Lade Inhalt...

Die 50er und 60er Jahre in Freiburg

Hausarbeit 2013 12 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die 50er Jahre

3 Die 60er Jahre

4 Abschließende Bemerkung

5 Literaturverzeichnis

Seite

1 Einleitung

Ein Schicksal teilte Freiburg mit fast allen größeren Städten in Deutschland: Die weitgehende Zerstörung wenige Monate vor Ende des Zweiten Weltkriegs. Durch den Vernichtungsangriff der Royal Air Force am Abend des 27. November 1944 und weitere Bombenattacken wurden viele Menschen getötet, sowie viele Gebäude zerstört. Der Luftkrieg in Freiburg forderte rund 3000 Tote und mehrere tausend Verletzte. Der Zerstörungsgrad von Freiburg lag bei 31 %. Besonders die Altstadt und die daran angrenzenden westlichen und nördlichen Stadtgebiete waren davon am stärksten betroffen. Dadurch war das vorrangige Thema der 50er Jahre immer noch der Wiederaufbau. Doch in den Außenbereichen galt vordringlich die Schaffung von Wohnraum, da Anfang 1950 die Bevölkerungsrate wieder auf den Vorkriegsstand von 110 000 Personen angewachsen war. Nach dem Ende des Krieges durchlitt Freiburg, wie auch der Rest Deutschlands, eine extreme Not. Durch die vereinten Kräfte der Bürgerschaft, Verwaltung und der Wohlfahrtsverbände der Stadt Freiburg und der ausländischen Hilfsorganisationen konnte Freiburg die ersten drei Nachkriegsjahre ohne ein Massensterben verhindern. In den Jahren 1946 und 1947 erreichte die Not ihren absoluten Höhepunkt und verbesserte sich seit dem Sommer 1948 allmählich. Grund dafür war eine gute Ernte, vermehrte Importe und der anlaufende Marshall-Plan. Begünstigt wurde diese positive Entwicklung durch die Währungsreform des 20.Juni 1948. Erst im Jahr 1952 setzte in Deutschland ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum mit hohen Wachstumsraten ein, welches im wesentlichen bis 1973 andauern sollte. Doch die Währungsreform war zunächst mit erheblichen sozialen Härten verbunden. Zum einen stiegen in den ersten Monaten nach der Ausgabe des neuen Geldes die Preise schneller als die Löhne, für die aber nach wie vor der Lohnstopp galt, welche die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg erhängt hatten. Besonders kinderreiche Familien und Arbeiterfamilien mit geringem Einkommen waren davon betroffen. Zum anderen brachte die Währungsreform große Nachteile für die Besitzer von Geldvermögen. Grund dafür war, dass Löhne, Gehälter und Mieten zwar wie Sachwerte im Verhältnis von 1:1 umgestellt wurden, der Umtausch alter Sparguthaben aber eine Relation von 10:1 hatte, die sich später sogar noch verringerte. Auch die Arbeitslosigkeit stieg sprunghaft an, da die Versorgung über den Schwarzmarkt plötzlich nicht mehr möglich war und so viele Leute auf den Arbeitsmarkt drängten. In den ersten zwei Jahren nach der Währungsreform kam es in Freiburg und im übrigen Deutschland zu mehreren Gewerkschaftsdemonstrationen. Die Demonstranten forderten hierbei immer wieder ausgleichende Lohnerhöhungen, Maßnahmen gegen den Anstieg der Preise und einen sozialen Ausgleich für die Kleinsparer.

2 Die 50er Jahre

Das vorrangige Thema zu Beginn der 50 er Jahre war immer noch der Wiederaufbau -meist war es allerdings ein Neubau, vor allem des Stadtkerns. Obwohl enorme Aufbauleistungen erbracht wurden, blieb die Stadt noch etliche Jahre mit Trümmergrundstücken übersät.

