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Gegenüberstellung von Aktien-Anleihen und Discount-Zertifikaten

Analyse der Chancen und Risiken

von Daniel Lanz (Autor)

Projektarbeit 2012 42 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Anhangverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel und Aufbau

2 Grundlagen
2.1 Derivative Finanzinstrumente
2.2 Optionen
2.2.1 Definition
2.2.2 Optionspositionen
2.2.3 Put-Call-Parität
2.3 Aktien-Anleihen
2.3.1 Aufbau und Funktionsweise
2.3.2 Chancen und Risiken
2.4 Discount-Zertifikate
2.4.1 Aufbau und Funktionsweise
2.4.2 Chancen und Risiken

3 Vergleich einer Aktien-Anleihe mit einem Discount-Zertifikat

4 Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

1 Gewinn-/Verlustprofil am Fälligkeitstag eines Long Call
2 Gewinn-/Verlustprofil am Fälligkeitstag eines Long Put
3 Gewinn-/Verlustprofil am Fälligkeitstag eines Short Call
4 Gewinn-/Verlustprofil am Fälligkeitstag eines Short Put
5 Auszahlungsprofil einer Aktien-Anleihe
6 Aufbau einer klassischen Aktien-Anleihe
7 Auszahlungsprofil eines Discount-Zertifikat
8 Aufbau eines Discount-Zertifikat
9 Aktuelle Renditeübersicht der Discount-Zertifikat
10 Aktuelle Renditeübersicht des Aktien-Anleihe

Tabellenverzeichnis

1 Preisbildung von Optionen
2 Gegenüberstellung Aktien-Anleihe und Discount-Zertifikat

Anhangverzeichnis

1 Produktinformationsblatt Discount-Zertifikat

2 Produktinformationsblatt Aktien-Anleihe

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

„Lehre aus Lehman-Pleite? Jede Minute ein Zertifikat.“ 43.500 Zertifikate in vier Wochen, das entspricht 1.450 Pro Tag, 60 pro Stunde, eines in jeder Minute.1 Dies spiegelt die jüngste Entwicklung auf dem Zertifikate-Markt seit der Lehman- Pleite sehr gut wieder. Nach der Finanzkrise, die mit der Lehman-Pleite am 15. September 2008 ihren Höhepunkt fand, geriet insbesondere die Zertifikate- Branche in Verruf. Selbst ein endgültiges Aus für die strukturierten Produkte war nicht ausgeschlossen. Doch der Branche gelang es wieder an Vertrauen zu ge- winnen und sie konnte insbesondere in den vergangenen zweieinhalb Jahren das Emissionsvolumen weiter steigern. Wurden 2008, im Jahr der Lehman-Pleite, noch lediglich rund 300.000 Produkte gehandelt, peilt man nun, im Jahre 2012, die Marke von 1.000.000 Produkten an.2

Mit der Insolvenz von Lehman Brothers waren neben den Aktionären und Gläubi- gern der US-Investmentbank vor allem die Inhaber der von ihr emittierten Zertifika- te die direkten Leidtragenden der Lehman-Pleite. Denn Zertifikate gelten rechtlich gesehen als Inhaberschuldverschreibungen und bei einer Pleite des Emittenten droht somit für den Anleger der Totalverlust. Selbst die als risikoscheu bezeichne- ten Garantiezertifikate bilden hierbei keine Ausnahme. Zum Zeitpunkt der Lehman-Pleite hatte die US-Investmentbank 170 verschiedene Zertifikate im An- gebot mit einem geschätzten Volumen im hohen zweistelligen Millionenbereich.3 Als Folge des Lehman Brothers-Fall hat die Zertifikate-Branche mit einem nicht zu unterschätzenden Imageproblem zu kämpfen, auch wenn die Zahlen der Neu- emissionen etwas anderes aussagen mögen. Der Fall Lehman vermag bei vielen Anlegern nicht mehr so präsent zu sein, sodass diese wieder vermehrt die struktu- rierten Produkte kaufen.

