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Wandel der Sportvereine

Hausarbeit 2012 17 Seiten

Gesundheit - Sport - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Entwicklung der Mitgliederzahlen der Sportvereine in Deutschland
2.1 Bestandserhebungen des DOSB von 2001 - 2011
2.2 Die WLSB – Vereinsstudie

3 Wandel der Sportvereine in Deutschland
3.1 Konkurrenz durch kommerzielle Anbieter
3.2 Informelles Sporttreiben
3.3 Demographischer Wande

4 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Häufig wird in der Wissenschaft, den Medien und unter den Menschen auf der Straße über den Wandel der heutigen Gesellschaft gesprochen. Viel wird darüber diskutiert, ob sich die Gesellschaft zu einer besseren oder schlechteren entwickelt.

Durch die immer größer werdenden Verpflichtungen der Kinder, beispielsweise durch Ganztagsschulen, oder der Alterung der deutschen Gesellschaft hat dieser Wandel auch Auswirkungen auf die Sportvereinsstruktur in Deutschland. Grundidee dieser Arbeit war herauszuarbeiten, ob es durch die gesellschaftlichen Veränderungen einen Rückgang der Mitgliederzahlen in den deutschen Sportvereinen gibt. Für diesen Rückgang sollten dann mögliche Begründungen herausgearbeitet werden, um eine Erklärung für diese Entwicklung zu finden. Die Prüfung der Mitgliederzahlen, wie das erste Kapitel dieser Arbeit zeigen wird, hat allerdings ergeben, dass diese Hypothese falsifiziert werden muss. Sodass nun nicht mehr die Entwicklung und ihre möglichen Begründungen im Vordergrund stehen, sondern die Anpassungserscheinungen der Sportvereine an die gesellschaftliche Entwicklung. Zentrale Frage dabei ist, warum es trotz der gesellschaftlichen Entwicklungen nicht zu einem Rückgang kommt.

Dazu werde ich in einem ersten Schritt die Bestandserhebungen der Mitgliederzahlen des Deutschen Olympischen Sporten Bundes (DOSB) auswerten, um den Verlauf der Mitgliederzahlen der Sportvereine in Deutschland zu kennen. In einem weiteren Schritt werde ich Bezug auf die WLSB – Vereinsstudie nehmen, da diese exemplarisch detailliertere Informationen über die Mitgliederentwicklung gibt.

Im zweiten Teil der Arbeit möchte ich dann speziell den Wandel und die Anpassungserscheinungen der Sportvereine behandeln. Im Vordergrund dabei sollen die Konkurrenz durch kommerzielle Anbieter, das Informelle Sporttreiben und der demographische Wandel stehen.

Aufgrund des Rahmens dieser Arbeit werde ich nicht explizit auf generelle gesellschaftliche Entwicklungen eingehen, sondern werde diese, sofern sie von Wichtigkeit sind, in die Kapitel einfließen lassen.

2 Entwicklung der Mitgliederzahlen der Sportvereine in Deutschland

Wie in der Einleitung erwähnt, ist es im Vorhinein nötig ein Blick auf die Vereinsmitgliederzahlen in Deutschland zu werfen. Anhand dieser können im nächsten Kapitel die Anpassungserscheinungen der Sportvereine dargelegt werden. Die Bestandserhebungen des DOSB eignen sich für eine generelle Auswertung der Mitgliederzahlen, da diese seit mehreren Jahrzehnten repräsentativ in Deutschland durchgeführt werden. Die WLSB – Vereinsstudie hingegen gibt detailliertere Informationen über die Vereinstypen und die Orientierungen der Vereine. Die hier aufgeführten Ergebnisse der WLSB – Vereinsstudie werden sich nur auf die Mitgliederentwicklung beziehen.

Die Ergebnisse dieser beiden Untersuchungen sollen dann das Tor zu dem Wandel der Vereine öffnen. Im Hinblick auf das nächste Kapitel ist daher von Bedeutung, dass ein spezielles Interesse an der Altersstruktur, dem Geschlecht und der Orientierung der Vereinsmitglieder in Deutschland gesetzt wird.

2.1 Bestandserhebungen des DOSB von 2001 - 2011

Der DOSB führt seit mehreren Jahrzehnten bundesweite Mitgliederbestandserhebungen durch. Diese Bestandserhebungen beinhalten sowohl die Gesamtmitgliederzahlen als auch eine Abgrenzung der Bundesländer, des Geschlechts und der verschiedenen Altersgruppen zueinander. Die Bestandserhebungen des DOSB sind als zuverlässigste Quelle über die Mitgliederzahlen in Deutschland zu sehen, obwohl derzeit noch sogenannte „Datenleichen“ mit einbezogen werden. Dies bedeutet, dass Mitglieder in Sportvereinen, die beispielsweise seit längerer Zeit keinen Mitgliedsbeitrag bezahlt haben oder nicht mehr am Vereinsbetrieb teilnehmen, aber noch als Mitglied registriert sind, zu der Statistik dazu gezählt werden. Ein Beschluss des DOSB aus dem Jahr 2009 soll dies in Zukunft verhindern (vgl. DOSB, 2010, Einheitliche Bestandserhebung).

