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Ketzerreime & Liebesgedichte

Poesie als Kommunikationsform zur Erinnerung, Erörterung, Ermunterung

von B. Zilla (Autor)

Fachbuch 2013 50 Seiten

Politik - Sonstige Themen

Leseprobe

Inhalt

Vorwort

Hilft Poesie – heute wie nie?

Ich bin hier die Leitung

In orange will ich dich lieben

Schulisch Totentanz

Sei meine bunte Metropole

Die fromme Katechetin

Wanne voll Lakritz

Der neue Kollege

Ich wünsche dir

Was ist asozial?

Der Tag geht zuende

Integration – was ist das schon?!

Mondscheinliebe

...Schnarcherhiebe

Plagiat

Sehnsucht

Mütter Blamage

Sternschnuppen

Redaktionsseufzer

Herz erwärmend

Heilige Nacht – ich mein’ ja nur

Himmels-Spunk

Asocial-Net

Ritter meines Herzens

Frust

... statt Lust

Radioschüssel

Gute Freunde

Radioaktive Liebe

Wehe, wenn ihr Macht gegeben

Dein Haar, langsam grau

Herbstgedicht

Nikolaus

Busenfreund

Pressefeigheit

Wissensbefreite Vorgesetzte

Hallo Ursel

Liebe Freundin

Sparen

Davongelaufen?

Sag bloß nicht Neger

Alice, du hattest so recht

Wenn du vor mir stirbst

Vorwort

Ein Blick hinter eitel-vornehm Kulissen,

bereitet niemandem ein flauschig’ Ruhekissen.

Da wird geleugnet, gelogen, wortlos geschlagen,

all jene, die solche Blicke lauthals wagen.

Wer sich gestraft fühlt durch vermeintlich Lügen,

die hier gedruckt, soll sich nun fügen

und milde lächelnd als Quatsch abtun,

was wenige von ihm wissen, viele nicht – welch’ Fortun.

Schicken auch die Pharisäer, im Täuschen wohl trainiert,

gedungene Bluthunde hinterrücks ungeniert,

so bau’ ich auf die Reflektierten, die, wenn auch mit Wut,

erkennen hinter jedem Ketzerwort Wahrheitsfunken und auch Mut.

Wer möchte, dass genüge ihm wird getan,

reite offenkundig mit genanntem Ross voran,

sei mir und meinen Liebsten kein Ruf meuchelnder Richter,

sondern spreche vor, bei der heraetisch’ Dichter.

B. Zilla

Hilft Poesie – heute wie nie?

In schweren Zeiten, denk ich mitunter, hilft die Poesie

wenig, doch spricht sie über und an – auch SIE!

Die Hofnarren- und Minne-Sprache wirkt lebensecht,

ist es doch das zart-wilde Buchstabengeflecht,

mit dem Menschen (wie ich) Abbilder malen

- ein Fliegengewicht nur auf globalen Waagschalen -

und doch der Hoffung und Einsicht klingend Wort

wie ein Handfeger an unaufgeräumtem Ort:

Zu fegen Gleichmut, Bedenken und Unwissenheit weg

oder nur zu kitzeln DEIN Näschen – ist das zu keck?

Dir ein Lächeln, Einsicht und mehr zu entlocken - nur mit Poesie!

Das macht sie dann doch wertvoll, wie nie.

Ich bin hier die Leitung

„Ich bin hier die Leitung“,

sagt der kleine, sonnenbankgetoastet Mann.

Und sieht man der Truppe Leistung,

ist fraglich, ob er leiten darf und kann.

„Ich bin hier die Chefin“,

die alteingesessen Faulste gern betont.

Und schaut man mal genau hin,

zeigt sich der destruktive Dilettant, der in ihr wohnt.

„Ich bin doch nur ein kleines Licht“ ,

der freie Mitarbeiter leise meint.

Hält ob der bossend` Knute dicht,

über Rückgrad-Schmerzen er zuhause weint.

„Ich bin hier ja noch gänzlich frisch“,

erklärt lächelnd der Azubi

und eilt schnell zu seinem Schreibtisch,

zu tun der andren Arbeit – mitunter gar so gut wie nie.