Als ein Gewinner der Debatte um die Zertifikate sind dabei insbesondere die Ak- tien-Anleihen hervorgegangen. So hat es allein bei diesem Produkt zwischen De- zember 2008 und Februar 2010 einen rund neunzigprozentigen Zuwachs an Emissionen gegeben. Zugleich griffen immer mehr Anleger zu den mit Einführung der Abgeltungssteuer an Attraktivität gewonnenen Aktien-Anleihen, während das Anlagevolumen der vom Prinzip sehr ähnlich aufgebauten Discount-Zertifikate ab- genommen hat. Experten vermuten, dass diese Entwicklung der gestiegenen Be- deutung des Themas Sicherheit seitens der Anleger geschuldet ist und die Na- mensbezeichnung „Anleihe“ auf den ersten Blick Sicherheit suggeriert.4 Bei genauerer Betrachtung wird diese Annahme jedoch widerlegt, da Aktien- Anleihen, die i. d. R. mit einem deutlich höheren Zinscoupon ausgestattet sind als herkömmliche Anleihen - dementsprechend größere Risiken verbriefen. Denn „There is no free lunch“5, wie es ein bekanntes Sprichwort von Milton Friedman auf den Punkt bringt. Aus diesem Grund ist es aus Anlegersicht wichtig, sich bei die- sen beiden Produkten über die jeweiligen Chancen und Risiken bewusst zu wer- den. Gleiches gilt für möglicherweise unterschiedliche Renditechancen bei einer Aktien-Anleihe im Vergleich zu einem sonst nahezu identisch ausgestalteten Dis- count-Zertifikat.

Damit soll beurteil werden, ob der aktuelle Trend der Anleger, Aktien-Anleihen den Discount-Zertifikaten vorzuziehen, zu Recht besteht oder ob dies tatsächlich auf die Namensgebung zurückzuführen ist.

1.2 Ziel und Aufbau

Diese Arbeit untersucht die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von AktienAnleihen und Discount-Zertifikaten. Mit Hilfe einer genauen Untersuchung dieser beiden Produkte und einem anschließenden Vergleich soll analysiert werden, ob und inwiefern sich die Aktien-Anleihen von den Discount-Zertifikaten unterscheiden. Somit soll herausgefunden werden, ob der Trend der Anleger, hin zur Sicherheit suggerierenden Aktien-Anleihe, berechtigt ist oder ob sie mit dem Kauf eines Discount-Zertifikates nicht besser gestellt wären.

Zur umfassenden deskriptiven Analyse werden zunächst die für diese Arbeit wich- tigen Begrifflichkeiten definiert und dargestellt, um darauf aufbauend die Funkti- onsweise und den Aufbau der beiden Produkte zu erläutern. Dazu gehören u. a. die sich daraus ergebenden Chancen und Risiken für den Anleger bei einem In- vestment in Aktien-Anleihen bzw. Discount-Zertifikate. Anschließend werden die jeweiligen Produktmerkmale gegenübergestellt und anhand eines ausgewählten Beispiels die wesentlichen Unterschiede analysiert.

Abschließend werden die Ergebnisse der Untersuchung zusammengefasst und ein Fazit zur Beurteilung der Entwicklung, dass Anleger vermehrt Aktien-Anleihen den zuvor bekannteren Discount-Zertifikaten vorziehen, gegeben. Gleichzeitig soll ein Urteil gefällt werden, welche der beiden Anlageformen für den Anleger ggf. von Vorteil ist oder ob es für den Anleger keine bedeutende Unterschiede zwischen diesen beiden Produkten gibt.

