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Transnationale Unternehmen am Beispiel General Motors

Hausarbeit 2005 15 Seiten

BWL - Wirtschaftspolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Deckblatt

Einleitungssätze

1 Einleitung

2 Entwicklung und Geschichte von Transnationalen Konzernen
Einteilung in Profit und Non-Profit NGOs
Warum gibt es überhaupt wirtschaftliche NGOs?
Der Bedeutung von TNKs

3 TNKs und ihr Einfluss auf die internationale Politik
„Gast – und Heimatländer“
Das „Akteur « Struktur – Problem“
„Pluralistische Interpendenztheorien“
„Politik als Werteverteilung“

4 Beispiel General Motors als TNK

5 Schluss
Anhang
Abkürzungsverzeichnis
Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Durch die Globalisierung werden die Verflechtungen zwischen Politik und Ökonomie immer undurchsichtiger. Wie bereits aus dem ersten Einleitungssatz ersichtlich, ist die Macht der Transnationalen Konzerne (TNKs) so groß geworden, dass sie sich mit staatlicher Autorität messen kann. Diese Hausarbeit beschreibt anhand der Funktionsweise von internationalen Großkonzernen den Einfluss von Unternehmen auf staatliche Politik. Als praktisches Beispiel wurde dazu General Motors (GM) ausgewählt. Einerseits, da die Automobilindustrie eine der global am weitesten vernetzten Industrien ist (vgl. dazu den zweiten Einleitungssatz) und andererseits, weil General Motors im Jahre 2000 der zweitgrößte Transnationale Konzern (TNK) anhand des Auslandsguthabens war.[1]

Nach einem kurzen Abriss über die Entwicklung und die Geschichte der Transnationalen Konzerne werden im dritten Punkt die theoretischen Möglichkeiten der Einflussnahme von TNKs auf internationale Politik erläutert, bevor im vierten Teil die Theorie am Beispiel GM in die Praxis umgesetzt wird. Der Schluss fast die Ergebnisse der Arbeit zusammen und versucht die Vernetzung von Politik und Ökonomie kritisch zu hinterfragen.

Die grundlegende Literatur für diese Arbeit waren die Bücher „Weltregieren durch internationale Wirtschaftsorganisationen“ von Reinhard Rode, die Aufsätze aus „Jenseits des Staates? ‚Außenpolitik’ durch Unternehmen und NGOs“, die Einführung „Internationale Politik – Probleme und Grundbegriffe“ von Martin List et. al. sowie der Aufsatz „Internationale Politische Ökonomie“ von Hans-Jürgen Bieling. Für ökonomische Vertiefungen war Gustav Dieckheuers „Internationale Wirtschaftsbeziehungen“ sehr hilfreich. Für den historischen Rahmen und die Funktionsweise der internationalen Automobilindustrie dienten in erster Linie die Bücher von Peter Dicken „Global Shift“ und Maryann Keller „Krieg der Autogiganten“ sowie die Homepage von GM. Für die aktuellen Ereignisse wurden die jeweiligen Artikel aus dem Tagesschau-Archiv verwendet.

Ein letzter wichtiger Punkt zur Literatur ist die Tatsache, dass die wirtschaftlichen Texte zumeist von Industrieunternehmen veröffentlicht und unterstützt wurden. Somit besteht die Möglichkeit, dass keine wirklich objektive Darstellung der Interdependenz von Ökonomie und Politik vorliegt.

2 Entwicklung und Geschichte von Transnationalen Konzernen

Einteilung in Profit und Non-Profit NGOs

Am Anfang dieses Kapitels bleibt fest zu halten, dass es nicht nur Transnationale Konzerne gibt, die Einfluss auf die internationale Politik ausüben. Diese wirtschaftlichen Gefüge sind Teil der so genannten Not Governmental Organizations (NGOs). Nicht-Regierungsorganisationen werden in Profit und Non-Profit NGOs unterteilt. Die Profit NGOs sind dabei in erster Linie die Transnationalen Konzerne, mit denen sich diese Hausarbeit befasst. Non-Profit NGOs wie Kirchen, Parteienzusammenschlüsse (z.B. Sozialistische Internationale) oder allgemeinnützliche Organisationen (z.B. Greenpeace, Amnesty International) werden hier ausgeklammert.

Diese allgemeine Unterteilung beschreiben Volker Rittberger und Bernhard Zangl in ihrem Buch „Internationale Organisationen: Politik und Geschichte“ sehr ausführlich.

Warum gibt es überhaupt wirtschaftliche NGOs?

In den 1950er und 60er Jahren ging es den Unternehmen hauptsächlich um die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer. Daraus resultierte unter anderem der Nord-Süd-Konflikt, der als eigenständiges Problemfeld existiert und hier nicht näher erläutert werden soll. In den angegebenen Jahrzehnten sprach man auch noch nicht von Transnationalen sondern von Multinationalen Konzernen (RODE 2002, S. 145f. sowie DIECKHEUER 1991, S. 10f.).