In orange will ich dich lieben

In orange

.. will ich dich lieben,

dich niemals gelb neidvoll betrügen.

Will zartrosa dir die Steaks anbraten

zur himmelblauen Stunde,

mit grünem Hoffnungsstrauß im Bunde

dich auf freudenweißen Kissen betten

mit zum Kuss gereichtem blutroten Munde.

Dem jugendreifen Mann in grau

noch vor dem silbern Morgentau

die schwarzen Träume von der Stirn gewischt,

werd’ ich jeden Tag aufs neue,

dir meine schillernd bunte Lieb’ antragen

und meine wasserfarbend Treue.

In orange –

als Surrogat aus tausend farbig Spiele

und Ausdruck allumfassender Gefühle

will ich kleiden UnserEins,

wärmen und im kühlen Wandel konservieren,

auf dass wir, ein Herz und eine Seele, müssen niemals frieren.

Schulisch Totentanz

„Also“, dacht der Direktor so für sich,

an meiner Schule kann nichts sein so fürchterlich,

dass ich maßregele Nachwuchs vom Förderverein,

da bezweifele ich lieber der anderen Pein.

„Nun“, denkt sich der Promovierte weiter,

und trotz kognitiver Dissonanz stimmt ihn das noch heiter,

„in Zeiten auch finanzieller Bildungsnot

ist PR alles und letztlich halt der Wahrheit Tod“.

Schnappatmung zeichnet all jene aus,

die in diesem vornehmen Lehrhaus

um Rückrad und Gerechtigkeit bemüht,

sich wiederholt an giftig` Machtsüppchen verbrüht.

Der redlich Engagierte – jeder für sich - zuhause flennt,

in den Klassen der soziale Brennpunkt lichterloh brennt

unter dem Deckmantel elterlicher Bildungsbürger,

die mit blasierter Kraft stützen der Gemeinwohl Würger.

Letztlich rauft sich der Direx nun das Haar.

Er hat erkannt, doch ist nun fix wirkender Mittel bar:

Denn wer heute Unrecht offen ihm bezeugt,

wird, morgen schon, unter Mobber-Rute brutal gebeugt.

Dass das auch anders geht,

merkt der Verantwortliche (fast) zu spät...

.. genau dann, als Gefahr droht fürs eigene Fell,

dann klappt’s mit der „Täter“ Disziplinierung schnell.

Die Moral von der Geschicht:

Der Rüpel aus Familie Flodder stört den Schulfrieden eher nicht.

Die selbsternannte „Elite“, im Rücken die mitlaufende Ignoranz,

spielt mal laut, mal leise auf zum schulisch Totentanz.

Sei meine bunte Metropole

Sei meine bunte Metropole

aus der ich mir Input hole

für die Kür und für die Pflicht

und auch deine Freuden - die vergess’ ich dabei nicht.

Lass mich deine Hauptstadt und dein Hafen sein:

pulsierend, inspirierend , groß und klein.

Und wenn wir beide sind uns Musenkuss -

meistern wir alles, auch das Muss!

Lass uns verschmelzen zum Nabel der Welt ,

in der vor allem unsere Liebe zählt,

wo wir sind Reisende durchs Leben

erfüllt im Nehmen und im Geben.

Die fromme Katechetin

Fällt sie auf einer Bananenschale hin,

die ach so fromme Katechetin,

nicht nur ein Schäflein der Gemeinde

verstohlen lauthals in sich lacht,

hat es sich doch die strebsam Frau zum Feinde

aufrichtig oder ohne Grund gemacht.

Denn welch geistig Gewand die Bibeltreue trägt,

selbst manchem Pfarrer gar die Stimm` verschlägt

sieht er, was sie Kraft ihres Amtes treibt:

Sie an Kindern ihre Macht missbraucht,

Mütter abkanzelt, weil nicht wie sie beleibt,

Väter missachtet, die vor der Kirch’ geraucht.

Da werden Kinder vor Gott und Gemeinde bang,

unter der Dame Regeln bittrer Zwang.

Das Pharisäertum treibt manch` dornig Blüte,

denn Didaktik und Herzlichkeit, die sind ihr fremd.