2 Grundlagen

2.1 Derivative Finanzinstrumente

Unter einem derivativen Finanzinstrument ist ein Finanztermingeschäft zu verste- hen, welches sich auf einen bestimmten Basiswert (Underlying) bezieht und an Terminmärkten gehandelt werden kann. Als mögliche Basiswerte werden hierbei u.a. Devisen, Zinsen, Indizes, Aktien, Rohstoffe, Agrarprodukte und Edelmetalle herangezogen.6

Ein Termingeschäft liegt vor, wenn zwischen dem Abschluss des Vertrages und dessen Erfüllung eine Laufzeit liegt. Im Bereich der Finanztermingeschäfte wird zwischen zwei Arten unterschieden, den unbedingten und den bedingten Termin- geschäften.7

Bei einem unbedingten Termingeschäft hat am vereinbarten Erfüllungstag der Käufer die Pflicht, den Basiswert zum vereinbarten Basispreis vom Verkäufer ab- zunehmen und der Verkäufer die Pflicht den Basiswert im Gegenzug an den Käu- fer zu liefern. Beispiele hierfür sind die sogenannten Futures und Forwards.8

Bei einem bedingten Termingeschäft hingegen besteht für eine der beiden Partei- en ein Wahlrecht, den Basiswert zum vereinbarten Basispreis am Erfüllungstag zu liefern bzw. abzunehmen. Eine Partei hat somit das Recht, nicht jedoch die Pflicht auf Lieferung bzw. Abnahme. Dieses Recht wird i. d. R. nur dann wahrgenommen, wenn dies zu einem wirtschaftlichen Vorteil der jeweiligen Partei führt. Beispiele hierfür sind die sogenannten Optionen, die im folgenden Kapitel näher betrachtet werden.9

2.2 Optionen

2.2.1 Definition

Eine Option (lat. Optio = freier Wille) ist ein Vertrag zwischen zwei Parteien, bei dem eine der beiden Parteien ein Wahlrecht besitzt. Diese Partei ist der Käufer einer Option und hat somit das Recht, nicht aber die Pflicht, einen bestimmten Basiswert zum vereinbarten Basispreis zu oder vor einem bestimmten Zeitpunkt (je nach Art der Option - amerikanisch oder europäisch) zu kaufen oder zu verkaufen. Das Recht, den Basiswert zu kaufen, wird Call-Option und das Recht, den Basiswert zu verkaufen, Put-Option genannt.10

Die Gegenpartei, der Verkäufer einer Option, wird häufig als Stillhalter bzw. Optionsschreiber bezeichnet. Diese Partei ist verpflichtet zum vereinbarten Zeitpunkt bzw. innerhalb des vereinbarten Zeitraumes den vereinbarten Basiswert zu liefern oder abzunehmen, wenn der Optionskäufer von seinem Wahlrecht Gebrauch macht. In diesem Fall wird von einer Ausübung der Option gesprochen. Für das Eingehen dieser Verpflichtung seitens des Optionsverkäufers - erhält dieser eine Zahlung von dem Optionskäufer, die sogenannte Optionsprämie. Diese entspricht zugleich der maximalen Ertragschance für den Optionsverkäufer, unter der Voraussetzung, dass die Option nicht ausgeübt wird.11

Ob eine Option nur zu einem bestimmten Zeitpunkt oder während eines bestimm- ten Zeitraumes ausgeübt werden kann, hängt von ihrer Ausprägung ab. Man un- terscheidet hierbei zwischen europäischen Optionen, bei denen die Ausübung le- diglich am vereinbarten Erfüllungstag möglich ist, und amerikanischen Optionen, bei denen die Option jederzeit während der vereinbarten Laufzeit ausgeübt wer- den kann.12

