Lade Inhalt...

Ein Überblick zum Fundraising

Seminararbeit 2003 10 Seiten

Kulturwissenschaften - Allgemeines und Begriffe

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Begriffsklärung

3. Hauptmerkmale

4. Zahlen und Daten zum Fundraising

5. Beruf Fundraiser

6. Online Fundraising

7. Vergleichende Beispiele

8. Zusammenfassung

9. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

„Fundraising is the gentle art of teaching the joy of giving“.

Dieser Satz, geprägt von Henry A. Rosso, dem Begründer der Fundraising-Schule in den USA, beschreibt einen der hoffnungsvollsten Ansätze zur Kulturfinanzierung. In der heutigen schwierigen wirtschaftlichen Lage werden die öffentlichen Mittel für Kultur immer weiter gekürzt oder zumindest nicht erhöht. Da jedoch immer mehr Antragsteller aus dem Bereich der Kultur um immer weniger öffentliches Geld konkurrieren, müssen andere Wege der Kulturfinanzierung aufgetrieben werden. Die Erhöhung der Eintrittserlöse ist eine gute Idee, doch sieht das in der Praxis schwieriger aus. Rationalisierungsmaßnahmen sind eine andere Möglichkeit, doch sind auch sie irgendwann an der Grenze des Machbaren angelangt. Bleibt als letzte Möglichkeit nur noch der Hoffnungsträger für die leidgeprüften Kulturbetriebe: Die Einwerbung von Drittmitteln, Sponsoring oder Spenden. Verbunden mit dem Begriff der Spende ( engl: fund – Kapital) kommt in den letzten Jahren eine neue Möglichkeit des Spendensammelns auf, das Fundraising.

2. Begriffsklärung

Definition: „Als Fund raising bezeichnet man das systematische und professionelle Sammeln von Spenden für eine bestimmte kulturelle (oder andere gemeinnützige) Einrichtung oder Aufgabe.“ (Heinrichs, Klein 2001,S.120)

Hierbei muss man jedoch zwei verschiedene Ansätze unterscheiden:

Das amerikanische Verständnis des Fundraising meint einen Oberbegriff für alle Zuwendungen von privater und öffentlicher Seite, die eine Einrichtung bekommt.

Das deutsche Verständnis dagegen meint das Sammeln von Spenden, das auch mit Spendenmarketing beschrieben werden kann. Hierbei spielt der mäzenatische Charakter eine große Rolle, es wird also keinerlei materielle Gegenleistung erwartet. Das Fundraising kann man also klar abgrenzen vom nutzenorientierten Sponsoring.

3. Hauptmerkmale

Das wichtigste Charakteristikum des Fundraising ist die Tatsache, dass das Spenden sammeln auf einem systematischem Marketingkonzept beruht. Als erstes wird eine Marketinganalyse durchgeführt, die nach möglichen Zielgruppen und ihren Bedürfnissen sucht. Hierauf wird nach Alleinstellungsmerkmalen und einer eventuellen Gegenleistung, beispielsweise Privilegien bei Kartenreservierungen oder ähnlichen auf die Zielgruppe zugeschnittenen nichtmateriellen Boni, seitens der kulturellen Einrichtung gesucht. Im zweiten Schritt wird die jeweilige Zielgruppe angesprochen, entweder durch einen persönlichen Besuch, das so genannte „direct mailing“, also ein persönliches Schreiben, oder in neuerer Zeit per individueller E-Mail. Hierbei wird versucht, der Person mit Bevorzugungen eine Bindung „schmackhaft“ zu machen, die Vorzüge zu preisen und so das Interesse der Person an einer Spende zu wecken. Ist es daraufhin zu einer Spende gekommen, so fängt jetzt die sorgfältige Betreuung an, die darauf abzielt, eine persönliche Beziehung aufzubauen bzw. zu festigen und so eventuell in Zukunft eine weitere Spende zu bekommen. Dies geschieht häufig in Form von Fördervereinen oder ähnlichem.

Wichtig ist bei diesem Konzept also der langfristige Charakter, der vor allem durch die individuelle Betreuung auftritt. Es wird eine Vorlaufzeit von etwa zwei bis drei Jahren geschätzt, bis sich dauerhafte Erfolge einstellen. Die Zielgruppenansprache erfolgt mit einer Konzentration auf Marktbereiche, in denen die Einrichtung bereits erfolgreich war und so versucht, die Marktposition zu festigen. Völlig neue fremde Schichten sollten also nicht angesprochen werden. Zusätzlich richtet sich das Fundraising stark an einzelne Personen und nicht an Firmen, ein Gegensatz zu eventuellen Gegenleistungen beim Sponsoring. Ein weiterer Unterschied zwischen diesen Formen ist die bessere steuerliche Absetzbarkeit von Spenden, die bis zu einer Grenze von höchstens 10 % des Einkommens jenes mindern, wobei Sponsoringbeträge unter Betriebsausgaben fallen.

[...]

Details

Seiten
10
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638287487
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v26403
Institution / Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel – Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien
Note
2,0
Schlagworte
Fundraising Seminar Zertifikat Kulturmanagement SoSe

Autor

Zurück

Titel: Ein Überblick zum Fundraising