Ich beziehe mich auf die Bestandserhebungen 2001 – 2011, da diese frei beim DOSB einzusehen sind und diese die aktuellste Entwicklung zeigen.

Zu Beginn gehe ich auf die Entwicklung der Gesamtmitgliederzahlen in Deutschland ein. Wie oben bereits erwähnt, muss die Hypothese widerlegt werden, dass die Mitgliederzahlen rückläufig sind. Im Jahr 2001 betrug die Zahl der Mitglieder 26.838.739. Dies entsprach 32,56% der Gesamtbevölkerung (vgl. DOSB. Bestandserhebung 2001). Bis zum Jahr 2003 stagnierten die Zahlen etwa bei diesem Wert bis im Jahr 2004 erstmals die 27 Millionen Grenze überschritten wurde (vgl. DOSB. Bestandserhebung 2004). Den bisherigen Höhepunkt erreichten die Mitgliederzahlen im Jahr 2011. 33,85% der Bevölkerung (27.675.461) waren Mitglied in einem Sportverein (vgl. DOSB. Bestandserhebung 2011). Dies bedeutet, dass jeder 3,45te Mitglied eines Sportvereins ist. Somit ist im Verlauf des letzten Jahrzehntes ein geringer Zuwachs (1,29%) der Gesamtmitgliederzahlen zu verzeichnen.

Im Bereich der Vereine zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab. Betrug die Zahl der Vereine in Deutschland 2001 noch 88.561, so ist sie innerhalb von zehn Jahren auf 91.250 gestiegen (vgl. DOSB. Bestandserhebung 2001, 2011).

Die meisten Verbände in Deutschland werden von den Männern dominiert. Eine Ausnahme stellt der Deutsche Turner – Bund dar. Schaut man sich jedoch die Zahlen an, so fällt auf, dass sich das Verhältnis zwischen Männer und Frauen immer weiter angleicht. Die Zahl der weiblichen Mitglieder stieg von 9.181.389 aus dem Jahr 2001 auf 9.459.519 im Jahr 2011 (vgl. DOSB. Bestandserhebung 2001,2011). Die Zahl der männlichen Vereinsmitglieder hingegen sank im gleichen Zeitraum von 14.300.468 auf 14.244.681 (vgl. DOSB. Bestandserhebung 2001,2011). Dies ist kein wesentlicher Unterschied, jedoch kann man anhand der Zahlen eine Entwicklung bei den Geschlechtern erkennen.

Diese Entwicklung macht sich besonders bemerkbar bei den über 60-jährigen. War 2001 lediglich jede elfte Frau Mitglied eines Sportvereins, so zählte 2011 bereits jede siebte Frau über 60 Jahre als Mitglied eines Sportvereins. Anhand der Bevölkerungszahl gemessen ist dies ein Zuwachs von fast fünf Prozent (vgl. DOSB. Bestandserhebung 2001,2011). Bemerkenswert ist auch, dass sich die Altersgruppe, die am Stärksten in Sportvereinen vertreten ist, nämlich die 7 bis 14 Jährigen, zahlenmäßig noch erhöht hat. 2001 war jeder 1,46te bei den Jungen und jede 1,93te bei den Mädchen Mitglied eines Sportvereins (vgl. DOSB. Bestandserhebung 2001). Im Jahr 2006 waren schon jeder 1,31te und jede 1,7te Mitglied (vgl. DOSB. Bestandserhebung 2006). Den Höhepunkt erreicht diese Altersgruppe ebenfalls im Jahr 2011. 82,19% der 7-14-jährigen Jungen waren Mitglied in einem deutschen Sportverein. Dies ist jeder 1,22te. Bei den Mädchen betrug die Zahl 62,62% (jede 1,60te) (vgl. vgl. DOSB. Bestandserhebung 2011).

Zusammenfassend kann man sagen, dass die wesentlichsten Erkenntnisse sind, dass die Gesamtzahl der Mitglieder nicht geringer wird, sondern leicht ansteigt, die Zahl der weiblichen Mitglieder sich der Zahl der männlichen anpasst und dass es gerade im höheren Alter einen Zuwachs an Vereinsmitgliedern gibt.

[...]

Details

Seiten
17
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656554127
ISBN (Buch)
9783656554226
Dateigröße
602 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v265798
Institution / Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta
Note
1,7
Schlagworte
Sportverein Verein Mitgliederzahlen DOSB Bestandserhebungen WLSB Vereinsstudie Fitnessstudios Demographischer Wandel Informelles Sporttreiben Deutschland Entwicklung kommerziell

Autor

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Titel: Wandel der Sportvereine