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Unterschiedliche Einstellungen von Eltern und Kinderlosen

Forschungsarbeit 2013 29 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Methoden

3. Ergebnisse

4. Diskussion der Ergebnisse

Literaturverzeichnis

Anhang

Zusammenfassung

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit den Unterschieden von Einstellungen in Bezug aufEltern und kinderlose Personen in den Bereichen Verantwortungsbewusstsein, Zufriedenheit mit der persönlichen Situation, Hygienebewusstsein und Zukunftsangst.

Die im Rahmen einer Online-Befragung gewonnenen Ergebnisse wurden rechnerisch aufbereitet und werden im nachfolgenden teilweise grafisch dargestellt, um die Untersuchung zu dokumentieren.

Bezüglich der Einstellungsmerkmale Verantwortungsbewusstsein, Zufriedenheit mit der persönlichen Situation und Zukunftsangst konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt werden. Im Bereich Hygienebewusstsein ist ein - wenn auch gering oberhalb der Signifikanzgrenze liegender - Unterschied erkennbar.

Untersuchungen zu Korrelationen der einzelnen Merkmale innerhalb der Gruppen konnten dagegen deutliche Unterschiede nachweisen. So beeinflusst in der Gruppe der Kinderlosen die Zukunftsangst die persönliche Zufriedenheit, in der Elterngruppejedoch nicht. Unterschiede liegen ebenfalls in den Zusammenhängen vonVerantwortungsbewusstsein und Zufriedenheit und in den Zusammenhängen von Zufriedenheit. und Hygienebewusstsein vor.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 3.1 Übersichtzu Gruppenzugehörigkeit und Geschlecht

Abbildung 3.2 statistische Kennwerte der Elterngruppe

Abbildung 3.3 statistische Kennwerte der Nichtelterngruppe

Abbildung 3.4 Boxplot Eltern und Kinderlose

Abbildung 3.5 Mittelwert-Vergleich der Merkmalsausprägungen der Gruppen

Abbildung 3.6 Effektgrößen (Cohen's d)

Abbildung 3.7 Korrelationen innerhalb der Gruppen

Abbildung 3.8 Darstellung der punktbiserialen Korrelation

Abbildung 3.9 Boxplot Altersstruktur in den Gruppen

1. Einführung

Unser Denken, Handeln und Interagieren mit anderen Personen ist geprägt von unseren Einstellungen. Sie sind damit grundlegend für unser Leben. Es stellt sich die Frage, was Einstellungen sind, wie sie sich bilden, welchen Einflüssen sie unterliegen und ob und wodurch sie sich ändern können.

Einstellungen sind nach Myers (2008) „Gefühle, die auf unseren Überzeugungen beruhen und uns dazu prädisponieren, gegenüber Dingen, Menschen und Ereignissen in einer bestimmten Weise zu reagieren“ (Myers, 2008, S. 639). Es ist zwischen impliziten, dem Bewusstsein nicht oder nur schwer zugänglichen und expliziten Einstellungen, die direkt erfragbar sind, zu unterscheiden (vgl. Asendorpf & Neyer, 2012, S. 36).

Nach dem Einstellungs-A-B-C bestehen Einstellungen aus drei Komponenten, diejeweils unterschiedlich stark ausgeprägt sein können und vom Einstellungsobjekt abhängig sind. Die affektive Komponente (affect) umfasst emotionale Reaktionen auf das Einstellungsobjekt; Grundlage sind Gefühle und Werte der Person. Die Verhaltenskomponente (behavior) bezieht sich auf die Handlungen und das Verhalten gegenüber dem Einstellungsobjekt. Die kognitive Komponente (cognition) besteht aus den Gedanken und Überzeugungen zum Einstellungsobjekt (vgl. Werth & Mayer, 2008, 206f).

Einstellungen werden vom Kontext, von Bedürfnissen sowie von aktuell erlebten Empfindungen beeinflusst. Sie helfen uns, Informationen leichter zu verarbeiten (kognitive Funktion) und individuelles Verhalten vorherzusagen, was der sozialen Identitätsgewinnung und der Steigerung des Selbstwertgefühls dient (motivationale Funktion).

An der Entstehung und Veränderung von Einstellungen sind zum einen die Gene / Vererbung (beides nur an der Entstehung) beteiligt, zum anderen aber auch Lernen, Selbstwahrnehmung, Bodyfeedback, dem Ausgesetztsein von Reizen und Konsistenzbestreben.

Die genetische Beteiligung konnte durch Zwillingsforschung nachgewiesen werden. So fanden z. B. Rushton & Bons (2005) heraus, dass eineiige Zwillinge höhere Korrelationen zwischen Eigenschaften aufweisen als zweieiige Zwillinge ohne gemeinsam aufgewachsen zu sein (Werth & Mayer, 2008).

Lernprozesse entstehen durch evaluatives Konditionieren (Lernen auf Basis von Assoziationen), operantes Konditionieren (Lernen durchVerstärkung) und Modelllernen (Lernen durch Beobachtung).

