Lade Inhalt...

Reformpädagogisches Zukunftsmodell: ALLGEMEINE MITTELSCHULE -vielfältig innen differenziert - Schule aller Zehn- bis Vierzehnjährigen.

Bildungsbarrieren in Österreich: duale Mittelstufe - soziale und örtliche Herkunft.

Wissenschaftliche Studie 2013 233 Seiten

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung

1 Einleitung

2 ALLGEMEINE MITTELSCHULE - vielfältig innen differenziert - Bildungs- und Begabungsförderung aller Zehn- bis Vierzehnjährigen
2.1 Finnland und eine vielfältige innen differenzierte Grundschule zur Bildungserhöhung aller Jugendlicher
2.2 ALLGEMEINE MITTELSCHULE vielfältig innen differenziert zur Bildungs- und Begabungsförderung aller Zehn- bis Vierzehnjährigen

3 Höhere und niedere Schule in der Habsburgermonarchie
3.1 Höhere lateinische Gymnasium und niedere deutsche Schulen zur Volksbildung
3.1.1 Allgemeinbildende Höhere Schulen und das Jesuitengymnasium mit Bakkalaureats-Abschluss
3.1.2 Deutsche Schulen in den Städten zur Bürgerbildung
3.2 Maria Theresia und eine Reform der niederen dreigliedrigen Pflichtschulen als Standesschulen und der höheren Gymnasien
3.2.1 Reform des niederen Schulwesens als Pflichtschule zur Erhöhung der Volksbildung mit unterschiedlicher dreigliedriger Standesbildung
3.2.2 Gymnasien der absolutistisch-aufgeklärten Kaiserin Maria Theresia bis zum restaurativen Vormärz in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert
3.3 Modernes 8- jähriges Gymnasium und gehobene 3- jährige Bürgerschule prägen die duale Schule der Zehn- bis Vierzehnjährigen
3.3.1 Niederes Schulwesens wird in liberaler Phase zur modernen Volks- und Bürgerschule weiterentwickelt
3.3.2 Modernes Gymnasium entsteht durch einen Bildungsschub der bürgerlich-liberalen Revolution
3.4 Einheitsschule und Schulorganisation

4 Otto Glöckel und eine Reform zur EINHEITSSCHULE der Zehn- bis Vierzehnjährigen in der Ersten Republik
4.1 Otto Glöckel und eine liberal-demokratische Wiener Schulreform an der Mittelstufe der Zehn- bis Vierzehnjährigen
4.1.1 Schulreform und eine evolutionäre reformpädagogische Entwicklung der formalen Bildung in der Pflichtschulzeit
4.1.2 Schulorganisation durch die LEITSÄTZE der Reformabteilung eine Stabstelle des quasi Unterrichtsministerium - Schulversuche zur Allgemeinen Mittelschule
4.1.3 Schulreform durch eine einheitliche Erneuerung des ganzen Bildungssystems in Österreich
4.1.4 Schulreform und Einheitsschule an der Mittelstufe zur Demokratisierung und eine Chancengerechtigkeit zur Bildungs- und Begabungsförderung aller Jugendlicher
4.2 Otto Glöckel und ein international anerkannter Wiener Schulversuch ALLGEMEINE MITTELSCHULE an der Mittelstufe
4.2.1 Mittelstufe der Zehn- bis Vierzehnjährigen eine bildungstheoretisch aufgewertete einheitliche Pflichtschul-Oberstufe
4.2.2 ALLGEMEINE MITTELSCHULE ein außen differenzierter zweizügiger Wiener Schulversuch als ursprüngliche Einheitsschule der LEITSÄTZE an der Mittelstufe
4.2.3 Schulorganisation und eine Behinderung der Bildungsbeteiligung durch eine duale Mittelstufe der Zehn- bis Vierzehnjährigen
4.2.4 Chancengleichheit aller Begabungen durch eine außen differenzierte Einheitsschule an der Mittelstufe der Zehn- bis Vierzehnjährigen
4.2.5 Chancengleiche Förderung aller Begabungen durch eine entsprechende Schulorganisation an der Mittelstufe

5 Politisch-ideologischer Kompromiss mit einer Bildungsreform der 3- klassigen Bürgerschule zur 4- klassigen Hauptschule
5.1 Sozialdemokratie und eine einheitliche Mittelstufe für alle Zehn- bis Vierzehnjährigen Jugendlichen
5.2 Christlich-soziale und Richard Meister eine TYPENVIELFALT durch ein mehrgliedriges Mittelstufensystem
5.3 RICHTLINIEN des Christlich-sozialen Unterrichtsministeriums zur Erneuerung der Bürger- und Mittelschulen
5.4 Gutachten zu den RICHTLINIEN über die Schulreform des Christlich-sozialen Unterrichtsministers Richard Schmitz
5.5 Schulorganisation und Regierungsvorlage mit dualer Haupt- und Mittelschule in der Ersten Republik
5.6 Kompromiss politisch-ideologisch beim neuen Bildungstyp Hauptschule mit Klassenzügen und Mittelschule als duale Mittelstufe

6 Niedere HAUTSCHULE und höhere MITTELSCHULE ein politischer-ideologischer Kompromiss der Ersten Republik
6.1 Hauptschule mit außen Differenzierungen wird zur Neuen Mittelschule mit einer vielfältigen innen Differenzierung
6.1.1 Schulorganisationsgesetz 1962 normiert gesetzlich die duale Mittelstufe der Zehn- bis Vierzehnjährigen der Ersten Republik
6.1.2 DUALE MITTELSTUFE der Zehn- bis Vierzehnjährigen und Hauptschule mit drei außen differenzierten Leistungsgruppen in den Hauptgegenständen
6.1.3 DUALE MITTELSTUFE der Zehn- bis Vierzehnjährigen und Hauptschule außen differenziert zur vielfältig innen differenzierten Neuen Mittelschule
6.1.4 DUALE MITTELSTUFE mit reformiert-aufgewerteter Pflichtschule als innen differenzierte NIEDERE Neue Mittelschulen und HÖHERES Gymnasien

7 Quellen und Literatur
7.1 Quellen mit Autor
7.2 Primärliteratur
7.3 Sekundärliteratur

AUTOR

Prof. i.R. Dipl.-Ing. Dr. phil.

Karl Josef WESTRITSCHNIG

Homepage: http://www.karl-westritschnig.at

E–Mail: info@karl-westritschnig.at

TECHNIKER – PUBLIZIST - PÄDAGOGE

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

BILDUNG

Höhere Technische Lehranstalt

- Reifeprüfung – Maschinenbau – Praxis - Ingenieur

Technische Hochschule

- Diplomierter – Maschinenbau - Ingenieur

Universität

- Diplomierter Publizist

- Diplomierter und promovierter Pädagoge

ERWERB

Praxis

- Konstruktion – Versuch – Berechnung - Planung

- HTL - Fachtheorie – Lehrer – Maschinenbau

EHRENAMT

Gemeinnützigkeit - Zivilgesellschaft

Vorbemerkung

Das duale Bildungssystem der Zehn- bis Vierzehnjährigen mit den niederen Pflichtschulen und den höheren Gymnasien bleibt vorerst wieder einmal aus politisch-ideologischen Gründen in Österreich bestehen. Neben den Neuen Mittelschulen gibt es nach wie vor die Gymnasien. Die talentierten und motivierten Jugendlichen[1] aus benachteiligten Bevölkerungsschichten wird durch die Berufsbildenden Höheren Schulen BHS ein beruflicher und gesellschaftlicher Aufstieg zunehmend in Aussicht gestellt. Die Berufsbildung hat in Österreich seit der Habsburgermonarchie einen besonderen Stellenwert:

- Die Berufsbildende Höhere Schule wird in Österreich als Erfolgsgeschichte gesehen, um die uns viele Staaten in Europa beneiden.
- Es werden durch die höhere Berufsbildung enorme Erwartungen in die wirtschaftliche Entwicklung gesetzt.
- Die Berufsbildung steht nicht im Rampenlicht der politisch-ideologischen Bühne, sondern findet im Windschatten der laufenden Bildungsdebatten statt.
- Die Berufsbildung hat in Österreich im europäischen und internationalen Vergleich eine einzigartige Struktur entwickelt.
- Es ist ein Nebeneinander von Lehre und Vollzeitschule gegeben, dadurch findet auch eine ausgeprägte Diversität[2] in der Berufsbildung in Österreich statt.
- Die Sozialpartner sind vornehmlich mit der Lehre verknüpft, wobei mit der Vollzeitschule die staatliche Unterrichts-Bürokratie eng verknüpft ist.
- Die Berufsbildung muss im Kontext von wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und sozialen Anforderungen gesehen werden.[3]
- Die vielfältige Berufsbildung auf der Sekundarstufe II in Österreich hat eine europäische Vorbildwirkung.
- Die Berufsbildung ist dreistufig: Vollzeit Berufsbildende höhere und mittlere Schule und das duale Bildungssystem mit Betriebslehre und Teilzeit Berufsschule, als Berufsbildende Pflichtschule.

Die Pflichtschule wird in der Aufklärung von Maria Theresia durch die Allgemeine Schulordnung 1774 eingeführt. Die Schulpflicht bringt eine grundlegende Bildung für die unteren Volksmassen, da in der Vergangenheit das Augenmerk auf die höhere Universitäts- und Gymnasialbildung gelegt wird. Die „Allgemeine Schulordnung gilt für die deutschen Normal- Haupt- und Trivialschulen in sämmtlichen Kaiserl. Königl. Erbländern“. Es soll noch das lange 19. Jahrhundert dauern bis sich die allgemeine Volksbildung auch am Lande durchsetzt.[4]

Der traditionell positiv besetzte Name Mittelschule wird durch niedere Neue Mittelschule, vermeintlich im sozialen Status an das höhere Gymnasium herangeführt. Im Prinzip ist dies allerdings ein Etikettenschwindel, da Mittelschulen in der Vergangenheit direkt als Abschluss zu einer vollwertigen Reifeprüfung führten. Dies ist bei der Lang Form des Gymnasiums auch in der Gegenwart noch der Fall. Die privilegierten Absolventen von Gymnasium-Unterstufen können direkt in die Oberstufen der verschiedenen Gymnasiumtypen übertreten. Die Gymnasial-Absolventen haben praktisch keine Probleme bei einem Platzmangel in weiterführenden Berufsbildenden höheren Schulen eine Aufnahme zu finden. Die verschiedenen Berechtigungen sind ein Problem, da dieselbe Note im Gymnasium mehr wert war, als die verschiedenen gleichen Noten der Leistungsgruppen in der Hauptschule. Die leidigen außen differenzierten Klassenzüge und später der Leistungsgruppen ist inzwischen bereits Geschichte.

1 Einleitung

Das liberale Reichsvolksschulgesetz 1869 unter dem Unterrichtsminister Leopold Ritter Hasner von Artha bringt die 3-jährige Bürgerschule hervor. Der Widerstand gegen dieses Pflicht-Schulgesetzwerk ist groß. Die Ständisch-Konservativen, die Konfessionellen und die Föderalisten haben gegen die gottlose Neuschule Stellung bezogen. Eine heute noch in gewandelter Form oft zu hörende Argumentation ist, dass durch mehr Bildung niemand mehr arbeiten will. Man fürchtete sich von gelehrten Bauernkindern mit 15 Jahren, nach der 8- jährigen Schulpflicht. Die Privilegien der Besitzbürger werden ebenfalls schonungslos formuliert:

„Die Welt ist so beschaffen, dass nicht alle bemittelt sein können und dass derjenige, welcher nicht reich ist und alle Mittel dazu besitzt, unmöglich die höhere Bildungsstufe erreichen kann.“[5]

Es gibt damals auch aufgeschlossene Geister, die sehen dieses Volksschulgesetz als zukunftweisend und modern sehen. Es wird entschieden mit den veralteten Schultraditionen gebrochen. Das Reichsvolksschulgesetz 1869 ersetzt die politische Schulverfassung von 1805. Das Reichsvolksschulgesetz wird von Kaiser Franz-Joseph am 17. Mai 1869 sanktioniert. Dieses Kulturgesetz beeinflusst und prägt die österreichische Volksbildung bis in die Gegenwart, wodurch die bereits längst fällige Politische Schulverfassung 1805 abgelöst wird:

- Allen Kindern soll eine grundlegende allgemeine Bildung durch die neue Volksschule geboten werden. Die einheitliche 4- jährige Volksschul-Unterstufe stößt bald auf eine allgemeine Akzeptanz.
- Die Volksschule tritt an die Stelle der Trivial- und Hauptschule. Die neue Volksschule sollte eine interkonfessionelle und öffentliche Schule sein.
- Die Lehrgegenstände sind: Religion, Lesen und Schreiben, Rechnen in Verbindung der geometrischen Formenlehre, Unterrichtssprache, Naturgeschichte, Naturlehre, Geographie und Geschichte mit Berücksichtigung des Vaterlandes und dessen Verfassung, Zeichnen, Gesang, Handarbeiten für Mädchen und Turnen für Knaben.
- Für die Religion sind die Kirchenbehörden zuständig, wobei der konfessionelle Charakter der Volksschule überwunden wird. Religion ist nicht mehr Hauptgegenstand, dem sich alle anderen Fächer unterzuordnen haben. Dieser Reformschritt kündigt sich bereits bei der Revolution 1848 an.
- In größeren Städten sollen neben den 8- jährigen Allgemeinen Volksschule auch Bürgerschulen entstehen. Die Bürgerschulen können 8- jährig geführt werden, wobei diese 3- jährig nach der Volksschule geführt werden können. Die RVG-Novelle hebt die 8- jährige Bürgerschule auf und wird nur mehr 3- jährig geführt. Die Bürgerschule ist eine gehobene Volksschule an der Oberstufe. Der Charakter einer Standesschule der Bürgerschule wird dadurch etwas eingeschränkt.
- Die Fabrikschulen werden allerdings durch das Reichsvolksschulgesetz nicht beseitigt, wobei die Unterrichtsdauer mindestens zwölf Wochenstunden betragen muss.
- Die Volksschule erhält einen Lehrplan, dessen Lehrstoff jahresmäßig aufgeteilt wird.
- Die Schulpflicht beträgt acht Jahre, wobei diese durch Zwangsmittel durchgesetzt werden kann.
- Für die Errichtung der Volksschulen sind die Ortsgemeinden zuständig.
- Es werden 4- klassige Lehrerbildungsanstalten eingeführt.
- Die Errichtung von Privatschulen und Privatlehrerbildungsanstalten ist möglich, allerdings müssen sich diese an staatliche Lehrpläne halten. Diese Schulen unterstehen der staatlichen Schulaufsicht.[6]

Die Deutsch-Liberalen halten am deutschen Charakter des Volksschulwesens fest. Die Schulpolitik wird in die Nationalitäten Problematik der Habsburgermonarchie hineingezogen. Die Weiterentwicklung des Schulwesens hat darunter gelitten. Durch die Konservativen erfolgt ein Rückschlag im Schulwesen. Die konservativen Kräfte gewinnen in Österreich wieder die Oberhand. Bei den Wahlen 1879 verliert die Liberale Partei die Mehrheit. Es kommt zu Schulbesuchserleichterungen und Einschränkungen im Schulausbau werden durch die wirtschaftliche Rezession genährt. Die religiöse Erziehung in den Schulen wird wieder verstärkt und die Schüler müssen wieder an religiösen Übungen teilnehmen. Durch die RVG-Novelle 1883 kommt es zur Auflösung der 8- jährigen Bürgerschule. Die reorganisierte 3- klassige Bürgerschule baut auf dem 5. Jahrgang der Allgemeinen Volksschule auf. Das Bildungsziel führt über die Allgemeine Volksschule hinaus. Die Bürgerschule sollte vornehmlich auf mittlere Fachschulen und die Lehrerbildungsanstalten vorbereiten.

