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Die europäische Idee. Historische Entwicklung von 1945 bis heute

Hausarbeit 2013 24 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Vorgeschichte zur europäischen Idee
2.1 Römische Verträge errichten die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft
2.2 Gründung der europäischen Kommission sowie des Rates
2.3 Erste Schritte zur Einführung einer gemeinsamen Währung
2.4 Neue Mitgliedsländer und Wirtschaftskrise in der EG – Deutsches Wirtschaftswunder verpufft
2.6 Spanien und Portugal treten ein sowie Einführung der Europäischen Akte
2.7 „Erasmus-Programm“ für Studierende
2.8 Zusammenbruch des Kommunismus in Europa und Grenzwegfall
2.9 „Charta für ein neues Europa“
2.10 Vertrag der EU: EG heißen nun „Europäische Union“
2.11 Die Europäische Zentralbank (EZB)
2.12 Offizielle Einführung des Binnenmarktes
2.13 Der Vertrag von Amsterdam
2.14 Der Vertrag von Nizza
2.15 Einführung des Euros und Osterweiterung der EU
2.16 Das Scheitern der Europäischen Verfassung
2.17 Die zweite osteuropäische Erweiterung und der Vertrag von Lissabon

3. Resümee und ein kurzer Blick in die Zukunft Europas

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In meiner Hausarbeit werde ich mich mit der historischen Entwicklung der europäischen Idee auseinandersetzen. Dabei wird auf die Zeitspanne von 1945 bis heute eingegangen. Als Materialbasis wurde am meisten der Internetauftritt der Europäischen Union verwendet, aber auch Webseiten der Bundesregierung und von politischen Magazinen. Der erste Abschnitt beschreibt die Vorgeschichte der europäischen Idee und wie sich im Kriege zerstrittene Staaten durch ein erstes Bündnis wieder aufeinander zugehen und so die Basis für ein heutiges Zusammenwirken der EU bilden. Anschließend berichte ich über die römischen Verträge und was noch für Institutionen gegründet worden sind. Weitere Themenabschnitte meiner Hausarbeit sind die Gründung der europäischen Kommission sowie des Rates, die Beitritte der einzelnen Länder, die Europäische Akte sowie der Zusammenbruch des Kommunismus in Europa, dessen den Weg für die Osterweiterung ebnet. Außerdem erkläre ich ausführlich den Aufbau der drei Erneuerungsverträge und warum die Einführung der Europäischen Verfassung gescheitert ist. Als krönenden Abschluss folgt ein Resümee, welches einen kurzen Blick in die Zukunft Europas beinhaltet. Hier beschäftige ich mich mit den zukünftigen Beitrittskandidaten der EU und mit der Eurokrise.

2. Die Vorgeschichte zur europäischen Idee

Der zweite Weltkrieg, der von 1939 bis 1945 andauerte, machte die europäische Wirtschaft und deren Verflechtungen unbrauchbar. Die Amerikaner knüpften an ihre Wiederaufbauhilfe (Marshall-Plan) die Bedingung an eine Einigung.[1] Damit so ein Kriegsereignis nicht mehr vorkommt, sollten alle europäischen Staaten in einen Bündnis zusammengeschlossen werden – auf wirtschaftlicher, sowie auch auf politischer Ebene.3 Dies bekräftigt auch der britische Staatsbeamte Winston Churchill in seinem Vortrag mit der Vorstellung über die „Vereinten Staaten von Europa“.[2] Dieses Unternehmen hatte die Absichten den Frieden dauerhaft zu gewährleisten und folgendes gemeinsames und langfristiges Ziel ins Auge zu fassen: „Wohlstand für alle Mitgliedsländer“[3] Kurz nach dem Kriegsende wird Europa in Ost und West aufgeteilt und es folgen 40 Jahre Kalter Krieg. Als ersten Schritt für eine engere Zusammenarbeit wurde von den Staaten Frankreich, dem Vereinten Königreich und den Benelux-Staaten[4] der Europarat am 5. Mai 1949 in London3 gegründet.[5] Der französische Außenminister Robert Schuman arbeitete gemeinsam mit Jean Monnet (Wirtschaftsberater in Frankreich) den international anerkannten Schuman-Plan aus. Am 9. Mai 1950 wurde der Plan angekündigt. Dieses Datum gilt heutzutage als Geburtsstunde der Europäischen Union und seit dem Jahre 1985 als „ Europatag2 gefeiert. Nach Schuman sollen die Produktion von Kohle und Stahl, die wichtige Grundstoffe für die Rüstungsindustrie darstellen, gemeinsam kontrolliert werden. Durch diese Kontrolleinrichtung sei es nur möglich, einen erneuten Kriegsausbruch zu verhindern.[6] Die Länder Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande verpflichteten sich am 18. April 1951 im Rahmen des Schuman-Plans ihre Kohle –und Stahlindustrie unter kollektive Verwaltung zu stellen und sie nicht länger für Kriegsabsichten gegeneinander anzuwenden.3 Dadurch ist durch die sechs Gründerstaaten3 das „Europa der 6“ erschaffen worden und die "Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS)“, auch als "Montanunion" bezeichnet, wird ins Leben gerufen.2

