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Gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland – Argumente und Auswirkungen

Hausarbeit 2013 16 Seiten

VWL - Arbeitsmarktökonomik

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Zielsetzung und Gliederung der Hausarbeit

3. Segmentierung des Arbeitsmarktes

4. Arbeitsmarkttheorien
4.1 Die neoklassische Theorie
4.2 Die keynesianische Theorie
4.3 Die Humankapitaltheorie
4.4 Die Suchtheorie
4.5 Die Insider-Outsider-Theorie

5. Juristische Aspekte

6. Zusammenfassung

7. Fazit

1. Einleitung

Die größten politischen Parteien in Deutschland sprechen sich für einen flächendeckenden Mindestlohn oder einer Lohnuntergrenze aus.

Ein gesetzlicher Mindestlohn beziehungsweise eine Lohnuntergrenze ist eine Lohngrenze, die der Staat den Unternehmen vorschreibt.

In Deutschland werden für 13 Branchen die Mindestentgeltsätze durch das Entsendegesetz geregelt.[1]

Die Hauptargumente für den Einsatz von einem flächendeckenden Mindestlohns sind auf der politischen, wie auch auf der sozialen Ebene oft die Gleichen, der Schutz vor Armut und die damit verbundene Entlastung des Staatshaushaltes.

In Deutschland sind Arbeitnehmer ab einen Stundenlohn von 8,50 Euro nicht auf Transferleistungen durch die Agentur für Arbeit angewiesen, ausgehend von einer Vollzeitbeschäftigung.[2]

Laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung aus dem Jahr 2011, erwirtschaftet ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro knapp 700 Millionen an Mehreinnahmen für den Staat.[3] Dieser Betrag setzt sich zusammen aus einen Abbau von Transferausgaben im sozialen Bereich und Steuereinnahmen.

Kritiker betonen, dass der Einsatz von Mindestlöhnen zu einem Ungleichgewicht innerhalb des Arbeitsmarktes führt. So belasten staatlich vorgeschriebene Mindestlöhne kleinere Unternehmen und führen Arbeitnehmer in die Arbeitslosigkeit oder in die Schwarzarbeit.

Laut einer Studie des ifo-Instituts gefährdet ein Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro 1,2 Mio. Arbeitsplätze in Deutschland.[4]

Regelmäßig wird die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland durch den Sachverständigenrat begutachtet, umgangssprachlich auch die fünf Wirtschaftsweisen genannt.[5]

Der Sachverständigenrat spricht sich klar gegen einen Mindestlohn aus und empfiehlt hier eine anfängliche Lohnuntergrenze von 5 Euro pro Stunde. Laut einer Berechnung durch den Sachverständigenrat gefährdet ein gesetzlicher flächendeckender Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro jeden fünften Arbeitsplatz in Deutschland.[6]

In Europa stellt sich die Situation wie folgt dar, 20 von 27 europäischen Ländern haben einen gesetzlichen flächendeckenden Mindestlohns. [7] Länder wie Großbritannien oder Irland melden keinen Beschäftigungsrückgang nach der Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns. Länder wie Frankreich oder Spanien beklagen eine hohe Jugendarbeitslosigkeit.

Kritiker sind sich einig, dass die Jugendarbeitslosigkeit in den Ländern dem Einsatz von einem flächendeckenden Mindestlohn geschuldet sind.[8]

2. Zielsetzung und Gliederung der Hausarbeit

Die Hausarbeit befasst sich mit dem derzeitigen Arbeitsmarkt und dem damit verbundenen Billiglohnsektor. Hierzu wird der Billiglohnsektor näher betrachtet und segmentiert. Der Einsatz von einem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn beziehungsweise einer Lohnuntergrenze nimmt starken Einfluss auf den Billiglohnsektor. Desweiteren soll in dieser Hausarbeit der Einsatz von Mindestlöhnen aus volkswirtschaftlicher Sicht anhand von unterschiedlichen theoretischen Modellen betrachtet werden.

So wird der Einsatz von Mindestlöhnen anhand der klassischen Theorie, aber auch anhand alternativer Arbeitsmarkttheorien analysiert.

Zum Ende, werden die im Laufe dieser Arbeit gewonnenen Erkenntnisse zusammengeführt.

Die nachfolgenden Zahlen und Daten sind den aktuellen Statistiken der Bundesagentur für Arbeit entnommen. Der Arbeitsmarkt wird durch politische und wirtschaftliche Faktoren beeinflusst. Arbeitssuchende aus den europäischen Krisenländern drängen dieses Jahr stärker auf den deutschen Arbeitsmarkt, als die Jahre zuvor.

Im Jahr 2012 konnte der deutsche Arbeitsmarkt eine Zunahme von 200 000 Arbeitskräften vermelden, für das Jahr 2013 wird eine Zunahme von 140 000 Arbeitskräften erwartet.

Arbeitnehmer die sich in Weiterbildungsmaßnahmen befinden, einem Mini -Job nachgehen, werden als Erwerbstätig gezählt. Im Juli ist die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vormonat Juni um +0,2 Prozentpunkte auf 6,8 Prozent gestiegen.

Werden die Daten saisonbereinigt betrachtet, so sinkt die Arbeitslosenquote minimal gegenüber dem Vormonat, um 7000 Arbeitsuchende.

Die Arbeitslosenquote ist gegenüber dem Vorjahr gleichbleibend bei 6,8%.

Die Unterbeschäftigung von Erwerbstätigen ist gegenüber dem Vormonat um 8,9 % gestiegen. Saisonbereinigt ergibt sich aber ein Rückgang von 0,3% gegenüber dem Vormonat.