Die Hoffnungen des Armand Freiherr von Dumreicher, dem organisierenden Staatspädagogen gehen nicht in Erfüllung, als es im Jahre 1867 zu einer Reorganisation der Realschulen zu Allgemeinbildenden Mittelschulen kommt. Durch die RVG-Novelle 1883 kommt es nicht zu einer Umwandlung der Bürgerschule zu berufsvorbildenden gewerblichen Schule. Es wird auf die Bedürfnisse der Gewerbetreibenden und Landwirte relativ wenig Rücksicht genommen. Der Lehrplan der Bürgerschulen sollte auf die speziellen örtlichen wirtschaftlichen Bedürfnisse eingehen. Dumreicher führt zur eigentlichen gewerblichen Berufsvorbildung die Allgemeinen Handwerkerschulen ein. Diese gewerblichen Schulen werden anstelle der beiden letzten Pflicht-Volksschuljahre besucht werden. Die Allgemeinen Handwerkerschulen werden ein Teil der Pflichtschulbildung, wobei diese niedere gewerbliche Bildungsstätten sind. Baron Dumreicher ist ursprünglich davon ausgegangen, dass eine gewisse Anzahl von Bildungseinrichtungen den mittleren Ständen dienen soll. Es wären dies die Bürgerschulen, die Realschulen und die Werkmeisterschulen. Dumreicher legt am 9. März der Zentralkommission für das gewerbliche Unterrichtswesen den Entwurf eines Normalstatutes und Lehrplanes einer Allgemeinen Handwerkerschule vor. Es werden Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt, die als Vorbildung für einen gewerblichen, vor allem aber handwerklichen Betrieb, gelten. Der Normal-Lehrplan kann den jeweiligen örtlichen Verhältnissen angepasst werden.[7] Der Unterricht an der Allgemeinen Handwerkerschule umfasst:

Theoretische Fächer

wie die Religionslehre, die Unterrichtssprache und Geschäftsaufsätze, Geographie, Elemente der Naturlehre und Mechanik, Materialienkunde und Technologie, gewerbliches Rechnen, gewerbliche Buchführung und Gewerbegesetzeskunde.

Übungsfächer

wie das Freihandzeichnen, Geometrie und geometrisches Zeichnen, Projectionslehre, gewerbliches Fachzeichnen, Schönschreiben.

Relativ obligate Fächer

wie die zweite Landessprache, die kaufmännische Buchführung und Correspondenz, die Formenlehre und ferner die Übungsfächer mit den Handfertigkeiten und dem Modellieren.[8]

Die Bürgerschule ist eine gehobene Volksschule, die vornehmlich für die städtisch-bürgerliche Bevölkerung vorgesehen ist. Die Bürgerschule soll für das städtische Handwerk und Gewerbe und den Handel die Jugendlichen vorbilden. Die Bürgerschule entsteht quasi aus der 2- jährigen Real- und Gewerbebildung der Hauptschulen. Diese sind an die Hauptschule angeschlossene unselbstständige 2- jährige Unterrealschulen. Die Bürgerschule hat mit ihrer Weiterentwicklung zur außen differenzierten Hauptschule das Zweiklassen-Bildungssystem an der Mittelstufe bis in die Gegenwart verfestigt. Die Gymnasium-Unterstufe bleibt trotz der aufgewerteten innen differenzierten Neue Mittelschule weiterhin bestehen. Die Unterrichtsministerin Claudia Schmid äußert sich zum Beginn des Modell-Schulversuches im Jahre 2007:

„Ich will, dass Bildungspolitik wieder Gesellschaftspolitik wird. Es geht darum, Bildung ins Zentrum der öffentlichen Debatte und des politischen Handelns zu rücken. Im Mittelpunkt stehen unsere Kinder und ihre Zukunft“.[9]

Der Bildungsforscher und Leiter der Bildungsabteilung der OECD Andreas Schleicher äußert sich zur Etablierung der Neuen Mittelschule in Österreich positiv. Diese Reform ist als Zwischenschritt zu sehen, denn schlagartig auf die „Gesamtschule“ umzustellen hätte vermutlich nicht funktioniert. Der Schritt in die Hauptschulen zu investieren war ein weiser politischer Beschluss. Die Hauptschulen im städtischen Bereich nicht zu einer Restschule verkümmern zu lassen war sicher eine kluge bildungspolitische Vorgehensweise.[10] Der Vorsitzende der Expertenkommission zur Beratung der Bildungspolitik, der politisch erfahrene Bildungsexperte Bernhard Schilcher äußert sich zur Einführung des Modellversuchs Neue Mittelschule:

„Kern dieser Schule ist die Arbeit mit der ganzen Vielfalt der Begabungen, der sozialen Herkunft, der Kulturen und eventueller Handycaps. […] Es soll gezeigt werden, dass Vielfalt reicher macht, weil sie die gegenseitige Hilfe stärkt, die Individualisierung des Unterrichts und seine Differenzierung nach Begabungen und Leistungsfähigkeiten herausfordert und den Anspruch erhebt, kein Kind zurückzulassen. Je breiter das Angebot im dargelegtem Sinne, desto eher lassen sich bis zum 14. Lebensjahr die wirklichen Begabungen und Interessen der Schüler herausfinden. Diese können sodann die endgültige Schulwahl ungleich rationaler und tiefgehender begründen, als dies mit 10 Jahren bei den – vorwiegend nach Prestige - Vorstellungen der Eltern getroffen – Entscheidungen der Fall ist.“[11]

Ein pädagogischer Denker ist zweifellos Ernst Freiherr von Feuchtersleben, allerdings wirkt er nur kurz im Revolutionsjahr 1848. Er war ein revolutionärer Bildungsgeist. Seine Gedankengänge finden in den nachfolgenden Jahrzehnten wenig Widerhall. Er ist ein aufklärerischer Mensch, wobei das Ich und die Welt im Bildungsprozess wichtig sind. Die wahrhaft menschliche Bildung ist von der Erkenntnis ganzheitlicher Zusammenhänge geleitet. Die Bildung darf nicht nur Gelehrte, Beamte und Bürger dressieren, sondern soll den ganzen Menschen erfassen. Eine entsprechende Menschenbildung soll nach Feuchtersleben das humanistische und realistische Element umfassen, wobei beide gleichwertig betrachtet werden sollen. Die bildungspolitischen Pläne des Kurzzeit-Unterstaatssekretärs im neu gegründeten Ministeriums des öffentlichen Unterrichts im Revolutionsjahr 1848 sind:

- Verstaatlichung des gesamten Bildungswesens.
- Befreiung der Schule von der Bevormundung durch die Kirche.
- Gleichstellung der Nationalitäten und ein muttersprachlicher Unterricht auf allen Bildungsebenen.
- Ein Progymnasium durch Zusammenlegung von Bürgerschule, Untergymnasium und Unterrealschule.
- Es hätte offenbar eine gehobene einheitliche Schule der Zehn- bis Vierzehnjährigen in den größeren Städten entstehen sollen.
- Nach dem 14. Lebensjahr muss erst entschieden werden ob ein Gymnasium, eine Realschule oder eine Professionsschule, als Fachschule oder ein unmittelbarer Übertritt in das bürgerliche Leben erfolgen soll.
- Das Gymnasium weist auf die Universität und die Realschule auf ein Technisches Institut hin als weiterführenden Bildungszugang hin.[12]

In Österreich besteht im Gegensatz zu Deutschland bereits seit dem liberalen Reichsvolksschulgesetz 1869 eine Einheits-Volksschule von der 1. – 4. Schulstufe. Auch in Österreich entstehen Gedanken die Einheits-Volkschule bis zur 8. Schulstufe zu erweitern. Die Schulreformabteilung eine Stabstelle des quasi Unterrichtsminister Otto Glöckel arbeitet folgenden Schulplan aus:

- 7. – 10. Lebensjahr: Grundschule 4 Jahre und 1. – 4. Schulstufe.
- 11. – 14. Lebensjahr: Allgemeine Mittelschule als Pflichtschule und Einheitsmittelschule.4 Jahre und 5. – 8. Schulstufe.
- 15. – 18. Lebensjahr: Allgemeinbildende Oberschulen: Altsprachliche, Neusprachliche, Mathematisch-naturwissenschaftliche und Deutsche. 4 Jahre und 9. – 12. Schulstufe.[13]

Eine niedere und eine höhere Schule der Zehn- bis Vierzehnjährige wird aus politisch-ideologischen Gründen bis in die Gegenwart in Österreich praktisch einzementiert. Dem liberal-sozialdemokratischen Schulreformer der Ersten Republik Otto Glöckel und seinen Wegbegleitern und Wegweisern ist die Schule der Zehn- bis Vierzehnjährigen ein besonderes bildungspolitisches Anliegen. Der Wiener Stadtschulratspräsident Otto Glöckel erprobt die Bürgerschule als Allgemeine Mittelschule an der Mittelstufe. Diese Schule aller Zehn- bis Vierzehnjährigen wird durch diese international anerkannten Schulversuche erprobt. Ein eher bescheidener politisch-ideologischer Kompromiss der Sozialdemokraten und der Christlich-sozialen mit ihrem Bündnispartner der Deutschnationalen wird in der Ersten Republik beschlossen. Die einzügige 3- klassige Bürgerschule wird in eine zweizügige 4- klassige Hauptschule umgewandelt, wobei die Gymnasium-Unterstufen weiterhin erhalten bleiben. Die mehrzügigen Schulversuche erfolgen vorerst unter der Annahme der Leitsätze, dass es das Gymnasium nach der Schulreform nicht mehr gegeben wird. Es wird auch eine dreizügige Allgemeine Mittelschule erprobt. Eine Verschlechterung der Bildungssituation der Zehn- bis Vierzehnjährigen ist durch den zweiten Klassenzuges der Hauptschule gegeben. Die allgemeinbildenden Mittelschulen mit den Gymnasien, den 8- jährig aufgewerteten Realschulen und den Frauenoberschulen bleiben erhalten. Die unvollständigen 6- jährigen Mädchen-Lyzeen werden zu vollständigen 8- jährigen Frauenoberschulen mit Unter- und Oberstufe. Der B-Zug bzw. II. Klassenzug an den Hauptschulen stellt zunehmend eine Schülergruppe dar, die zu einer Randgruppe in der Bildungslandschaft wird. Eine Durchlässigkeit zu weiterführenden Schulen und in das duale Bildungssystem mit Betriebslehre und Fortbildungsschule wird durch den II. Klassenzug massiv eingeschränkt.

Die Reformabteilung eine Stabstelle des quasi Unterrichtsministers Otto Glöckels, entwickelt die Leitsätze zu einem Schulaufbau in der demokratisch und wirtschaftlich schwierigen Ersten Republik. Der Christlich-soziale Unterrichtsminister Richard Schmitz entwickelt im Jahre 1926 die Leitlinien zum Schulaufbau, als Kontroverse zu den Leitsätzen der Reformabteilung. Die Schulreform wird vorerst durch die Leitsätze des Unterrichtsminister Otto Glöckel und seiner Wegweiser angeregt. Im Jahre 1927 fließt gesetzlich nur wenig von der angestrebten Schulreform ein. Die duale Mittelstufe mit einer „Haupt- und Mittelschule“ gibt es im Prinzip noch heute. Die niedere Hauptschule nennt sich gegenwärtig niedere Neue Mittelschule, welche nach wie vor nur eine Pflichtschule ist. Bei der Schule der Zehn- bis Vierzehnjährigen bleibt die Allgemeinbildende höhere Schule mit den Gymnasium-Unterstufen erhalten. Die Allgemeine Mittelschule wird ursprünglich von der Reformabteilung als einheitliche Mittelstufenform geplant. Durch halbherzige politische Kompromisse kann eine entsprechende vielfältige Innendifferenzierung der Neuen Mittelschule, als eine alleinige Schulform an der Mittelstufe nicht umgesetzt werden. Für gehobene gesellschaftliche Schichten über die Parteigrenzen hinweg, ist die Lang Form des modernen Gymnasiums oft quasi eine heilige Kuh, eine Elite- und Prestigeschule für ihre Schützlinge. Die duale Mittelstufe der Zehn- bis Vierzehnjährigen der Ersten Republik wird durch das Schulorganisationsgesetz 1962 bis in die Gegenwart durch viele Novellen verfestigt. Im Jahre 1982 entsteht eine Neue Hauptschule mit drei Leistungsgruppen und im Jahre 2010 wird flächendeckend begonnen die innen differenzierte Neue Mittelschule bis 2018 in Österreich umzusetzen. Die leidigen außen differenzierten Leistungsgruppen gehören der Vergangenheit an, allerdings bleibt das Gymnasium an der Unterstufe weiterhin bestehen. Die sozialdemokratische Alleinregierung unter dem fortschrittlichen Bundeskanzler Bruno Kreisky konnte auch nur eine eher bescheidende Mittelstufenreform verwirklichen. Die Schulversuche zur integrierten Gesamtschule in den 1970er Jahren machen im Jahre 1982 aus zwei Klassenzügen in den Hauptgegenständen Deutsch, Mathematik und Englisch drei Leistungsgruppen. In den 1970er Jahre entsteht allerdings unter sozialdemokratischer Regierung das Schulunterrichtsgesetz, das in der Gegenwart bereits sehr viele Novellen hat. Ein bescheidener und halbherziger parteipolitisch-ideologischer Kompromiss der Regierungsparteien SPÖ-ÖVP im Jahre 2012 ermöglicht, dass aus den drei außen differenzierten Leistungsgruppen der Hauptgegenstände, die innen differenzierte Neue Mittelschule als Regelschule entsteht. Die Neue Mittelschule wird bis zum Jahre 2018 schrittweise und flächendeckend in ganz Österreich umgesetzt. Bei der dualen Mittelstufe kommt es wiederum nur zu einer Aufwertung der Hauptschule zur Neuen Mittelschule als niedere Pflichtschule. Das Gymnasium bleibt an der Mittelstufe parallel dazu auf horizontaler Ebene nach wie vor erhalten. Eine herkunftsmäßig privilegierte Bildungsvererbung findet im großem und ganzen weiterhin statt. Das Bildungsniveau der Bevölkerung steigt zunehmend und damit sinkt jener von Eltern, die nur einen Pflichtschulabschluss besitzen. In der 4. Schulstufe der Volksschule haben 55% der Kinder einheimischer Eltern, entweder Vater oder Mutter oder beide eine Matura, nur 5% haben lediglich eine Pflichtschule besucht. Das Bildungsniveau der zugezogenen Eltern aus dem EU-Raum liegt deutlich über jener der einheimischen Bevölkerung. Bei Schülern mit türkischen Wurzeln haben 55% der Eltern lediglich eine Pflichtschule besucht. Bei Familien aus dem ehemaligen Jugoslawien besitzen 17% lediglich einen Pflichtschulabschluss. Ein niedriger Berufsstatus ist bei Kindern zugezogener Eltern dreimal so hoch, als bei jenen heimischer Eltern. Bei Schülern türkischer Herkunft haben 39% der Eltern einen niedrigen Berufsstatus, aber nur 10% sind mit dem höchsten Berufsstatus ausgewiesen.[14]