Berechnend verteilt sie ihre aufgesetzte Güte,

steckt Hinterfragende ungefragt ins Büßerhemd.

Dem Pfarrer, der das weiß,

treibt`s auf die Stirn den Zornesschweiß.

Wie soll er frommen Nachwuchs rekrutieren,

wenn solch Matrone führt ihr destruktives Regiment,

viele des lieben Friedens wegen vor ihr salutieren

während daheim das Kommunionkind flennt?

„Wo warst du am Sonntag bei der Messe, sag’ s du Gör?“

schallt Ihre Stimme beim hochnotpeinlichen Verhör.

Und mancher schickt ein stilles Gebet nach oben

ob der Frage: „Stirbt diese Art denn niemals aus?“

Wünscht sich wie durch Gottes Hand `ne Bananenschale hingeschoben,

auf der solch` unchristlich Wirken schliddert aus dem Kirchenhaus.

Wanne voll Lakritz

Ich schenk dir eine Wanne voll Lakritz

- kein Witz!

Denn wenn du im schwarzen Gold kannst baden,

sich Leib und Seele gleichsam laben.

Im Lakritz, da sitzt der Spunk

- kein unk!

,der dir das Herz erwärmt

während er herzlichst für dich schwärmt.

So ein Bad im Salmiak

- good luck!

hebt den Blutdruck und noch mehr,

was Freuden macht auch beim Verkehr.

Lutsche, beiss’ es, kau’ drauf `rum

- sei nicht dumm!

Und deine Küsse schmecken lecker,

besser noch, als die vom Zuckerbäcker.

Ich denk`, ich kann es wagen

, ohne groß zu fragen,

in diese Wanne mit dir zu steigen,

was dann passiert - es wird sich zeigen...J

Der neue Kollege

Der neue Kollege,

- infam oder einfach nur sozial verwirrt? -

ist durch und durch Stratege,

hat sich zu uns lediglich verirrt.

In seinem Innern fühlt er sich klein und mies,

ist zu Seinesgleichen fies,

nicht jedoch zur Obrigkeit,

dort schleimt er mit Scheinheiligkeit.

Er fühlt sich zu Höherem geboren,

bei „niederen“ Arbeiten völlig verloren.

Egal, was er kann oder lernen kann,

die Arbeit wird von ihm nicht getan.

Stattdessen erzählt er wilde Mär,

was für ein toller Kerl er wär’ -

wenn nur das (Arbeitslosen-)Schicksal ihn nicht hierher gebracht,

vom goldnen Königsstuhl in den düstren „Sklavenschaft“.

Als er noch an den Hebeln der Macht,

hat er sich stets ins Fäustchen gelacht,

wenn er an der anderen Stühle gesägt,

bevor ihm Kritik oder gar Arbeitswust entgegenschlägt.

Der neue Kollege.....

Jetzt, mit seinem wahrem Vermögen konfrontiert,

reagiert er gelinde gesagt „irritiert“.

Weiß nicht, ob mit dem Fuß er aufstampfen soll,

oder den unschuldig Ärmsten geben wie doll.

Wie auch immer –

aus seinem Arbeitszimmer

sähe man ihn gerne gehen stiften,

bevor er Bewährtes kann vergiften.

Denn niemand mehr redet ungeniert,

Privates und Berufliches wird verklausuliert,

damit dieser so über aufmerksame Mann,

bloß keine Info gegen einen verwenden kann.

Und wie endet die Geschicht’?

Sieht man in sein Gesicht,

steht dort, dass unser kleiner Renommist

möchte’ zurück auf die große Bühne, von der er gekommen ist.

Dann wollen wir ihm ‚mal die Daumen drücken,

ihn mit besten Wünschen bestücken,

daß sein Traum schon bald wird wahr

und wir sind glücklich – seiner bar.

[...]

Details

Seiten
50
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656552185
ISBN (Buch)
9783656552284
Dateigröße
637 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v265474
Note
Schlagworte
ketzerreime liebesgedichte poesie kommunikationsform erinnerung erörterung ermunterung

Autor

  • B. Zilla (Autor)

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Titel: Ketzerreime & Liebesgedichte