Zusammengefasst kann gesagt werden, die Arbeitslosenquote wirkt nur stabil, der Anteil von traditionellem Normalarbeitsverhältnissen nimmt weiterhin ab, während die atypischen Beschäftigungen weiterhin zunehmen.[9]

3. Segmentierung des Arbeitsmarktes

Eine Segmentierung des Arbeitsmarktes soll aufzeigen, in welchem Zusammenhang das Bildungsniveau, das Alter und die soziale Herkunft mit den Billiglohnsektor stehen.

Die Abbildung 1 zeigt, umso qualifizierter der Arbeitnehmer ist, umso beständiger ist eine gerechtfertigte Entlohnung.[10] Frauen verdienen im Durchschnitt 22 % weniger als Ihre männlichen Kollegen.[11]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Vgl. Bildung in Deutschland 2012 / Bildungsberichterstattung

Im Bereich der Hochschulabsolventen sind Frauen stärker vertreten als Männer, so haben im Jahr 2011 35 % der Frauen zwischen 30 und 34 Jahren einen hohen Bildungsabschluss, bei den Männern liegt die Quote bei 31 %. [12] Aus der gleichen Studie geht auch hervor, dass Frauen sich vorwiegend der Familie widmen. So liegt der Frauenanteil bei den Teilzeitkräften bei 46 %, bei den Männern liegt die Quote bei 10 %. 1,4 Millionen Frauen wünschen sich mehr Arbeitsstunden, es sind doppelt so viele Frauen wie Männer unterbeschäftigte durch eine Teilzeitbeschäftigung.[13]

Vollzeitbeschäftigte aus dem Billiglohnsektor arbeiten laut einer Studie durch das DIW durchschnittlich 44,9 Stunden die Woche, im mittleren Lohnsektor liegt der Durchschnitt bei 42,8 Stunden die Woche. Auch Teilzeitbeschäftigte beziehungsweise Mini-Jobber mit einem sehr geringen Stundenlohn arbeiten länger als Arbeitnehmer im mittleren Lohnsektor.[14]

Ergebnisse aus einer aktuellen Studie, durch das Institut für Arbeit und Qualifikation zeigt auf, dass besonders Ausländer / Ausländerinnen, Frauen und Minijobber dem Niedriglohnrisiko ausgesetzt sind. Der Durchschnittslohn eines Billiglohnempfängers liegt im Jahr 2011 bei 6,46 € im Westen und 6,21 € im Osten von Deutschland. Bei einer Einführung von eines Mindestlohns in Höhe von 8,50€ würde jeder fünfte Billiglohnempfänger ein Anrecht auf Lohnerhöhung haben.[15]

Im Osten von Deutschland arbeiten mehr Bürger für einen Niedriglohn als im Westen von Deutschland. 39,1 % der Beschäftigten im Osten arbeiten unterhalb der Niedriglohnschwelle von 9,15€, im Westen sind es 19,9 % aller Beschäftigten.[16]

4. Arbeitsmarkttheorien

Theoretische Arbeitsmarktmodelle bieten die Möglichkeit, soziale Faktoren auszublenden und so wirtschaftliche Effekte genauer zu analysieren.

Im weiteren Verlauf der Hausarbeit werden hierzu fünf theoretische Modelle vorgestellt. Die Modelle werden im Hinblick auf die Einführung eines Mindestlohnes beziehungsweise einer Lohnuntergrenze, näher betrachtet.

[...]


[1] Vgl. http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/aentg/gesamt.pdf Seite 1

[2] Vgl. http://www.arbeitgeber.de/www/arbeitgeber.nsf/id/DE Mindestlohn 21.08.2013 16.00 Uhr

[3] Vgl. http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/sachverstaendigenrat-zur-begutachtung-der-gesamtwirtschaftlichen-entwicklung-svr.html 04.09.2013 9:14 Uhr

[4] Vgl. http://www.arbeitgeber.de/www/arbeitgeber.nsf/id/DE Mindestlohn 21.08.2013 16.00 Uhr

[5] Vgl. http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/sachverstaendigenrat-zur-begutachtung-der- gesamtwirtschaftlichen-entwicklung-svr.html 04.09.2013 9:14 Uhr

[6] Vgl. focus_de_finanzen_news_staatsverschuldung_tid_32146 PDF Seite 4

[7]Vgl.https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/VerdiensteArbeitskosten/Verdienstunter schiedeMaennerFrauen/Aktuell_Verdienstunterschied.html

[8] Vgl. BroeschuereFrauenMaennerArbeitsmarkt0010018129004.pdf? blob=publicationFile Seite 18

[9] Vgl. Gutachten Sachverständigungsrat 2012.pdf Seite 339

[10] Vgl. Bildungsbericht Bildung in Deutschland 2012 PDF Seite 199

[11]Vgl. https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/VerdiensteArbeitskosten/Verdienstunter schiedeMaennerFrauen/Aktuell_Verdienstunterschied.html

[12] Vgl. BroeschuereFrauenMaennerArbeitsmarkt0010018129004.pdf? blob=publicationFile Seite 18

[13] Vgl. Hans-Werner Sinn Seite 99

[14] Vgl. http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw 01.c.400060.de/12-21-1.pdf Seite 4

[15] Vgl. Thorsten Kalina und Claudia Weinkopf / Niedriglohnbeschäftigung 2011 PDF Seite 1

[16] Vgl. Thorsten Kalina und Claudia Weinkopf / Niedriglohnbeschäftigung 2011 PDF

Details

Seiten
16
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656597995
ISBN (Buch)
9783656597971
Dateigröße
463 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v268707
Institution / Hochschule
German open Business School - Hochschule für Wirtschaft und Verwaltung
Note
Schlagworte
gesetzlicher mindestlohn deutschland argumente auswirkungen

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