Den Bildungstyp Hauptschule gibt es praktisch seit der Regierungszeit von Kaiserin Maria Theresia. Die Hauptschule wird durch den prestigeträchtigen Namen Neue Mittelschule ersetzt. Eine frühe und katastrophale Bildungsbarriere bleibt nach der 4. Schulstufe weiterhin bestehen. Der Name Mittelschule ist in diesem Falle eigentlich eine Mogelpackung, da Mittelschulen im klassischen Sinne unmittelbar mit einer Reifeprüfung abschließen. Damit ist ein Zugang zu den Universitäten und Hochschulen möglich. Die Gymnasium-Unterstufen weisen bereits früh auf ein Hochschul- und Universitätsstudium hin. Oft hört man, dass Kind wird ins Gymnasium gehen und es wird einmal auf der Universität studieren. Eine weiterentwickelte Allgemeine Mittelschule der Ersten Republik an der Mittelstufe der Zehn- bis Vierzehnjährigen wird dringend erforderlich. Es gibt an der Oberstufe eine Allgemeinbildende höhere Schule mit den außen differenzierten Gymnasien und entsprechenden innen Differenzierungen. Die Berufsbildenden Schulen an der Sekundarstufe II sind mit den höheren und mittleren Schulen, als Vollzeitschulen, gegeben. Diese Schulen haben viele außen Differenzierungen und inzwischen sehr viele wirtschaftsangepasste innen Differenzierungen. Die duale Bildung erfolgt durch eine Betriebslehre und eine Teilzeit–Berufsschule mit derzeit über 250 Lehrberufen. Das duale ist bei diesem Bildungsprozess etwas irritierend, da der Zeitaufwand von Betriebslehre und Berufsschule 4:1 beträgt.

Dem Einheitsschulgedanken der auslaufenden Habsburgermonarchie und der Ersten Republik wird pädagogisch-didaktisch nachgegangen. Die Schule der Zehn- bis Vierzehnjährigen ist in Österreich nach wie vor ein extrem politisch-ideologisches mediales und öffentliches Bildungsthema. Die duale Schule an der Mittelstufe mit den Gymnasien ist für viele Mitbürger so etwas wie ein Mythos. Das Gymnasium hat bei den Jesuiten ist ein Produkt Gegenreformation, im Gegensatz zu den Landschaftsschulen der Reformation. Die Elementarbildung ist für den Jesuitenorden praktisch kein Bildungsthema. Die absolutistisch-aufgeklärte katholische Kaiserin Maria Theresia macht das Elementarschulwesen zu einem Politikum. Die Aufklärung entdeckt die niederen Volksschichten und deren Bildungsbedürfnis. Die Aufklärung ist auch dafür verantwortlich, dass Pfarrbücher (Taufe, Heirat, Beerdigung) für jedermann angelegt werden müssen. Die Grundherrschaft wird angehalten über ihre bäuerlichen Untertanen Verzeichnisse, so genannte Urbare zu führen. Die Schreiber werden zu einer wichtigen Berufsgruppe. Die Primarschule wird zu einer wichtigen öffentlichen Aufgabe in der Aufklärungszeit. Bei einem Schulmeister, der zugleich Messner ist, gibt es bei der Aufnahme in den Schuldienst mit der katholischen Kirche Kompetenzprobleme. In einem Hofdekret vom 13. Oktober 1770 werden die neuen Ziele der Bildungspolitik in der Habsburgermonarchie in Österreich festgelegt.

Nach dem Eintreffen von Johann Ignaz Felbiger ging dieser mit dem Vertrauen der Monarchin Maria Theresia ausgestattet, an die Schulreform heran. Er ist mit Tatkraft und Sachkenntnis ausgestattet und am 6. Dezember 1774 erhält Österreich das erste Reichsvolksschulgesetz unter dem Titel: „Allgemeine Schulordnung für die deutschen Normal-, Haupt- und Trivialschulen in sämtlichen Kayserl. Königl. Erblanden.“[15] Die Volksschule ist damals eine dreigliedrige Standesschule.

Die Schule der Zehn- bis Vierzehnjährigen wird seit der Schulreform der Ersten Republik, zu einem politischen und ideologischen Bildungsthema. Durch halbherzige bildungspolitische Kompromisse wird die duale Schule schrittweise bis heute reformiert. Die Schulreform setzt mit der Aufklärung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert in der Habsburgermonarchie in Österreich ein. Das Bildungs- und Schulwesen wird unter Maria Theresia vorrangig zu einem öffentlich-staatlichen Thema, gegenüber einem privaten katholisch-kirchlichen Interesse. Die beginnende Tendenz der Trennung von Schule und katholischer Kirche und damit eine Säkularisierung des Schulwesens werden allmählich erkennbar. Die Einheitsschulbefürwortungen und die Einheitsschulablehnungen gibt es bereits in der Habsburgermonarchie. Dieses bildungspolitische Thema kommt vor allem durch die Schulreform der Ersten Republik zum Tragen. Die Ideologie des Austromarxismus und die Weltanschauung des Politischen Katholizismus bestimmen diese Gegensätze nicht unwesentlich mit. Es gibt in der Ersten Republik kontroverse Mittelstufenvorstellungen bei den Zehn- bis Vierzehnjährigen, die bis in die Gegenwart fortwirken. Bildungspolitische Kontrahenten sind der liberale Sozialdemokrat Otto Glöckel und der akademische Kulturpädagoge Richard Meister. Dieser berät die Christlich-sozialen in Bildungsfragen bis in die Zweite Republik. Ein wesentlicher Einfluss auf die Schulpolitik erfolgt parteipolitisch in der Ersten Republik durch die Sozialdemokraten und die Christlich-sozialen.

Johann Amos Comenius/Komensky 1592-1670 wird zu einem wegweisenden Pädagogen im 17. Jahrhundert, am Vorabend der Aufklärung. Comenius ist als evangelisch-freikirchlicher Theologe in der christlichen Gemeinschaft der böhmischen Brüder tätig. Die zunehmend einsetzende katholische Gegenreformation erfordert auch von Comenius die Aufenthaltsorte ständig zu wechseln. Der Bildungsplan von Comenius sieht sieben Schulen vor: bei der Schule des vorgeburtlichen Lebens sollen die Eltern sich ihrer werdenden Verantwortung bewusst werden, wobei gute Lebensbedingungen wichtig sind. Die Mutterschule wird in der frühen Kindheit bis zum 6. Lebensjahr benötigt. Die öffentliche Muttersprachschule dient vom 7. bis 12. Lebensjahr allen Kindern unabhängig ihres Geschlechtes. Jugendlichen, die vom 13. bis 18. Lebensjahr weiter lernen können und wollen, dient zur wissenschaftlichen Vorbildung die Lateinschule, die es in jeder Kreisstadt geben sollte. Eine Akademie führt vom 19. bis 24. Lebensjahr das öffentliche Bildungswerk zu Ende. Diese Lehranstalten sollen in jeder Provinzhauptstadt bestehen. Die Schule des Mannesalters sollte ein ganzes Leben einen Bildungsprozess ermöglichen. Die Schule des Greisenalters wird auch in diesem Lebensabschnitt eine entsprechende Lebensaufgabe ermöglichen.[16] Ein pädagogisches Grundprinzip von Johann Amos Comenius ist, allen alles, entsprechend ihrer Begabungen und Interessen zu lehren. Alles zu lehren bedeutet, praktische und theoretische Kenntnisse, praktische Fertigkeiten und damit entsprechende Fähigkeiten zu fördern. Bereits in der Frühaufklärung entstehen pädagogisch-didaktische Überlegungen über eine mögliche gemeinsame öffentliche Schule für alle Kinder. Der neuzeitliche Didaktiker Comenius spricht von einer öffentlichen Muttersprachschule aller Sechs- bis Zwölfjährigen. Diese muttersprachliche Schulform könnte ein Vorbild für den katholischen Aufklärungspädagogen Johann Ignaz Felbiger gewesen sein. Die Elementarschulreform Felbigers bringt die allgemeine 6-jährige Schulpflicht in Österreich. Die Allgemeine Schulordnung 1774 und die damit verbundene Schulpflicht setzt eine nicht zu unterschätzende Volksbildung in der Habsburgermonarchie in Bewegung. Die Aufklärung fördert die Bildungsbedürftigkeit des gemeinen Volkes. Der allgemeinen Volksbildung wird mehr Raum verliehen. Die Volksschule wird zu einer öffentlichen Einrichtung des Staates. Diese Schule soll für alle Kinder allgemein verbindlich und unentgeltlich sein. Die Muttersprache dient zur Vermittlung einer grundlegenden Bildung. Die Landesfürsten messen der Volksbildung wenig Bedeutung bei. Diese überließen die Bildung den Pfarren und Orden. Die unterrichten allerdings vorwiegend die Christenlehre. Durch diese Bildung wird die politische und soziale Ordnung aufrechterhalten. Der aufgeklärte Absolutismus nimmt sich zunehmend des niederen Schulwesens an.[17]

Der Modell-Schulversuch zur Neuen Mittelschule wird als Regelschule im Jahre 2012 im Parlament politisch beschlossen. Das Problem einer frühen Auslese der Schüler nach der 4. Schulstufe mit zehn Jahren kann wiederum nicht gelöst werden. Die Allgemeine Mittelschule an der Mittelstufe und damit der Wiener Schulversuch der Ersten Republik, der international viel beachtet wird, kann aus parteipolitischen und ideologischen nicht umgesetzt werden. Die Neue Mittelschule ursprünglich als eine gemeinsame Schule der Zehn- bis Vierzehnjährigen von der Unterrichtsministerin Claudia Schmied angedacht, kann wieder einmal nicht verwirklicht werden. Die Schulform an der Mittelstufe ermöglicht vorerst wieder einmal keinen bildungspolitischen Konsens in Österreich. Die duale Mittelstufe der Zehn- bis Vierzehnjährigen ist ein Mythos seit der Ersten Republik bis in die Gegenwart. Die zwei außen differenzierten Klassenzüge der Ersten Republik und jene in der Zweiten Republik folgenden drei außen differenzierte Leistungsgruppen. Eine Weiterentwicklung der Mittelstufe ist dadurch gegeben, indem bei der Neuen Mittelschule eine innere Differenzierung und damit eine entsprechende Individualisierung vorgesehen sind. Seit der Ersten Republik bis in die Gegenwart kommt es bei der Reform der dualen Mittelstufe nur jeweils zu einer Aufwertung der niederen Pflichtschule. Der alte Name niedere Hauptschule wird zur aufgewerteten Neuen Mittelschule, wobei das höhere Gymnasium erhalten bleibt. Eine innen differenzierte Schule aller Zehn- bis Vierzehnjähren ist politisch-ideologisch bis heute nicht umsetzbar. In der Volkspartei aber auch in Sozialdemokratie fürchtet man sich vor den bildungsbürgern, dass die Mittelstufenreform nur halbherzig und minimalst seit der Ersten Republik umsetzt.

An der Mittelstufe ist immer nur ein minimalen und halbherziger parteipolitischer Kompromiss gegeben. Der schulisch-weltanschauliche Kulturkampf der Ersten Republik zwischen den Sozialdemokraten und den Christlich-sozialen setzt sich an der Mittelstufe bei den Nachfolgeparteien bis in die Gegenwart fort. Das Schulorganisationsgesetz 1962 hat eine einheitliche Systematisierung des österreichischen Bildungswesens zur Folge. Die Allgemeine Schulordnung 1774, das quasi erste Reichsvolksschulgesetz und die Politische Schulverfassung 1806 und das Reichsvolksschulgesetz 1869 dienen dem niederen Schulwesen, der Volksbildung in der Habsburgermonarchie. Das Organisationsstatut 1849 bringt eine Reform der allgemeinen Mittelschulen. Das moderne inzwischen 8-jährige Gymnasium und die vollständige 6-jährige Realschule gelten damals als Mittelschulen. Liberal-demokratische Zielvorstellungen betreffen vor allem die Bildungspolitik. Die Programme des Bildungswesens der Jahre 1848/49 sind eine tragfähige Basis für das Schulwesen, wobei die liberale Ära durch den Neoabsolutismus unterbrochen wird. Eine wichtige Weichenstellung ist im Juli 1848 mit dem „Entwurf der Grundzüge des öffentlichen Unterrichtswesens in Österreich“ gegeben. Dieses liberale Bildungsprogramm ist ein Vermächtnis des ersten Unterrichtsministeriums unter dem liberalen Franz Freiherr von Sommaruga 27. März bis 9. Juli 1848. Dieser „Entwurf“ ist eine Grundlage für die Schulentwicklung in der österreichischen Reichshälfte der Donaumonarchie. Der liberale Ernst Freiherr von Feuchtersleben versucht das Verhältnis von Schule und Staat zu regeln. Der Staat sollte dazu angehalten werden das gesamte Schulwesen zu erhalten. Die Schule sollte von der Bevormundung durch die Kirche befreit werden. Feuchersleben tritt für eine Gleichberechtigung aller Nationen der Habsburgermonarchie im Bereich des Schulwesens ein.[18]

„Die Realschule gerät zunehmend in ein Spannungsfeld von Allgemein- und Berufsbildung. Die Notwendigkeit `Mittelstandschulen` als Vorbereitungsschulen für bürgerliche Kreise einzurichten, wurde im 18. Jahrhundert wiederholt artikuliert.“[19]

Das niedere Pflichtschul- und das höhere Mittelschulwesen werden zum dualen Haupt- und Mittelschulgesetz im Jahre 1927 zusammengeführt. Das Schulorganisationsgesetz 1962 normiert die duale Mittelstufe und fügt diese in die neue österreichische Schulsystematik ein. Das Reichsvolksschulgesetz 1869 baut auf dem liberalen Staatsgrundgesetz 1867 auf. Die Hauptschule der Ersten Republik ist eine Weiterentwicklung der Bürgerschule. Diese wird durch das Reichsvolksschulgesetz formalisiert. Die Schulversuche der Ersten Republik in Wien, vor allem zur Allgemeinen Mittelschule, sind bestrebt die Leitsätze der vornehmlich pädagogisch besetzten Reformabteilung umzusetzen. In der Zweiten Republik wird 1969 und 2007 den bevorstehenden Schulversuchen eine Schulreformkommission vorangestellt. Diese Reformkommissionen sind Beratungsorgane des Ministerium und damit vor allem des jeweiligen Unterrichtsministers.