Der Wert einer Option setzt sich aus dem sogenannten inneren Wert und dem Zeitwert zusammen. Der innere Wert ergibt sich aus der Differenz zwischen dem aktuellen Wert des Underlying und dem festgelegten Basispreis. Bei einer Call- Option existiert ein innerer Wert, wenn der aktuelle Wert des Underlying über dem Basispreis liegt und bei einer Put-Option wenn der aktuelle Wert des Underlying unter dem Basispreis liegt. Je größer dabei die Differenz ist, desto höher ist der innere Wert.13 Dies hängt damit zusammen, dass die Gefahr der Ausübung der Option immer unwahrscheinlicher wird, je größer der Abstand des aktuellen Wer- tes des Underlying zum festgelegten Basispreis ist. Hierbei spricht man davon, dass die Option „in the money“ (im Geld) ist. Entspricht der Wert des Underlying exakt dem Basispreis, dann ist die Option „at the money“ (am Geld) und der innere Wert ist 0. Sofern bei einer Call-Option der Wert des Underlying unter dem Basis- preis bzw. bei einer Put-Option der Wert des Underlying über dem Basispreis liegt, dann ist die Option „out oft he money“ (aus dem Geld) und der innere Wert ist ebenfalls 0. In den beiden letzten Fällen besitzt die Option dementsprechend le- diglich einen Zeitwert.14

Der Zeitwert einer Option unterliegt einer ganzen Reihe von Einflussfaktoren. Ein nicht unwesentlicher Faktor ist die (Rest-)Laufzeit einer Option. Im Normalfall besitzt eine amerikanische Option mit einer längeren Laufzeit auch einen höheren Wert als eine Option mit einer kürzeren Laufzeit, wobei die langfristige Option immer mindestens gleich viel wert sein muss. Bei europäischen Optionen gilt dasselbe Prinzip. Dort gibt es jedoch den Spezialfall, dass bei einer bevorstehenden größeren Dividendenzahlung, eine Call-Option mit einer kürzeren Laufzeit mehr wert sein kann als eine Call-Option mit einer längeren Laufzeit, was auf den damit verbundenen Kursrückgang der Aktie zurückzuführen ist.15

Weitere Einflussfaktoren auf den Zeitwert einer Option sind die Volatilität, die Aus- sage über Schwankungsbreite des Underlying gibt, und der aktuelle risikolose Zinssatz. Je höher die Volatilität des Underlying ist, desto höher ist die Wahr- scheinlichkeit, dass der Kurs des Underlying stark steigt oder stark fällt. D. h. mit zunehmender Volatilität steigt sowohl der Wert einer Call-Option als auch einer Put-Option. Der risikolose Zinssatz hängt in der Weise mit dem Wert einer Option zusammen, dass bei steigenden (fallenden) Zinssätzen tendenziell die Aktienkur-se sinken (steigen). Dieser, wenn auch weniger starke, Einflussfaktor auf die Aktienkurse führt demnach zu Wertsteigerungen bzw. Wertverminderungen von Callund Put-Optionen.16 Die nachfolgende Tabelle zeigt zusammengefasst die Einflussfaktoren auf den Preis einer Option.

Tab. 1: Preisbildung von Optionen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an HSBC Trinkaus, Zertifikate und Optionsscheine, 2012, S.49.

2.2.2 Optionspositionen

Es wird zwischen zwei grundsätzlichen Arten von Optionen unterschieden, der Call-Option (Kaufoption) und der Put-Option (Verkaufsoption). Des Weiteren findet eine Differenzierung der Ausgestaltungen von Optionspositionen, die ein Anleger einnehmen kann, statt. Es gibt vier verschiedene Arten von Optionspositionen:

1. Long-Position in einer Call-Option (Kauf einer Kaufoption),
2. Long-Position in einer Put-Option (Kauf einer Verkaufsoption),
3. Short-Position in einer Call-Option (Verkauf einer Kaufoption),
4. Short-Position in einer Put-Option (Verkauf einer Verkaufsoption.17

Die Long-Position in einer Call-Option stattet ihren Besitzer mit dem Recht aus, jedoch nicht der Pflicht, einen bestimmten Basiswert (Underlying) zum vereinbar- ten Basispreis zu oder vor einem bestimmten Zeitpunkt zu kaufen. Der Erwerb ei- ner Call-Option bietet sich an, wenn der Anleger von steigenden Kursen des Un- derlying ausgeht.18

Abb. 1: Gewinn-/Verlustprofil am Fälligkeitstag eines Long Call

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Bank-Verlag, Basisinformationen über Termingeschäfte, 2007, S.45.

