internationaler Vergleichstest in dieser Form umsetzbar ist und wie aussagekräftig die Ergebnisse wirklich sind.

2 Ziele der Studie

Um verstehen zu können, worauf genau die verschiedenen Kritikaspekte sich beziehen, ist es zuerst einmal wichtig, die genauen Ziele der PISA-Studie darzulegen. Die Studie ist aufgeteilt in drei Kernbereiche des Wissens: Lesekompetenz, mathematische Kompetenz und naturwissenschaftliche Kompetenz. Eckhard Klieme u.a. schreiben dazu: „PISA untersucht, inwieweit Schülerinnen und Schüler gegen Ende ihrer Pflichtschulzeit, also im Alter von durchschnittlich fünfzehn Jahren, über grundlegende Kompetenzen verfügen“ (Klieme u.a. 2010, S. 13). Wichtig ist es den Testern hierbei, kein spezifisches Schulwissen abzufragen, sondern sicherzugehen, dass Schülerinnen und Schüler ihr im Unterricht gelerntes Wissen im Alltag erfolgreich umzusetzen vermögen. Das wird bei der fachspezifischen Formulierung der Ziele noch deutlich werden. Meine Ausführungen werde ich in der Reihenfolge der PISA – Erhebung aus dem Jahr 2010 vornehmen, bei dem „Lesen“ bei jedem Testdurchlauf wechselnden Kernbereich darstellte. Danach folgen die beiden anderen Bereiche des Grundwissens, Mathematik und Naturwissenschaften.

2.1 Die Kompetenzbereiche

Bei der Vorstellung der Kompetenzbereiche bin ich im Folgenden auf längere Zitate angewiesen, da die Definitionen nur in exakt dieser Weise wiedergegeben werden können. „Lesekompetenz wird in PISA verstanden als die Fähigkeit einer Person, geschriebene Texte zu verstehen, zu nutzen und über sie reflektieren, um eigene Ziele zu erreichen, das eigene Wissen und Potenzial weiterzuentwickeln und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen“ (Klieme u.a. 2010, S. 13). „Das Gewicht liegt bei PISA eher auf dem ‚Lesen um zu lernen’ als auf dem ‚Lesen lernen’, weshalb grundlegende Lesefertigkeiten nicht geprüft werden“ (OECD, 2006, S. 25).

„Mathematische Kompetenz wird im Einklang mit der Fachdidaktik als die Fähigkeit einer Person angesehen, die Rolle zu erkennen und zu verstehen, die Mathematik in der Welt spielt, fundierte mathematische Urteile abzugeben und die Mathematik zu nutzen und sich mit ihr in einer Weise befassen, die den Anforderungen im Leben dieser Person als konstruktivem, engagiertem und reflektierendem Bürger entspricht“ (ebd., S. 13).

Auch bei der Naturwissenschaftlichen Kompetenz komme ich um ein längeres Zitat nicht aus.

„Naturwissenschaftliche Kompetenz wird als Fähigkeit verstanden, die charakteristischen Eigenschaften sowie die Bedeutung der Naturwissenschaften in unserer heutigen Welt zu verstehen, naturwissenschaftliches Wissen anzuwenden, um Fragestellungen zu erkennen, naturwissenschaftliche Phänomene zu beschreiben und aus Belegen Schlussfolgerungen zu ziehen, sowie die Bereitschaft, sich reflektierend mit naturwissenschaftlichen Ideen und Themen auseinanderzusetzen“ (ebd., S. 13).

Hier wird deutlich, worauf genau der PISA-Test abzielt. Das „Programme for International Student Assessement“ greift das Konzept von allgemeiner Grundbildung auf, wie man es in Deutschland seit Ende der 1960er Jahren begreift (vgl. ebd., S. 13). Diese Grundbildung wird von der OECD als „literacy“ beschrieben (vgl. OECD 2006, S. 22). Dieses Konzept zielt auf die Fähigkeit der Schüler ab, „aus dem Gelernten zu extrapolieren und ihre Kenntnisse und Fertigkeiten in einem neuen Umfeld anzuwenden sowie ihre Fähigkeit, bei der Problemstellung, -lösung und –interpretation in einer Vielzahl von Situationen analysieren, logisch denken und in effektiver Weise kommunizieren zu können“ (ebd.).

Das Auswendiglernen von Fakten und gehören also per Definition nicht zur PISA-Studie. Das erklärte Ziel ist das Musterbeispiel des eigenständig denkenden Menschen, der Wissen ohne Probleme für sich nutzen kann und auch vor ihm noch unbekannten Problemstellungen nicht zurückschreckt.

[…]


Details

Seiten
13
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656529019
ISBN (Buch)
9783656537588
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v263859
Institution / Hochschule
Universität Trier
Note
1,3
Schlagworte
pisa-studie eine untersuchung kritikansätze

Autor

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Titel: Was läuft schief bei der PISA-Studie?