Das duale Schulsystem an der Mittelstufe mit den niederen Pflichtschulen der Hauptschulen/Neuen Mittelschulen und den höheren Gymnasien bleibt aus politischen und ideologischen Gründen bestehen. Talentierten und interessierte Jugendliche aus niederen Bevölkerungsschichten wird über Berufsbildende höhere Schulen eine berufliche und gesellschaftliche Aufstiegsorientierung ermöglicht. Die niedere Pflichtschule wird durch den Namen Neue Mittelschule im traditionellen Status an das höhere Gymnasium herangeführt. Im Prinzip ist dies eigentlich ein Etikettenschwindel, denn die traditionellen Mittelschulen führten direkt zur Reifeprüfung. Die Absolventen von Gymnasium-Unterstufen haben keine Probleme bei Platzmangel in weiterführenden höheren Schulen eine Aufnahme zu finden. Das Reichsvolksschulgesetz 1869 bringt mit der Bürgerschule eine gehobene Volksschule, vornehmlich für die städtische Bevölkerung hervor. Die Bürgerschule entsteht aus der Realbildung der Hauptschulen, den unselbstständigen meist 2- jährigen Unter-Realschulen. Die Bürgerschule hat das Zweiklassen-Schulsystem an der Mittelstufe bis heute verfestigt. Die Gymnasial-Unterstufe bleibt erhalten, damit wird eine niedere und eine höhere Schule für Zehn- bis Vierzehnjährige politisch-ideologisch bis heute einzementiert. Für den Schulreformer der Ersten Republik Otto Glöckel ist die Schule der Zehn- bis Vierzehn-jährigen ein großes Anliegen. Durch den Wiener Stadtschulratspräsidenten Otto Glöckel wird die Erprobung der Bürgerschule als „Allgemeine Mittelschule“ an der Mittelstufe von Bedeutung. Ein politisch-ideologischer Kompromiss der Sozialdemokraten und Christlich-sozialen in der Ersten Republik setzt die dreiklassige Bürgerschule in eine zweizügige 4- klassige Hauptschule um, wobei die Gymnasium-Unterstufen erhalten bleiben. Die 1- zügige Bürgerschule wird durch eine 2- zügige Hauptschule umgesetzt. Eine pädagogisch-didaktische Verschlechterung ist durch die Einführung des zweiten Klassenzuges der Hauptschule gegeben. Ein B- Zug Schüler wird zunehmend einer Randgruppe zugezählt. Die Durchlässigkeit zu weiterführenden Schulen und auch in das duale Bildungssystem mit Betriebslehre und Fortbildungsschule ist durch den II. Klassenzug eingeschränkt. Die Reformabteilung eine Stabstelle des quasi Unterrichtsministers Otto Glöckels entwickelt die Leitsätze zum Schulaufbau. Der Christlich-soziale Unterrichtsminister Richard Schmitz entwickelt im Jahre 1926 die Leitlinien zum Schulaufbau in Österreich. Die Schulreform wird durch die Leitsätze des Unterrichtsminister Otto Glöckel angeregt, wobei davon nur relativ wenig in das Haupt- und Mittelschulgesetz einfließt. Die Allgemeine Mittelschule wird ursprünglich als einheitliche Mittelstufenform geplant. Die duale Mittelstufe der Ersten Republik wird durch das Schulorganisationsgesetz 1962 bis in die Gegenwart verfestigt. Im Jahre 1982 entstehen aus den zwei Klassenzügen drei Leistungsgruppen in den Hauptgegenständen Deutsch, Mathematik und Englisch der Hauptschule. Ein parteipolitischer Kompromiss im Jahre 2012 ermöglicht, dass aus den drei außen differenzierten Leistungsgruppen der Hauptschule, die innen differenzierte Neue Mittelschule als Regelschule entsteht. Die Hauptschulen werden bis zum Jahre 2018 schrittweise in Österreich in Neue Mittelschulen umgesetzt.

Dem Einheitsschulgedanken der auslaufenden Habsburgermonarchie und Ersten Republik wird historisch-pädagogisch in dieser Schrift nachgegangen. Die Schule der Zehn- bis Vierzehnjährigen ist in Österreich nach wie vor ein extrem politisch-ideologisches Bildungsthema. Die duale Schule an der Mittelstufe ist für viele Mitbürger so etwas wie ein Mythos. Die absolutistisch-aufgeklärte Kaiserin Maria Theresia hat das Schulwesen zu einem Politikum, zu einer öffentlichen Staatsaufgabe erklärt. Wegen der Aufnahme eines Schulmeisters, welcher zugleich Meßner ist, gibt es Kompetenzprobleme mit der katholischen Kirche. In einem Hofdekret vom 13. Oktober 1770 wird die neue Zielrichtung der Bildungspolitik festgelegt. Der Vorrang eines staatlichen Interesses wird bei einer Anstellung erstmals programmatisch verkündet, denn das Schulwesen ist, und bleibt allzeit ein Politikum. Einer der zugleich Messner und Schulmeister ist, kann von der Geistlichkeit nicht allein aufgenommen und abgedankt werden. Wenn der Messner vom Schulmeister abgesondert ist, hängt der eine von der geistlichen Obrigkeit ab, und der andere ist von der weltlichen Obrigkeit verantwortlich.

Die Schule der Zehn- bis Vierzehnjährigen ist seit der Schulreform in der Ersten Republik, eine politisch-ideologische Problemstellung. Durch halbherzige bildungspolitische Kompromisse wird Schritt für Schritt eigentlich nur die duale Schule reformiert. Eine Schulreform setzt mit der Aufklärung in der zweiten Hälfte des 18. Jahr-hundert in Österreich ein. Das Schulwesen wird unter Maria Theresia vorrangig ein öffentlich-staatliches, gegenüber einem privaten-geistlichem Interesse. Die beginnende Tendenz einer Trennung von Staat, Schule und katholischer Kirche und damit eine Säkularisierung der Schule werden zunehmend erkennbar. Einheitsschulbefürwortungen und Einheitsschulablehnungen gibt es bereits in der Habsburgermonarchie, wobei diese vor allem die Schulreform der Ersten Republik anspricht. Diese Schulreform wird nicht unwesentlich von der Ideologie des Austromarxismus und der Weltanschauung des Politischen Katholizismus mitbestimmt. Es finden kontroverse Mittelstufenvorstellungen des Bildungspolitikers Otto Glöckel und des universitären Kulturpädagogen Richard Meister in der Ersten Republik statt. Ein wesentlicher Einfluss auf die Schulpolitik erfolgt durch die Sozialdemokraten und Christlich-sozialen in einer politisch und wirtschaftlich unstabilen Zeit der Ersten Republik. Die Kaiserin Maria Theresia führt eine umfassende Schulreform des niederen und höheren Schulwesens durch.

Die Studienhofkommission, das spätere Unterrichtsministerium, arbeitet unter dem Grafen Migazzi bereits im Jahre 1760 eine Neugestaltung des gesamten österreichischen Schulwesens aus. In einer Denkschrift des Grafen Firmian vom Mai 1769 werden Schulverbesserungen im Volksschulwesen eingeleitet.

„Majestät mögen allermildest zu verfügen geruhen, dass die allgemeinen Schulen mittelst Allerhöchst landesfürstlichen Anordnungen in gute Ordnung gesetzt und nachdrucksam befördert werden möchten“.[20]

Diese Denkschrift mit Vorschlägen zur Verbesserung Schulwesens werden im Jänner 1770 von der „k. k. Böheimisch- und Österreichischen Hofkanzley“ in Wien abgelehnt. Der eigentlich wichtige „kaiserlich königliche Staatsrat“, der aus von der Kaiserin Maria Theresia bestellten Männern besteht tritt für eine Fortsetzung der begonnenen schulischen Vorarbeiten ein. Am österreichischen Hof wird man auf Ignaz von Felbiger, einem schlesischen Schulpionier, aufmerksam. Eine neue Unterrichtsmethode geht vom Einzelunterricht zum Massenunterricht über, wobei diese Felbiger das Zusammenunterrichten nennt. Die Aufklärung wird zunehmend eine Epoche der Pädagogik. Von Ignaz von Felbiger beeinflusst, unterbreitet Josef Meßmer im Jahre 1770 dem Staatsrat die Gedanken zur Verbesserung der deutschen „Stadt- und Vorstadtschulen“ und dies wird durch eine Resolution an die Kaiserin genehmigt:

- die Sagansche Lehrart mit Massenunterricht,
- die Schaffung neuer Lehrbücher,
- eine geregelte Lehrerbildung,
- die Schulpflicht und Schulaufsicht,
- die Schaffung von Normal- und Musterschulen.[21]

In jedem Erbland der Habsburgermonarchie sollte eine Schulkommission geschaffen werden. Diese Kommission muss einen Schulfonds schaffen, eine Schulbeschreibung mit der Aufzeichnung schulpflichtiger Kinder und die Errichtung von Normalschulen sind zu veranlassen.

Ein weiterer Schulpionier beginnt die Tätigkeit an der Landschule in Kaplitz in Böhmen. Dies ist Ferdinand Kindermann, der von der Unterrichtsmethode des Massenunterrichts von Ignaz von Felbiger beeinflusst wird. Kindermann versucht vorerst eine Ordnung in diese Schule zu bringen. Mit viel Mühe bringt Kindermann Ruhe in den Unterricht, vor allem ist ihm wichtig, dass kein Kind unterbeschäftigt ist. Im Jahre 1775 wird in Prag die Schulkommission, eine Art Landesschulrat, eingeführt. Kindermann wird Oberaufseher Schulwesens in Böhmen. Das Schulwesen kommt zur höchsten Blüte und in Prag wird eine Normalschule eröffnet. Ab zahlreichen Schulen des Landes wird ein Industrieunterricht eingeführt. Neben der allgemeinen Bildung erhalten die Schulkinder eine Beschäftigung in Weben, Spinnen und Stricken, im Seiden-, Obst- und Gartenbau. Die Lehramtszöglinge werden an der Normalschule in Prag gebildet. Für seine Schulleistungen wird der Geistliche Ferdinand Kindermann geadelt. Bis zu seinem Lebensende beschäftigt sich Kindermann mit der Hebung des Schulwesens in Böhmen.[22]

Der Aufklärer Joseph II. setzt das Schulreformwerk seiner Mutter Maria Theresia entsprechend fort und vertieft dieses auch noch. Es geht ihm um eine systematische Vermehrung der Schule, wobei jede Pfarre eine Trivialschule haben soll. Die Errichtung dieser Schulen erfolgt über den Normalschulfonds. Eine Hebung des Schulbesuches ist für den Kaiser Joseph II. ein großes Anliegen. Die Kreisämter sollen den Schulbesuch kontrollieren. Die Lehrlinge sollen zum Besuch der gewerblichen Sonntagsschulen angehalten werden. Die Schulaufsicht wird durch Kreisschulkommissäre bewerkstelligt. Die Landschulen sollen durch Musterlehrpläne aufgewertet werden. Das Schulgeld wird vom Joseph II. nicht ganz aufgehoben. In der Schule sollte die deutsche Unterrichtssprache gelten, wobei in Österreich sich ein Widerstand der Ungarn und Slowenen regt. Die Gymnasien werden verringert und vermehrt sollen deutsche Schulen errichtet werden. Vermehrt werden die Muttersprache, die Naturwissenschaften und Mathematik in den Lehrplänen eingeführt. Joseph II versucht eine Verstaatlichen der Gymnasien zu erreichen, wobei die Lehre nach wie vor in den Händen der Geistlichen bleibt.[23]

In den römischen Provinzen der Spätantike auf österreichischem Boden wird für die städtische Oberschicht die Ämterlaufbahn reserviert. Ein Elementarunterricht wird dafür zunehmend erforderlich. Eine Unterweisung erfolgt in Schreiben, Lesen und Rechnen. Die Schrift dient hauptsächlich wirtschaftlichen und administrativen Aufgaben und ist nur für wenige Menschen ein Schlüssel zur Bildung. Eine gewisse Elementarbildung ist auch unteren Volksschichten zugänglich. Schulen über die Elementarbildung hinausgehend hat es vermutlich damals kaum gegeben. Die Entwicklung des pädagogischen Denkens in den Stadtstaaten Griechenlands hat die Grundlage für das europäische Bildungsdenken gelegt. Die Tugendlehre der Adelserziehung wirkt bis ins 18. Jahrhundert hinein. Allen freien Bürgern sollte eine musisch-gymnastische Erziehung zuteilwerden. Der freie Bildungserwerb in der Muße hat der griechischen Schule den Namen gegeben. Die Erleben des Guten und Schönen bringt für die griechischen Bürger einen Zugang zum Höheren und Geistigen. Der Elementarunterricht wird von den Sophisten eingeführt, wobei der höhere Unterricht für die Eliten bestimmt ist. Die formale Geistesbildung ist darauf ausgerichtet, den ganzen Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren.

