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Ländliche Räume. Probleme öffentlicher Infrastruktur

Hausarbeit 2013 33 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Typisierung unterschiedlicher Güter
2.2 Typisierung von Infrastrukturen
2.3 Öffentliche Infrastruktur, Daseinsvorsorge und Angebotsstrukturen
2.4 Theorie der zentralen Orte
2.5 Der ländliche Raum
2.6 NUTS-Systematik
2.7 Demographischer Wandel

3. Problemfelder Fallbeispiele
3.1 Medizinische Versorgung
3.2 Schulsystem

4. Lösungsstrategien
4.1 Denkbare allgemeine Lösungsstrategien
4.2 Infrastrukturspezifische Lösungsansätze
4.2.1 Alternativen in der Medizinischen Versorgung
4.2.2 Alternativen im Schulsystem

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Vier Kategorien von Gütern

Abbildung 2: Erweiterter Infrastrukturbegriff

Abbildung 3: Funktionen des ländlichen Raums

Abbildung 4: Bevölkerungsdichte nach NUTS-2 Regionen

Abbildung 5: Anzahl der Krankenhäuser im weltweiten Vergleich

Abbildung 6: Krankenhausdichte und Bevölkerungsdichte 2009

Abbildung 7: Vorgaben für die Klassenbildung NRW

Abbildung 8: Entwicklung der Schülerzahlen 2006-2025

1. Einleitung

Dieser Beitrag soll dazu dienen einen Überblick über die Thematik der öffentlichen Infrastrukturen in ländlichen Räumen zu gewinnen. Dabei lässt sich der Umfang von Leistungen, die zur öffentlichen Infrastrukturen gezählt werden unterschiedlich auffassen.

Im ersten Teil dieser Arbeit werden Möglichkeiten aufgezeigt, diese Grenzen abzustecken. Zudem werden weitere theoretische Grundlagen geschaffen, die für die Betrachtung der Thematik relevant sind. So wird durch die Typisierung von Gütern deutlich, warum sich manche Güter dazu eignen durch öffentliche Infrastrukturen bereitgestellt zu werden und andere nicht. Aus diesem Verständnis heraus lassen sich Begriffe wie Daseinsvorsorge und Angebotsstrukturen erläutern, die eine Realisierung der Infrastrukturen in Räumen beschreiben. Entsprechend ist der räumliche Bezug bei diesen Konzepten unabdingbar. Bei der europaweiten Betrachtung von ländlichen Räumen werden allerdings sehr schnell große Unterschiede deutlich, wodurch die Möglichkeiten als auch der Bedarf von Infrastrukturausstattung beeinflusst werden. Um dennoch eine gewisse Vergleichbarkeit zu gewährleisten, ist eine einheitliche Gebietstypisierung notwendig. Zu diesem Zweck wird die NUTS-Klassifikation der Europäischen Union vorgestellt. Zusätzlich kommt der Theorie der Ze ntralen Orte im Kontext von Infrastrukturen eine hohe Bedeutung zu. Sie kann als Erklärungsansatz für die räumliche Verteilung von Infrastrukturen im Raum dienen. Ebenso werden aus ihr normative Handlungsgrundlagen abgeleitet, was sich daran zeigt, dass zentralörtliche Prinzipien in deutschen Planungsgesetzen auf verschiedenen Verwaltungsebenen verankert sind. In diesem Zusammenhang schwingt ständig das "problem of fit" mit, welches darauf verweist, dass staatlich-territoriale Gebiete nicht die tatsächlichen funktionellen räumlichen Verflechtungen widerspiegeln. Dies führt dazu, dass sich für solche administrativ abgegrenzte Regionen kein innerer Zusammenhang begründen lässt, wodurch räumliche Entwicklungen nur schwer beeinflusst werden können.

Zuletzt wird den theoretischen Überlegungen neben einer räumlichen Dimension auch noch eine zeitliche Dimension hinzugefügt. Die Infrastrukturausstattung in einem Raum ist kein statischer Zustand. Vielmehr steht Infrastruktur in einem engen Zusammenhang mit demographischen Aspekten. Wenngleich der Fokus dieser Arbeit nicht auf den Auswirkungen des Demographischen Wandels auf Infrastrukturen in ländlichen Räumen liegt, so ist dessen Raumwirksamkeit doch so stark, dass nicht leichtfertig darüber hinweggegangen werden kann.