Ein weiterer Grund für internationales Handeln von Großkonzernen ist die Marktnähe. Japan beispielsweise ist durch seine geografische Lage sehr weit sowohl vom europäischen als auch vom amerikanischen Markt entfernt. Direktinvestitionen in anderen Industriestaaten ab den 1970er Jahren haben dann auch den Begriff der Transnationalen Konzerne geprägt (LIST et.al. 1995, S. 158f.).

Außerdem können auch politische Gegebenheiten Unternehmen zu Staatenübergreifendem Handeln zwingen. Beispielsweise erschwert die Abschottung des EU-Binnenmarktes den Handel von Nicht-EU-Staaten und fördert die innereuropäische Produktion (DIECKHEUER 1991, S.443ff.).

Der Bedeutung von TNKs

TNK haben so starken Einfluss auf die Weltwirtschaft, dass die UNO ein eigenes Zentrum zur Datenerfassung für Transnationale Unternehmen eingerichtet hat: United Nations Center on Transnational Corporations, UNCTC (1992 in die United Nations Conference on Trade and Development, UNCTAD integriert).

Wie stark dieser Einfluss ist und wie er funktioniert wird im nächsten großen Abschnitt ausführlich behandelt.

3 TNKs und ihr Einfluss auf die internationale Politik

„Gast – und Heimatländer“

Martin List steigt in seinem Kapitel Wirtschaftliche Globalisierung und Entwicklung mit folgendem Problem ein:

Konzern A mit Hauptsitz in New York. Alle seine Manager sind Amerikaner, die meisten Beschäftigten sind Ausländer und arbeiten in diversen „Gastländern“ des Konzerns. Dort wird produziert und entwickelt. Firma B sitzt in Tokio und forscht/ produziert in den USA.

Welche Firma zu unterstützen liegt in amerikanischem Interesse, wenn es z.B. um den Erhalt von Arbeitsplätzen oder Steuereinnahmen geht (LIST et.al. 1995, S. 163f.)?

List schließt daraus, für die Politikwissenschaft ist die Auswirkung der TNK auf die Wirtschaft und die Politik der „Gast- und Heimatländer“ von größtem Interesse. Abschließend kommt er zu dem Ergebnis, dass sich die einzelnen Gesellschaften und Staaten anpassen müssen, um in dem System der transnationalen Konkurrenz reagieren sowie Handlungsspielräume erhalten zu können (LIST et.al. 1995, S.230).

Dieses Beispiel gibt einen guten ersten Überblick, über das Problem der vernetzten globalen Wirtschaft. Die folgenden zwei Abschnitte beschreiben die Problematik theoretisch, während im letzten Teil dieses Kapitels bereits die praktischen Handlungsmöglichkeiten von TNKs beim Eingriff in die internationale Politik aufgeführt werden.

Das „Akteur « Struktur – Problem“

Bei diesem Problem geht es darum, in wie weit sich Struktur und Akteur gegenseitig beeinflussen und wer wen bedingt. Dieses Problem lässt sich sehr deutlich auf die TNKs in der Weltwirtschaft übertragen.

Struktur: Welthandel mit Wechselkursen, Auslandsschulden, Investitionen…. (DIECKHEUER 1991, S.10ff.).

Akteure: Staaten, TNK sowie Non-Profit-NGOs

Nach dem individualistischen Ansatz entwickeln die TNKs die Weltwirtschaft. Der strukturalistische Ansatz dagegen besagt, dass das System der vernetzten Weltwirtschaft die Entstehung von TNKs ermöglicht.

Man kann keine der beiden Ansätze verifizieren oder falsifizieren, da Struktur und Akteur so miteinander verbunden sind, dass man sie nicht getrennt behandeln kann. Die nun folgende ko-determinierte Theorie versucht beide Aspekte dieses Paradoxons zu berücksichtigen.

[...]


[1] Bericht der UNCTAD, zitiert nach RODE, Reinhard 2002. Weltregieren durch internationale

Wirtschaftsorganisationen. Erschienen in der Reihe Liberale Internationale Politische Ökonomie Bd.2. Münster – Hamburg – London: LIT Verlag. Seite 40/41. Vgl. dazu auch Abbildung 1.

Details

Seiten
15
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783656544210
ISBN (Buch)
9783656545200
Dateigröße
1.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v264904
Institution / Hochschule
Universität Mannheim – Politikwissenschaft
Note
1,3
Schlagworte
transnationale unternehmen beispiel general motors

Autor

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Titel: Transnationale Unternehmen am Beispiel General Motors