Johann Amos Comenius 1592-1670 wird zu einem wegweisenden Pädagogen der Neuzeit. Comenius ist als evangelisch-protestantischer Theologe im Rahmen der Böhmischen Brüder tätig. Die einsetzende katholische Gegenreformation erfordert auch von Comenius die Aufenthaltsorte ständig zu verändern. Ein Bildungsplan von Comenius sieht sieben Schulen vor: Bei der „Schule des vorgeburtlichen Lebens“ sollen die Eltern sich ihrer werdenden Verantwortung bewusst werden, wobei auf gute Lebensbedingungen geachtet werden muss. Die „Mutterschule“ wird in der frühen Kindheit bis zum 6. Lebensjahr erlebt. Die öffentliche „Muttersprachschule“ dient vom 7. Bis 12. Lebensjahr allen Kindern unabhängig ihres Geschlechtes. Jenen Jugendlichen, welche vom 13. bis 18. Lebensjahr weiter lernen können und wollen, dient zur wissenschaftlichen Vorbildung die „Lateinschule“, die es in jeder Kreisstadt geben sollte. Eine „Akademie“ führt vom 19. bis 24. Lebensjahr das öffentliche Bildungswerk zu Ende, indem diese Lehranstalten in jeder Provinzhauptstadt bestehen sollen. Die „Schule des Mannesalter“ sollte ein ganzes Leben einen Bildungsprozess ermöglichen. Die „Schule des Greisenalters“ sollte in diesem Lebensabschnitt noch eine entsprechende Lebensaufgabe ermöglichen. Ein pädagogisches Grundprinzip von Comenius ist, allen alles, entsprechend seiner Begabung und dem Interesse zu lehren. Alles zu lehren bedeutet, praktische und theoretische Kenntnisse und praktische Fertigkeiten, entsprechend der Fähigkeiten der zu vermitteln. Pädagogisch-didaktische Überlegungen über eine gemeinsame öffentliche Schule für aller Kinder und Jugendlichen entstehen in der Frühaufklärung. Der neuzeitliche Didaktiker Johann Amos Comenius spricht von einer öffentlichen „Muttersprachschule“ aller Sechs- bis Zwölfjährigen. Eine muttersprachliche Schulform könnte dem katholischen Aufklärungspädagogen Johann Ignaz Felbiger als Vorbild gedient haben. Durch die niedere Schulreform Felbigers wird in Österreich die allgemeine 6- jährige Schulpflicht eingeführt. Die „Allgemeine Schulordnung“ aus dem Jahre 1774 setzt in der Habsburgermonarchie eine Volksbildung allmählich in Bewegung. Es sollte noch bis ins 20. Jahrhundert dauern, bis die Schulpflicht in der Habsburgermonarchie entsprechend durchgesetzt wird. Erleichterungen des Schulbesuchs der Konservativen haben die Schulpflichtbestimmungen immer wieder aufgeweicht. Dies geschieht oft zum Nachteil der betroffenen Schüler, vor allem auch am Lande. Die Kinder werden am Lande für den Stalldienst und den Ernteeinsatz benötigt.

2 ALLGEMEINE MITTELSCHULE - vielfältig innen differenziert - Bildungs- und Begabungsförderung aller Zehn- bis Vierzehnjährigen

Die meisten Länder der Europäischen Union haben eine gemeinsame Pflichtschule, welche mehr oder weniger innen differenziert gestaltet wird. Bei diesem Bildungs-Modell wird die Pflichtschule in Österreich auf zehn Jahre erhöht. Die Trennung der Schüler erfolgt in der Europäischen Union meist nach der Pflichtschule mit der 8. bis 10. Schulstufe. Die erste Einstiegsqualifikation in eine weiterführende Schule oder einen Beruf findet normalerweise nach der Pflichtschule statt. In Österreich ist die erste Bildungsbarriere bereits mit 10 Jahren nach der 4. Schulstufe gegeben. Die Schule der Zehn- bis Vierzehnjährigen ist dual gestaltet mit einer niederen Pflichtschule und dem höheren Gymnasium. Es beginnt die Sekundarstufe II bereits nach der 8. Schulstufe. Derzeitiges österreichisches Schulsystem in der Allgemein-/Regelform:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten [24]

2.1 Finnland und eine vielfältige innen differenzierte Grundschule zur Bildungserhöhung aller Jugendlicher

Der Zugang zur Sekundarstufe II erfolgt in Österreich bereits früh nach der 8. Schulstufe statt. Eine 4– 5-jährige Volksschule als Grundschule setzt sich bald nach dem Reichsvolksschulgesetz 1869 durch. Dies ist eine mehr oder weniger echte Einheitsschule. Die Schulbesuchserleichterung 1883 weicht vor allem die Schulpflicht am Lande für die damals noch sehr zahlreichen Bauern auf. Das Organisationsstatut führt nach der bürgerlich-liberalen Revolution 1848 die bis heute bewährte 8-jährige Lang-Form des Gymnasiums ein. Bis in die Gegenwart gibt es die duale Mittelstufe mit dem höheren Gymnasium und der niederen Pflichtschule. Das PISA-Musterland Finnland ist ein gutes Beispiel dafür, wie eine gemeinsame Pflichtschule aller gesellschaftlichten Bevölkerungsschichten, zur Bildungserhöhung aller funktionieren kann.

Das Bildungssystem in Finnland wird stark von der ehemaligen DDR beeinflusst. Die Kinder sollen sich auf eine „ganzheitliche“ Art und Weise gemeinsam mit anderen Kindern entwickeln. In Zentrum dieses Unterrichts stehen das Spiel und die Vermittlung einer positiven Lebensweise. Es werden keine Fächer, sondern Themenbereiche vermittelt. Neben der Individualität wird das Kind auch als Gruppenmitglied gefördert. Die Vorschul-Erzieher werden an den Universitäten ausgebildet. Der Vorschul-Unterricht findet in Finnland in der Grundschule oder im Kindergarten, wobei dieser meist im Kindergarten stattfindet. Mit dem 6. Lebensjahr soll ein freiwilliger Vorschulunterricht angeboten werden. Trotz einer Freiwilligkeit besuchen 90% einer Altersgruppe diesen Elementarunterricht.[25]

Der PISA-Erfolg von Finnland hängt unweigerlich mit der reformpädagogisch orientierten 9-jährigen und freiwillig 10-jährigen gemeinsamen Grundschule zusammen. Mit der einheitlichen Grundbildung sollte das allgemeine Bildungsniveau aller gehoben werden.[26] Die 9-jährige Grundschule wird in der Zeit von 1972 bis 1977 im politischen Konsens umgesetzt. Die gemeinsame Grundschule tritt an die Stelle der Volksschule, wobei diese dual mit der Bürger- und Mittelschule an der Mittelstufe fortgesetzt wurde. Die leistungsmäßig und sozial heterogenen Klassen werden zugunsten der Integration und Inklusion an der Grundschule aufgegeben. Die bisher oft praktizierten Differenzirungen in einigen wichtigen Fächern werden im Schuljahr 1985/86 in Finnland endgültig aufgegeben.[27] Die Schulpflicht beginnt mit sieben Jahren, wobei es keine Sonderschulen gibt. Grundsätzlich ist eine freie Wahl der besuchten Grundschule gegeben. Das Sitzenbleiben in der Grundschule ist eine Ausnahme. In Finnland haben die Hälfte der Schulen weniger als 50 Schüler, mit maximal sieben Lehrern. Der Grundschul-Unterricht dauert neun oder freiwillig oft zehn Jahre. In der Pflichtschulzeit gibt es aufbauend zwei Schulformen. Die erste ist die 6-jährige Grundschul-Unterstufe mit Klassenlehrern, außer im Fremdsprachenunterricht gibt es Fachlehrer. Die Eltern werden teilweise in den schulautonomen Lehrplan eingebunden. Die einzelnen Schulen können ihre Lehr- und Lernziele selbst festlegen. Die zweite Schulform ist die 3-jährige Grundschul-Oberstufe und der Unterricht erfolgt durch Fachlehrer. Die beiden Schulformen sind normalerweise getrennt und befinden sich auch nicht unter einem gemeinsamen Dach.[28] Die Grundschule wird mit einer Mittleren Reife abgeschlossen. Der Lehrplan bildet einen Rahmen, indem die Lehr- und Lernprozesse miteinander vernetzt werden. Es erfolgt zunehmend eine Regionalisierung der Lehrpläne, um den Schulen eine pädagogisch-didaktische Autonomie zu gewährleisten. Ein Stundenplandeputat ermöglicht den einzelnen Schulen, je nach Bedarf entsprechende Förderungsmaßnahmen zu treffen. Es sollen dadurch an der Grundschule nicht Niveaugruppen entstehen, die für weiterführende Schulen zum Nachteil werden können. Eine frühe Festlegung für weiterführende Bildungswege sollte möglichst vermieden werden. In Finnland gibt es im Einklang mit den anderen skandinavischen Ländern eine innen differenzierte Gesamtschule als Pflichtschule. Es gibt zugunsten der Integration und Inklusion, leistungsmäßig und soziale heterogene Klassengemeinschaften. Ein flexibler Stundenplan wird eingeführt, wobei der musisch-künstlerischen Komponente ein erhöhtes Augenmerk zugewendet wird. Reformpädagogische Impulse werden vermehrt in den Grundschul-Unterricht eingebracht. Die äußere Einheitlichkeit muss der inneren Vielgestaltigkeit im Unterricht weichen.[29] Finnland und das Konzept des Erziehungs- und Bildungswesens:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten [30]

Eine Einheitsschule für 7- bis 16- jährige Kinder wird als integrierte Grundschule wird in Finnland seit dem Jahre 1985 geführt. Dies war das Ergebnis eines bildungspolitischen Prozesses, der einige Jahrzehnte dauert. Dieser schulpolitische Entwicklungsprozess wird von einem breiten gesellschaftlichen und politischen Konsens getragen. Finnland ist von einem Bemühen getragen, eine „Gleichheit der Bildungschancen“ durch eine entsprechende Förderpädagogik zu erreichen. Das finnische Bildungsmodell baut auf der Realität einer heterogenen Schülerstruktur auf. Durch eine inklusive Pädagogik sollen in der Grundschule in den Bildungsprozess integriert werden. Die Lehrerbildung wird seit den 1970er Jahren akademisiert. Es gibt zunehmend pädagogisch-forschende Lehrer. Reformpädagogische Überlegungen ziehen zunehmend in die Schulstuben ein. Der Schulpolitik in Finnland ist es gelungen die Ständepolitik zu überwinden. Ein gesellschaftlicher und bildungspolitischer Reformprozess bringt mit sich, dass zunehmend eine Gleichheit der Bildungschancen für alle Bürger gegeben ist.[31]

Das Alter der Einschulung der Kinder variiert in den 41 untersuchten Staaten beträchtlich, und beginnt mit 4 Jahren und reicht bis zum 7. Jahr. Österreich liegt mit 6 Lebensjahren in einem sinnvollen Durchschnittsalter des Schulbeginns. Die Gesamtschulsysteme haben in der Pflichtschulzeit eine durchgehende einheitliche Struktur. In den folgenden Staaten findet beim Idealtyp-A keine äußere Differenzierung statt: es sind dies Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Island, Kroatien, Norwegen, Portugal, Russland, Schweden, Serbien, Slowenien und die Türkei. Es findet keine Trennung von Primar- und Sekundarbereich statt. Es ist meist nur die Bezeichnung Grundschule gegeben. Beim Idealtyp-B ist keine äußere Differenzierung gegeben, allerdings findet eine Trennung zwischen dem Primar- und Sekundarbereich statt. Im Schnittbereich gibt es als Übergangskriterium ein Abgangszeugnis oder ein entsprechendes Lebensalter. In beiden Bildungsbereichen findet eine innere Differenzierung statt. Dieses Bildungssystem gibt es in Australien, Belgien, Frankreich, Griechenland, Hong Kong, Irland, Italien, Japan, Kanada, Korea, Litauen, Macao, Malta, Neuseeland, Polen, Rumänien, Schweiz, Spanien, Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland, Vereinigten Staaten von Amerika, Zypern. Beim Idealtyp-C gibt es eine frühe Trennung in Primarstufe und Sekundarstufe. Es sind unterschiedliche Kriterien für den Zugang in die unterschiedlichen Schulformen an der Sekundarstufe erforderlich. Für den Übergang sind unterschiedliche Leistungsfeststellungen erforderlich. Es erfolgt dies durch eine Klassen- oder Schulkonferenz in Deutschland und Luxemburg, externe Tests in den Niederlanden oder in Österreich vor allem durch das schulische Abschlusszeugnis. Eine äußere Differenzierung in der Sekundarstufe findet in Deutschland, Lettland, Liechtenstein, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Slowakei, Tschechei und Ungarn statt. Die fett formatierten Länder basieren auf der internationalen Vergleichsstudie PISA[32] 2006. Bei diesem Test haben diese Länder gegenüber Österreich im Lesen statistisch signifikant besser abgeschnitten.[33]

Die gemeinsam verbrachten Schuljahre mit einer inneren Differenzierung sind aussagekräftiger, wobei Österreich, Deutschland und die Slowakei nur 4 Jahre aufweisen können; Lichtenstein, Tschechien und Ungarn haben 5 gemeinsame Jahre; Belgien und die Schweiz haben 6 gemeinsame Schuljahre; Bulgarien, Litauen und Niederlande gehen 7 Jahre in eine gemeinsame Schule; in Italien, Korea, Kroatien, Lettland, Luxemburg, Rumänien, Serbien und Türkei beträgt die gemeinsame Schuldauer 8 Jahre; am häufigsten sind 9 Jahre als gemeinsame Schulzeit in Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Hong Kong, Irland, Japan, Macao, Neuseeland, Portugal, Russland, Schweden und Slowenien; 10 gemeinsame Jahre werden in Australien, Dänemark, Island, Kanada, Norwegen Polen, Spanien und in den USA besucht; Spitzenreiter im gemeinsamen Schulbesuch mit 11 Jahren ist England. Der gemeinsame Schulbesuch ohne äußere Differenzierung schwankt zwischen 4 und 11 Jahren bei den 41Vergleichsländern beträchtlich. Am meisten wird 9 Jahre gemeinsam die Schule besucht.[34] Die Zeugnisnoten bei der problematischen frühen Trennung der Schüler nach 4 gemeinsamen Schuljahren, sind in Österreich bedeutungsvoll. Ihre Lenkungsfunktion bei der Selektion mit zehn Jahren in Gymnasiasten und Pflichtschülern ist problematisch. Die Aussagekraft dieser schulischen Noten über die tatsächliche Leistung ist zu hinterfragen.[35] Es gibt in der österreichischen Notengebungs-Praxis keine verlässlichen Standards. Der Überlappungsbereich der einzelnen Noten kann beträchtlich sein.