2.1 Römische Verträge errichten die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft

Da das Konzept der Montanunion erste Früchte trägt, gehen die sechs Mitgliedsstaaten noch einen Schritt weiter und dehnen ihre Zusammenarbeit mit der Unterzeichnung des Vertrages von Rom am 25. März 1957 auf weitere Wirtschaftsbereiche aus. Damit haben sie die „ Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG)“ gegründet, welche die Freigebigkeit von Waren, Dienstleistungen und Personen anstrebt.4 Hierdurch sind nun auch für die Landwirtschaft und der Fischerei dieselben Vorschriften der EKRS bindend, um einen gemeinschaftlichen Markt aufzubauen.[7] In Verbindung dazu nimmt die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) ihre Tätigkeit auf.[8] Sie bringt die benötigten Bedingungen für die Bildung und Entwicklung von nuklearen Industrien zustande. Die Kernenergie soll nur für friedliche Erforschungs- und Entwicklungsabsichten eingesetzt werden. Des Weiteren soll ein gemeinsame Markt errichtet werden, was bislang nicht erreicht worden ist, sowie die Atomindustrie unter Kontrolle zu stellen. Damit wird der Umweltschutz gewährleistet und der Missbrauch vermieden.[9] Zum 1. Januar 1959 wurden schrittweise die Zölle innerhalb des Wirtschaftsraumes der europäischen Gemeinschaft abgebaut.7 Am 20. September 1960 tritt die Bestimmung über den Europäischen Sozialfonds in Kraft. Dieser wurde vom Europäischen Rat eingeführt, um von den Berufstätigen in der EWG die Beschäftigung und die allgemeine Mobilität zu unterstützen. Durch die Unterzeichnung des internationalen Übereinkommens über die Zusammenarbeit zur Sicherung der Luft am 13. Dezember in Brüssel wird die Europäische Organisation für Flugsicherung (Eurocontrol) etabliert.[10] Auch die 60er Jahre werden vom kalten Krieg beherrscht. In Berlin sind die Spannung zu spüren, doch der Staatsratsvorsitzende der Deutschen Demokratischen Republik leugnet damit: „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten.“[11] Schließlich riegelt die DDR-Regierung ihre Grenzen ab, um die Fluchtabsichten ihrer Bürger zu durchkreuzen. Es konnte nur noch eine geringe Anzahl von Menschen fliehen, viele fielen dabei den Grenzsoldaten zum Opfer.[12]

Mit dem Startschuss der „ Gemeinsamen Agrarpolitik“ gegen Ende Juli 1962 kontrollieren die Mitgliedsländer gemeinsam die Produktion der Nahrungsmittel. Für ihre Erzeugnisse bekommen die Landwirte einheitliche Vergütungen und können durch die hohe Nachfrage gute Erträge verbuchen.

Die ehemaligen Erzfeinde Deutschland und Frankreich können sich durch einen Freundschaftsvertrag annähern. Gastarbeiter aus Italien, Griechenland und Jugoslawien unterstützen Deutschland bei den Bauunternehmungen zu wohl unter der Erde als auch auf der Baustelle.10 Die Mitgliedsstaaten unterschreiben am 20. Juli 1963 das weltweit erste große Abkommen, womit sie 18 ehemalige Kolonien in Afrika unterstützten. Als Bedingung für die Hilfe müssen die Empfängerländer die Menschenrechte (siehe dazu Artikel 1 bis 19 GG) einhalten.[13]

2.2 Gründung der europäischen Kommission sowie des Rates

Der Mitgründer der Mountainunion, Robert Schumann, verstarb am 4. September 1963[14]. Ungefähr vier Jahre später wird am 1. Juli 1967 der Fusionsvertrag über die Zusammenlegung der Organe Euratom, EWG und EGKS rechtskräftig. Von nun an besitzt die ab jetzt heißende Europäische Gemeinschaft (EG) eine Kommission und einen Rat, die aber beide trotzdem nach den Vorschriften der jeweiligen Gemeinschaft verfahren. Zwei Tage später hält der Rat unter deutschen Vorsitz seine erste Tagung ab, am 6. Juli nimmt mit Jean Rey die neue Kommission ihr Amt auf. Zu ihrem jährlichen Kolloquium setzten sich die frisch fusionierten Organe am 28. November 1967 zusammen und diskutieren über die weiteren Entwicklungsaussichten.[15]

In den sechs Mitgliedsstaaten werden die Binnenzölle aufgehoben und es ist erstmalig ein grenzweiter Freihandel erlaubt. Für Güter aus Drittländern gilt ab nun der Zolltarif, der in den gesamten europäischen Wirtschaftsgemeinschaften einheitlich ist. Damit ist der erste Stein für das größte Handelsgebiet weltweit gelegt und die Handelsbeziehungen zwischen den Mitgliedsstaaten sowie der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft mit anderen Staaten nehmen rasch an Fahrt auf. Die Regierungschefs der sechs Mitgliedsstaaten versammeln sich bei einem Gipfeltreffen in Den Haag und unterstreichen ihre Motivation, schritt für schritt eine wirkliche Wirtschafts- und Währungsunion zu errichten und ihre Politik im sozialen Bereich umfassend abzustimmen. Des Weiteren bestätigen sie ihre Einstimmigkeit über den Grundsatz der Ausweitung der Gemeinschaft.[16]

