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Sportspielvermittlung am Beispiel von Zielschussspielen im Sportunterricht an berufsbildenden Schulen

Examensarbeit 2013 30 Seiten

Sport - Sportpädagogik, Didaktik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Verzeichnisse

1 Einleitung

2 Systematisierung von Sportspielen

3 Grundlagen der Sportspielvermittlung
3.1 Ziele und methodische Grundauffassungen der Sportspielvermittlung
3.2 Sportdidaktische Konzeptionen zur Vermittlung von Sportspielen
3.2.1 Sportspielspezifische Konzepte
3.2.2 Sportspielübergreifende (integrative) Konzepte

4 Bedeutung des Sportunterrichts (unter besonderer Berücksichtigung von Zielschussspielen) an BBS

5 Schlussbetrachtung

Anhang

Literaturverzeichnis.

Verzeichnisse

Abbildungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Gerade bei der Vermittlung von Zielschussspielen kommt im Sportunterricht zwischendurch immer die Frage von Schülerinnen und Schülern[1] auf, ob „heute nicht einfach nur gespielt werden kann“. Lehrer im Vorbereitungsdienst (LiV) neigen jedoch in der Anfangszeit dazu Sportspiele mittels isolierter Technikübungen zu vermitteln (Wurzel 2008, S. 340 f.), da sie dieses Vorgehen selbst erlebt haben und so auf eigene Erfahrungen zurückgreifen. Diese beiden konträren Positionen lassen die Grundsatzfrage aufkeimen, wie Unterrichtseinheiten zur Thematik Zielschussspiele durchgeführt werden können. In erster Linie sollen LiV ihren Unterricht allerdings auf Grundlage der curricularen Vorgaben gestalten. Somit muss die Grundsatzfrage für LiV in erster Linie lauten: „Wie dürfen Unterrichtseinheiten zur Thematik Zielschussspiele durchgeführt werden?“.

Aufgrund der Umfangsbeschränkung dieser schriftlichen Arbeit werden populäre Sportspielvermittlungskonzepte nur auf die Kompatibilität mit den curricularen Vorgaben an berufsbildenden Schulen (BBS) untersucht. Die konkrete Fragestellung lautet in diesem Zusammenhang, inwiefern Sportspielvermittlungskonzepte in Bezug auf die vorhandenen Ordnungsmittel (Rahmenrichtlinien und Kerncurricula) der Bildungsgänge an BBS durchführbar sind.

Diese Untersuchung wird nach dem hermeneutischen Verfahren durchgeführt und beginnt mit einer Einordnung der Zielschussspiele in die Systematik der Sportspiele. In Kapitel drei werden zunächst die Ziele und die methodischen Grundauffassungen der modernen Sportspielvermittlung thematisiert und im Anschluss werden sportspieldidaktische Konzepte allgemein erläutert. Daraufhin wird in Kapitel vier die Bedeutung des Sportunterrichts an BBS mithilfe der curricularen Vorgaben und unter besonderer Berücksichtigung der Zielschussspiele analysiert, bevor in der Schlussbetrachtung eine Einschätzung der Durchführbarkeit der vorgestellten Sportspielkonzepte an den Vollzeit- und Teilzeitschulformen der BBS erfolgt.

Diese schriftliche Arbeit versteht sich somit als Überblick der Handlungsmöglichkeiten in der Zielschussspielvermittlung in Bezug auf die curricularen Vorgaben an BBS und bietet LiV die Möglichkeit durch Lesen der schriftlichen Arbeit die Kompetenz 1.1 gemäß der Verordnung über die Ausbildung und Prüfung von Lehrkräften im Vorbereitungsdienst auszubauen. Diesbezüglich hängt dieser schriftlichen Arbeit eine Übersicht der Sportspielvermittlungskonzepte einschließlich ihrer Vor- und Nachteile und jeweils einer möglichen Vorgehensweise am Beispiel konkreter Zielschussspiele an. Außerdem ist im Anhang eine Concept Map zur Gesamtkonzeption der Zielschussspielvermittlung zu finden.

2 Systematisierung von Sportspielen

Sportspiele zählen neben kleinen Spielen und Straßenspielen zu den Bewegungsspielen, die wiederum neben Darstellungsspielen und Ruhespielen unter soziale Regelspiele gefasst werden (Döbler 1964, S. 218). Festgelegte Regeln sind also eines der charakteristischen Merkmale für Sportspiele. Daneben lässt sich eine leistungsbestimmte Wettkampfsituation, deren Verlauf in sich nicht festlegbar ist, ebenso feststellen wie eine unmittelbare Interaktion, die zur Austragung benötigt wird. So werden Sportspiele gleichzeitig zwischen einzelnen Spielern oder Mannschaften, mit dem Ziel besser zu sein als der jeweilige Konkurrent, ausgetragen (Döbler 1979, S. 28). Röthig erwähnt zudem, dass es „technische Fertigkeiten“, „partnerschaftliche Kooperation“ und „taktisches Denken“ bei Sportspielen bedarf und dass sich durch die Erfolgsorientierung ein quantifizierbares Ergebnis ableiten lässt (Röthig 1977, S. 289). Grundlegend erscheinen zudem noch die Hinweise von Dietrich, dass zum einen eine „gemeinsame Spielidee“ der Parteien vorliegt und dass zum anderen für die Ausführung eines Sportspiels ein Spielobjekt benötigt wird (Dietrich 1984, S. 19).