Die Ausgestaltung der Gesamtschulsysteme, wie innere Differenzierung und individualisierter Unterricht sind wesentlich dafür verantwortlich, dass gute Schülerleistungen erreicht werden. Durch empirische Untersuchungen wird festgestellt, dass frühe äußere Differenzierungen der Schüler mit höheren Leistungsunterschieden verbunden sind. Je differenzierter ein Bildungssystem ist, desto größer sind die Leistungsunterschiede zwischen dem stärksten und den schwächsten Schülern. Der sozioökonomische Hintergrund dies verstärkt dies noch zusätzlich. Ein negativer Einfluss kann auch dadurch festgestellt werden, wenn die benachteiligten Schüler nach den Fähigkeiten früher getrennt werden. Noch größer ist der sozioökonomische Einfluss auf die Schulebene. In Finnland, Kanada, Schweden, Norwegen und Polen ist der sozioökonomische Einfluss auf die Schüler und die Schulen unter 10%. Dies sind alles Länder mit einer gemeinsamen Schule von 10/11 Jahren. Bei außen differenzierten Systemen schlägt sich der sozioökonomische Hintergrund wesentlich stärker bei den Schülerleistungen durch.[36] Bildungssysteme mit einer längeren gemeinsamen Schule in der Pflichtschulzeit haben offenbar einen kompensierenden Einfluss auf den sozialen Hintergrund. Die soziale Position der Eltern, deren Statuserhalt haben oft, unabhängig vom Entwicklungspotential des Kindes einen entscheidenden Einfluss auf die Schulwahl bei differenzierten Systemen. Auch Empfehlungen der Schule können meist diesen Effekt nicht mildern.

„Das Argument für ein Gesamtschulsystem ist dann folgelogisch: Ohne frühe äußere Differenzierung können keine `falschen` Schulwahlentscheidungen getroffen werden“.[37]

Das vielfältige Angebot an Berufsbildenden Schulen an der Sekundarstufe II mindert den sozialen Hintergrund. Manchen Gesamtschulsystemen gelingt es besonders gut den negativen sozialen Einfluss auf Schule zu reduzieren. Die Heterogenität der Schülerleistungen hat auch einen entscheidenden Einfluss auf den weiteren Bildungsweg. So landen leistungsschwächere Schüler meist in der Lehre und an den Berufsbildenden mittleren Schulen. Eine differenzierte Schule ist für einen zukünftigen Fachkräftenachwuchs auch nicht förderlich. In Österreich dürfte bis zum Übertritt in die vielfältige Sekundarstufe II der optimale Zeitpunkt sein, eine gemeinsame Schule zu besuchen. In Österreich ist der frühe Zeitpunkt der Trennung in der Pflichtschulzeit zu überdenken. In Österreich ist die Gefahr der Risikogefährdung der Schüler bei 1/3 hoch. Beim PISA-Musterland Finnland liegt der Anteil der Risikoschüler unter 10 Prozent. Grundsätzlich wird in Studien festgestellt, dass der Anteil der Risikoschüler mit zunehmender gemeinsamer Schule abnimmt. Die große Risikogruppe hat gerade bei der Lehrstellensuche immense Probleme. Die Schüler mit mehr oder weniger Migrationshintergrund sind von einer frühen Differenzierung sehr betroffen. Eine Gefahr für Migranten ist auch, dass diese sich in Schulen mit einem niederen Leistungsniveau wiederfinden.[38]

In Finnland ist in der allgemeinen Grundschule in 9 Schulstufen Bildungsstoff aufbauend, folgende Fächerstruktur gegeben: Muttersprache und Literatur: multikultureller Wandel mit 45 unterschiedlichen Muttersprachen; Sprachunterricht: Unterricht in der Muttersprache und in den Finnisch-sprachigen, Finnisch als Muttersprache und Schwedisch als zweite Landessrache und in den Schwedisch-sprachigen Schulen verläuft es umgekehrt, die Fremdsprachen werden in A- und B-Sprachen eingeteilt; Talent-, Kompetenz- und Kunstfächer: dazu gehören die Musik, die Bildende Kunst, die Handarbeit und der Sport; Hauswirtschaftslehre: die Vermittlung erfolgt geschlechtsvermischt; Umwelt- und Naturkunde: besteht aus der Umweltlehre, Physik und Chemie, Biologie und Geograph; Gesundheitslehre: dient zur Förderung der Gesundheit, dem Wohlergehen und dem Sicherheitsbewusstsein; Religion und Ethik/Weltanschauungslehre; Geschichte und Sozialkunde; Lernberatung: Lernberatung und Couching ist ein Unterrichtsprinzip über die Schulstufen hinweg; Fakultative Fächer: dies sind frei wählbare Fächer sollen die Interessensgebiete vertiefen oder neue entdecken, Vertiefung- und Anwendungskurse in gemeinsamen Fächern, weiteren Fremdsprachen und Informatik; Interdisziplinäre Themenkomplexe: Humanes und ethisches Wachstum der Menschen, Kulturelle Identität, Interkulturelle Kompetenz, Kommunikation und Medien, Bürgerliches Engagement und Unternehmertum, Verantwortung und Umwelt, menschliches Wohlergehen und eine nachhaltige Zukunft, Sicherheit und Verkehr.[39]

2.2 ALLGEMEINE MITTELSCHULE vielfältig innen differenziert zur Bildungs- und Begabungsförderung aller Zehn- bis Vierzehnjährigen

In den meisten Ländern der Europäischen Union gibt es bereits eine gemeinsame Pflichtschule, die mehr oder weniger innen differenziert ist. Im PISA-Erfolgsland Finnland gibt es als Pflichtschule eine reformpädagogisch orientierte 9/10- jährige Grundschule. Eine vielfältig außen und innen differenzierte Berufsbildungsebene auf der Sekundarstufe II, wie in Österreich gibt es in Finnland praktisch nicht. Das österreichische Berufsbildungssystem auf der Sekundarstufe II besteht aus drei Bildungsebenen und ist ein internationales Vorzeige-Modell: das duale Bildungssystem mit vorwiegend Betriebslehre und Teilzeit-Berufsschule. Die Berufsbildende mittlere und höhere Schule in Österreich ist ein erfolgreiches Unikat-Modell für Europa.[40] Die Trennung der Schüler erfolgt international meist später, nach der 6., aber auch oft nach der 8., vereinzelt aber auch nach der 10. Schulstufe. Das 4-5- jährige Volkschulmodell setzt sich Österreich bald nach dem Reichsvolksschulgesetz 1869 durch. Die Volksschul-Unterstufe wird eine echte Einheitsschule, die von der Bevölkerung rasch politisch-ideologisch akzeptiert wird. Eine Allgemeine Mittelschule soll eingeführt werden. Der Standesdünkel gewisser Kreise ist dafür verantwortlich, dass die Schule für alle Zehn- bis Vierzehnjährigen in Österreich nicht Wirklichkeit wird. Eine verschränkte Ganztagesschule hat Finnland nicht, der Unterricht in der Grundschule endet meist zu Mittag.

Der Begriff Allgemeine Mittelschule geht auf die Schulreform der Ersten Republik zurück. Die Allgemeine Mittelschule wird in einem Schulversuch in Wien vom liberal-sozialdemokratischen Otto Glöckel und seinen zum Teil unabhängigen Mitstreitern erprobt. Dieser für die damalige Zeit fortschrittliche Schulversuch wird international bestaunt. Der Stadtschulrats-Bereich Wien wird unter dem Amtsführenden Präsidenten Otto Glöckel zu einem Mekka des Schulversuchs Allgemeine Mittelschule. Die nicht sehr herkunftsfreundliche duale Mittelstufe sollte durch eine vielfältig innen differenzierte Allgemeine Mittelschule ersetzt werden. Kein Kind sollte aus Herkunftsgründen schulisch zurückgelassen werden. Glöckel ist ein unermüdlicher Werber für die Schulreform in der Ersten Republik. Diese hat bildungspolitische Ziele gesetzt, die bis in das 21. Jahrhundert hinein noch unvollendet sind. Otto Glöckel hat in einer Rede im Jahre 1926 vor der Beschlussfassung des Haupt- und Mittelschulgesetzes 1927, über die Parteigrenzen hinweg gültige Worte gefunden:

„Auf dem Wege der Schulreform gibt es nur ein aufwärts, aber kein zurück“[41]

Die Allgemeine Mittelschule sollte aus reformpädagogischen Gründen eingeführt werden, um diese Bildungskatastrophe aus der Welt zu schaffen. Der konservativ-traditionelle Standesdünkel ist ein großer Widersacher der innen differenzierten Schule der Zehn- bis Vierzehnjährigen. Die Bildungspolitik hat über die Partei- und Ideologiegrenzen hinweg, Angst vor den Bildungsbürgern. Der problemlose Zugang aller Zehnjährigen zu einer Allgemeinen Mittelschule vermindert den negativen Einfluss einer Bildungsvererbung und der sozialen und örtlichen Herkunft. Das Jahrhunderte Jahre alte und bewährte Gymnasium hat für viele Menschen einen beinahe mythischen Einfluss. Im 17. Jahrhundert setzt sich für die Lateinschulen die Bezeichnung Gymnasium durch, welcher von Humanisten eingeführt wird. Der Name Gymnasium wird ursprünglich auch für Hochschulen verwendet. Die Gymnasien werden zu Schulen, die einen Philosophiekurs der Artistenfakultät anbieten. Das Gymnasium vermittelt zunehmend Lehrinhalte des Sekundarbereichs, welcher aufbauen auf die Bedürfnisse der Universitäten zugeschnitten wird.[42]

Die Parteipolitik und gesellschaftliche Ideologien prägen die duale Mittelstufe der Zehn- bis Vierzehnjährigen in Österreich. Die „Neue Mittelschule“ wird ursprünglich von der sozialdemokratischen Unterrichtsministerin Claudia Schmied als Alternative zum Gymnasium präsentiert. Eine erstzunehmende Gleichwertigkeit des „höheren“ Gymnasiums und der „niederen“ Neuen Mittelschule als Pflichtschule ist wiederum nicht gegeben. Eine innen differenzierte und individualisierte gemeinsame Mittelstufe für alle Zehn- und Vierzehnjährige ist in Österreich nach wie vor in weite Ferne gerückt. Die Sekundarstufe II ist immens heterogen organisiert, da die äußeren und inneren Differenzierungen mannigfaltig sind. An den Allgemeinbildenden höheren Schulen findet eine differenzierende und vertiefende höhere allgemeine Bildung statt. Die höheren Bildungsschulen Gymnasien und Realgymnasium weisen meist bereits mit 10 Jahren auf ein zukünftiges Universitätsstudium hin. Die Statistik AUSTRIA kann entnommen werden, dass AHS-Absolventen bevorzugt eine Universität besuchen. Die Berufsbildung findet auf drei Bildungsebenen statt. Dies sind die Berufsbildenden höheren- und mittleren Schulen, deren Berufsbildung vollschulisch erfolgt. Die niedere duale Berufsbildung mit Berufsschule als Teilzeitschule und Betriebslehre. Der liberal-sozialdemokratische Bildungspolitiker und Schulreformer Otto Glöckel tritt bereits in der Ersten Republik für eine spätere Trennung der Schüler, erst nach der 8. Schulstufe mit 14/15 Lebensjahren ein. Glöckel und seine Mitstreiter sehen in den Leitsätzen der Reformabteilung an der Mittelstufe eine Allgemeine Mittelschule zur Bildungs- und Begabungsförderung aller Jugendlichen vor.

Die fragwürdige frühe duale Absonderung mit zehn Jahren nach der 4. Schulstufe gilt noch in der Gegenwart. Bei der Schule der Zehn- bis Vierzehnjährigen finden halbherzige politische und ideologische Kompromisse bis heute statt. Einen politischen und gesellschaftlichen Konsens in Schulfragen gibt es in Österreich praktisch bis heute nicht. Eine gemeinsame vielfältig innen differenzierte Schule in der Pflichtschulzeit könnte die Gesellschaft obendrein menschlicher machen. Die Vorurteile unter den sozialen Schichten können durch eine längere gemeinsame Schule etwas vermindert werden. Der gesellschaftliche Mythos einer erforderlichen dualen Schule der Zehn- bis Vierzehnjährigen wird politisch und ideologisch dazu verwendet, die bewährte 8- jährige Lang-Form des Gymnasiums zu rechtfertigen, welches durch das Organisationsstatut 1849 entsteht. Das duale Schulsystem an der Mittelstufe und das damit verbundene bürgerliche Bildungsprivileg soll die Konkurrenz durch die unteren sozialen Schichten weiterhin etwas hintanhalten. Ein etwaiger sozialer Bildungsabstieg gehobener gesellschaftlicher Schichten muss unterbleiben. Die allgemeine höhere Bildung gilt auch heute noch als Besitzstandwahrung gewisser gesellschaftlicher Kreise von Bildungsbürgern. Die Jugendlichen werden oft unabhängig ihrer Begabungen und Interessen in das für viele noch immer prestigeträchtigere Gymnasium gesteckt und damit ist oft der Weg zu einem Universitäts- und Hochschulstudium vorgezeichnet. Das Gymnasium an der Unterstufe weist für viele bereits früh auf ein Studium, vor allem im Bereich der Medizin, der Jurisprudenz, dem Lehramt an höheren Schulen und einem universitären Ingenieur- und Wirtschaftsstudium hin. Die duale Schule der Zehn- bis Vierzehnjährigen ist mitverantwortlich, dass der Nachhilfeunterricht und Lerninstitute als private Bildungsveranstalter blühen. Diese kosten den Eltern zuweilen enorm viel kosten, vor allem die es sich leisten wollen und können. Die finanziell und wirtschaftlich gehobenen Gesellschaftsschichten ermöglichen ein Aufblühen dieser privaten Bildungsinstitute. Die Jugendlichen dieser Kreise erhalten dadurch problemlöser eine allgemeine höhere öffentliche Bildung, die nach wie vor einen entsprechenden Stellenwert bei Bildungs- und auch Besitzbürgern hat. Die Bildungsbarriere mit zehn Jahren ist schlichtweg eine bildungspolitische Katastrophe in Österreich und wäre zu beseitigen. Vor allem auch In Deutschland gibt es noch in vielen Bundesländern diese äußerlich heterogene duale Schulform an der Mittelstufe, wobei diese im übrigen Europa durch eine Trennung bereits mit 10 Jahren kaum noch gegeben ist. Die musischen und bildnerischen und ähnliche Begabungen und Talente können meist bereits früh erkannt werden. Die Allgemeinen theoretischen und praktischen Orientierungen sind mit zehn Jahren meist noch nicht entsprechend erkennbar. Der Einfluss des Lehrers und der Eltern auf die Kinder ist in diesem Alter noch sehr hoch. Die jungen Menschen sind mit 14/15 Jahren im Allgemeinen bereits etwas selbstbestimmter. Diese können in diesem Alter bereits meist selbstständiger über den weiteren Schul- und Berufsweg entscheiden. Kein junger Mensch soll aufgrund der Lebensumstände bereits in jungen Jahren der Gefahr ausgesetzt werden, im privaten und beruflichen Leben zu scheitern. Die Begabungen und Interessen sollen in einer längeren gemeinsamen Bildungszeit möglichst erkannt und entsprechend gefördert werden. Gesellschaftlich soll ermöglicht werden, alle Begabungen als gleichwertig anzuerkennen. Das Schul- und Bildungswesen in Österreich ist immens von einer gesellschaftlichen Ideologie, von Politik und entsprechenden Emotionen geprägt. Viele Mitbürger sehen in einer gemeinsamen Mittelstufe noch immer die Gefahr, einer nicht gewünschten Gesellschaftsveränderung. Die ungleiche Gesellschaft soll durch die duale Schule erhalten bleiben. Die jungen Menschen werden schon früh mit 10 Jahren in theoretisch und praktisch orientierte Jugendliche, durch das Gymnasium und die Hauptschule/Neue Mittelschule eingeteilt. Junge Menschen werden oft durch eine herkunftsorientierte Selektion schon früh ihrer Aufstiegschancen beraubt. Die politischen und ideologischen Gegensätze der konservativen und fortschrittlichen Kräfte sind in Österreichsind noch immer beträchtlich.

