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"Die beiden" von Hugo von Hofmannsthal. Eine Analyse des Gedichts

Referat / Aufsatz (Schule) 2012 7 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Analyse des Gedichtes „Die Beiden“ (Hugo von Hofmannsthal)

Hugo von Hofmannsthal verfasste im Jahr 1896 das Gedicht „Die Beiden“, das der Epoche des Naturalismus und seiner Gegenströmung zuzuordnen ist. Die literarische Kunst in jenem Zeitabschnitt löste sich von der recht einheitlichen Epoche des Realismus, sodass sich verschiedene Stilrichtungen entwickelten. Zu ihnen zählten der Naturalismus und der Impressionismus sowie der Symbolismus, der die Werke Hofmannsthals stark prägte. Hofmannsthals Gedicht „Die Beiden“ thematisiert die sexuelle Triebhaftigkeit und die Sehnsucht nach der großen Liebe von jungen Menschen.

Eine genaue Analyse des Werkes zeigt die Begegnung eines Mannes und einer Frau, die beide eine große Anziehungskraft aufeinander ausüben, aber auf Grund ihres persönlichen Findungsprozesses nicht zueinander finden können. Damit eine inhaltliche und stilistische Kongruenz festgestellt werden kann, beachten wir zunächst die inhaltliche Ebene.

Das Gedicht „Die Beiden“ ist in drei Strophen untergliedert. Dabei beinhalten die ersten beiden Strophen jeweils vier Verse, die letzte hingegen sechs. Die erste Strophe widmet sich der Frau und ihres Auftretens: „So leicht und sicher war ihr Gang“ (V. 3). Es wird somit ein selbstbewusstest Bild vermittelt, was mit dem Frauenbild des späten 19. Jahrhunderts zu vereinen ist. „Anfang des 19. Jahrhunderts w[u]rden im Zuge der Bürgerbewegungen erste Frauenvereine gegründet, [...] die sich für eine Verbesserung der sozialen und politischen Stellung der Frau einsetzten[1].“ Daneben zeigt die Sicherheit der Frau ihre Experimentierfreudigkeit, was die anziehende Wirkung auf Männer betrifft.

Zu Beginn des Gedichtes wird das Symbol des Bechers aufgegriffen, welches ein wiederkehrendes Element darstellt. Der „Becher“ (V. 1) kann einerseits im religiösen Kontext gedeutet werden, anderseits auch bildlich für die Liebe stehen. Auffällig ist, dass nur die Frau im Besitz des Bechers ist: „Sie trug den Becher in der Hand“ (V. 1). Daraus kann gefolgert werden, dass die Frau sich nach Liebe sehnt.

Vers zwei des Gedichtes verweist auf den Zusammenhang zwischen dem Becher und der Frau, ebenso der Symbolik: „Ihr Kinn und Mund glich seinem Rand“ (V. 2). Das Kinn steht für Individualität, da die Gesichtsform durch dieses geprägt wird. Kinn und Mund bilden gemeinsam eine Einheit und verdeutlichen hierbei das in der Frau vorherrschende harmonische Zusammenspiel. Dadurch, dass der Becher maximal mit Liebe bzw. mit Sehnsucht nach Zuneigung gefüllt ist, entsteht durch den Rand eine Oberflächenspannung. Diese Spannung führt dazu, dass „[k]ein Tropfen aus dem Becher spr[ingt]“ (V. 4). Gleichermaßen kann das Wort „sein[]“ (V. 2) schon eine erste Anspielung auf den Mann darstellen. Die zweite Strophe ist als Pendant zur ersten zu verstehen, da diese den männlichen Charakter thematisiert. Dabei weisen Vers drei und fünf Parallelen auf: „So leicht und sicher war ihr Gang“ (V. 3) und „[s]o leicht und fest war seine Hand“ (V. 5). Auch er wird sehr selbstbewusst beschrieben, was durch seinen „feste[n] (...) H[ä]nd[edruck]“ (V. 5) unterstrichen wird. Ein fester Händedruck kann zwar einerseits Selbstvertrauen ausdrücken, anderseits jedoch auch schon ein erstes Indiz für eine gewalttätige Haltung sein.

[...]


[1] http://www.sozialpolitik.com/webcom/show_article.php/_c-110/_nr-7/i.html, 19.02.2012, 20:12 Uhr

Details

Seiten
7
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656554387
ISBN (Buch)
9783656554462
Dateigröße
422 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v265638
Note
1.0
Schlagworte
hugo hofmannsthal eine analyse gedichts

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Titel: "Die beiden" von Hugo von Hofmannsthal. Eine Analyse des Gedichts