Im zweiten Teil der Arbeit wird die Ausstattungssituation mit unterschiedlichen Infrastrukturen aufgezeigt. Damit ein umfassendes Bild entsteht werden nacheinander Beispiele aus den Teilbereichen, öffentlicher Personennahverkehr, medizinische Versorgung mit Krankenhäusern, Rettungsdienst und Ausstattung mit Schulen vorgestellt. Jeweilige Besonderheiten werden aufgezeigt und zu erwartende Probleme benannt.

Im Anschluss daran werden zunächst allgemein denkbare Lösungsansätze wie Reduzierung von Kapazitäten, Zentralisierung, Transformation von Infrastruktursystemen sowie vermehrte Aktivierung des Ehrenamtes kurz skizziert. Abschließend werden die Lösungsansätze auf die benannten Fallbeispiele übertragen.

2. Theoretische Grundlagen

In den folgenden Kapiteln werden Begriffe definiert und theoretische Grundlagen aufgezeigt. Auf dieser Basis werden im zweiten Teil der Arbeit einzelne Problemfelder skizziert und denkbare Handlungsstrategien vorgestellt.

2.1 Typisierung unterschiedlicher Güter

In der Volkswirtschaft werden vier Arten von Gütern unterteilt, die nach den Faktoren Ausschließbarkeit und Rivalität im Konsum unterschieden werden (vgl.Abb.1) Die öffentliche Infrastruktur wird durch den Staat zur Verfügung gestellt und stellt somit ein öffentliches Gut dar. Diese Form von Gütern ist zum einen dadurch gekennzeichnet, dass kein Bürger von Nutzung beziehungsweise Konsum dieser Güter ausgeschlossen werden kann. Außerdem besteht eine Nicht-Rivalität im Konsum. Das bedeutet, öffentliche Güter könnten zur gleichen Zeit von verschiedenen Individuen konsumiert werden. Öffentliche Güter stellen ein Angebot dar, welches nicht allein über marktwirtschaftliche Mechanismen erfüllt werden kann. Nicht alle Nutzer dieser Güter wären dazu bereit für die Entstehungs- und Betriebskosten aufzukommen. Dieses Phänomen wird als Trittbrettfahrerverhalten bezeichnet. Da niemand von deren Nutzung ausgeschlossen werden kann, wird diese Form von Gütern nicht oder nicht im ausreichenden Maße von privaten Anbietern angeboten. Deshalb stellt der Staat öffentliche Güter in Form von öffentlicher Infrastruktur für die Allgemeinheit bereit und finanziert diese durch Steuern und Abgaben. Die Kosten werden also durch den Mechanismus Steuern auf die Allgemeinheit umgelegt. Als klassische Beispiele für öffentliche Güter können die Landesverteidigung, Deiche oder die Straßenbeleuchtung angeführt werden. ( Mankiw& Taylor 2008: 254).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Vier Kategorien von Gütern ( nach Mankiw& Taylor 2008: 255)

Im Gegensatz dazu, handelt es sich bei privaten Gütern um Güter, die frei am Markt angeboten werden. Der Konsument kann von dem Konsum des Gutes ausgeschlossen werden. Die Nutzung wird erst durch Zahlung einer monetären Gegenleistung ermöglicht.

Neben diesen beiden Gütern werden noch Klubgüter und Allmendegüter unterschieden. Beim Klubgut liegt eine Ausschließbarkeit vor, weil diese nur als Mitglied in einem Klub oder Verein nutzbar sind. Desweiteren charakterisiert dieses Gut eine Nicht-Rivalität im Konsum, weil diese Güter von mehreren Konsumenten gleichzeitig genutzt werden können. Als Beispiel für Klubgüter kann die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio oder im Golfklub genannt werden (Graf 1997: 21).Bei gesellschaftlichen Ressourcen oder Allmendegütern ist zwar ein Konkurrenzprinzip in der Nutzung dieses Gutes vorhanden, aber der Konsument kann nicht von der Nutzung ausgeschlossen werden. Die Nutzung der Umwelt, der Fischfang in einem Gewässer mit freiem Zugang oder die Benutzung einer öffentliche Straße mit Stau können als Beispiel für gesellschaftliche Ressourcen angeführt werden (Mankiw&Taylor 2008: 262).