Die Bildungssysteme der EU-Mitgliedsstaaten sind von einigen Ausnahmen abgesehen, relativ einheitlich strukturiert. Die einzelnen Schularten haben unterschiedliche Bildungsziele und die ein wenig unterschiedliche Schulpflichtzeit wird den einzelnen Bildungsbereichen zugeordnet:

- Elementarbereich mit der Vorschule und dem Kindergarten.
- Primarbereich als Grundschule und oft auch als eine Einheitsschule.
- Sekundarbereich I und II mit Mittelschulen, Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien und allen außen differenzierten Beruflichen Schulen.
- Tertiärbereich mit den Universitäten, den Hochschulen und den Fachhochschulen.

Der Vergleich von Primarstufe und Sekundarstufe I und II über die einzelnen nationalen Bildungssysteme hinweg zeigt eine gewisse Europa-Struktur. Die Berufsbildung spielt in der Sekundarstufe eine große Rolle. Die Sekundarstufe I fällt oft noch in den Pflichtschulbereich. Auf der Sekundarstufe II findet eine Allgemeinbildung, aber auch eine Berufsbildung statt, wobei die Bildungsgänge oft auch mit einer Reifeprüfung abschließen. Die vollschulische und duale Berufsbildung in Österreich hat ein sehr ausgewogenes Verhältnis:

- Die Berufsbildung im dualen System mit einer Betriebslehre und einer Teilzeit-Berufsschule als Berufsbildende Pflichtschule. Das Zeitverhältnis von Betriebslehre und Berufsschule beträgt ungefähr 4:1. Bei der Betriebslehre werden Fachpraktische Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt. In der Berufsschule erfolgt eine entsprechende Ergänzung mit Allgemein- und Persönlichkeitsbildung und Fachtheorie. In der Berufsschule verfachlicht sich zunehmend seit der Fortbildungsschule.
- Die Berufsbildung vollschulisch hat in Österreich einen hohen Stellenwert. Die Berufsbildung mit Fachpraxis und Fachtheorie findet in den einzelnen Schulen statt. In Österreich hat diese Qualifikationsebene eine hohe Beschäftigungsfähigkeit. Es gibt zwei Bildungsebene, nämlich die 3 und 4- jährigen Berufsbildenden mittleren und die 5-jährigen Berufsbildenden höheren Schulen.[43]

Das österreichische Schul- und Bildungswesen soll für alle Jugendlichen die gleichen Bildungs- und Berufschancen bieten. Jede Begabung muss gleich gefördert werden. Der Zugang zur Bildung z.B. zur AHS und auch zur BHS ist nicht für alle Jugendliche gleich gewährleistet. Es gibt nicht in jedem Bezirk in Österreich eine AHS-Lang-Form und es gibt unterschiedliche Versorgung mit den BHS-Lehranstalten, wie den HTL, den HAK, den HLW, HLT u. s. w.

Eine hohe Selektivität gibt es aufgrund der dualen Mittelstufe der Zehn- bis Vierzehnjährigen durch den Besuch von Gymnasium und Hauptschule/Neue Mittelschule. Der Bildungsabschluss der Eltern spielt oft eine wesentliche Rolle, wie sich der Bildungsweg der Jugendlichen gestaltet. Diese Tabelle gibt Aufschlüsse über das duale Bildungssystem an der Mittelstufe der Zehn- bis Vierzehnjährigen. Die Bildungsvererbung durch die Eltern spielt in der Bildungslaufbahn eine nicht zu unterschätzende Rolle in Österreich. Das duale Bildungssystem mit Gymnasium und Hauptschule/Neue Mittelschule ist die größte Bildungs-Barriere und diese sollte bildungs- und gesellschaftspolitisch endlich beseitigt werden:[44]

An der Schnittstelle von der Volksschule in die duale Mittelstufe der Zehn- bis Vierzehnjährigen wird nicht nach vergleichbaren und standardisierten Verfahren selektiert. Es gibt Belege von internationalen Studien, welche durch PIRLS/TIMMS und PISA gegeben sind. PIRLS[45] testet im Anstand von fünf Jahren die Lesekompetenz von Schülern der 4. Schulstufe. TIMMS[46] testet die Mathematik- und Naturwissenschaftliche Kompetenz in der 4. Schulstufe. PIRLS und TIMMS messen gemeinsam die entsprechenden Grundschulkompetenzen vor dem Eintritt in die Sekundarstufe I. Die PISA[47] -Studie misst die Kompetenzen der 15/16- Jährigen in den drei zentralen Bildungsbereichen: Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Das in der Pflichtschulzeit erworbene Wissen wird gemessen. Die PISA-Studie wird in den 1990er Jahren von der OECD[48] ins Leben gerufen, um Daten zur Qualität und Effektivität der verschiedenen Schulsysteme in den Mitgliedsländern zu erhalten. Das Faktenwissen spielt dabei eine untergeordnete Rolle.[49]

3 Höhere und niedere Schule in der Habsburgermonarchie

Die Allgemeinbildenden höheren Schulen haben eine längere Tradition, wobei diese auf die mittelalterlichen Lateinschulen zurückgeht. Die Klosterschulen und später die Jesuitengymnasien haben Wurzeln in diesen mittelalterlichen Schulen. Die Jesuitengymnasien entstehen durch die Gegenreformation, als Gegenstück zu den semiuniversitären protestantischen Landschaftsschulen. Diese Jesuitenschulen haben die Aufgabe die lateinische Sprachen in Wort und Schrift möglichst vollständig zu lehren. Diese haben auf die niederen philosophischen und den anderen höheren Universitätsstudien, wie Theologie, Jus und Medizin vorzubereiten. Die Erzherzogin von Österreich Maria Theresia und vor allem ihr aufgeklärter Sohn Joseph II führt den naturwissenschaftlichen Unterricht und nützliche Kenntnisse an den Gymnasien ein. Nach dem Wiedererstarken des kirchlichen Einflusses in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert werden viele Reformen des Gymnasiums wieder zurückgenommen. Latein an diesen höheren Bildungsanstalten bei weitem wieder die meisten Stunden und diese altphilologische Sprache wird wieder zum Hauptgegenstand.

3.1 Höhere lateinische Gymnasium und niedere deutsche Schulen zur Volksbildung

Der Modell-Schulversuch Neue Mittelschule wird als Regelschule im Jahre 2012 politisch durch den Nationalrat beschlossen. Die innen differenzierte Neue Mittelschule wird schrittweise und flächendeckend in Österreich bis 2018 umgesetzt. Die Weiterentwicklung der Hauptschule mit den außen differenzierten drei Leistungsgruppen in den Hauptgegenständen Deutsch, Mathematik und Englisch, bringt eine vielfältig innen differenzierte Neue Mittelschule. Das Problem einer frühen Selektion nach der 4. Schulstufe mit zehn Jahren wird auch bei dieser Minireform nicht gelöst. Die Allgemeine Mittelschule an der Mittelstufe der Zehn- bis Vierzehnjährigen Jugendlichen ist ein wichtiger Wiener Schulversuch in der Ersten Republik. Parteipolitisch-ideologische Gründe verhindern wieder einmal, dass dieser weiterentwickelte Wiener Schulversuch von der Sozialdemokratie und von pädagogisch-fortschrittlich denkenden Menschen nicht umgesetzt werden kann. Die Neue Mittelschule kann als gemeinsame Schule der Zehn- bis Vierzehnjährigen auch diesmal nicht verwirklicht werden.

3.1.1 Allgemeinbildende Höhere Schulen und das Jesuitengymnasium mit Bakkalaureats-Abschluss

Die Jesuiten kommen durch Aufforderung von König Ferdinand I. nach Österreich. Im Jahre 1551 treffen die Jesuiten in Wien ein. Diese werden von den Stadtbürgern und der Universität freundlich aufgenommen. Die Jesuiten errichten im Jahre 1553 das erste Gymnasium, das vorerst von wenigen Studenten besucht wird. Das Gymnasium hat eine gewisse Beziehung zur Universität und führt daher die gelehrte Bezeichnung Akademisches Gymnasium. Die Schülerzahl steigt im Laufe der Zeit und um das Jahr 1650 entsteht eine zweite gymnasiale Lehranstalt in Wien. Im Jahre 1604 wird das Jesuitengymnasium in Klagenfurt gegründet. Die katholischen Habsburger sind sehr jesuitenfreundlich und dadurch entstehen in der Gegenreformationszeit laufend Gymnasien dieses Ordens. Die Jesuiten beschäftigen sich vor allem mit der höheren Bildung. Der Bildungsorden der Piaristen hat im Gegensatz zu den Jesuiten hauptsächlich auch das niedere Schulwesen versorgt.[50] Dieser Orden wird zur Zeit der Gegenreformation nach Österreich berufen. Der Elementarunterricht findet oft als Privatunterricht statt.[51]

„Die Schulen der Jesuiten und auch der Benediktiner waren eben in erster Linie für die Kinder der besseren Leute bestimmt. Doch ist hervorzuheben, dass keinerlei Schulgeld eingehoben wurde, dass arme Schüler mit den Resten der Tafel des Kollegs oder Klosters beköstigt wurden. In Wien war gemäß einer umfangreichen Vorschrift von 1635 Voraussetzung dieser Verabreichung von Speisen fleißiges Beten und Studieren, gute Sitten und vor allem die Zugehörigkeit zu einer Kongregation notwendig.“[52]

Es gibt an den Jesuitengymnasien kaum Regeln wie Studenten über die Promotion zum Bakkalaureat aufsteigen. Adelige Studenten kommen besonders leicht zu solchen akademischen Abschlüssen. Das Bakkalaureat entspricht um 1900 der Maturitätsprüfung. Die Auflösung des Jesuitenordens im Jahre 1773 hat eine drastische Verringerung der Gymnasien zur Folge. Es werden auch Gymnasien in deutsche Schulen umgewandelt. Nach Meinung der Regentin Maria Theresia werden dem Handel und Gewerbe durch die Gymnasien zu viele brauchbare Kräfte entzogen. Die deutschen Hauptschulen in den großen Städten und Klöstern sollten die bürgerliche Jugend entsprechend nützlich und brauchbar bilden.[53]

Die Mittelstufen-Schulform der Zehn- bis Vierzehnjährigen ermöglicht in Österreich keinen ernst zu nehmenden bildungspolitischen Konsens. Die duale Mittelstufe mit den Gymnasien ist für viele Bildungs- und Besitzbürger ein Mythos. Die außen differenzierten zwei Klassenzüge und die später darauf folgenden drei außen differenzierten Leistungsgruppen der Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch der Hauptschule gehören inzwischen der Vergangenheit an. Der Begriff Hauptschule wird durch die Schulordnung 1774 der Kaiserin Maria Theresia erstmals genannt. Die Hauptschule ist als gehobene deutsche Elementarschule in den Städten für die Bürger vorgesehen. Die Hauptschulen vermitteln zunehmend auch nützliche und brauchbare berufliche Bildungsstoffe. Eine Weiterentwicklung der dualen Mittelstufe erfolgt dadurch, dass an der Neuen Mittelschule eine vielfältige innere Differenzierung und ein Team-Teaching in den Hauptgegenständen vorgesehen sind. Eine Reform der dualen Mittelstufe ist seit der Ersten Republik praktisch durch eine Aufwertung der niederen Pflichtschule gegeben. Die Hauptschule der Allgemeinen Schulordnung des Jahres 1774 wird im Jahre 2012 zur Neuen Mittelschule weiterentwickelt. Eine vielfältig innen differenzierte Schule aller Zehn- bis Vierzehnjähren kann politisch-ideologisch bis heute wieder einmal nicht umgesetzt werden.

Durch den üblichen parteipolitischen Kompromiss erfolgt an der Mittelstufe wieder einmal nur eine Minimalreform. Der Schulkampf als Kulturkampf in der der Ersten Republik zwischen den Sozialdemokraten und den Christlich-sozialen setzt sich im Bildungsbereich der Zehn- bis Vierzehnjährigen bei den Nachfolgeparteien Sozialdemokratie und Volkspartei bis in die Gegenwart fort. Das Schulorganisationsgesetz 1962 systematisiert erstmals das gesamte Schulwesen einheitlich. Die Allgemeine Schulordnung 1774 und die Politische Schulverfassung 1806 und das Reichsvolksschulgesetz 1869 systematisiert das niedere Schulwesen. Die Pflichtschule mit der allgemeinen Volksschule am Lande und der Bürgerschule in der Stadt entsteht durch das liberale und moderne Reichsvolksschulgesetz. Die katholisch Konservativen haben mit der gottlosen Neuschule keine besondere Freude. Das Organisationsstatut 1849 bringt eine Reform der Mittelschulen. Es wird das moderne 8- jährige Gymnasium mit Unter- und Oberstufe umgesetzt. Die 3- jährige Realschule wird zu einer mehr oder weniger vollständigen 6- jährigen Realschule. Das niedere Pflichtschul- und das höhere Mittelschulwesen werden durch das duale Haupt- und Mittelschulgesetz 1927 bis in die Gegenwart zusammengeführt. Das Schulorganisationsgesetz 1969 hat die duale Mittelstufe gesetzlich verfestigt und diese wird in die neue Schulsystematik eingeordnet. Das Reichsvolksschulgesetz 1869 baut auf dem liberalen Staatsgrundgesetz 1867 auf. Das Hauptschulgesetz 1927 bringt eine Weiterentwicklung der 3- jährigen einzügigen Bürgerschule zur 4- jährigen zweizügigen Hauptschule. Die Schulversuche der Ersten Republik in Wien waren bestrebt die Leitsätze der Reformabteilung des quasi Unterrichtsministeriums umzusetzen. Die Reformabteilung ist eine Stabstelle des Unterrichtsamtes des Bildungspolitikers Otto Glöckel. In der Zweiten Republik werden vor den Schulversuchen eine Schulreformkommissionen, nämlich im Jahre 1969 und im Jahre 2007 vorangestellt. Diese Kommissionen sind Beratungsorgane des Ministerium und damit des Unterrichtsministers. Die Schulversuche der 1970er Jahre bringen die drei Leistungsgruppen der Hauptschule hervor. Die Modell-Schulversuche beginnen im Jahre 2008 und diese bringen eine Umsetzung in Form der innen differenzierten Neuen Mittelschule im Jahre 2012.