Weiterhin schließen wir aufEinstellungen und Gefühle durch die Beobachtung unseres eigenen Verhaltens wie eine Studie von Olson (1992) belegt, in welcher dokumentiert wurde, dass Selbstwahrnehmungsprozesse Rückschlüsse auf die Lustigkeit von Witzen beeinflusst. (Werth & Mayer, 2008). Ebenso wie unsere Selbstwahrnehmung beeinflusst auch unsere Körperhaltung bzw. der Körperausdruck unsere Einstellungen. Diesen Zusammenhang untersuchten Strack & Kollegen (1988) in Bezug auf die Gesichtsmuskelaktivität und affektiven Reaktionen in der als pen study bekannten Studie. Sie wiesen nach, dass Personen, die einen Stift zwischen den Zähnen hatten und somit eine Position einnahmen, in der die Lachmuskeln aktiviert waren, Cartoons als witziger bewerteten als jene, die den Stift mit den Lippen festhielten.

Einstellungen können auch entstehen oder sich verändern, indem man einem Reiz immer wieder ausgesetzt ist. Der sogenannte mere exposureEffekt bewirkt Vertrautheit und damit positivere Einstellungen gegenüber dem Reiz.

Festinger (1954) und Heider (1958) fanden heraus, dass Personen sich besser fühlen, wenn sich ihre Einstellungen und die Komponenten der Einstellungen in einem konsistenten (ausgeglichenen) Zustand befinden.

Sind sie unausgeglichen wird ein unangenehmer innerer Konflikt ausgelöst, der den Wunsch nach Dissonanzreduktion auslöst. Diese kann sich in der Änderung des Verhaltens und der Wahrnehmung, der Veränderung der Wahrnehmung des eigenen Verhaltens und/oder Hinzufügen neuer konsonanter Kognitionen ausdrücken. Ebenso kann es zu Rationalisierung, Subtraktion dissonanter Kognitionen, Minimierung der Wichtigkeit des Konflikts und Reduzierung der wahrgenommenen Wahlfreiheit kommen (Werth & Mayer, 2008).

Einstellungen können außerdem dadurch entstehen und auch verändert werden, dass andere durch den Einsatz von verschiedenen Botschaften Überzeugungsarbeit leisten und so eine Veränderung hervorrufen. Die Wirkung dieser Persuasion ist abhängig von Merkmalen des Senders, der Botschaft, des Empfängers und den zugrundeliegenden kognitiven Prozessen und Emotionen.

Wie unter andrem Cialdini (1993) feststellte, stimmen Menschen, die zunächst einer nur belanglosen Handlung zugestimmt haben, später auch Handlungen mit viel weitreichenderen Konsequenzen zu (Foot-in-the- Door-Prinzip). Auch Handlungen können also unsere Einstellungen beeinflussen ebenso wie ein geändertes Rollenverhalten, das zu einem Streben führt, sich an gesellschaftliche Vorgaben zu halten. Das diesbezüglich bekannteste Experiment ist das sogenannte Stanford Prison Experiment (vgl. Myers, 2008).

Zusammenfassend ist festzustellen, dass es - spricht man von Einstellungen - auch immer um Verhalten und Handeln aber auch um die Möglichkeit der Veränderung und damit auch der Manipulation geht.

Alle genannten Einflussfakoren und Wirkmechanismen werden in unserem Leben, unserer Gesellschaft genutzt, um z. B. gezielt Menschen bezüglich politischen Programmen und Parteien anzusprechen, um Einstellungen zu Konsumgütern zu erfahren oder auch Werbemaßnahmen so zu gestalten, das Kosumgüter besser und gezielter abgesetzt werden können.

Unter Bezugnahme auf die hier vorzunehmende Überprüfung des Hygienebewusstseins, könnten Ergebnisse, sofern sie Unterschiede aufzeigen, dazu genutzt werden, die „richtige“ Gruppe gezielt z. B. in Werbung für entsprechende Hygieneprodukte anzusprechen.

Ebenso setzen Marketingstrategien im Versicherungs- und Finanzbereich aufEinfluss und Einflussnahme. Auch in diesem Punkt kann die vorgenommene Untersuchung ansetzen, da eine Absicherung im Versiche- rungs- und Finanzbereich durchaus in einer gewissen Abhängigkeit / Verbindung mit Verantwortungsbewusstsein und natürlich auch mit Zukunftsängsten steht.

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit soll überprüft werden, ob Unterschiede zwischen Eltern und Kinderlosen in Bezug auf die Merkmale

- Verantwortungsbewusstsein
- Zufriedenheit mit der privaten Lebenssituation
- Zukunftsangst
- Hygienebewusstsein

vorliegen.

Die Nullhypothese, die grundsätzlich aussagt, dass es keinen Effekt in der Population gibt, lautet dementsprechend:

In Bezug auf Verantwortungsbewusstsein, Zufriedenheit mit der privaten Lebenssituation, Zukunftsangst und Hygienebewusstsein besteht keinerlei Unterschied zwischen Eltern und Nichteltern.

