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Justinians erstes Konsulat. Vorgeschichte, Darstellung in der Fachliteratur und Bedeutung des Konsulats in der Spätantike

Hausarbeit 2013 11 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Bedeutung des Konsulates in der Spätantike

3. Justinians erstes Konsulat
3.1. Vorgeschichte und Amtseinführung in den Quellen
3.2. Das Konsulat Justinians in der Fachliteratur

4. Fazit

Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Amt des Konsuls war in der Römischen Republik der Höhepunkt jeder politischen Karriere und markierte zudem die Spitze des cursus honorum. Es war das höchste zivile und militärische Amt in der Republik. Nach dem Ende der Republik verlor das Amt an politischer Macht, aber nicht an Ansehen. So ist auch Justinian, der als Petrus Sabbatius in Thrakien aufwuchs und zu einem der bekanntesten Kaiser der Spätantike wurde, Konsul in Ostrom gewesen.Dass dies nicht selbstverständlich war, lässt sich in den Quellen von Prokop finden, der auf die niedere Herkunft und das bäuerlichen Wesen Justinians verweist (Prok. An. 14,2).[1] Trotz seiner vermeintlichen Einfältigkeit setzt sich Justinian gegen seine Widersachern durch und durchläuft eine Vielzahl von Ämtern im Eiltempo. Unumstritten für seinen Aufstieg ist die Rolle seines Onkels Justin I., der ebenfalls aus „einfachen“ Verhältnissen stammte und sich nach dem Tod Anastasios I. als Kaiser Nachfolger durchsetzen konnte. Während unumstritten ist, dass Justinian von Justin I. gefördert wurde, wird jedoch seine Rolle während der Herrschaft seines Onkel in der Forschung heiß diskutiert. Während dieser auf dem Thron sitzt, vollzieht Justinian eine steile politische Karriere, die durchzogen ist mit Machtkämpfen. Schon in der Todesnacht des Anastasios gehört er zu der Gruppe der möglichen Nachfolger. Kurz nachdem sein Onkel Kaiser geworden ist, bekleidete er ein hohes militärisches Hofamt. Justinians Ämterlaufbahn findet ihren vorläufigen Höhepunkt im Jahre 521 n. Chr. durch sein erstes Konsulat. Ob es für ihn ein realer Machtzuwachs ist oder nur Prestigegewinn, soll in dieser Arbeit im Fokus stehen.Um die Bedeutung des Konsulats zu beleuchten, soll im ersten Teil der Arbeit vor allem unter Rückgriff auf die Dissertation von Lorenzo Sguaitamatti[2] der Stellenwert des Amtes in der Spätantike dargestellt werden. Hierbei soll vor allem die historische Entwicklung berücksichtigt werden. Welche Rolle Justinian als Konsul spielte und ob er durch das Amt an Macht gewann, soll im Anschluss daran beleuchtet werden. Abschließend soll die zentrale Frage dieser Arbeit, ob es sich um einen politischen Machtgewinn handelte oder „nur“ um einen Prestigezuwachs, geklärt werden.

2. Die Bedeutung des Konsulates in der Spätantike

Das Amt des Konsuls war in der Römischen Republik das höchste Amt im cursus honorum. Das Amt wurde an zwei Personen für ein Jahr übertragen und war mit starken Kompetenzen verbunden. War es zunächst nur den Patriziern vorbehalten, so wurde es durch das licinisch-sextische Gesetz (leges licinae sextiae) aus dem Jahre 367 v. Chr. auch für Plebejer zugänglich. Die politische Macht, die dieses Amt in der Republik innehatte, ging mit Beginn der Kaiserzeit verloren. So blieb es zwar formell das höchste Amt im Staate, allerdings war die Berufung in das Amt nun unabhängig von der vorherigen Ämterlaufbahn. Die Kaiser ernannten in der Regel ihnen treu untergebene Personen zum Konsul. Das Amt verlor also jegliche machtpolitische Relevanz und stellte eine Kaisernähe des Amtsinhabers dar.[3] Ein wichtiges Merkmal des Konsulats war, dass man das Jahr nach dem jeweiligen Amtsinhaber benannte und es so möglich wurde, ein standardisiertes Datierungsverfahren im römischen Reich zu etablieren. Dieser Brauch stammt aus dem 3. Jh. v. Chr. und war enorm wichtig für das Ansehen des Amtes.[4] Die Eponymität befriedigte so zum einen das Bedürfnis der Nobilität, „die Verdienste der eigenen Familie zu unterstreichen“[5], und sicherte zum anderen die Regelmäßigkeit bei der Ernennung der beiden Konsuln. Die konsularische Eponymität fand auch in der Spätantike alltägliche und vor allem breite Verwendung im privaten und öffentlichen Bereich. Neben Inschriften, Münzen und Papyri, zeugen auch Gesetze davon, dass man nach Konsuln datierte.[6] Dieses Verfahren wurde seit Ende des 4. Jh. durch die Reichtrennung in Ost- und Westrom erschwert und durch die Tatsache, dass die Herrscher nicht mehr jedes Jahr einen Konsul bestimmten, wurde die Datierung zunehmend ungenauer. Dieser Entwicklung begegnete Justinian im Jahr 537 durch ein neues Datierungsverfahren. Das ordentliche Konsulat erfuhr seit dem ausgehenden 3. Jh. eine Aufwertung durch die Eponymität. Die Konsuln waren die bekanntesten Personen im Reich und die Namen waren auch noch Jahre nach dem Amtsantritt bekannt. Dieser Umstand machte es vor allem für die Elite des Reiches erstrebenswert, dieses Amt zu bekleiden. Die Attraktivität des Amtes war also vor allem auch mit einer unglaublichen Popularität zu Lebzeiten verbunden und dem Wissen, dass man auch nach seinem Ableben nicht in Vergessenheit geraten würde, da man durch die Datierung vieler Schriftzeugnisse in den Köpfen der Menschen erhalten blieb.[7]

[...]


[1] Veh, Otto (Hrsg.): Procopius – Werke. Griechisch-Deutsch. München 1961², S. 123.

[2] Das Werk weist zwar ein paar Lücken bzgl. des Forschungsstandes auf, bietet für diese Arbeit aber eine solide Grundlage (vgl. hierzu die Rezension von Raphael Brendel).

[3] Gizewski, Christian: Consul(es). In: DNP 3 (1997), 149f.

[4] Sguaitamatti, Lorenzo: Der spätantike Konsulat Freiburg 2012, S. 1.

[5] Ebenda, S. 2.

[6] Bagnall, Roger S.: Consuls of the later Roman Empire, Atlanta 1987, S. 102-617.

[7] Sguaitamatti, Lorenzo: Der spätantike Konsulat, Freiburg 2012, S. 7-9.

Details

Seiten
11
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656598190
ISBN (Buch)
9783668408814
Dateigröße
499 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v268798
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz – Historisches Seminar
Note
1,7
Schlagworte
justinians konsulat

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