3.1.2 Deutsche Schulen in den Städten zur Bürgerbildung

Über das Entstehen des Volksunterrichts im Spätmittelalter gibt es unterschiedliche Auffassungen. Es entstehen die Stadt-, Gemeinde- und Pfarrschulen. Diese Schulen haben einen privaten Charakter und ihr Entstehen hängt vom Pfarrer und den Bürgern einer Stadt ab. Von einigen wenigen Stadtschulen abgesehen, liegt das gesamte niedere Schulwesen in den Händen der katholischen Kirche. Eine Schule gibt es in der Regel nur dort wo es eine Pfarrkirche gibt. Bei den Pfarrschulen wird wenig Lesen und Schreiben gelernt. Es finden hauptsächlich religiöse Unterweisungen statt, um die Gestaltung des Gottesdienstes zu unterstützen. Der Unterricht ist unregelmäßig und findet ohne Lehrplan statt. Die Pfarrschulen sind eine lange Zeit praktisch ohne Schulmeister. Es kann davon ausgegangen werden, dass im ausgehenden Mittelalter in allen Städten und großen Pfarrorten zumindest zeitweise Schulmeister eingestellt. In der Reformationszeit verfällt zunehmend der katholische Unterricht. Viele katholische Priester und Lehrer treten zum neuen evangelischen Glauben über. An vielen katholischen Stadt- und Pfarrschulen unterrichten zunehmend evangelische Schulmeister. Das Schulwesen ist im 17. Jahrhundert unter evangelischen Einfluss. Die Re-Katholisierung bleibt zunächst im 16. Jahrhundert beinahe wirkungslos. Durch das Konzil von Trient 1545-1563 wird der katholische Glaube neu geordnet und damit die Gegenreformation eingeleitet. Die Schulzustände sind im beginnenden 18. Jahrhundert katastrophal. Viele Eltern auf dem Lande ist es offenbar nützlicher, dass die Kinder zu Hause in der Landwirtschaft oder hausindustriell beschäftigt werden. In der Habsburgermonarchie nehmen im Jahre 1770 etwa 17% der Schulfähigen Kinder an einem Primarunterricht Unterricht teil.[54]

Die Volkschule wird in der Habsburgermonarchie von Maria Theresia gegründet. Die Schulmeister sind auf das Schulgeld als Nebenverdienst angewiesen. Die Schulmeister sind hauptberuflich Mesner, Vorsänger, Schreiber, Handwerker und werden auch in der Landwirtschaft beschäftigt. Maria Theresia beginnt sich ab 1750 über die Schulzustände des Landes zu informieren. Die niederen Schulen am Lande nehmen in der Zeit der Gegenreformation einen ausgesprochen katholischen Charakter an. In vielen Schulordnungen muss der Schulmeister ein Glaubensbekenntnis ablegen. Die katholische Reform bringt mit sich, dass in den Städten und Gemeinden qualitativ ein beträchtlicher Rückgang an niederen Schulen stattfindet. Das Lehrpersonal selbst, hat damals oft eine geringe Bildung. Die Jesuiten sind die Träger der höheren Bildung, daher wird eine höhere Bildung in den Gemeindeschulen überflüssig. Der Dreißigjährige Krieg ist ein Religionskrieg und die Baueraufstände gegen die Gutsherrschaft bringen einen beträchtlichen Verlust in der Volksbildung. In einzelnen Orten der Habsburgermonarchie werden zunehmend den lateinischen Schulen auch deutsche Schulen zur Seite gestellt. Die deutsche Schule wird allmählich zu einer Bildungsstätte des Volkes. Die Knaben werden durch die deutschen Schulen zunehmend dem Priesterberuf entfremdet. Der allgemeine Rückgang der lateinischen Schulen in den Städten und Märkten lässt sich nicht aufhalten. Es findet zunehmend eine Trennung der Latein Lehrenden Gymnasien und den das Latein immer mehr aufgebenden deutschen Schulen. Es beginnt sich allmählich eine Trennung von lateinischem Gymnasium und der deutschen Volkschule herauszukristallisieren. Die notwendigen Nebenbeschäftigungen der Schulmeister sind im 17. und 18. Jahrhundert vielfältig. Die Funktion eines Kirchendieners wird oft mit dem eines Schulmeisters verknüpft.[55]

Die Aufklärung setzt durch Maria Theresia eine Reform des Primarschulwesens in Gange. Eine Bildungsbedürftigkeit des gemeinen Volkes wird zunehmend erkannt. Die Erzherzogin von Österreich Maria Theresia entscheidet sich am 19. Mai 1770 für den Vorschlag des immer wichtiger werdenden Staatsrates. Diese ordnet die Errichtung einer eigenen „Commission in Schulsachen“ in der Habsburgermonarchie an. Joseph Meßmer gehört der „niederösterreichischen Schulkommission“ an, die erstmals am 14. Juli 1770 tagt. Meßmer wird federführend für die österreichische Schulreform zuständig. Die Beratungen der „niederösterreichischen Schulkommission“ führen am 22. Oktober 1770 zu einer landesfürstlichen Anordnung, wobei das Hofdekret für alle Erbländer der Habsburgermonarchie gilt.

[...]


[1] Der Lesefluss soll nicht beeinträchtigt werden, daher wird die traditionelle Schreibweise verwendet, wobei das weibliche Geschlecht mitgedacht werden muss.

[2] Die duale Lehrlingsbildung in den Betrieben einschließlich der Teilzeit-Berufsschule wird als LEHRE und der schulische Vollzeitbereich der Berufsbildenden mittleren und höheren Schule wird als SCHULE bezeichnet.

[3] Vgl. Lassnig, Lorenz 2012: Die berufliche Erstausbildung zwischen Wettbewerbsfähigkeit, sozialen Ansprüchen und Lifelong Learning – eine Policy – Analyse, S. 313.

[4] Vgl. Dörte, Gernert 1993 (Hrsg.): Gesetze für das niedere Bildungswesen 1774-1905.

[5] Jelloschek 1969: Das Reichsvolksschulgesetz, S. 5788.

[6] Vgl. Scheipl, Helmut/Seel, Helmut 1987: Die Entwicklung des österreichischen Schulwesens von 1750 – 1938, S. 58 – 60.

[7] Vgl. Schermaier, Josef 1981: Die Allgemeine Handwerkerschule, eine Schule der beruflichen Vorbildung, S. 67 – 68.

[8] Entwurf des Statutes der allgemeinen Handwerkerschule in….In: Centralblatt für das gewerbliche Unterrichtswesen 1985, Bd. IV, S. 33.

[9] Schmied, Claudia 2007: Die Neue Mittelschule - ein Meilenstein in der Schulreform, S. 1. In: www.bmukk.gv.at/schulen/bw/nms/ek.xml [27. 10. 2013].

[10] Die Neue Mittelschule als Meilenstein am Weg zur gemeinsamen Schule. Qualität, Leistung und eine neue Lehr- und Lernkultur führen zum Erfolg, S. 1. In: www.bmukk.gv,at/ministerium/vp/2013/20130823.xml [27. 10. 2013].

[11] Schilcher, Bernd 2007: Vorsitzender der Expertenkommission – Zukunft der Schule.

[12] Vgl. Engelbrecht, Helmut 1986: Geschichte des österreichischen Bildungswesens. Von 1848 bis zum Ende der Monarchie, S. 52.

[13] Vgl. Piffl, Rudolf/Simonic, Anton 1938: Geschichte der Erziehung und des Unterrichtes, S. 299f.

[14] Vgl. Vogtenhuber, Stefan/Lassnigg, Lorenz/Brunneforth, Michael 2012: Indikatoren A: Kontext des Schul- und Bildungswesens, S. 16.

[15] Piffl, Rudolf/Simonic, Anton 1938: Geschichte der Erziehung und des Unterrichtes, S. 158.

[16] Vgl. www.comenius.de/comeniuslehrer.cfm.

[17] Vgl. Scheipl, Josef/Seel, Helmut 1987: Die Entwicklung des österreichischen Schulwesens von 1750 – 1938, S. 10f.

[18] Vgl. Scheipl, Josef/Seel, Helmut 1987: Die Entwicklung des österreichischen Schulwesens von 1750-1938, S. 39f.

[19] Schermaier, Josef 1990: Geschichte und Gegenwart des allgemeinbildenden Schulwesens in Österreich, S. 137.

[20] Piffll, Rudolf/Simonic, Anton 1938: Geschichte der Erziehung und des Unterrichtes, S. 152.

[21] Vgl. Piffl, Rudolf/Simonic, Anton 1938: Geschichte der Erziehung und des Unterrichtes, S. 155.

[22] Vgl. Piffl, Rudolf/Simonic, Anton 1938: Geschichte der Erziehung und des Unterrichtes, S. 155.

[23] Vgl. Piffl, Rudolf/Simonic, Anton 1938: Geschichte und Erziehung und des Unterrichtes, S. 167f.

[24] Bildungswege in Österreich 2013. Hrsg. Bundesministerium für Unterricht

[25] Pfeifer, Michael 2006: Bildung auf Finnisch; S. 23-26.

[26] Vgl. Välijärvi, Jouni 2009: Der Sekundarbereich, S. 170-178.

[27] Vgl. Mathies, Aila Leena, Mathies / Skiera, Ehrenhard 2008: Studien zum Bildungswesen und Schulsystem in Finnland, S. 109.

[28] Vgl. Pfeifer, Michael 2006: Bildung auf Finnisch, S. 26 - 29.

[29] Vgl. Skiera, Ehrenhard 2008: Reformpädagogik und Innere Schulreform in Geschichte und Gegenwart – Das Beispiel Finnland. In: Matthies Aila-Leena / Skiera, Ehrenhard (Hrsg.): Studien zum Bildungswesen und Schulsystem in Finnland. S. 109f. PDF-Datei [12.04.2013].

[30] Vgl. Skiera, Ehrenhard 2009: Strukturen und pädagogisch-didaktische Konzeptionen des Erziehungs- und Bildungswesens, S. 117.

[31] Vgl. Skiera, Eberhard/Matthies, Aila-Leena 2009: Das Bildungswesen Finnlands in mehrperspektivischer Sicht, S. 16f.

[32] PISA-OECD – Internationale Schulleistungsuntersuchungen der Grundbildung 15-Jähriger seit 2000 alle drei Jahre: Wissen, Fähigkeiten und Kompetenzen: Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften; sozialer- und Migration Hintergrund, Risikogruppen. Aufgabe der OECD ist die Politikberatung.

[33] Vgl. EURYDICE 2009 und ibw-Internetrecherchen für außereuropäische Länder.

[34] Vgl. EURYDICE 2010, Ludger Wößmann 2008, OECD 2004, sowie ibw-Internetrecherche.

[35] Vgl. Glaboniat, Manuela 2006: Das Papier nicht wert. Zum Problem schulischer Leistungsmessung und Benotung und neue Chancen durch Qualitäts- und Leistungsstandards.

[36] Vgl. PISA 2004 und Simon Burtscher .o.J.

[37] Vgl. folgende Studien: Martin Spielauer u.a. 2002 und 2003; Franz Schwarz u.a. 2002; Johann Bacher 2003 und 2005; Peter Schlögel und Norber Lachmayr 2004; Norbert Lachmayr 2005; Adelheid Bauer 2005; Regina Radinger 2005; Lorenz Lassnig und Stefan Vogtenhuber 2009.

[38] Vgl. Simone Breit 2009; Schmich Juliane 2009a.

[39] Vgl. Merimaa, Erkki 2009: Die allgemeine Grundschule – Neun Jahre gemeinsamen Lernens für alle: S. 142-144.

[40] Vgl. Välijärvi, Jouni 2009: Der Sekundarbereich, S. 170-178.

[41] Brandsteidl, Susanne 2006: Otto Glöckel und wir; S. 9.

[42] Vgl. Engelbrecht, Helmut 1983: Geschichte des österreichischen Bildungswesens. Das 16. und 17. Jahrhundert. Bd. 2, S. 135f.

[43] Vgl. Bildungssysteme in Europa. Hrsg. Institut für Sozialforschung, Informatik & Soziale Arbeit, S. 8-12.

[44] Expertenkommission des Unterrichtsministeriums 2007/2008– Zukunft der Schule – Neue Mittelschule, S. 48.

[45] PIRLS: Progress in International Reading Literacy Study.

[46] TIMMS: Trends in International Mathematics and Science Studies.

[47] PISA: Programme for International Student Assesment.

[48] OECD: Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

[49] Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation & Entwicklung des österreichischen Schulwesens.

[50] Vgl. Piffl, Rudolf/Simonic, Anton 1938: Geschichte der Erziehung und des Unterrichtes. (= Lehrbuch der Pädagogik, Bd. 4), S. 97.

[51] Vgl. Strakosch-Graßmann, Gustav 1905: Geschichte der österreichischen Unterrichtsanstalten, S. 69.

[52] Strakosch-Graßmann, Gustav 1905: Geschichte der österreichischen Unterrichtsanstalten, S. 70.

[53] Vgl. Schermaier, Josef 1990: Geschichte und Gegenwart des allgemeinbildenden Schulwesens in Österreich, S. 106f.

[54] Vgl. Schermaier, Josef 1990: Geschichte und Gegenwart des allgemeinbildenden Schulwesens in Österreich, S. 34-36.

[55] Vgl. Strakosch-Graßmann, Gustav 1905: Geschichte des österreichischen Unterrichtswesens, S. 72-75.

Details

Seiten
233
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656533849
ISBN (Buch)
9783656537199
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v264126
Note
Schlagworte
reformpädagogisches zukunftsmodell allgemeine mittelschule schule zehn- vierzehnjährigen bildungsbarrieren österreich mittelstufe herkunft

Teilen

Zurück

Titel: Reformpädagogisches Zukunftsmodell: ALLGEMEINE MITTELSCHULE -vielfältig innen differenziert - Schule aller Zehn- bis Vierzehnjährigen.