Erst 1950 war das Straßenbahn und Busnetz der Stadt auf allen Linien wieder voll in Betrieb. Die Bevölkerung erreichte wieder den Vorkriegsstand mit 109.717 Einwohnern. Freiburg stand im Wiederaufbau. Der Trümmerschutt war zwar fast überall in Freiburg beseitigt worden, doch dadurch kamen dann auch die irreparablen Ruinen und Schäden zum Vorschein. Das ehemalige Dominikaner-Klosters, das zuletzt als Krankenhaus St.Vinzenzius Verwendung fand, wurde durch die Bombenangriffe zwar stark, aber nicht hoffnungslos beschädigt. Dennoch wurde das Gebäude 1952 komplett abgerissen. Damit war das letzte Zeugnis des einstmals größten und bedeutendsten Klosters von Freiburg verschwunden. Von 1954 bis 1956 entstand an der ehemaligen Stelle des Klosters stattdessen der Neubau für die Badische Kommunale Landesbank.

1951 fing man an mit einfachsten Werkzeugen und Transportmitteln die Trümmerberge sowie Brauchbares und Wertvolles zu retten. Doch Arbeitskräfte waren Mangelware. Die Schar der Freiwilligen blieb verhältnismäßig gering, da jeder Bürger vor allem auf seinem eigenen Grundstück eingesetzt werden wollte. So kam die Stadt nicht drumherum, eine Zwangsverpflichtung einzurichten. Neben Angestellten und Beamten sah man deshalb auch Studenten, Frauen und Kinder, sowie Insassen von der französischen Besatzungsmacht der eingerichteten Internierungslager. Am 13.August 1951 um genau 10 Uhr wurde an der Kreuzung Bertoldsbrunnen die erste Verkehrsampel in der Nachkriegszeit in Betrieb genommen. Ein Zeitzeuge beschrieb sie folgendermaßen: „Auf jeder ihrer vier Seiten befinden sich von innen beleuchtete Scheiben mit je zwei roten und zwei grünen Farbflächen, über die langsam ein weißer Zeigerbalken kreist“ (Günther Klugermann 2000, S.31). Die Verhaltenvorschrift lautete: „Steht der Zeigerbalken waagrecht, dann zeigen seine beiden Enden auf die beiden roten Kreissegmente und sperren den Verkehr, steht der Zeigerbalken senkrecht, dann deuten die beiden Enden auf die grünen Segmente und geben den Verkehr frei“ (Günther Klugermann 2000, S.31). Die Ampel erreichte zwar weniger Verkehrsstockungen, aber dennoch wurde sie auf Beschluss des städtischen Verkehrsrates im Januar 1953 wieder abgebaut.

Am 9. Dezember 1951 gab es eine lange umstrittene Volksabstimmung über die Bildung eines Südweststaates. In Baden ist die Bevölkerung mehrheitlich für die Beibehaltung eines eigenen Staates. Freiburg Stadt stimmte zwar mit 52,2 Prozent und Landkreis Freiburg mit 69,9 Prozent Neinstimmen ab, wurde aber von den östlichen Landesteilen überstimmt. Der Südweststaat „Baden-Württemberg“ entstand. Nun waren die Auseinandersetzungen um den Südweststaat allerdings noch nicht beendet. Die „Altbadener“ fühlten sich durch die Abstimmung am 9.Dezember 1951 ungerecht behandelt. So kam es zu einer Verfassungsklage, der am 30.Mai 1956 stattgegeben wurde. Durch die Anordnung des Bundesverfassungsgerichts wurde 1956 ein Volksbegehren durchgeführt, welches mit 15,1 Prozent der wahlberechtigten Badener 5 Prozent über der Mindestgrenze für die Durchführung eines Volksentscheides in Form einer neuen Abstimmung über den Südweststaat erfolgreich war. Am 7. Juni 1970 kam es schließlich zur zweiten Baden-Abstimmung, welche lange hinausgezögert worden war. 81,9 Prozent der badischen Wähler stimmten für ein Baden-Württemberg und nur 18,1 Prozent für ein „altes Baden“. Somit war erst 1970 der Zusammenschluss der drei südwestdeutschen Länder zu einem Bundesland Baden-Württemberg juristisch abgeschlossen.

Nach der Bildung des Landes Baden-Württemberg wird 1952 im wiederaufbauten Basler Hof das Regierungspräsidium Südbaden in Freiburg eingerichtet. Im November 1952 wurde die Alte Universität nach 41 Jahren endlich wieder zum Mittelpunkt studentischen Lebens.

[...]

Details

Seiten
12
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656593348
ISBN (Buch)
9783656593331
Dateigröße
8.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v268330
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Freiburg im Breisgau
Note
2,0
Schlagworte
jahre freiburg

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Die 50er und 60er Jahre in Freiburg