2.3 Erste Schritte zur Einführung einer gemeinsamen Währung

Die ersten Grundpläne zur Schaffung einer einheitlichen Währung werden ins Leben gerufen.[17] Damit die Währungsstabilität erhalten bleibt, richten die sechs Mitgliedsstaaten am 24. April 1972 die „Währungsschlange“ ein. Damit dürfen die Kurschwankungen ihrer Landeswährung nicht mehr als 2,25 Prozent aufweisen.[18] Dieser Mechanismus des Wechselkurses legt den Grundstein zur späteren Einführung des Euros.[19] Außerdem wird der Umweltschutz weiter ausgebaut, es werden dazu Vorschriften erlassen sowie das „Verursacherprinzip“ eingeführt. Dieses System soll in erster Linie Umweltschäden vermeiden und gilt für berufliche Arbeiten, wenn der Betreiber durch sein bewusstes oder leichtfertiges Operieren gegen die Vorschriften verstoßen hat. Weiterhin müssen die zuständigen nationalen Behörden gewährleisten, dass benötigende Sanierungs- bzw. Verhinderungsmaßnahmen seitens der verantwortlichen Firmen unternommen oder finanziert werden.[20]

2.4 Neue Mitgliedsländer und Wirtschaftskrise in der EG – Deutsches Wirtschaftswunder verpufft

Zum Jahresbeginn 1973 schließen sich Dänemark, Irland und das Vereinte Königreich der EG an. Damit sind jetzt insgesamt neun Staaten in der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft vertreten. Nach Ende des Jom-Kippur-Krieges im Oktober 1973 schränken die erdölproduzierenden Staaten im Nahen und Mittleren Osten die Lieferung ein und setzten die Preise auf ein höheres Niveau fest. Darum entstehen in der EG große wirtschaftliche Schwierigkeiten.19 Deutschland wird durch den Mangel an Öl sehr mitgenommen, die Folgen sind Tempobeschränkungen und Fahrverbote an Sonntagen. Gegen Jahresende wird zwar die Produktion von Erdöl wieder hochgefahren, doch die Preise steigen um mehr als 50 Prozent an. Durch diese Ereignisse kommt Deutschland in eine Flaute, die Arbeitslosenzahl verdreifacht sich innerhalb von vier Jahren und die Inflationsrate klettert auf sechs Prozent. Damit soll das deutsche Wirtschaftswunder vorerst in der Nachkriegszeit beendet sein.[21]

[...]


[1] Vgl.: http://www.lsg.musin.de/geschichte/geschichte/lkg/eu.htm

[2] Vgl.: http://www.bundestag.de/kulturundgeschichte/geschichte/infoblatt/europa_zusammenarbeit.pdf

[3] Vgl.: http://www.planet-wissen.de/politik_geschichte/europaeische_union/geschichte_der_eu/

[4] Vgl.: http://europa.eu/about-eu/eu-history/1945-1959/1949/index_de.htm

[5] Vgl.: http://europa.eu/about-eu/eu-history/1945-1959/index_de.htm

[6] Vgl.: http://europa.eu/about-eu/eu-history/founding-fathers/index_de.htm

[7] Vgl.: http://www.infopoint-europa.de/halloeuropa/Die%20Geschichte%20der%20EU.htm

[8] Vgl.: http://www.focus.de/politik/ausland/chronologie_aid_51244.html

[9] Vgl.: http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/17433/europaeische-atomgemeinschaft-euratom

[10] Vgl.: http://europa.eu/about-eu/eu-history/1960-1969/1960/index_de.htm

[11] Vgl.: http://www.arte.tv/de/60-jahre-brd-die-60er-jahre/2647632,CmC=2646594.html

[12] Vgl.: http://europa.eu/about-eu/eu-history/1960-1969/1960/index_de.htm

[13] Vgl.: http://europa.eu/about-eu/eu-history/1960-1969/index_de.htm

[14] Vgl.: http://www.europa-infoshop.de/geschichte/1960_-_1969/1960_-_1969.html#1963

[15] Vgl.: http://europa.eu/about-eu/eu-history/1960-1969/1967/index_de.htm

[16] Vgl.: http://europa.eu/about-eu/eu-history/1960-1969/1969/index_de.htm

[17] Vgl.: http://europa.eu/about-eu/eu-history/1970-1979/index_de.htm

[18] Vgl.: http://europa.eu/about-eu/eu-history/1970-1979/1972/index_de.htm

[19] Vgl.: http://europa.eu/about-eu/eu-history/1970-1979/index_de.htm

[20] Vgl.: http://europa.eu/legislation_summaries/enterprise/interaction_with_other_policies/l28120_de.htm

[21] Vgl.: http://www.planet-wissen.de/wissen_interaktiv/html-versionen/70er_jahre/index.jsp

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