Die Alternativhypothese, die einen Effekt in der Population unterstellt, lautet dementsprechend:

In Bezug auf Verantwortungsbewusstsein, Zufriedenheit mit der privaten Lebenssituation, Zukunftsangst und Hygienebewusstsein besteht ein Unterschied zwischen Eltern und Nichteltern.

Die Kausalität, also die Frage danach ob eine eventuelle Einstellungsänderung ausschließlich durch die Elternschaft zu begründen wäre, kann in diesem Rahmen und bei dem angewandten Design nicht berücksichtigt werden.

2. Methoden

Im Rahmen der Untersuchung werden Personen zwischen verschiedenen Gruppen verglichen. Es handelt sich also um ein Between-subjects- Design. Es wurde nach Unterschieden zwischen den beiden Gruppen hinsichtlich der genannten Einstellungsmerkmale gesucht.

Um die Gruppen vergleichen zu können, wurden Rohdaten zu Einstellungen der einzelnen Personen in Form eines Fragebogens (Anhang A) erhoben. Der Fragebogen enthält zujedem Einstellungsmerkmal 5 Items.

Die 20 Items wurden mit einer 5-stufigen-Likert-Antwortskala versehen. Grundsätzlich handelt es sich dabei um ordinalskalierte Antworten. Es wird allerdings davon ausgegangen, dass die Intervalle zwischen den Skalenwerten (trifft voll und ganz zu, trifft eher zu, teils/teils, trifft eher nicht zu, trifft überhaupt nicht zu) den Personen gleich groß erschienen, und dass die Antworten dadurch Daten mit Intervallskalen-Qualität liefern.

Die Items wurden spontan ausgewählt und möglichst trennscharf, verständlich und prägnant formuliert. Sie sind allerdings nicht geprüft, eine Validität kann daher nicht angenommen werden.

Die Items aus den vier Bereichen wurden zufällig angeordnet. Hierdurch soll verhindert werden, dass Reihenstellungseffekte auftreten.

Zusätzlich wurde das Alter, das Geschlecht und das Vorhandensein von Kindern erfragt, um zusätzliche Differenzierungen zu ermöglichen. Die Messung von Geschlecht (männlich/weiblich) und dem Vorhandensein von Kindern (Eltern/Kinderlos) erfolgte auf Nominalskalen-Niveau. In diesem Zusammenhang kann also lediglich die Gleichheit oder Ungleichheit vonVariablenausprägungen beschrieben werden. Das Alter wurde direkt abgefragt, es handelt sich daher um ein metrisches Messniveau (Verhältnisskala).

Aus dem empirischen Relativ, also den wahren Verhältnissen, wurdejeweils ein numerisches Relativ gebildet, um mithilfe der Zahlen Unterschiede und Zusammenhänge beschreiben zu können (Männlich = 1, weiblich = 2; Eltern = 1, kinderlos = 2; trifft voll und ganz zu = 5, trifft eher zu = 4, teils/teils = 3, trifft eher nicht zu = 2, trifft überhaupt nicht zu = 1).

Für nachfolgende Berechnungen wurden alle Rohdaten in eine Excel- Datei exportiert. Es wurden Mittelwerte und Differenzwerte berechnet, Korrelationswerten ermittelt und Berechnungen zu Zusammenhängen zwischen Gruppenzugehörigkeit und Alter sowie Gruppenzugehörigkeit und Geschlecht vorgenommen. Außerdem erfolgten Berechnungen zur internen Konsistenz der Items.

Formuliert man die in der Einleitung bereits aufgeworfenen Hypothesen eng an der Operationalisierung der Items, entstehen folgende Aussagen:

Nullhypothesen

- In Bezug auf das Verantwortungsbewusstsein gibt es keinerlei Unterschied zwischen Eltern und Kinderlosen.
- In Bezug auf die Zufriedenheit mit der persönlichen Situation gibt es keinerlei Unterschied zwischen Eltern und Kinderlosen.
- In Bezug auf die Zukunftsangst gibt es keinerlei Unterschied zwischen Eltern und Kinderlosen.
- In Bezug auf das Hygienebewusstsein gibt es keinerlei Unterschied zwischen Eltern und Kinderlosen.

Um eine der Nullhypothesen annehmen zu können, sollte kein signifikanter Unterschied zwischen den Mittelwerten der einzelnen Gruppen zu demjeweiligen Merkmal sichtbar werden.

Alternativhypothesen

- In Bezug auf das Verantwortungsbewusstsein gibt es einen Unterschied zwischen Eltern und Kinderlosen.
- In Bezug auf die Zufriedenheit mit der persönlichen Situation gibt es einen Unterschied zwischen Eltern und Kinderlosen.
- In Bezug auf die Zukunftsangst gibt es einen Unterschied zwischen Eltern und Kinderlosen
- In Bezug auf das Hygienebewusstsein gibt es einen Unterschied zwischen Eltern und Kinderlosen

[...]

Details

Seiten
29
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656564836
ISBN (Buch)
9783656564782
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v265844
Institution / Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,5
Schlagworte
unterschiedliche einstellungen eltern kinderlosen

Autor

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Titel: Unterschiedliche Einstellungen von Eltern und Kinderlosen