Für die folgenden Überlegungen hinsichtlich der Infrastruktur ist vor allem die Unterscheidung zwischen privaten und öffentlichen Gütern wichtig, um entsprechend den Umfang öffentlicher Infrastrukturen ableiten zu können.

2.2 Typisierung von Infrastrukturen

Der Begriff Infrastruktur wird allgemein als Grundausstattung einer Volkswirtschaft bezeichnet. Er umfasst mehrere Dimensionen. So kann Infrastruktur aus einer technischen, materiellen Perspektive gedacht werden, ebenso kann der Schwerpunkt auch auf soziokulturellen oder privatwirtschaftlichen Aspekten liegen. In unterschiedlicher Variation werden diese Bereiche in den meisten Ansätzen unterschieden (vgl. Beetz 2007: 14, Arentzen & Winter 2001: 10). Dabei ist wichtig, dass Infrastruktur nicht als feststehende Größe zu betrachten ist, vielmehr richtet sich der Grad der Ausstattung nach dem nationalstaatlichen Durchschnitt und der gesellschaftlich akzeptierten Abweichung davon. Das heißt Infrastruktur steht in direkter Wechselwirkung mit dem jeweiligen Raum und kann deswegen auch immer nur im Kontext mit diesem betrachten werden. Unterschiedliche Räume bedingen unterschiedliche Möglichkeiten sowie Notwendigkeiten der Infrastrukturausstattung. Ganz zentral verknüpft ist der Grad der Infrastrukturausstattung mit demographischen Größen. Bevölkerungszahl, -dichte, struktur sowie deren Verteilung dienen als zentrale Bemessungsgrundlage. Vereinfacht ausgedrückt, steigt der Bedarf an Infrastrukturdichte mit zunehmender Bevölkerungsdichte. Dieser Zusammenhang ist nicht grundsätzlich als proportional anzusehen. Das heißt zunehmende Bevölkerungsdichte muss nicht zwangsläufig eine höhere Dichte der Infrastruktur bedeuten. Auch eine Erhöhung der Kapazitäten im bestehenden Infrastrukturnetz wäre denkbar. Dass der Grad von Infrastrukturen nicht unbegrenzt flexibel auf Bevölkerungsgrößen angepasst werden kann, zeigt sich vor allem im Zusammenhang von sogenannten netzgebundenen Infrastrukturen. Unabhängig von der Anzahl der angeschlossenen Haushalte muss ein Straßennetz oder auch die Kanalisation eine gewisse Dichte aufweisen um überhaupt erst Sinn zu ergeben. Besteht dieses Netz bereits, können weitere Haushalte an das vorhandene Netz angeschlossen werden, bis bestimmte Kapazitätsgrenzen erreicht werden. Zudem ermöglicht erst das Vorhandensein eines Mindestmaßes von Infrastruktur das moderne gesellschaftliche Leben im technischen, kulturellen, sozialen und politischen Sinne. Dabei kommt der technischen Infrastruktur eine besondere Bedeutung zu, denn erst ihr Vorhandensein ermöglicht die Etablierung weiterer Infrastrukturen. Zu nennen wäre hier die Bereitstellung von Energie in Form von Strom und Wärme, sowie die Versorgung mit Wasser und die entsprechende Entsorgung. Auch das Straßennetz ist grundlegend für nachrangige Entwicklungen, schließlich bestimmt es maßgeblich die Erreichbarkeit von Orten (Beetz 2007: 14).