Trotz der Übereinstimmung der angegebenen Merkmale bei allen Sportspielen lassen sich innerhalb dieser jedoch auch deutliche Unterschiede feststellen. So ist eine Systematisierung sinnvoll, wie in der folgenden Übersicht dargestellt:

Abbildung 1: Systematisierung von Sportspielen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Döbler 1964, S. 218; Groth und Kuhlmann 1989, S. 390; Adolph und Hönl 1998, S. 28

Wie aus der Übersicht hervorgeht, wird bei den Sportspielen (im deutschsprachigen Raum)[2] zwischen Zielschuss- und Rückschlagspielen unterschieden, die wiederum in Torschuss- und Wurfspiele bei den Zielschussspielen bzw. Ein- und Mehrkontaktrückschlagspiele differenziert werden (Groth und Kuhlmann 1989, S. 390). Die Einteilung erscheint sinnvoll und umfassend genug um die meisten Sportspiele einordnen zu können, jedoch gibt es Ausnahmen wie beispielsweise Golf, die sich in diesem System nicht klassifizieren lassen.

Da der Fokus in der vorliegenden Arbeit auf den Zielschussspielen liegt, konzentrieren sich die folgenden Aussagen auf die Merkmale dieses Bereichs. So stellt laut Albert das Spielen mit der Hand oder dem Fuß eine charakteristische Eigenschaft der Zielschussspiele dar (Albert 2012, S. 193). Daneben entscheidet die Anzahl der erfolgreichen Zielschüsse über Sieg oder Niederlage, wobei der Besitz des Balles innerhalb des Spiels grundsätzlich nicht festgelegt ist. Folglich wird auch auf eine räumliche Trennung beider Parteien verzichtet. Über das Ende des Spiels entscheidet die Zeit, die bei Zielschussspielen den limitierenden Faktor darstellt (Hohmann und Lames 2005, S. 290 ff.). Während des Spiels lässt sich durchgehend eine charakteristische Spielsituation feststellen. So findet, aufgrund der konträren Absichten beider Parteien, immer eine parallele Abhandlung von Angriff und Verteidigung statt (Dietrich 1978, S. 90). Diese gegenläufigen Handlungen sind in Bezug auf drei typische Grundsituationen in Zielschussspielen in der folgenden Tabelle dargestellt.

Tabelle 1: Grundsituationen in Zielschussspielen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Albert 2012, S. 194

Nachdem die Systematisierung von Sportspielen und die genauere Betrachtung der Merkmale von Zielschussspielen erfolgt sind, werden im kommenden Kapitel die Grundlagen der Vermittlung von Sportspielen erläutert.

3 Grundlagen der Sportspielvermittlung

3.1 Ziele und methodische Grundauffassungen der Sportspielvermittlung

Das primäre Ziel der Sportspielvermittlung in der Schule ist die Entwicklung und die Erlangung der Spielfähigkeit. Der Begriff der Spielfähigkeit wird in der Literatur jedoch oft unterschiedlich und zum Teil widersprüchlich definiert und verwendet. So gibt es Auslegungen in denen emotionales Erleben und der Umgang mit Freude über einen Sieg und Enttäuschung bei einer Niederlage im Mittelpunkt stehen. Andere betrachten hingegen die Interaktion und Kommunikation innerhalb der eigenen aber auch mit der gegnerischen Partei. Des Weiteren gibt es Ansätze, die unter der Spielfähigkeit sowohl die individuellen als auch die kollektiven Anforderungen (konditionelle, koordinative, technisch-taktische, psychische) sehen und damit die Leistungsorientierung fokussieren (König und Memmert 2012, S. 13). König versucht mit der folgenden Definition die genannten Perspektiven abzudecken. „Wer fähig ist, aktiv und erfolgreich an einem Sportspiel als Mit- und Gegenspieler teilzunehmen, in dem er spieltypische Situationen und Spielvorgänge im Rahmen der Regeln technisch und spieltaktisch, individuell und in Kooperation mit anderen bewältigt, sie emotional erlebt und mitgestaltet, besitzt die Spielfähigkeit“ (König 1997, S. 477). Da diese umfassende, allgemein formulierte Definition jedoch für die Praxis nicht anwendbar ist, bedarf es einer weiteren Differenzierung von „Spielfähigkeit“, wie in der folgenden Abbildung dargestellt.

Abbildung 2: Aufgliederung von Spielfähigkeit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung modifiziert nach König und Memmert 2012, S. 13; König 1997, S. 478

[...]


[1] Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird im Folgenden nur die männliche Form verwendet.

[2] International betrachtet hat sich ein anderes Klassifikationsschema durchgesetzt, was sich an taktischen Problemstellungen orientiert. Es ist eingeteilt in „Invasion-“, „Net/wall-“, Fielding/run-scoring-“ und „Target-Games“ (Griffin et al. 1997, S. 10).

Details

Seiten
30
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656582038
ISBN (Buch)
9783656580775
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v267486
Institution / Hochschule
Studienseminar Hildesheim für das Lehramt an berufsbildenden Schulen
Note
2,0
Schlagworte
sportspielvermittlung beispiel zielschussspielen sportunterricht schulen

Autor

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