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Logistik und Globalisierung

Kühllogistische Herausforderungen und Möglichkeiten in sich verändernden Nahrungsmittelmärkten

Hausarbeit (Hauptseminar) 2010 22 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie

Leseprobe

Inhalt

1 Gegenstand

2 Stellung der Logistik innerhalb der unternehmung
2.1 Logistikbegriff
2.2 Logistik als Wertschöpfungsprozess
2.3 Logistikketten und Supply Chain Management

3 Entwicklung der Logistik und sich verändernde Anforderungen im Rahmen der Globalisierung

4 Kühllogistik als Wettbewerbsfaktor der Food Economy
4.1 Food Economy
4.2 Kühllogistische Herausforderungen
4.3 Das Datenerfassungssystem RFID als Chance für die Kühllogistik

5 Logistik als chance zur differenzierung im zunehmenden wettbewerb moderner märkte

1 Gegenstand

Im Rahmen des Hauptseminars ››Globalisierung, Gesellschaft, Geographie‹‹ im Geographischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz stehen im Wintersemester 2009/2010 die Komplexität des Globalisierungsbegriffs und die damit einhergehenden veränderten Rahmenbedingungen menschlichen Handels innerhalb der modernen Gesellschaft im Fokus des Interesses. Neben sozio-kulturellen, politischen und technologischen Entwicklungstendenzen spielen insbesondere ökonomische Veränderungen vor dem Hintergrund umfassender globaler Vernetzungsprozesse menschlicher Aktivitäten eine wichtige Rolle.

Die Anzahl transnationaler Unternehmen sowie globale Arbeitsteilung nehmen ständig zu, Güter und Dienstleistungen durchlaufen zunehmend verschiedene Wertschöpfungsstufen über Unternehmens- und Ländergrenzen hinweg. In sich permanent verändernden Märkten und harten Wettbewerbssituationen werden Planung und Koordination von Wertschöpfungsprozessen mit dem Ziel der Befriedigung von Kundenbedürfnissen immer wichtiger.

Dem Autor drängt sich die Frage auf, welche Rolle, vor diesem komplexen Zusammenhang der Globalisierungsdiskussion verbunden mit sich permanent verändernden Wettbewerbssituationen von Unternehmen auf globalen Märkten, dabei der LKW auf der Straße einnimmt. Den Transport von Waren zwischen einem Lieferpunkt und einem Empfangspunkt assoziieren viele Menschen mit dem Begriff der ››Logistik‹‹. Aber was genau ist darunter zu verstehen, welche Rolle spielen logistische Aktivitäten in modernen Märkten und wie haben sich logistische Herausforderungen im Laufe der Zeit vor dem Hintergrund der Globalisierung verändert? Diesen Fragen soll im Verlauf dieser Arbeit nachgegangen werden.

Zuerst soll dabei auf die Stellung der Logistik innerhalb der Unternehmung und mögliche Definitionsversuche eingegangen werden. Zudem sollen Verbindungen zwischen Logistik und in der aktuellen Literatur vermehrt beschriebenen Wertschöpfungsprozessen hergestellt werden und eine unternehmens- bzw. staatsgrenzenübergreifende Betrachtung logistischer Prozesse erfolgen. Kapitel 3 soll wichtige, mit Globalisierung zusammenhängende Entwicklungen bzw. Veränderungen von Rahmenbedingungen sowie die damit einhergehenden sich permanent verändernden Herausforderungen für die Logistik verdeutlichen. Kapitel 4 macht am Beispiel der sich in den letzten Jahrzehnten gravierend verändernden ››Food Economy‹‹, sowie der damit zusammenhängenden Problematik von Kühllogistik und Technologisierung deutlich, in welchem Umfang sich Unternehmen mit logistischer Planung und Koordination auseinandersetzen müssen und welche Zukunftspfade es zu bedenken gibt, um in Zeiten immer stärker werdender Marktdynamik wettbewerbsfähig zu sein.

2 Stellung der Logistik innerhalb der unternehmung

2.1 Logistikbegriff

Dem Begriff ››Logistik‹‹, zu dem mittlerweile unzählige Fachbücher und weitere Veröffentlichungen erschienen sind, werden in der Literatur keinesfalls eindeutige Definitionsversuche beigemessen (Klaus/Krieger 2000: XIII). Pfohl ordnet die Vielzahl vorhandener betriebswirtschaftlicher Definitionen in drei Kategorien (Pfohl 2004: 12). Er unterscheidet dienstleitstungsorientierte Definitionen von lebenszyklusorientierten Definitionen und grenzt beide von den flussorientierten Definitionen, welche in Wissenschaft und Praxis die weiteste Verbreitung erfahren, ab. Letztere betrachten Logistik als einen

››Prozeß der Planung, Realisierung und Kontrolle des effizienten, kosteneffektiven Fließens und Lagerns von Rohstoffen, Halbfabrikaten und Fertigfabrikaten und der damit zusammenhängenden Informationen vom Liefer- zum Empfangspunkt entsprechend den Anforderungen des Kunden‹‹ (Pfohl 2004: 12)

im Rahmen der wirtschaftenden Unternehmung. Neben den drei Definitionskategorien von Pfohl ist noch eine weitere, zweckorientierte Version denkbar, nach der die Logistik sicherstellen soll, ››dass die richtigen Güter, Informationen und Dienstleistungen zur richtigen Zeit am richtigen Ort in der richtigen Menge und in der richtigen Qualität zu richtigen (möglichst geringen) Kosten zur Verfügung stehen‹‹ (Arndt 2008: 37).