Die Long-Position in einer Put-Option stattet ihren Besitzer mit dem Recht aus, je- doch nicht der Pflicht, einen bestimmten Basiswert (Underlying) zum vereinbarten Basispreis zu oder vor einem bestimmten Zeitpunkt zu verkaufen. Der Erwerb ei- ner Put-Option bietet sich an, wenn der Anleger von fallenden Kursen des Un- derlying ausgeht.19

Abb. 2: Gewinn-/Verlustprofil am Fälligkeitstag eines Long Put

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Bank-Verlag, Basisinformationen über Termingeschäfte, 2007, S.47.

Die Short-Position in einer Call-Option erlegt ihrem Besitzer die Pflicht auf, einen bestimmten Basiswert (Underlying) zum vereinbarten Basispreis zu oder vor ei- nem bestimmten Zeitpunkt zu verkaufen, sofern der Käufer der Kaufoption (Long- Position in einer Call-Option) von seinem eingeräumten Recht das Underlying zu kaufen Gebrauch macht. Der Verkauf einer Call-Option ist sinnvoll, wenn der Opti- onsschreiber (Optionsverkäufer) von einer seitwärts tendierenden oder leicht fal-lenden Entwicklung des Underlying ausgeht. In diesem Fall kann er durch die Ver- einnahmung der Optionsprämie dennoch einen zusätzlichen Ertrag generieren.20

Abb. 3: Gewinn-/Verlustprofil am Fälligkeitstag eines Short Call

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Bank-Verlag, Basisinformationen über Termingeschäfte, 2007, S.46.

Die Short-Position in einer Put-Option erlegt ihrem Besitzer die Pflicht auf, einen bestimmten Basiswert (Underlying) zum vereinbarten Basispreis zu oder vor ei- nem bestimmten Zeitpunkt zu kaufen, sofern der Käufer der Verkaufsoption (Long- Position in einer Put-Option) von seinem eingeräumten Recht das Underlying zu verkaufen Gebrauch macht. Der Verkauf einer Put-Option ist sinnvoll, wenn der Optionsschreiber (Optionsverkäufer) von einer seitwärts tendierenden oder leicht steigenden Entwicklung des Underlying ausgeht. In diesem Fall kann er durch die Vereinnahmung der Optionsprämie dennoch einen zusätzlichen Ertrag generie- ren.21

Abb. 4: Gewinn-/Verlustprofil am Fälligkeitstag eines Short Put

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Bank-Verlag, Basisinformationen über Termingeschäfte, 2007, S.48.

2.2.3 Put-Call-Parität

Die Put-Call-Parität sagt aus, dass der Wert einer europäischen Call-Option aus dem Wert einer europäischen Put-Option mit identischem Basispreis und (Rest)Laufzeit abgeleitet werden kann und umgekehrt. Zur Herstellung dieses Zusammenhanges werden zwei verschiedene Portfolios gebildet.

1. Europäische Call-Option (c) und Geldbetrag in Höhe von Ke-rT
2. Europäische Put-Option (p) und eine Aktie (S0).

Da es sich in beiden Portfolios um europäische Optionen handelt und diese nicht vor dem festgelegten Laufzeitende ausgeübt werden können, müssen beide Portfolios durchgehend einen identischen Wert haben. Daraus folgt, dass

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

gilt. D. h. durch Umformung kann zu jeder Zeit der Wert der Aktie, der verzinslichen Anlage, der Call-Option oder der Put-Option mit Hilfe der jeweiligen weiteren Komponenten hergeleitet werden. Für den Fall, dass die oben genannte Gleichung nicht zutrifft, bestehen Arbitragemöglichkeiten, die jedoch i. d. R. sehr schnell von den Arbitrageuren wieder ausgeglichen werden.22