In Abbildung 2 wird eine mögliche Einteilung von Infrastruktur in vier Bereiche dargestellt. Unterschieden wird hier in die bereits angesprochenen Bereiche materielle, soziokulturelle, sowie Infrastruktur der Güterversorgung (privatwirtschaftliche Infrastruktur). Zusätzlich werden hier noch Elemente einer staatsbildenden Infrastruktur unterschieden. Hierzu werden Staatsorgane wie Einrichtungen der Polizei, des Militärs, Finanzämter u.a. aufgeführt. Alle vier Oberkategorien sind ihrerseits nochmal in zwei Unterkategorien gegliedert, die eine feinere Zuordnung ermöglichen. Zusätzlich wurden Infrastrukturelemente, die in Abhängigkeit von der Anzahl ihrer Nutzer stehen hervorgehoben. Damit findet in dieser Abbildung der Zusammenhang zwischen Infrastrukturausstattung und Bevölkerung Berücksichtigung (Voigt 2012: 12).

Europaweit bestehen große räumliche Unterschiede. Entsprechend weißt auch der Grad der Infrastrukturausstattung eine große Spannweite auf. Aufgrund des beschriebenen Zusammenhangs zur Bevölkerung, lassen sich aus entsprechenden Karten Aussagen über die Infrastrukturausstattung ableiten. Trotz der großen Unterschiede in Europa kann in den letzten fünfzig Jahren ein genereller Trend zur Verdichtung der Infrastruktur beobachtet werden

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2: Erweiterter Infrastrukturbegriff (nach Jochimsen 1966, verändert und erweitert)

2.3 Öffentliche Infrastruktur, Daseinsvorsorge und Angebotsstrukturen

Bei der öffentlichen Infrastruktur handelt es sich um eine Vorsorgepflicht des Staates gegenüber den Bürgern. Die Bereitstellung derartiger Infrastruktur bildet dabei ein persönliches Grundrecht der Bürger gegenüber dem Staat und wird in der Bundesrepublik Deutschland im Grundgesetz (GG) in Artikel 20 geregelt. Demnach müssen durch den Staat gleichwertige Lebensverhältnisse geschaffen werden, was die Erfüllung der Daseinsvorsorge zu einer zentralen Aufgabe des Staates macht (Voigt 2012: 67). Der Anspruch auf gleichwertige Lebensverhältnisse zielt dabei allerdings auf die Gleichheit der Optionen und nicht auf die Gleichheit des Gegenständlichen ab. Anders als Infrastrukturen, die eine Versorgung mit privaten Gütern gewährleisten, zielen die öffentliche Infrastruktur nicht darauf ab Gewinne zu erwirtschaften. Zwar können Abgaben und Gebühren in Abhängigkeit von der Intensität der Nutzung anfallen, allerdings sollen diese lediglich einen kostendeckenden Betrieb ermöglichen, wenn man von der Bildung von Rücklagen absieht (Voigt 2012: 13).

Der Begriff der Daseinsvorsorge wird sehr häufig im Zusammenhang mit öffentlichen Infrastrukturen genannt. Er wurde in den 1930er Jahren vom deutschen Staatsrechtler Ernst Forsthoff geprägt. Demnach ist Daseinsvorsorge die grundlegende Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen durch den Staat (Arentzen & Winter 2001: 12). Diese Begriffsdefinition führte zu einer gesellschaftlichen und verwaltungsrechtlichen Debatte, welche Güter und Dienstleistungen von Staat erbracht bzw. gewährleistet werden sollen. Im Zusammenhang mit knappen öffentlichen Finanzmitteln, demografischem Wandel, Bevölkerungszu- und -abwanderung sowie freien und grenzüberschreitendem Wettbewerb werden auch heute sowohl das Angebot von Gütern und Dienstleistungen als auch die Erbringungs- und Gewährleistungsform diskutiert (Dehne 2013: 6). Eine sehr ähnliche Definition der Daseinsvorsorge liefert das Bundesamt für Bau und Raumordnung. Danach ist Daseinsvorsorge „die Versorgung der Bevölkerung mit ausgewählten Gütern und Dienstleistungen, an denen ein besonderes öffentliches Interesse zur Inanspruchnahme besteht.“ (BBR 2007: 2)

Unter Daseinsvorsorge kann also die Realisierung von öffentlicher Infrastruktur verstanden werden. Bei Daseinsvorsorge und öffentlicher Infrastruktur kann auch zwischen technischen und sozialen Ausstattungen unterschieden werden. Das qualitative und quantitative Vorhandensein dieser Einrichtungen bilden die Grundlage der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen von einzelnen Räumen oder Regionen. Im Zusammenhang der Daseinsvorsorge zählen die Ver- und Entsorgung mit Energie, Wasser, Telekommunikation und Informationstechnologien, der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) sowie die Abfallentsorgung zu den technischen Infrastrukturen. Im Gegensatz beinhalten Kultur-, Sport- und Bildungsangebote sowie die medizinische Versorgung den Bereich der sozialen Dienstleistungen der Daseinsvorsorge (Beetz 2008:153).