››Die Grundfunktion von Logistiksystemen ist die raum-zeitliche Veränderung von Gütern‹‹ (Pfohl 2004: 8), welche mit einem Informationsaustausch zwischen Liefer- und Empfangspunkt einhergeht. ››Diese Sichtweise der Logistik wird als Transport-, Umschlag-, Informations- und Lagerlogistik bezeichnet (TUIL-Logistik)‹‹ (Vahrenkamp 2007: 7). Darüber hinaus können die logistischen Grundfunktionen als Dienstleistungen verstanden werden, da sie Güter verwalten und bewegen ohne sie im Sinne der Produktionswirtschaft umzuformen (Vahrenkamp 2007: 7-8; Schieck 2008: 21). Die nachfolgende Abbildung veranschaulicht die zur Erfüllung der Logistikfunktionen ablaufenden Logistikprozesse und die durch diese bewirkte Gütertransformation:

ABBILDUNG 1: Logistikprozesse und dadurch bewirkte Gütertransformation (Pfohl 2004: 9).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das ››Umschlagen‹‹ als logistischer Prozess ist in diesem Fall weit gefasst, denn es beinhaltet sowohl das Handhaben (z.B. Einlagerung von Gütern in ein Regal), das Zusammenfassen und Auflösen (z.B. von Paletten), sowie das Sortieren (z.B. beim Kommissionieren) (Pfohl 2004: 8; Arnold et al. 2008: 6-7). Die Zuordnung der Lagerungs-, Transport- und Umschlagsprozesse zu den jeweiligen Gütertransformationsarten liegt auf der Hand, während die Verpackungsform die angesprochenen Prozesse erleichtert oder gar erst ermöglicht. Signierungen können Lagerung und Transport durch wichtige Hinweise vereinfachen. Durch den Informationsfluss während der Auftragsabwicklung wird das logistisch indeterminierte zu einem logistisch determinierten Gut.

Ein weiteres Modell logistischer Funktionen entsteht mit dem Versuch, sie in die betrieblichen Funktionen einzuordnen (Vahrenkamp 2007: 7). Hierbei wird zwischen Beschaffungs-, Produktions-, Distributions- und Entsorgungslogistik unterschieden, was der Logistik eine Art ››Querschnittsfunktion‹‹ (Haasis 2008: 5; Schulte 2009: 19; Stabenau 2008: 27) beimisst und in Abb. 2 veranschaulicht ist:

ABBILDUNG 2: Einordnung der Logistik in die betrieblichen Funktionen (Vahrenkamp 2007: 7).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diese Arten der Logistik, die insbesondere bei Industrieunternehmen unterschieden werden, können auch als ››phasenspezifische Subsysteme‹‹ bezeichnet werden (Pfohl 2004: 17).

2.2 Logistik als Wertschöpfungsprozess

››Logistik soll dem Gestaltnutzen eines an sich zweckgeeigneten Gutes Orts- und Zeitnutzen hinzufügen‹‹ (Pfohl 2004: 21) und durch diese Form der Wertschöpfung eine Bedürfnisbefriedigung erzielen. Unter ››Wertschöpfung‹‹ wird in der Betriebswirtschaftslehre ››zum einen der Ergebnisbeitrag eines Unternehmens zum Sozialprodukt verstanden‹‹ (Haasis 2008: 6), zum anderen jedoch auch ein Mehrwert-verursachender Prozess, welcher häufig im Rahmen internationaler Arbeitsteilung auf verschiedene Länder und Betriebe verteilt wird (Günther/Tempelmeier 2005: 2). ››Der Wertschöpfungsprozess stellt eine Abfolge an Aktivitäten dar, die einem Produkt oder einer Dienstleistung Wert hinzufügen‹‹ (Haasis 2008: 6). Das Prozessergebnis soll Nachfrage erzeugen. ››Logistik ist damit zur Umsetzung des Eignungswertes von Gütern in ihren Gebrauchswert notwendig‹‹ (Schieck 2008: 18).

Der logistische Servicegrad als Operationalisierungsmöglichkeit logistischer Leistungsfähigkeit spielt dabei eine wichtige Rolle. ››Die schnelle, zuverlässige und flexible Herstellung von Objektverfügbarkeiten […] verbessert […] die Effizienz der Leistungserstellungsprozesse in der Unternehmung und erhöht […] den Erfolg der Unternehmung auf ihrem Absatzmarkt‹‹ (Schieck 2008: 18-19). Der Logistikservice setzt sich nach Schulte aus folgenden Komponenten zusammen (Schulte 2009: 7-10):

- Lieferzeit
- Lieferzuverlässigkeit
- Lieferqualität
- Lieferflexibilität
- Informationsfähigkeit

Schieck unterscheidet in seiner Darstellung zwischen Lieferzuverlässigkeit und Lieferbereitschaft und vernachlässigt in diesem Zusammenhang die Komponente der Informationsfähigkeit (Schieck 2008: 18).

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Details

Seiten
22
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656589396
ISBN (Buch)
9783656589365
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v268548
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz – Geographisches Institut
Note
1,3
Schlagworte
logistik globalisierung kühllogistische herausforderungen möglichkeiten nahrungsmittelmärkten

Autor

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Titel: Logistik und Globalisierung