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Das Leben und Werk Jean-Jacques Rousseaus (1712-1778)

Essay 2011 6 Seiten

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Leseprobe

1. Das Leben

Der Philosoph und Schriftsteller Jean-Jacques Rousseaus wurde am 28. Juni 1712 in Genf als Sohn einer hugenottischen Uhrmacherfamilie geboren. Seine Mutter verstarb bei der Geburt und sein Vater verließ wegen Unstimmigkeiten kurz darauf Genf. Aus diesem Grund wurde Rousseau in die Obhut eines Onkels gegeben, der ihn von einem Pfarrer erziehen ließ. Er bekam keine systematische Ausbildung, sondern eignete sich autodidaktisch Bildung an. Im Jahre 1728 flüchtete er nach Annecy, wo er Sekretär und Gefährte von Madame Louise de Warens, einer wohlhabenden Dame wurde, die auf sein Leben und Schreiben einen großen Einfluss ausübte.1 Nach einer abgebrochenen Lehre als Gerichtsschreiber (1724) und Graveur (1725), konvertierte er 1729 zum Katholizismus und begann das Priesterseminar, welches er ebenfalls nicht beendete.2 Sein Leben ist von Wanderschaften bestimmt, die ihn 1731 zum ersten Mal nach Paris führten. Rousseau widmet sich danach der intensiven Lektüre und Musikstudien, mit dem Ziel Schriftsteller und Musiker zu werden. Um dieses Ziel verwirklichen zu können zog er 1742 nach Paris, wo er als Lehrer, Kopist und Sekretär arbeitete. In dieser Zeit lernte er auch Thérèse Levasseur kenne, mit der er in freier Ehe lebte, die er erst 1768 legalisieren ließ. Aus der Beziehung gingen fünf Kinder hervor, die alle im Waisenhaus aufgezogen wurden.3 Rousseau lernte in dieser Zeit Diderot kennen, der ihn beauftragte, für seine Encyclopédie einige musiktheoretische Beiträge zu schreiben. Für das Werk „Abhandlung über die Wissenschaften und Künste“ (Diskurs), das für eine Ausschreibung der Akademie von Dijon 1750 entstand bekam Rousseau den ersten Preis verliehen. Vier Jahre später schwört er in Genf dem Katholizismus ab und gibt 1755 das Buch „Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen“ (Zweiter Diskurs) heraus. Die Folgejahre waren für ihn weder beruflich noch privat sehr erfolgreich: Er zerstritt sich mit fast allen Freunden und Gönnern, und fand seelisch und körperlich dem Untergang nahe, 1758 Zuflucht in einem Schlösschen bei Montmorency. Dort entstand 1761 der Briefroman „Julie oder Die neue Heloise“, der eine tragische Liebesgeschichte erzählt. Ein Jahr später gibt er innerhalb kürzester Zeit sowohl das pädagogische Lehrbuch „Emile oder über die Erziehung“, das ein Erziehungsideal für die freie Entfaltung der Persönlichkeit enthält, als auch das staatstheoretische Werk „Vom Gesellschaftsvertrag oder Prinzipien des Staatsrechtes“ heraus. Darin vertritt er die Theorie, dass jeder Staat als politische Organisation auf einem Gesellschaftsvertrag beruhe. Wegen eines Kapitels in „Emile“, in dem er ein dogmenfreies Christentum fordert und religionskritisch ist, wurde vom Erzbischof in Paris ein Verbot von Rousseaus Schriften erwirkt. Dem schloss sich auch kurze Zeit später seine calvinistische Heimatstadt an. Tief gekränkt weilte Rousseau zunächst an verschiedenen Orten der Westschweiz und folgte 1766 einer Einladung von Hume nach England. Jedoch kehrte er bereits 1768 nach Frankreich zurück, wo er unter dem Pseudonym Renou als Schriftsteller tätig war. 1770 erschien noch sein autobiographisches Werk „Die Bekenntnisse“ in Paris, in denen er sein Leben zusammenfasste. Seine letzten Lebensjahre verbrachte der menschenscheu gewordene Rousseau in Einsamkeit. Rousseau stirbt am 2. Juli 1778 in Ermenonville bei Senlis und verpasst dadurch die Französische Revolution. Seine Anhänger lassen ihn 1794 im Pathéon in Paris erneut besetzen. Durch seine Wanderungen und sein unstetes Wesen war Rousseau unter anderem Hauslehrer in Lyon, Gesandtschaftssekretär in Venedig, Komödienschriftsteller, Opernkomponist und Dramatiker, Schriftsteller und Publizist, Musiker und Musiktheoretiker, Pädagoge, Gesellschafts- und Staatstheoretiker.4

2. Menschenbild und Werke

Rousseau Menschbild ist zweigeteilt: Erstens sind die Menschen „böse“, und die Gesellschaft bringt „Menschen notwendigerweise dazu“ „sich in dem Maße zu hassen,“ in dem sich ihre Interessen kreuzen, „sich wechselseitig scheinbare Dienste zu erweisen und in Wirklichkeit alle vorstellbaren Übel zuzufügen.“ Jedoch ist der Mensch für ihn auch von „Natur aus gut“. Er entwirft mit seiner Theorie das Bild von einem glücklichen Naturzustand des „guten Wilden".5 Dieser lebt allein, und hat deswegen keinen Grund andere zu schädigen und es gibt keinen Kampf wie bei Hobbes und keine Ungleichheiten.

Im Folgenden geht das Papier auf die beiden wichtigsten Werke, die Abhandlungen über den Ursprung und die Grundlage der Ungleichheit unter den Menschen (1755) und vom Gesellschaftsvertrag oder Grundsätze des Staatsrechts von Jean-Jacques Rousseau ein. Das ebenfalls aus dem Jahre 1962 stammende „Emile“ wird in diesem Bezug kurz gestreift, ohne das weitere Kapitel erläutert werden.

[...]


1 http://www.raffiniert.ch/srousseau.html

2 http://www.univie.ac.at/igl.geschichte/ws2002-2003/ku_ws2002_homepages/Feichtinger/biographie.htm.htm

3 http://www.raffiniert.ch/srousseau.html

4 http://www.raffiniert.ch/srousseau.html

5 Jean-Jacques Rousseau, Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen, Stuttgart 1998, Reclam UB 1770, Anmerkung IX

Details

Seiten
6
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656581918
Dateigröße
446 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v267562
Institution / Hochschule
Andrássy Gyula Budapesti Német Nyelvü Egyetem
Note
1
Schlagworte
leben werk jean-jacques rousseaus

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Titel: Das Leben und Werk Jean-Jacques Rousseaus (1712-1778)