Ergänzend kann an dieser Stelle noch der Begriff der Angebotsstrukturen genannt werden. Dieser kann synonym zum Begriff Infrastrukturausstattung verwendet werden.

2.4 Theorie der zentralen Orte

Die Theorie der Zentralen Orte von Walter Christaller aus dem Jahr 1933 stellt das Vorhandensein von Infrastruktur in den Kontext der Raumordnung. In diesem Konzept findet eine Abstufung zwischen differenzierten Zentren statt, die unterschiedliche Leistungen zur Versorgung der Bevölkerung mit privaten Dienstleistungen, Arbeitsplätzen und öffentlicher Infrastruktur in einer angemessenen Erreichbarkeit bereitstellen. Als einer der wichtigsten Bausteine der Raumordnungskonzepte bildet das Konzept der Zentralen Ort ein zenrales Instrument der Landes- und Regionalplanung. In einem dreigliedrigen System erfolgt eine Abstufung der unterschiedlichen zentralen Orte in Ober-, Mittel- und Grundzentrum. Diese differenzierten Zentren besitzen einen Bedeutungsüberschuss für den jeweiligen Einzugsbereich und übernehmen so durch die Bündelung mit Infrastruktur einen über ihren Bedarf hinausreichende Versorgung mit sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Einrichtungen (Bloetvogel 2005: 1311).

Das Grundzentrum als unterste Ebene hat in diesem System die Aufgabe die Grundversorgung mit Gütern und Leistungen der öffentlichen und privaten Versorgungseinrichtungen in diesem Einzugsgebiet zu gewährleisten. Als Beispiele für diese Einrichtungen können kleinere Einzelhandelsbetriebe, Arztpraxen oder Grundschulen angeführt werden. Die Mittelzentren haben Versorgungsaufgaben zu erfüllen, die zwischen den Aufgabe der Grundzentren und dem hochwertigen, spezialisierten Angebot der Oberzentren liegen. Die Mittelzentren erfüllen zeitgleich Grundversorgungsaufgaben wie die Grundzentren, haben auch für die Deckung des gehobenen Bedarfes zu sorgen. Dazu gehören die Infrastruktureinrichtungen wie weiterführende Schulen, Regelkrankenhäuser oder öffentliche Freizeitangebote. Bei der Festlegung der der Zentralen Orte wird zum einen die Erreichbarkeit und zum anderen die Tragfähigkeit, zu der die Bevölkerungszahl des Grundzentrums sowie des Einzugsbereiches gehören, zugrundgelegt. Für die Grundversorgung der ländlichen peripheren Räume spielen insbesondere die Grund- und Mittelzentren eine große Bedeutung (Voigt 2012: 77).

2.5 Der ländliche Raum

Bei der Betrachtung von ländlichen Räumen ist es zunächst wichtig zu klären, dass es keinesfalls den einen idealtypischen ländlichen Raum gibt. Dazu sind die individuellen Unterschiede zwischen ländlichen Regionen zu groß. Neben physischen Grundvoraussetzungen, wie geographische Lage, klimatische Bedingungen und Bodenqualität, sind auch kulturgenetische Aspekte von sehr hoher Bedeutung. Alle diese Faktoren beeinflussen das Erscheinungsbild und die funktionale Struktur von ländlichen Räumen.

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Details

Seiten
33
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656589112
ISBN (Buch)
9783656611721
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v267418
Institution / Hochschule
Universität zu Köln
Note
1,7
Schlagworte
ländliche räume probleme infrastruktur

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Titel: Ländliche Räume. Probleme öffentlicher Infrastruktur