2.3 Aktien-Anleihen

2.3.1 Aufbau und Funktionsweise

Wie bereits eingangs erwähnt unterscheiden sich Aktien-Anleihen, die häufig auch als Reverse Convertible Bonds23 bezeichnet werden, von herkömmlichen Anleihen auf den ersten Blick insbesondere in der Höhe des Zinssatzes. Aktien-Anleihen zahlen i.d.R. viel höhere Zinsen, häufig im zweistelligen Bereich. Dies hängt damit zusammen, dass die Höhe ihrer Rückzahlung am Laufzeitende nicht nur von der Zahlungsfähigkeit des Emittenten abhängt, sondern zusätzlich an die Entwicklung eines Underlying (z. B. eine Aktie oder einen Index) gekoppelt ist. D. h. für den Anleger liegt somit ein höheres Risiko vor.24

Bei der Herausgabe der Aktien-Anleihe wird ein Basispreis des Underlying festge- legt, den die Aktie oder der Index am festgelegten Fälligkeitstag nicht unterschrei-

[...]


1 Kirchner, Lehre aus Lehman-Pleite? Jede Minute ein neues Zertifikat.

2 Vgl. Klotz, Das große Comeback der Zertifikate.

3 Vgl. Kokologiannis, Zertifikateanlegern drohen Verluste.

4 Vgl. Von Arnim, Aktienanleihen sind die neuen Discountzertifikate.

5 Vgl. Von Arnim, Beim Bonus von Rabatten profitieren.

6 Vgl. Rieger, Optionen, Derivate und strukturierte Produkte, 2009, S. 20.

7 Vgl. Dr. Heldt, Gabler Wirtschaftslexikon - Termingeschäfte, Version 7.

8 Vgl. Bank-Verlag, Basisinformationen über Termingeschäfte, 2007, S. 12f.

9 Vgl. Rieger, Optionen, Derivate und strukturierte Produkte, 2009, S. 20.

10 Vgl. Bloss/Ernst, Derivate, 2008, S. 27.

11 Vgl. Rieger, Optionen, Derivate und strukturierte Produkte, 2009, S. 49.

12 Vgl. Bloss/Ernst, Derivate, 2008, S. 29.

13 Vgl. HSBC Trinkaus, Zertifikate und Optionsscheine, 2012, S. 45f.

14 Vgl. Bank-Verlag, Basisinformationen über Wertpapiere, 2012, S. 67.

15 Vgl. Hull, Optionen, Futures und andere Derivate, 2009, S. 258f.

16 Vgl. Hull, Optionen, Futures und andere Derivate, 2009, S. 258f.

17 Vgl. Hull, Optionen, Futures und andere Derivate, 2009, S. 235.

18 Vgl. Bloss/Ernst, Derivate, 2008, S. 28.

19 Vgl. Bloss/Ernst, Derivate, 2008, S. 28.

20 Vgl. Bloss, Finanztermingeschäfte & Zertifikate, 2007, S. 75.

21 Vgl. Bloss, Finanztermingeschäfte & Zertifikate, 2007, S. 76.

22 Vgl. Hull, Optionen, Futures und andere Derivate, 2009, S. 263f.

23 Vgl. Dr. Heldt, Gabler Wirtschaftslexikon - Aktienanleihe, Version 9.

24 Vgl. Jordan, Zertifikate, 2006, S. 30f.

Details

Seiten
42
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656552901
ISBN (Buch)
9783656552970
Dateigröße
1.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v265644
Institution / Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Villingen-Schwenningen, früher: Berufsakademie Villingen-Schwenningen
Note
bestanden
Schlagworte
Aktienanleihe Aktienanleihen Discountzertifikate Discountzertifikat Discount-Zertifikat Aktien-Anleihe

Autor

  • Daniel Lanz (Autor)

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Titel: Gegenüberstellung von Aktien-Anleihen und Discount-Zertifikaten